Stromnetze: Ausbau wird zur Chefsache

Ist die Stunde der Wahrheit gekommen ?

Altmaier will Stromnetz schneller ausbauen

Bundeswirtschaftsminister Peter Alt-maier (CDU) will die Bürger und Bürgerinnen bei den EEG-Umlagen noch stärker zur Kasse bitten, in dem er einen beschleunigten Netzausbau plant. Er behauptet, dass die Stunde der Wahrheit gekommen wäre und das man nicht mehr viel Zeit hätte. Da fragt man sich doch sogleich: welche Wahrheit ist gemeint? Das die Energiewende gegen die Wand fahren könnte, was wir seit 20 Jahren behaupten, oder das die Erderwärm-ung auf einen angeblichen Kipp-punkt zusteuert, ab dem es dann nicht mehr möglich ist, die Erd-erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad + zu be-grenzen oder meint er gar, die Be-völkerung würde langsam aufwach-en und erkennen, das seit 2000 über 200 Mrd. EUR an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden für eine kleine Adelskaste von Windkraftbe-treibern und ihren Helfeshelfern ?  Wir wissen es nicht.  

Was wir aber wissen, ist, das der Bundesminister eine Netzreise durch Deutschland plant, um jede einzelne Stromleitung persönlich zu besichtigen. Wir können nur hoffen, dass ihm dabei auch die Kosten in Höhe von rd. 3 Mrd. EUR (oberirdisch) bzw. 27 Mrd. EUR (unterirdisch) für die rd. 1800 km lange Nord-Süd-Leitungstrasse erläutert werd-en.  Wenn alle Stromnetze aus-und um-gebaut werden sollten, wie es die Bundesregierung plant, dann wären das rd. 7.700 Trassenkilometer. Die Kosten würden dann nach Angabe des DENA-Chefs Stephan Kohler auf rd. 50 Mrd. EUR bei unterirdischer Verlegung bis 2030 steigen. Nach Angaben der Bundes-netzagentur waren bis Ende 2017 jedoch gerade erst einmal 850 neue Trassen-kilometer für die sog. Hochspannungs-gleichstromleitungen verbaut worden.       Ein sog. Netzausbaubeschleunigungsge-setz soll nach einem „Netzgipfel“ im Herbst nun dafür sorgen, dass die Rechte der Beschwerdeführer sowie der Kommunen eingeschränkt werden, damit der Windkraftstrom schneller in den Süden gelangt und die Redispatchkosten in Höhe von rd. 1,4 Mrd. EUR wegen dro-hender Netzüberlastungen abgesenkt werden können.  

Wozu teure Nord-Süd-Trassen ?

Angeblich deshalb, um die große Menge von Windstrom von der Nordsee nach Bayern transportieren zu können, da Ende 2022 das letzte Kern-kraftwerk in Bayern vom Netz geht und weil man bis 2050  80 % der Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern gewinnen will, um die  Klima-erwärmung auf 2 Grad plus gem. dem Pariser Klimaab-kommen  zu begrenzen. Blöd-erweise findet die aber gar nicht statt und wenn doch, dann kann der Mensch daran kaum etwas ändern, da die Erwärmung überwiegend den Sonnenfleckenmini-und maxi-ma zu verdanken ist. Das wußte man schon 1860 (!) Aber das wäre zu kompliziert. Also schiebt man den schwar-zen Peter dem Kohlenstoff-dioxid in die Schuhe.  Und na-türlich sind die C02-Emissio-nen ebenfalls überwiegend natürlichen Ursprungs und daher kann der Mensch auch diese  kaum beeinflussen, wie uns dies Energieexperten immer wieder bestätigt hab-en. Um die Subventionen und das schöne Bild von der  Welt-rettung dennoch mit viel me-dialem Aufwand  dem unbe-darften Bürger verkaufen zu können, bedient man sich seit 2000 des Bildes  vom men-schengemachten C02-Aus-stoss, welches das Klima dra-stisch verschlechtern wird, wenn wir nicht umgehend die Notbremse ziehen würden. Daher müßte man bis 2050 zu 80 %  auf die Energieerzeu-gung durch fossile Energie-träger verzichten.  Und die Be-völkerung glaubt in ihrer Mehrheit diesen Stuß dank der medialen Dauerbombar-dierung.

Dummerweise haben die verantwortlichen Politiker dabei völlig vergessen, dass man bei soviel Weltrettungsbe-dürfnis und vorgetragener Klimahysterie die physikalisch-technischen Bedingungen nicht einfach außer acht lass-en kann. Um die Netzstabilität Tag und Nacht zu ge-währleisten, bedarf es einer Netzfrequenzspannung von 50 Hertz. Um diese sicherzustellen, muss der Strom zu 45 % aus Grundlastkraftwerken kommen, da nur diese den Spannungsabfall durch Flatterstrom auffangen könn-en. Sie sind sozusagen die Taktggeber, die auf unter-schiedliche  Strombedarfe reagieren. Im Falle des Aus-falls von Windstroms mangels Wind oder wegen Ausfalls von Photovoltaik-Anlagen wegen Dunkelheit sichern diese die Netzstabilität und sorgen für Versorgungssicherheit rund um die Uhr. Eine 80 %tige Sicherstellung der Ver-sorgungssicherheit über Öko-Strom ab 2050 ist daher schlicht illusorisch. Wenn in Bayern die wegfallenden Kernkraftwerke durch Kohle-und Gaskraftwerke ersetzt werden würden, benötigte man keine neue Nord-Süd-Stromtrasse und damit würde man z.T. verhindern, das die Strompreise weiter steigen. Das sie es dennoch tun werden, liegt an den zugesagten Subventionen für Windkraft-und Photovoltaikanlagen, die bei einem weit-eren Ausbau systemgemäß trotzdem weiter steigen werden. Sinnvoll wäre daher eine sofortige Abschaffung des EEG. Von Energieeinsparung durch die geplante Nord-Süd-Stromtrasse kann auch deshalb keine Rede sein, da bei einer solchen langen Leitung mit einem Verlust von 10 % zu rechnen ist. 

Die Energiesicherheit ist gefährdet, Foto: bluedesign, fotolia-Kauf
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier, Foto: Bundesregierung/Kugler

Quellenhinweise:

Hamburger Abendblatt vom 15.08.2018, 23.08.2018 und 05.09.2018; Der Tages-spiegel vom 12.12.2012; Die Welt vom 14.8.2018; FAZ vom 07.05.2017; Wendt, Alexander: Der Grüne Blackout – warum die Energiewende nicht funktionieren kann, 2. Auflg.,München 2014, S. 73 ff; Keil, Günter: Die Energiewende ist schon gescheitert, 1. Auflg, Europäisches Institut für Klima und Energie, Jena 2012, S. 69 ff sowie RK-Redaktion vom 17.09.2018  

 

Josef Albers Museum: Fördertürme

Bernd & Hilla Becher

Die Ästhetik von Förder- türmen

40 Jahre lang hat das Künstlerehepaar Bernd und Hilla Becher gerade-zu leidenschaftlich Gaso-meter, Wassertürme, Fördertürme, Kohlebunk-er, Fabrikhallen, Hochöfen und Fachwerkhäuser fotografisch dokument-iert. Davon zeugen zahl-reiche Bildbände und die aktuelle Ausstellung in Bottrop. Die S-W-Fotos verstärken dabei die ganz eingewillige und erhabene Ästhetik dieser Industrie-bauten. Heute wirken diese Zeugnisse der Industriegeschichte fast wie Landschaftsskulp-turen, weil deren Nutzung für die jüngere Generation nicht mehr sofort er-kennbar ist. Hilla und Bernd Becher hatten es seinerzeit aber verstand-en, diese Bauten foto-grafisch in ein milchig-graues Licht zu stellen, so dass von ihnen eine ge-wisse Faszination aus-ging. Sie waren als Zweckbauten dem Unt-ergang geweiht. Dem Künstlerehepaar ist es zu verdanken, dass wir unsere wunderschönen Fördertürme nicht mehr als reine und nüchterne Zweckbauten ansehen. Und sie haben für die Nachwelt den Untergang einer ganzen Industrie festgehalten. So weiß man wenigstens, woher man kommt und das die Zukunft ohne Vergangen-heit nicht denkbar ist.

Die Kathedralen des Reviers

1950 förderten rd. 500.000 Bergleute auf ca. 154 Schachtanlagen 100 Mio T Kohle. In 1956 stieg die Fördermenge auf 125 Mio.T SKE und die Beschäftigtenzahl stieg auf 600.000 Mitarbeiter. Anfang der 60 er Jahre begann aufgrund von preiswerteren Öleinfuhren das große Zechensterben und mit dem Sterben verschwanden auch die vielen Fördertürme nach und nach, die das Ruhrrevier prägten. Kaum Jemand dachte damals an den Denkmalschutz. Allein 1963 wurden 33 Pütts stillgelegt und sogleich abgerissen. 1968 wurde die Ruhrkohle AG gegründet, in der alle ehemals selbständigen Zechengesellschaften zusammengeschlossen wurden. Die Zechenschließungen setzten sich bis heute fort und enden mit der Schließung der letzten verbliebenen Zechen, Anthrazit in Ibbenbühren und Prosper-Haniel in Bottrop am 31.12.2018. Wir  haben für Sie einige Fördertürme fotografiert, die nicht dem Abrissbagger zum Opfer fielen und heute noch zu besichtigen sind. 

Fotogallerie: Revierkohle, Foto oben: Zwielicht, pixabay.com

Josef Albers Muesum, Quadrat Bottrop

Das Farben-Museum in Bottrop ist dem Künstler und Bau-hausmeister sowie stellv. Direktor des Bauhauses, Josef Albers, gewidmet, der 1976 starb. Seine Sehnsucht nach Farben war grenzenlos. Be-rühmt wurde er mit der Serie „Homage to the Square.“ Die Ausstellung „Kunst und Kohle. Bernd und Hilla Becher“ ist im Josef Albers-Museum noch bis zum 23.Sept. 2018 zu bewund-ern.

Josef-Albers Museum, Quadrat Bottrop, Foto: Stadt Bottrop

Josef Albers-Museum Quadrat Bottrop

Im Stadgarten 20

46236 Bottrop

Öffnungszeiten:

Di bis Sa: 11.00 bis 17.00 h

So von 10.00 h bis 17.00 h

Mit Hilla Bechers Tod im Oktober 2015 ist eine Ära zu Ende gegangen. Und der Schirmer/Mosel Verlag verab-schiedete sich von seinem langjährigen Autoren-Team Bernd und Hilla Becher mit einer letzten großen Ver-neigung: In zwei Interviews geben die Künstler Einblick in ihr einzigartiges Schaffen, erzählen von Entbehrungen und Erfolgen, von Aufnahme-Techniken, ihrem Leben als Kunstschaffende und Kunst-ausbilder an der Düsseldorfer Akademie. Dem Medienwiss-enschaftler und Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler gab das Paar 2002 sein erstes länger-es Interview überhaupt, ver-öffentlicht in Art in America. Ziegler destilliert die Beweg-gründe, die die Bechers zu ihren formal strengen, enzy-klopädischen Bildserien von Hochöfen, Wassertürmen, Fachwerkhäusern etc. veran-lasst haben, und lässt die Autoren hinter den Bildern lebendig werden. Der Journalist und Autor Dominik Wichmann und sein Kollege Tobias Haberl trafen Hilla Becher 2008, ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes, und fragten sie nach den Möglich-keiten und Chancen, ihre Kunst nach fünf Dekaden gemeinsamen Wirkens unter veränderten Bedingungen weiterzuführen. Ergänzt wird der Band durch dokumen-tarische Photographien von Matthias Koch, der das Paar auf einigen seiner Expedition-en begleitet hat.

Hilla Becher, die Frau, die Kühltürme in Kunst ver-wandelte und damit der Industriekultur ihre Würde gab

Quellenhinweise:

Ruhrkunstmuseum.com; Welt vom 14.10.2015; Ruhr-Guide.de; Fotoluchs vom 23.09.2014 und RK-Redakti-on vom 5.08.2018

Thyssen-Krupp: droht Zerschlagung nach Streit ?

Lehner und Hiesinger haben hingeschmissen

Was ist los ?

Aufgrund eines erbitterten Machtkampfes zwischen dem Thyssen-Krupp-Vorstand und den Anteilseignern wie Cevian-Gründer Förberg und dem US-Hedgefond Elliott über den zukünftigen Kurs des Konzerns hat der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner Anfang Juli das Handtuch geschmissen. Der Konzern steht nun vor einer Zerreisprobe.

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Über die Hintergründe

Der Konzern

Die Thyssen-Krupp AG ist ein deutscher diversifizierter Industrie-konzern mit dem Schwerpunkt der Stahlverarbeitung in Duisburg. Der Hauptsitz ist (noch) in Essen. Der Konzern entstand 1999 aus der Fusion der Friedrich Krupp AG – Hoesch-Krupp mit der Thyssen AG. Hauptanteilseigner ist die Krupp-Stiftung, ebenfalls mit Sitz in Essen. Die Stiftung hält 21 % der Anteile. Das Erbe und den letzten Willen des Unternehmensgründers, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, ver-waltet Frau Prof. Dr. Dr. Ursula Gather, Rektorin der Uni Dortmund. Der Konzern beschäftigt weltweit rd. 150.000 Mitarbeiter und kam im Juli 2018 auf einen Börsenwert von 17,3 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz liegt bei rd. 43 Mrd. EUR.

Nachgestaltung: Revierkohle
Headquater Thyssen-Krupp in Essen, Foto: orensteiner, pixabay.com

Die Schuldfrage

Hiesinger und Lehner hatten dem Konzern durch die Fusion mit dem indischen Stahlkonkurrenten Tata einen gewaltigen Deal aufgebürdet, der zu erheblichen Mehrbelast-ungen führte. Die Abspaltung der Stahlsparte wurde durch Lehner gegen Widerstände durchgesetzt. Mit der Fusion erklärte sich die Stiftung aber  einvestanden. Auch die Arbeitnehmervertreter waren dafür. Dann machte der schwedi-sche Anteilseigner Cevian Druck, dem die Umbaubemühungen des Konzerns nicht weit genug gingen. Um die hohen Kosten zu reduzieren, plädierte Cevian-Gründer Förberg für eine Zerschlagung des Konzerns. Konkret forderte er den Verkauf der lukrativen Aufzugssparte. Hiesinger und Lehner lehnten das ab, weil dies einem Ausverkauf  des Kon-zerns gleichgekommen wäre. Auß-erdem wäre die Zerschlagung nicht im Sinne des Stifters, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach als auch nicht im Sinne der Konzeernlegende Berthold Beitz gewesen. Sie sprangen daher von der Lok. Hiesinger und Lehner erklärten nach ihrem Rücktritt, dass sie auch den Rückhalt der Krupp-Stifung vermisst hätten. Die IG-Metall will nunmehr im Interesse der Mi-tarbeiter mithelfen, dass der Kon-zern erhalten bleibt. Ärgerlich findet es IG-Metall-Gewerkschafter  Grolms, das die Krupp-Stiftungs-chefin Gather kurz vor dem Rücktritt von Vorstandschef Lehner schon mal beim Aufzugskonkurrenten Kone vorgesprochen hat. Das löste unter den Beschäftigten große Un-ruhe aus. Auch die Bundesregier-ung macht sich mittlerweile große Sorgen um den Bestand des Tradi-tionsunternehmens. Das Bundes-wirtschaftsministerium warnte vor einer Zerschlagung.

 

Hat die Stiftung versagt ?

In einem Brief der Mitarbeiter an die Stiftungschefin Gather schrieben diese, das sie traurig seien, dass sie einen aufrechten, gerechten und hochangesehenen Firmenchef ver-loren haben und sie seien ent-täuscht, weil die Stiftung ihren Kern-auftrag, das Erbe von Alfried Krupp zu bewahren, nicht erfüllt habe. Sie, Gather, habe in beispielloser Igno-ranz dem Treiben feindlicher Invest-oren zugeschaut und sich nicht ein einziges Mal öffentlich zu Heinrich Hiesinger und seiner Unternehm-enspolitik bekannt. Nach dem sich die IG-Metall, der OB von Duisburg, Arbeitsminister Hubertus Heil, Wirt-schaftsminister Peter Altmaier und der Gesamtbetriebsrat von Thyssen-Krupp gegen eine Zerschlagung aus-gesprochen hatten, reagierte nun endlich auch die Krupp-Stiftung auf die Vorwürfe. Ursula Gather als Stiftungsvorsitzende ruderte zurück und erklärte am 27.7.2018, dass es eine Zerschlagung mit ihr nicht geb-en werde. Die Sicherung der Arbeits-plätze und die Erhaltung der sozialen Marktwirtschaft hätten (wieder?) Vorrang. Da die Stiftung mit 21 % den größten Anteil an dem Konzern hält, kann sie die Strategie vorgeben. Wie lange sie sich gegen die beiden Hedgefonds Cevian und Elliot mit dieser vernünftigen Kurskorrektur wird behaupten können, bleibt ab-zuwarten. Die Situation bleibt für Thyssen-Krupp angespannt. Der neue Interimsvorstand, Gudio Kerkhoff, will jedenfalls mithelfen, dass eine Zerschlagung verhindert wird.

 

Foto: wibke, pixabay.com

Thyssen-Krupp

ein grosser Mischkonzern mit drei wichtigen Standbeinen

Stahl

Foto: zephylwer,pixabay.com

Fahrstühle

Foto: wolfgang 1663, pixabay.com

Werkstoffe

Autos, Maschinen, Chemie u.v.a. Foto: moerschi,pixabay.com

Quellenhinweise:

vgl.hz. a. Handelsblatt vom 12.07.2018, 18.07.2018, 27.7.2018 und 28.07.2018; Hamburger Abendblatt vom 16.7.2018 und 18.7.2018; Stern vom 17.07.2018; WAZ vom 17.7.2018 Wikipedia.de; Pressemitteilung der Krupp-Stiftung vom 13.7.2018 sowie RK-Redaktion vom 06.08.2018

 

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DBM: Momentaufnahmen für die Ewigkeit

Fotografien von Michael Bader

BERGWERK

15.6.2018 bis 31.8.2018

Zum Ende des Deutschen Stein-kohlenberbaus werden in verschiedenen Museen Foto-Ausstellungen gezeigt, die sich mit den zumeist historischen Hintergründen des Bergbaus beschäftigen. Mit der Sonderausstellung "Blickpunkt Bergwerk" des Fotografen Michael Bader werden nunmehr auch Fotos aus den noch aktiven Bergwerken vorgestellt.

Fotos: Förderturm oben: 13smok, pixabay.com, Bergmann mit Lampe: RAG

Design: Revierkohle

Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum ist eines von acht Forsch-ungsmuseen der Leibnitz-Gemeinschaft. Erforscht, bewahrt und vermittelt wird die Geschichte der Gewinnung, Ver-arbeitung und Nutzung von Rohstoffen. Geforscht wird über die Bergbauge-schichte, der Materialkunde und der Archäometallurgie. Damit das Erbe des Bergbaus auch nach dem Auslauf Ende 2018 würdig für die Zukunft bewahrt werden kann, wird das Museum für rd. 5 Mio. EUR saniert.

Förderturm über dem DBM in Bochum, Foto: Revierkohle

Die Arbeiten von Bader beauftragte die RAG-Stiftung im Rahmen des um-fangreichen Abschiedsprojekts "Glück-auf Zukunft." Welche Zukunft genau die Stiftung im Auge hat, ist allerdings nicht ganz klar. Die Fotos von Bader ent-standen 2016 und 2017 auf den Schacht-anlagen Auguste Victoria in Marl, auf dem ehem. Bergwerk Pluto in Herne und auf den noch aktiven Bergwerken Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren in Ibbenbüren. Intensive Momentaufnahmen wurden mit Einzel-portraits und persönlichen Biografien miteinander verknüpft, so das die Fotos schon heute einen Hauch von Ewigkeit verströmen.

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NRW-Tag auf Zollverein

aus Anlass der Gründung des Landes NRW 1946

auf Zollverein

Foto: Revierkohle

31.Aug. bis 2. Sept. 2018

Das Landeskabinett der Landesregierung von NRW hatte im April beschlossen, dass der NRW-Tag erstmalig auf der Zeche Zollverein XII in Essen stattfinden wird. MinPräs. Ar-min Laschet, der schon am 30.6. zum 13. Dt. Bergmanns-tag auf Zollverein zugegen war, be-tonte, das Zollverein im Auslaufjahr des Deutschen Stein-kohlenbergbaus ein würdiger Ort ist, an dem an die Entsteh-ungsgeschichte von NRW  erinnert werd-en kann. Der NRW-Tag wird alle zwei Jahre von einer anderen NRW-Stadt ausgerichtet.     

Zeche Zollverein XII, Essen-Katernberg, links: Kokerei Zollverein, Fotos: Revierkohle

Ein Glücksfall bildet die Entscheidung für die Stadt Essen, da diese sich für die Aus-richtung gar nicht beworben hatte und nun hoffentlich mit Steuermehreinnahmen we-gen der zahlreichen Gastronomiebetriebe auf Zollverein rechnen kann.  Den NRW-Tag darf man sich allerdings nicht als fortgesetzes Zollverein-Zechenfest vor-stellen, welches am 29. und 30.9.2018 ebenfalls auf Zollverein wieder einmal zelebriert wird, sondern eher als ein gi-gantisches Volkskfest mit Zechenkulisse. Das verdeutlichen schon die Kosten. Allein das Land NRW beteiligt sich an der 2 tägigen Festveranstaltung mit 500.000 EUR. Keine Kleinigkeit eben. Der NRW-Tag findet alle zwei Jahre statt. Zuletzt hatte den NRW-Tag die Landeshauptstadt Düsseldorf in 2016 ausgerichtet. Gefeiert werden soll nach Ansicht von OB Thomas Kufen der Eintritt NRW´s in eine neue „grüne“ Dekade. Das wiederum hört sich in unseren Ohren nicht gerade verlockend an, wenn man bedenkt, dass die Energiepolitik bisher auf breiter Front wenig Erfolge vorzuweisen hat. Die Fa. EMG- Essen Marketing GmbH hat den Auftrag, den NRW-Tag inhaltlich auszurichten.

„Operation marriage“ war Übrigens der Codename, unter dem die Briten am 23. August 1946 das Land Nordrhein-West-falen aus der Taufe hoben. Aus dem nörd-lichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen wurde das Land Nordrhein-Westfalen ge-bildet.

 
 
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Min.Präs. Armin Laschet, Foto: Revierkohle

Quellenhinweise:

Pressemitteilung der Stadt Essen vom 11.4.2018; WAZ vom 11.4.2018; RP-Online vom 28.4.2018; WDR vom 11.4.2018; Land.NRW.de vom 11.4.2018; Bocholter Volksblatt vom 11.4.2018 sowie RK-Redaktion vom 6.8.2018

 
 

Tiefseebergbau: wertvolle Rohstoffe warten auf dem Meeresgrund

Rohstoff-Firmen treiben den Abbau voran

Unterwasser-Abbauwalze, Foto: Nautilus Minerals, Meeresgrund: skeeze, pixabay.com











Bergbau-techno-logie unter Wasser

Um den wachsenden Bedarf an Metallen zu decken, wollen Roh-stoff-Firmen wie Nautilus Minerals künftig in die Tiefen des Meeres vordringen, um dort u.a. Kupfer, Aluminium, Kobalt, Sulfide und Manganknollen zu fördern. Die eingesetzte Fördertechnik stammt aus dem Bergbau sowie aus der Öl-und Gasindustrie. Die Pro-duktion von immer mehr Auto-batterien und Handys macht den Unterwasserabbau notwendig. Auf der Ende Juli in Jamaika statt-gefundenen Konferenz der inter-nationalen Meeresbodenbehörde ISA wurde der Verhaltenskodex festgelegt, der den Rohstoff-Abbau auf dem Meeresgrund in rd. 4000 Meter Tiefe regelt, damit die Eingriffe in die Natur möglichst schonend erfolgen. Ob ein möglicher Schaden des Öko-System dadurch verhindert werden kann, bleibt abzuwarten. Zeifel sind erlaubt. 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

Bohrplattform auf dem Meer, Foto: wasi, pixabay.com

Eingriffe in die Natur möglichst schonend erfolgen. Ob ein möglicher Schaden des Öko-Systems dadurch verhindert werden kann, ist eher zweifelhaft.

 





Seafloor, Riser and Lifting-Systems

Um die neue Rohstoff-Tiefseeproduktion zu realisieren, werden unter und über Wasser drei technische Komponenten eingesetzt. Neben den bereits bewährten Technologien aus dem Bergbau, der Öl-und Gasindustrie wird eine neu entwickelte Meeresboden-Produktionssteuerung eingesetzt (Seafloor-Production Tool), eine speziell entwickelte Steigleiter (Lifting-System), die den Meeresschlamm  zusammen mit den enthaltenden Rohstoffen zu Tage hebt und der dann auf einem neu entwickelten Spezialschiff aufbereitet und von den Rohstoffen getrennt wird. So ähnlich funktionieren auch die Aufbereitungsanlagen in einem Bergwerk, wenn die Rohkohle aus der Tiefe kommend über den Förderkorb zu Tage saust und dann in der Aufbereitung vom tauben Gestein gelöst und nach Sorten klassiert wird, um diese dann den verschiedenen Abnehmern zuzuführen. Das entwässerte Material wird dann umgeschlagen und in Lagerräumen zum Versand aufbewahrt. Anschließend wird es von Massengutschiffen in alle Welt weitertransportiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Hilfe von tiefseetauglichen Baggern und Saug-Robotern ausgestattete Forschungs-schiffe untersuchen derzeit die Meeresböden auch außerhalb der bisher genehmigungs-fähigen Wirtschaftszonen in Küstennähe, da dort die größten Rohstoffvorkommen ver-mutet werden. Die internationale Meeres-bodenbehörde ISA , die die Meeresböden als gemeinsames Erbe der Menschheit verwaltet, möchte ab 2025 Lizenzen für den kommer-ziellen Rohstoffabbau vergeben. Der Umwelt-verband WWF kritisiert dieses Vorhaben, da die Bewohner der Tiefsee an sehr stabile ökologische Verhältnisse angepasst seien, sich nur langsam fortpflanzen und auf Störungen sehr empfindlich reagieren würden.

 

 

 

 

Wir glauben allerdings nicht, dass die Konzerne deshalb auf den Abbau verzichten werden, auch wenn man die Verwendung der Rohstoffe für den Handybau oder für die un-sinnige Autobatterieproduktion mehr als frag-lich finden mag. Die Verlockungen des Geldes gepaart mit der für Unternehmen bekannten Gewinngier wird wahrscheinlich eher zum Nachteil der Meeresbodenbewohner ge-reichen. Eine gesetzliche international geltende Begrenzungsregelung wird daher unumgänglich werden.

Massengutschiff mit rd. 50.000 T Ladungsgewicht (Handymax-Vessel), Foto: bluesnap, pixabay.com




Forschungs-
schiff der
BGR war
erfolgreich

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat im indischen Ozean in einem 75.000 Quadratkilometer großen Lizenzgebiet ein 8 Mio. Tonnen großes Manganknollenfeld in einer Tiefe von 3000 Metern  aufgespürt. Hierbei handelt es sich um Klumpen, die zu 27 % aus dem Metall Mangan und zahlreichen anderen verwertbaren Elementen besteh-en.  Um den Abbau auch ökologisch ver-antworten zu können, will man nun die auf dem Meeresboden lebenden Kleinstlebe-wesen einer Genanalyse unterziehen, um feststellen zu können, wie groß das Ver-breitungsgebiet der kleinen Tierchen in den Manganknollenfeldern ist. Ob diese dann beizeiten „verlegt“ werden, oder ein-fach nur mit dem Saugbagger  aufge-saugt werden, bleibt unklar.

In Deutschland ist ebenfalls die Goldgräberstimmung ausgesprochen. Und zwar wortwörtlich. So war das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel an der Entdeckung von Goldvor-kommen unterhalb heißer Quellen in Island beteiligt. Die Forscher gehen davon aus, dass sich in den geothermalen Lager-stätten rd. 10.000 Kilogramm Gold befind-en könnten. Inwieweit sich die Aufspür-ung weiterer Goldlagersstätten auf den Goldpreis auswirken wird, ist noch völlig unklar. Und wie groß die Mitwirkungs-möglichkeiten der verschiedenen Umwelt-schutzorganisationen zum Schutz der Meere und seiner Bewohner sein werden, ist ebenfalls unklar. Die Erfahrung lehrt aber, das Rohstoffvorkommen bisher imm-er wirtschaftlich erschlossen wurden, um diese zu nutzen. Dieser Aufspürzwang wird sich durch die zunehmende Weltbe-völkerung u.E. eher noch verstärken. 

Quellenhinweis:

Hamburger Abendblatt vom 18.7.2018, nautilusminerals.com; ntv.de vom 20.02.2014; Schweriner Volkszeitung vom 24.7.2016; Spektrum.de vom 7.7.2016; Schutzstation Wattenmeer e.V.; Pressemitteilung der Bundesregierung vom 30.08.2008; Bundesamt für Naturschutz zum „Natura 2000-Projekt“; Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM-ev.de) Hinweis: der Verein wurde zum 31.12.2012 aufgelöst; RK-Redaktion vom 12.08.2018

 

Zollverein : 13. Deutscher Bergmannstag

das war der letzte Bergmannstag vor dem Ende des aktiven Steinkohlenbergbaus

Tradition erhalten
zukunft gestalten

Juni, 30. , Juli, 01.2018

Essen und Bochum

Glückauf, der Steiger kommt

Freude, Wehmut, Trauer

Unter der Schirmherrschaft von MinPräs. Armin Laschet wurde am 30.6.2018 um 15.00 h in der ehem. Kohlenaufbereitung der Zeche Zollverein XII in Essen der 13. Deutsche Berg-mannstag zelebriert. Über 2000 Bergleute aus allen Revieren der Bundesrepublik waren an-gereist, um mit dem Landesverband der Berg-,Hütten-und Knappenvereine NRW noch einmal aus voller Inbrunst das Steigerlied zu singen und mit einem Sternmarsch zum neuen Gleis-Boulevard der Bevölkerung zu zeigen, wie lebendig die Bergbaukultur trotz des bevor-stehenden Auslaufs immer noch ist. Alles, was im Bergbau Rang und Namen hat /hatte, war auf Zollverein zugegen. Grußworte richtete unser Mitglied und Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Bergmanns-,Hütten-u. Knappenvereine, Kurt Wardenga, an die geladenen Gäste, ebenso der 1. Vors. des Landesverbandes, Uwe Enstipp, der neue RAG-Stiftungschef, Prof. Dr. Noll, OB Thomas Kufen, der OB der Stadt Marienburg, Heinrich, der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, RAG-Stiftungsvorstandsmitglied Bärbel Bergerhoff-Wodopia, der neue RAG-Chef Peter Schrimpf und der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet. Es spielte der Musikverein Glückauf Anthrazit Ibbenbüren.

Um 17.30 h nahmen die bergmännischen Spielmannszüge sowie die Bergmanns-,Hütten und Knappenvereine Aufstellung und marschierten dann um die ganze Zeche herum. Als Außenstehender hätte man leicht den Eindruck bekommen können, das hier eine Zeche eröffnet wird, so schön und feierlich war es. Glanz und Gloria aus längst vergangenen Bergbauzeiten schienen für einen Augenblick wieder gegenwärtig zu sein. Im Verlaufe des Abends und der Nacht ( bis 2.00 h Morgens !) sangen die bergmännischen Chöre, die Orchester der ehem. Bergwerke spielten auf und Künstler boten Darbietungen im Rahmen der gleichzeitig stattfindenden Extraschicht. Revierkohle war mit einem großen Zeltstand vertreten. Als der Tag um 22.30 h mit einem bergm. Zapfenstreich und anschließender Feuer-Show zu Ende ging, da wurde manch hart gesottener Bergmann weich. Ab-schiedsschmerz lag in der Luft. Dazu passte auch die Orgelmusik, die über den Platz schallte. Mit einem Pilskes versuchten die Bergleute die Wehmut herunter zu schlucken. Es war schließlich der letzte Bergmannstag vor dem endgültigen Ende des Deutschen Stein-kohlenbergbaus. Am 21.12. 2018 findet auf den beiden letzten verbliebenen Schacht-anlagen, Prosper-Haniel in Bottrop und Anthra-zit Ibbenbüren in Ibbenbüren die letzte Förder-schicht statt. Danach kommen die Raub-und Rückzugsarbeiten und Mitte 2019 werden die Schächte verfüllt. Dann ist Schicht im Schacht. Eine 200-jährige großartige Bergbau-Ära geht zu Ende.  

       Bund Deutscher Bergmanns-,Hütten-u. Knappenvereine – Landesverband NRW

Impressionen vom 13. Deutschen Bergmannstag auf der Schachtanlage Zollverein XII in Essen-Katernberg am 30.6.2018                                                                                                                      Video und Fotos: Revierkohle
Panorama-Blick von der ehem. Kohlenwäsche der Zeche Zollverein XII auf Essen-Katernberg, Foto: Revierkohle

die bergmännischen Tugenden bleiben

SOLIDARITÄT UND ZUSAMMENHALT

feierlicher Gottesdienst

Am 01.07.2018 wurde der 13. Bergmannstag im Anneliese Brost Musikforum in Bochum mit einem ökumenischen Gottesdienst und zahlreichen Festreden fortgesetzt. Anschließend nahmen die Spielmannszüge und Knappenvereine wieder Aufstellung und marschierten durch Bochum vorbei an Tausenden von Schaulustigen. Der Bergmannstag wurde mit einem gemeinsamen Mittagessen am Bergbau-Museum in Bochum beendet.

sie kamen aus allen Revieren

Eine unglaubliche Farbenpracht breitete sich in Essen und Bochum zum Bergmannstag aus. In schicken Bergkitteln waren die Knappen aus allen Revieren angereist, um noch einmal vor dem Ende des Deutschen Steinkohlenbergbaus die gemeinsame Tradition zu pflegen. Neben den ehem. Bergleuten aus dem ehem. Saar-Revier, dem Aachener Revier, aus Berlin-Brandenburg, Hüttenberg, Lengede und Heringen nahmen auch die Bergleute von den beiden letzten aktiven Zechen Prosper-Haniel und Anthrazit-Ibbenbüren teil. 50 Männer von der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen auf Pluto eskortierten den langen Tross derer, die die bergmännische Tradition und Geschichte erhalten wissen wollen.

es geht weiter

Mit der letzten Förderschicht am 21.12.2018 ist aber noch lange nicht Schluss. Schließlich müssen die Schächte noch standfest verfüllt werden, dann erfolgt der Rückzug von der untertägigen Grubenwasserhaltung und Umbau auf übertätgigen Hängepumpenbetrieb, die auf sechs Wasserhaltungszechen konzentriert wird. Zeitgleich wird auf Pluto in Herne eine neue Grubenwasserleitwarte gebaut, von der aus alle Wasserprovinzen überwacht werden. Die Geschichte und die Leistungen der Bergleute werden im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum neu aufbereitet. Dafür hat die RAG-Stiftung rd. 5 Mio. EUR bereitgestellt. Und auf Schalke 04 wird auch künftig bei jedem Anpfiff das Steigerlied erklingen. Wie gesagt: Tradition verbindet.

vgl.hz.a. WAZ vom 02.07.2018

Braunkohle: Versorgungssicherheit und Beschäftigung müssen gewährleistet werden

Braunkohleindustrie macht sich Sorgen

diese Leistungen können sich sehen lassen

Energiewende ohne fossile Energieträger wird nicht gelingen

Es gibt im Leben immer zwei Seiten einer Me-daille. Man kann nicht gegen Kohle sein und trotzdem glauben wollen, das Wind-und Solarener-gie rund um die Uhr die Versorgungssicherheit gemäß der Bedarfslage garantieren können. Man kann nicht gegen Kohle sein und gleichzeitig glauben wollen, das Windkraftanlagen die Netzspannung aufrecht erhalten könnten. Man kann nicht gegen Kohle sein und glauben wollen, das Windkraftanlagen umweltfreundlich wären.

 

 

 

 

 

Überwachung, Foto:Gellinger, pixabay.com
Schaufelbagger, Braunkohle-Tagebau, Foto: pixabay.com, darüber: Überwachungsanlage im Kraftwerk, Foto: Gellinger, pixabay.com

Warum wir im konkreten Leben nicht bei „wünsch Dir was“ sind, haben wir in diesem Newsletter als auch in unserem Jahrbuch imm-er wieder ausführlich be-gründet. Die Verantwort-lichen in der Politik nehmen die Risiken einer Energie-wende aber bewusst in Kauf, weil sie glauben, dass das Klima tatsächlich durch den C02-Ausstoß be-droht wäre. Jedenfalls äuß-ern sie sich gegenüber den Medien so. Die Wahrheit dürfte aber ganz anders aussehen. Hier geht es um die Rettung einer Branche, die es der Politik erlaubt, die Dekarbonisierung und damit der De-Industrieali-sierung voranzutreiben. So kann man sich als Gut-mensch darstellen und dem Bürger am Ende mit stolzgeschwellter Brust er-klären, das man die Ener-giewende im letzten Augen-blick umsetzen konnte, bevor es zu einer Klima-katatstrophe kommen konnte. 

Da man von Seiten der Bundesregierung aber ahnt, dass das Ganze proble-matisch werden könnte, hat man wie immer in solchen Situationen eine Kommi-ssion einberufen. Die trägt den klangvollen Namen „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung.“ So ähnlich lauten Übrigens auch die Überschriften im Ruhrrevier. Bei jeder Zech-enschließung war und ist von Strukturwandel und Beschäftigung die Rede.  Das Ruhrgebiet struktur-wandelt sich seit 50 Jahren zu Tode. Von angemess-enen Ersatzabeitsplätzen zu genau so fairen Löhnen wie bei der RAG kann selbstverständlich eben-falls keine Rede sein. Daraus hätte man eigent-lich lernen können. Hat man aber nicht. Stattdess-en hält man an der These fest, das C02-Emissionen das Klima bedrohen. Koste es, was es wolle. Basta. Interessant ist dabei, das auch der Bundesverband Braunkohle den eigenen En-ergieträger und die einge-setzte Abbautechnik als „Brückentechnologie“ sieht, weil man wohl offensicht-lich selbst von der Ver-nünftigkeit der Energie-wende überzeugt ist, an-statt die gesamte Energie-wende in Frage zu stellen. Deren Hauptgeschäftsführ-er, Thorsten Diercks, sieht sich in diesem Sinne als Wegbereiter für einen effektiven Klimaschutz, „wenn das Zieldreieck von Sicherheit, Wirtschaftlich-keit und Umwelt ausge-wogen von der Kommiss-ion beachtet wird.“  Wird es aber nicht, da dass Ziel lautet, aus der Kohle komp-lett aussteigen zu wollen.  

Bleibt also nur eine Schlussfolgerung: soweit Wohlstand und Beschäftigung gesichert werden sollen, geht das nicht ohne eine verlässliche Energieversorgung. Und da Wind und Sonne nicht ständig zur Verfügung stehen und Strom aus regernativen Energieträgern für ganze Städte nicht speicherbar ist, wird es u.E. auch weiterhin nicht ohne fossile Kraftwerke als Taktgeber gehen. Das sagen wir seit Jahren immer und immer wieder. Schon gleich bei der Arbeitsaufnahme hat die Kommission daher auch gewarnt, dass die Sicherheit der Stromversorgung voraussichtlich ab 2022/23 nicht mehr gewährleistet ist. Grund ist die Zunahme von Zappelstrom aus Windkraftanlagen. Ver-nünftigerweise müßte man den Ausbau daher stark zu-rückfahren. Das geschieht jedoch aus Angst vor den C02-Emissionen nicht. Dabei sollte sich die Kommission keinen weiteren Illusionen hingeben. Denn wenn man tatsächlich den kompletten Ausstieg aus der Braunkohle beschließen  und auch alle fossilen Kraftwerke stilllegen würde, so wäre damit klimapolitisch betrachtet nichts gewonnen. Die C02-Emissionen würden gerade einmal um 0,1 bis 0,2 Prozent-punkte sinken. Wenn Sie unseren Beitrag zum geplanten Ausbau von rd. 2000 neuen  Kohlekraftwerken in Asien, Ja-pan und den USA lesen, können Sie erkennen, dass diese Politik jetzt schon gescheitert ist. Auf die enormen Kosten wollen wir an dieser Stelle nicht wieder eingehen.

Reichstag Berlin, Foto: Wolf Blur, pixabay.com
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Foto:

Monika P., pixabay.com

Stadtwerke Hannover: KW Mehrum verkauft

Stadtwerke Hannover setzten auf´s falsche Pferd

stattdessen wurde ein windpark in leer übernommen

Das Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine gehörte zu den Verlustbringern von Enercity (ehem. Stadtwerke Hannover). Da kann man gut verstehen, dass sich das Unternehmen von diesem Verlustbringer trennte. Ob der Kauf eines Windparks die sinnvollere Alt-ernative ist, darf aber durchaus bezweifelt werden, da die Subventionen nicht ewig fließ-en werden. Aber das soll uns an dieser Stelle nicht interess-ieren. Wir schauen stattdessen auf den neuen Eigentümer und seine Motive,

E P H

Die tschechische Firma EPH (Energeticky a prumyslovy´holding a.s. mit Sitz in Prag) gehört zu den größeren Energieversorgern in Europa. 2012 erwarb der Konzern die Bergbau-und Kraftwerksbetriebe der MIBRAG und 2016 erwarb EPH von Vattenfall die Kraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg sowie die Braunkohle-Tagesbetriebe in der Lausitz. Der EPH-Haupteigentümer und Multi-Milliardär Daniel Kretinsky ist Stratege, Investor und Spekulant gleichzeitig. Das er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen, Ungarn und in der Slowakei auf die Kohle setzt, zeigt, das der Mann offensichtlich verstanden hat, dass es auch in Zukunft nicht ohne Kohle gehen wird. Wäre er davon nicht überzeugt, hätte er das machen können, was fast alle deutschen Energieversorger derzeit tun: in die Windkraft zu investieren. Auch sein Partner und Mitinvestor, Petr Kellner, der mit Abstand reichste Mann Tschechiens, sieht das ähnlich. Schließlich versenkt kein Investor sein Geld in ein Faß ohne Boden. Durch die deutsche Energiepolitik konnten die beiden Investoren recht günstig die Kraftwerke und Tagebaue erwerben. EPH beschäftigt 25.000 Mitarbeiter, fördert über 80 Mio. Tonnen Kohle pro Jahr , erzeugt rd. 100 Terrawattstunden an Strom und hat zuletzt einen Gewinn von 1,5 Mrd. EUR erzielt.

EPH übernahm alle mitarbeiter

EPH zahlte 6 EURO

Als der Kaufvertrag zum 1.12.2017 unter Dach und Fach war, da staunte die Öffentlichkeit nicht schlecht über den Deal: das Kraftwerk Mehrum wurde zu einem symbolischen Buch-preis von 6 EUR an EPH verkauft. EPH verpflichtete sich, das Kraftwerk mindestens bis Ende 2019 weiter zu betreiben. Allerdings blieb es nicht bei den 6 EUR, denn das Kraftwerk hatte zuletzt dank des Ausbaus von Wind-kraftanlagen einen Verlust von rd. 15 Mio. EUR erwirtschaftet. Nach einer Abschreibung in 2016 stand das Kraft-werk mit einem Wert von 40 Mio. EUR zuletzt in den Büchern der Stadtwerke.

KW Mehrum ist das einzige Großkraftwerk in der region

Das 1979 gebaute Kohlekraftwerk steht zwischen Hannover und Braun-schweig und ist das einzige Kraft-werk, das die gesamte Region mit Strom versorgt. Die Leistung beträgt 750 Megawatt. Das Kraftwerk verfügt über eine moderne Rauchgas-, Ent-stickungs-,Entschwefelungs und Ent-staubungsanlage. Nach einer umfass-enden Sanierung im Jahre 2003 werd-en seitdem rd. 80.000 T Kohle pro Jahr weniger verbraucht. Jedes Jahr werden mehr als 180.000 t C02 eingespart. 

 

was sagen die Verantwortlichen?

wir gehen davon aus, dass das Kraftwerk auch in den nächsten 10 Jahren noch auf dem aktuellen Niveau ausgelastset sein wird.

Rainer Rettberg-Berkowsky, Betriebsrat KW Mehrum

Die Pläne für die Energieversorgung in 2050 basieren darauf, dass es bis dahin genügend Öko-Stromspeicher geben wird. Ich sehe die nicht und viele andere Experten auch nicht.

Bernhard Michels, GF Kraftwerk Mehrum

vgl. hz.a. HAZ vom 30.4.2017 und 4.9.2017; Hildesheimer Allgemeine vom 27.10.2015; RBB24 vom 19.4.2016; Stadtwerke Hannover, Pressmitteilung, Peiner Allgemeine-Zeitung vom 31.8.2017, News38.de vom 4.10.2017  sowie RK-Redaktion vom 7.7.2018

Fotos:oben: Kraftwerk bei Nacht, pixabay.com,darunter links: Geld: K.-U.Häßler, fotolia-Kauf, darunter links: Kühlturm:Stromabnehmer u. Warnschild:

 

Bevölkerungsentwicklung: 10 Mrd. Menschen in 30 Jahren

was bedeutet das für die Versorgungssicherheit ?

immer noch für die meisten Menschen undenkbar: Hochzeit und keine Kinder Foto: Stocksnap, pixabay.com

Bernhard Blach

Es ist gerade 15 Jahre her, da forderte Bayerns Sozialministerien Christine Hadert-hauer (CSU) eine Bevorzugung von Müttern und Vätern im Arbeitsleben durch die Einführung einer Elternquote, um dem dramatischen Rückgang der Geburten-zahlen seit 2002 in Deutschland entgegen-zuwirken. Vorbildhaft nannte sie die Familienpolitik in Frankreich, die gezielt die Produktion des dritten Kindes förderte.  Claudia Roth von den Grünen  forderte da-mals den Kita-Ausbau und mehr Sicherheit für Mütter.  14 Jahre weiter hat sich das Rad wieder gedreht. Und zwar ebenso drama-tisch. 2016 wurden in Deutschland 792.131 Kinder geboren. Die meisten davon Deutsche. (607.500) Das waren 54.556 Babys oder 7 % mehr als 2015. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, das die Anzahl der Geborenen damit das fünfte Jahre in Folge steigt. Durch die wirtschaftlich gün-stigen Rahmenbedingungen und durch ein-en höheren Frauenanteil würden Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren derzeit mit höherer Intensität ihren Kinderwunsch  ver-wirklichen. Mit der aktuellen Geburtenziffer von 1,59 Kindern je Frau rückt Deutschland damit wieder ins europäische Mittelfeld auf. Im EU-Durchschnitt betrug die Geburten-ziffer nach Angaben des Europäischen Statistikamtes 1,60 Kinder je Frau. Die Welt-bevölkerung wächst ebenfalls. Lebten 1950 noch rd. 2,5 Mrd. Menschen auf der Erde, sind es in 2018 bereits 7,26 Mrd. Menschen. Jede Sekunde werden laut UN durchschnittlich 2,7 Kinder geboren. Pro Tag 237.427. Im Jahre 2050 sollen bereits 9,2 Mrd. Menschen den Planeten bevölkern. Wir fragen uns daher, welchen Einfluss dieses Wachstum auf die Umwelt, auf die Ressourcen und auf die Lebensbedingungen  hat und wie mögliche negative Folgen abgemildert werden könnt-en.    

Grafik: geralt, pixabay.com, Ergänzung: RK

Die Städte platzen aus allen nähten

Mit der Zunahme der Weltbevölkerung drängen immer Menschen in die Großstädte. Die Folge: es gibt nicht genug Wohnungen und sie werden für viele Menschen unbezahlbar. Das führt zu kleineren Wohungen oder zu mobilen Wohnformen. Die brutalste Wohnform bilden die Käfig-Kabinen in Hongkong. Ausgestattet mit einer Matratze und einer kleinen Ablagefläche hausen dort Menschen zur Miete für rd. 200 US-Dollar. In den USA fertigt die Fa. Tiny-House Mini-Häuser,  die auf Anhänger montiert werden. Ähnliches entwickelt sich in Deutschland mit dem Trend zum Micro-Appartment unter 20 Quadratmeter Fläche.  Für Familien ist das sicherlich keine Alternative. Nach Berechnungen  des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) hätten  von 2015 bis 2020 rd. 385.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden müssen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Gut ein Drittel des Baubedarfs entstehe durch die Zuwanderung  von Asylbewerbern. Tatsächlich wurde aber nicht einmal die Hälfte gebaut. Das Pestel-Institut geht sogar von einem Bedarf von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr aus. Allein für den sozialen Wohnungsbau müßte der Staat rd. 6,4 Mrd. EUR investieren.

Foto: DigitalMarketing Agency, pixabay.com

oder ist genug für alle da ?

Eine heikle Frage, für die es keine abschließende Antwort geben kann, da die Entwicklung von verschiedenen Faktoren abhängt, die trotz zunehmender Bevölkerung nicht zu einer Katastrophe führen muß. So ist z.B. der Filmemacher Werner Boote der Meinung, das nicht Ressourcenknappheit und Platzmangel der Grund für Hunger und Armut seien, sondern die ungerechte  Verteilung von Ressourcen und mangelnde soziale Gerechtigkeit. Dr. Reiner Klingholz vom Institut für Bevölkerung und Entwicklung in Berlin sieht die Voraussetzungen für einen Geburtenrückgang in mehr Bildung und Wohlstand. Das setzt aber voraus, dass die reichen Länder in der Welt teilen lernen. Ich glaube nicht, dass dies in absehbarer Zeit gelingen wird. Die Aufnahme von Flüchtlingen und die Querelen darum, wieviel Asylbewerber von wem in der europäischen Gemeinschaft aufgenommen werden sollten, zeigen deutlich, wie wenig die europäische Gemeinschaft bereit ist, sich solidarisch zu verhalten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte zum Welt-bevölkerungstag: „sollte es nicht bald gelingen, die landwirtschaftliche Produktion drastisch zu verbessern, müßten alle den Gürtel enger schnallen.“ Und Jason Clay von der Umwelt-organisation WWF mahnte:“ wir müssen in den kommenden 40 Jahren die gleiche Menge von Lebensmitteln herstellen, wie in den letzten 8000 Jahren.“ Ändert sich nichts an der Bevölkerungsentwicklung und an den Gewohnheiten, benötigen die Menschen nach Auffassung von Tristram Stuart (Worldwatch-Bericht 2011) im Jahr 2050 drei Erden, um den Bedarf zu decken.

Ressourcenknappheit und Bevölkerungsentwicklung

Wenn die Weltbevölker-ung wächst und diese berechtigterweise am Wohlstand partizipieren möchte, dann konsu-mieren alle auch mehr an Lebensmittel, verbrauch-en mehr an Energie und Wasser und es wird mehr Platz und landwirtschaft-liche Fläche benötigt. Zwar kann  das starke Bevölkerungswachstum durch wissenschaftlichen Fortschritt und durch eine bessere Zusammenarbeit möglicherweise bewältigt werden, der Ressourcen-verbrauch wird dadurch m.E. aber nicht geringer. Nehmen wir das Beispiel Südafrika. Dort wird sich die Bevölkerung von 1,02 Mrd.Menschen bis 2100 auf 3,6 Mrd. Menschen mehr als verdreifachen. Und alle diese Menschen brauchen Stroman-schlüsse. Über 50 % der Menschen in den afri-kanischen Ländern haben bisher überhaupt keinen Stromanschluss. Das führt unweigerlich zu einem höheren Ver-brauch an Rohstoffen wie Kohle, Öl und Gas. Alles Ressourcen, die nur be-grenzt auf der Welt zur Verfügung stehen. Die Auseinandersetzungen um die Lagerstättenzu-gänge werden daher an Härte zunehmen. Ganz zu schweigen von den fehl-enden Speichermöglich-keiten für regenerative Energieträger. Ob die wachsende Weltbevölk-erung den Menschen in seiner Existenz  bedroht, darüber streiten sich die Gelehrten seit rd. 200 Jahren. Bis ins 18. Jahr-hundert glaubte man, dass mit der Zahl der Ein-wohner auch die wirt-schaftliche Entwicklung eines Landes wachse. Dann postulierte der anglikanische Geistliche  Robert Malthus, das die Produktion von Nahr-ungsmitteln nur linear zunehme, die Menschheit aber exponentiell. Wenn sie nicht zur sexuellen Enthaltsamkeit ge-zwungen werde, versinke die Menschheit in Armut, Elend und Hunger. Das nannte man die „Malthu-sianische Katastrophe.“ Die Industriealisierung wiederlegte dann die These von Malthus. Denn-och bleibt das Ressour-cenproblem bestehen. Auch bleibt offen, wieviel Menschen die Erde tragen kann. Tragfähig nennen Ökologen die maximale Zahl von Exemplaren ei-ner Spezies, die ein Leb-ensraum ernähren kann. Von Freiheit kann dann aber kaum noch die Rede sein. Das Wirkungsvollste, so Robin Maynard, Chef von Population Matters, was man gegen dieses Wachtsum tun könne, wäre, das jede Frau er-muntert werden sollte,  sich für ein Kind weniger zu entscheiden. Dann würden bis 2050 nach Angaben der Vereinten Nationen eine Milliarde  weniger Menschen auf der Erde hocken. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten dann vier Mrd. Menschen „eingespart“ werden. Ob die Biologie das zuläßt ? Wir werden sehen. 

Oonagh Dalgliesh, britische Lehrerin

"Ich würde mir nicht anmaßen, den Leuten zu sagen, wie sie sich fühlen sollen, aber sie sollten mit dem Wissen über Probleme der Überbevölkerung ausgestattet werden”

Anna Hughes, britische Ausbilderin

"Wir verwenden mehr Ressourcen, als die Erde bereitstellen kann und wir können nicht exponentiell expandieren”

süß, aber.... Foto: VABo2040, pixabay.com

Quellenhinweise:

Demming, Andreas: Von Frauen, die sich entschließen, keine Kinder zu bekomm-en- um den Planeten zu retten, in: Eike.de vom 12.6.2018, Statistisches Bundesamt , Pressemitteilung vom 28.3.2018, cecu.de vom 13.6.2018, Zeit-Online vom 26.7.2013 und 15.9.2015; PI-News.net vom 13.6.2018; Deutsch-landradio-Kultur vom 5.7.2014; Stern vom 5.4.2017, Cash.Online vom 13.7. 2017 und RK-Redaktion vom  9.7.2018

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Stromnetze: DDOS-Angriffe nehmen zu

Computer-Attacken auf alles, was einen Stromstecker hat

BSI warnt Energievserorger

Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor-mationstechnik (BSI) hat die deutschen Energie-versorger davor gewarnt, das sie das Ziel von großangelegten Cyber-Attacken seien. Da die Hacker bereits Spuren in den Netzwerken hinterlassen haben, geht das BSI davon aus, dass es sich hierbei um ein erstes Vortasten handeln könnte, um die späteren Attacken auf unterschiedlichen Ebenen vorzubereiten. Im Focus der Angreifer stehen Steuerungs-und Büro-Netzwerke. Die Bedroh-ungslage habe sich nach Ansicht des BSI-Präsidenten Arne Schönbohm in den vergangenen Monaten deutlich zugespitzt.

Bereits im Juni 2017 hatte das BSI eine Warnung an mehrere hundert Unternehmen aus der Energiebranche herausgegeben und mit Handlungsempfehlungen zum Schutz von Netzwerken versehen. Über das Nationale Cyber-Abwehrzentrum findet derzeit die koordinierte Fallbearbeitung mit anderen Behörden auf Bundes-und Landesebene statt.

Energiepolitik ist derzeit ein Desaster

Vor dem Hintergrund der Gefahren durch Cyber-Attacken auf Kraftwerke, Leitwart-en und Büronetzwerke bezeichnete der Präsident der Vereinigung der Bayeri-schen Wirtschaft, Alfred Gaffal, die der-zeitige Energiepolitik als einzigartiges Desaster. Die Klimaziele würden verfehlt und die Stromkosten würden immer weit-er steigen. Die Aufrüstung in der Sich-erheitstechnik würde nochmals enorme Kosten verursachen. Gaffal sieht den Wohlstand in der Bundesrepublik daher gefährdet. Eine Einschätzung, die wir der-zeit allerdings nicht teilen.  

BSI-Präsident Arne Schönbohm, Foto: BSI

Schwachstelle Internet

Das Internet spielt beim Verwalten der Stromverteilung und des Stromver-brauchs eine nicht unwesentliche Rolle. Viele Energieversorger sind mit ihren Betriebssystemen mit dem Intenet ver-bunden. Wenngleich auch getunnelt und abgeschirmt, jedoch für Angreifer durch-aus umgehbar. Diese Angriffe werden in der Fachsprache „Distributed Denial of Service-Angriffe (DDoS) genannt. Der Schutz kritischer Infrastruktur sollte dah-er oberste Priorität haben. Die Bundesre-gierung hatte das IT-Sicherheitsgesetz bereits am 25.7.2015 verabschiedet so-wie die Verordnung zur Bestimmung kritischer Infrastrukturen (BSI-KritisV) vom 3.5.2016. Das Gesetz sieht hohe Strafen für diejenigen Unternehmen vor, die ihre Netzwerke nicht ausreichend vor Cyberangriffen schützen. Denn ein Netz-ausfall hätte verheerende Folgen für die Transportwege, für das Gesundheits-wesen, für die Sicherstellung von Nahr-ungsmitteln und für den persönlichen Klogang. Die zunehmende Dezentralisier-ung der Energieversorger, allen voran die Windkraftanlagenbetreiber, erhöhen das Risiko, Opfer von Cyber-Attacken zu werden, weil eine zentrale Leitwarte ein-es Kraftwerkes viel besser geschützt werden kann. Niederländische Forscher fanden heraus, das Solarmodule eine besonders gefährdete Sicherheits-schwachstelle bilden, da der Wechsel-richter innerhalb des Solarpanels leicht aus der Ferne unter Kontrolle zu bringen ist. Eine Remote-(Fern) Steuerung ist in der Lage, die Energieeinspeisung zu unt-erbrechen. Switching-oder Repeating-Hubs (Netzwerk-Knotenpunkt-Router) so-wie intelligente Appliances (Hardware-Vorrichtungen mit dazu passender opti-mierter Software), wie z.B. Firewall-, UTM oder PBX-Appliance-Einrichtungen, den sog. IoT-Geräten (Internet of Things), er-schweren die Datenkommunikation und den sicheren Datentransfer von den Ener-gieversorgern zu den Verbrauchern. Da diese IoT-Geräte drahtlos mit dem Inter-net verbunden sind, sind sie auch ständig potentiellen DDoS-Attacken ausgesetzt. Intelligente Verbrauchsmessgeräte soll-en den Stromverbrauch daher automa-tisch erfassen. Zu den Risiken und Ne-benwirkungen dieser Messgeräte ver-weisen wir auf unser Jahrbuch, Ausgabe 2017 und dort vertiefend auf das Thema Smart-Grid sowie auf unsere Beiträge zu diesem Thema in unserem Newsletter. (siehe Archiv)

Cyber-Attack, Hacker in Aktion, Foto: geralt, pixabay.com

Vorfeld DDoS-Attacken bleiben oft unentdeckt, weil sie mit weniger als 10 Gigabit pro sekunde (Gbps) angreifen und nur 10 Min. dauern, um eine malware zu installieren oder daten abzuziehen

Marcel Leitel, Corero Network Security

Company

In Amerika und in England hat man großangelegte Simulationen durchgeführt, um zu testen, wie sicher Kraftwerke und der U-Bahn-Verkehr in London vor Hacker-Angriffen sind. Ergebnis: reihenweise gingen in den USA Kraftwerke vom Netz und in London brach der U-Bahn-Verkehr zusammen. In Deutschland führte man bereits in 2011 ebenfalls eine Simulation durch. (Lükex) An dieser EDV-Übung nahmen über 3000 Mitarbeiter von Bundes-und Länderbehörden teil. Der fiktive Angriff richtete sich auf die Bereiche Verkehr, Finanzen, öffentliche Verwaltung und Telekommunikation. Ziel dieser Übung war es, herauszufinden, wie die Bevölkerung im Falle eines Angriffs auf das IT-Rückgrat des öffentlichen Lebens aufgeklärt werden kann, ohne das eine Panik ausbricht. Die Bundesinnenminister-Konferenz bewertete den fiktiven Trojaner-Einsatz durchweg als positiv, während Experten des Bundeslandes Hessen von Übungsbürokratie sprachen, die inhaltlich kaum einen Mehrwert gebracht hätte.

 Mittlerweile gehören solche Übungen zu den Standardszenarien in der Katastrophenvorsorge. Und wann sorgen Sie vor ?

vgl.hz.a.: SecuPedia.info.de; (Lükex 2011); Heise.de vom 29.5.2012; Welt vom 30.11.2011; It-Daily.net vom 24.11.2017; Focus-Online vom 17.4.2018; Frankfurter Allgemeine vom 14.6.2018; Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, Ausgabe 2017, Revierkohle (Hrsg.) S. 154 ff sowie RK-Redaktion vom 09.07.2018

The compony

Berufsverband Revierkohle e.V. , Ast Hamburg

© Revierkohle BV 2018

Fotos:

pixabay.com Mitte: Vergrößerungsglas: bru-no, pixabay.com

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