Windkraftanlagen: wohin mit den Rotorblättern ?

Obschon Strom aus Windkraftanlagen bisher nicht einen einzigen Monat lang gesicherten Strom in das Stromnetz einspeisen konnten, werden die Anlagen dank der immer noch üppigen Subventionen und dem unbändigen Ausbau-willen der Bundesregierung weiter errichtet. Von der damit verbundenen Landschaftszestörung, den Gesundheitsproblemen durch Infraschall und dem tausendfachen Vogelschlag einmal abgesehen, stehen bis 2025 in West-und Mitteleuropa rd. 14.000 Windkraftanlagen zur Verschrottung an, da ihre Betriebslaufzeit von 20 Jahren abläuft. Da stellt sich die schlichte Frage: wie entsorgt man 42.000 Rotorblätter ? 

Denn nach dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz dürfen stillgelegte Wind-räder nicht in der Landschaft stehen bleiben. Derzeit stehen rd. 30.000 Windkraftanlagen mit einer „installierten“ Leistung ( bitte nicht mit der gesicherten Leistung verwechseln!) von 55 Gigawatt auf deutschen Äckern,  Wäldern und Naturschutzgebieten. 

Nach einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes von 2019 liegen die Recyclingkosten und die Kosten für den Rückbau höher, als die Betreiber einkalkuliert haben. Folglich bleibt das Betonfundament oft einfach auf dem Acker stehen und wird mit Erde überschüttet.  Es gibt auch keine einheitliche Regelung, ob die tief ins Gelände eingelassenen Betonfundamente voll-ständig oder nur oberflächlich zu entfernen sind. 

Und dann gibt es noch das Riesenproblem der Rotorblätter-Entsorgung.      

wind-power-296779_640 das Problem

VER-BUND- sTOFF

ENTSORGUNG

Verbundstoffe dürfen in Deutschland nicht auf Müll-deponien entsorgt werden. Eine thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen ist auch nicht möglich, da die Filter Schaden nehmen und über die Hälfte des Materials als Asche zurückbleibt. Rotorblätter sind aus extrem hartem glasfaserverstärktem Kunstoff (GFK) und auch aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) hergestellt und so fest miteinander verklebt, das bei einer Zer-kleinerung gesundheitsschädliche Faserstäube freigesetzt werden. Technisch handelt es sich um einen Verbund von Kunstharz (Polyesterharz) und Fasern (Glas-und Carbon-fasern), die ineinander verdrillt werden.    

Zwar kann man die Rotorblätter auch zermahlen und als neuen Baustoff für Fußböden und Dachelemente  wieder-verwenden, aber das Recycling ist aufwendig und teuer. 

Eine typische Windkraftanlage besteht aus den Hauptkomponenten Fundament, Turm, Gondel, Getriebe, Generator, Steuerungselektronik sowie dem Rotor. 63 % sind Beton und 32 % bestehen aus Stahl. Hinzu kommen die faserverstärkten Kunstoffe der Rotorblätter. Im Getriebe befinden sich Materialien wie Öle und Fette, Bremsflüssigkeit, Gummi und Aluminium. Zusätzlich werden Kupferkabel als Blitzschutz eingebaut. 

Soweit es um den Stahl und den Beton geht, ist der Rückbau einer Wind-kraftanlage relativ einfach. Ein Großkran bringt Arbeiter zunächst in die luftige Höhe. Diese bauen dann zunächst die Rotorblätter ab. Diese werden per Kran dann herabgelassen. Dann wird die Gondel auseinander genommen und zum Schluß wir der Turm Stück für Stück auseinander genommen. Was übrig bleibt, ist ein rd. 3000 Tonnen schweres Betonfundament.  

Die am Boden befindlichen Teile werden dann in Containern verpackt und mit  LKW´s über die Landstrasse zu einer der wenigen Recyclingfirmen transportiert. 

Bei der Bremer Firma neocamp hat man für die Entsorgung der Rotor-blätter ein neues Verfahren entwickelt. Die Rotorblätter werden auseinan-dergeschnitten und dann in einer speziellen Anlage geschreddert. Als Abfallprodukt kommt aus der Maschine ein Granulat heraus, das man in der Zementindustrie als Rohsandersatz einsetzen kann.  

Da aber die Windkraftanlagen von Standort zu Standort ganz spezielle Eigenschaften aufweisen, ist ein 1 : 1 Recycling  derzeit noch nicht möglich, so Martin Westbomke von der Industrievereinigung RDR Wind. 

Die Aufgabe wird so und so nicht einfach. Denn die Menge ist schier gigantisch. Allein in 2021 wurde die Reyclingbranche mit geschätzten 50.000 Tonnen Material aus ausgedienten Rotorblättern konfrontiert. In den nächsten 20 Jahren wird der Abfallberg auf 650.000 Tonnen ansteig-en. Und die rd. 3000 Tonnen Stahlbeton ragen an jedem Standort bis zu 20 Meter in die Tiefe. Auch diese Fundamente müssen entsorgt werden. 

Wir gehen davon aus, dass die Betreiber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht solche großen Rücklagen gebildet haben, um damit die anfallenden Kosten begleichen zu können. Also werden viele Betreiber Insolvenz anmelden und die Zeche zahlt dann wie immer der deutsche Michel bzw. die deutsche Micheline.     

In Zukunft will die Branche Schichtholz als Rotorblattkleber einsetzen. Das wird dann etwas billiger. Einen sinnvollen Beitrag zur „Klimarettung“ leisten die Windkraftanlagen aber auch dann nicht.  

Quellenhinweise: 

Nebelspalter.ch vom 23.03.2022; Manager-Magazin vom 07.12.2021; en-former. com vom 28.04.2020; ict.fraunhofer.de; Deutschlandfunk vom 18.12.2020; sowie RK-Redaktion vom 11.05.2022

Fotonachweise: 

Header: Illustration: Revierkohle; links darunter: Grafik: Fraunhofer-Institut ICT Pfinztal; rechts darunter: WKA und WKA an der See: pixabay.com 

Diesen Beitrag teilen