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RWE: warum die Rodung im Hambacher Forst notwendig ist

Kampf um die Kohle geht weiter

DIE STORY

Zwischen Jülich und dem beschaulichen Düren an der A 44 liegt der Hambacher Forst. Und dort tobt zur Zeit der Bär. Öko-Freaks, Umwelt-schützer und Klimaretter vor allem aus der linken Szene haben beschlossen, den Wald zu retten und halten diesen daher seit 2012 be-setzt. Als Unterschlupf dien-en ihnen Baumhäuser. Nun gehört das Gelände aber dem Energieversorger RWE. Und dieser will den Wald auf einer Fläche von 100 Hektar roden, um an die dort la-gernden 2,5 Mrd. Tonnen Braunkohle heranzukomm-en. Diese wird benötigt, um das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Bergheim weiterhin sicher mit Kohle auf kurzen Wegen versorgen zu können. Darüber hinaus ist der Wald als Ausgleichs-fläche für den Verzicht auf einen weiteren Abbau im Garzweiler Revier I von der Landesregierung NRW aus-gewiesen worden. Der Ham-bacher Forst liegt im Nord-revier des Tagebaus Garz-weiler I und grenzt an den Tagebau Inden II, wo noch bis 2030 Braunkohle ge-fördert werden soll.   Da die Umweltaktivisten und Kli-maretter davon überzeugt sind, das die Braunkohle-verfeuerung  das  Klima er-wärmt und die Umwelt schädigt, wollen sie die Ro-dung verhindern und proben seit dem 10.09.2018 den Aufstand gegen die Polizei, die den Auftrag hat, den Wald zu räumen, um die Rodung zu ermöglichen.    

Die Meinung der Kritiker

Kritiker halten RWE vor, dass man den Tagebau um den Ham- bacher Forst herumlenken kann. Außer- dem ständ- en genügend Gaskraft-werke als Ersatz für die Braun-kohle bereit. Beide Argu- mente greif en wir im Folgenden auf. 

Warum die Rodung notwendig ist

Die Rodung ist aus zeitlichen Gründen notwen-dig, da die Braun-kohebagger sich bereits 300 Meter an die Kante des Tagebaus Ham-bach herange-arbeitet haben und damit un-mittelbar vor dem Hambacher Forst stehen. Ein Still-stand würde enorme Still-standskosten nach sich ziehen. Eine Umgehung ist nach Ansicht von RWE aus technischen Gründen nicht möglich, da die hohen Böschungskanten im Seitenbereich des Tagebaus einen Richtungs-wechsel unmög-lich machen.

Meinungen

Albrecht Gerber (SPD)

Der Bergbau ist der größte Arbeitgeber in der Lausitz. Wir sprechen daher vom drohenden Verlust von Industriearbeitsplätzen und nicht vom Tretbootverleih. Ich stehe daher zum LEAG-Konzept.

Michael Kretschmer (CDU)

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung hat nur dann einen Sinn, wenn sie sich an Fakten orientiert und ergebnisoffen bleibt.

Thomas Kutschaty (SPD)

Wir leben in einem Rechtsstaat und da gelten rechts-staatliche Spiel-regeln.RWE hat einen Rechts-anspruch auf Rodung.

Klaus Emmerich (IGBCE)

Die Aktivisten in Hambach sind nicht da, um ein politisches Zeichen zu setzen, sondern denen geht es nur um Randale und Gewalt“.
Klaus Emmerich, stellvertretender BR-Vorsitzender im Tagebau Garzweiler

Gaskraftwerke können die Grundlastkraft-werke nicht ersetzen, da sie nur den kurz-fristigen  Bedarf an Spitzenlaststrom ab-decken können. Darüber hinaus können viele  Gaskraftwerke aufgrund der garant-ierten Einspeisevergütungen für Flatter-strom (Windstrom) wirtschaftlich kaum betrieben werden. Der Preis für Strom aus Gas liegt an der EEX-Börse z.Zt. mit 6,9 Ct je kWh deutlich höher als für Braunkohle mit 3,5 Ct je kWh. Der Verbraucher zahlt neben den Stromkosten die Stromsteuer, die EEG-Umlagen, die § 19-Offshore-Um-lage und demnächst auch noch die Kosten für den Stromtrassenausbau sowie die Kosten für die Bereithaltung der Grund-lastkraftwerke, weil diese dank des EEG mittlerweile ebenso unrentabel geworden sind, trotzdem aber benötigt werden, um die Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz von 50 Hz ständig aufrecht zu erhalten, da ansonsten binnen kürzest-er Frist ein Blackout drohen würde.

 
 

Und was den Protest gegen die Abholzung angeht, da sollten die Damen und Herren (Gewalt) Protestler die Kirche im Dorf lassen. Man muß sich nämlich mal die Größenverhält-nisse ansehen. Der Hambacher Forst ist 200 Hektar groß. Davon sollen 100 Hektar gerodet werden. Diesen „Baum-frevel“ darf RWE selbstverständlich nicht kostenfrei vornehmen. Vielmehr schreibt das Bundesberggesetz allen Bergbaubetrieben die Aufforstung und Renaturierung nach der Auflassung vor. RWE hat im Rheinischen Revier bisher mehr als 8000 Hektar Wald auf-geforstet. Im Umfeld des Tagebaus Hambach wurden 1.500 Hektar Wald neu aufgeforstet. Auf der Halde Sophienhöhe stehen seit 40 Jahren Tausende von neuen Bäumen, die RWE-Mitarbeiter angepflanzt haben. 429 Tierarten, die auf der sog. Roten Liste stehen, haben sich dort ange-siedelt. Und nun vergleichen Sie das einmal mit den Folgen des Windkraft-anlagen-Ausbaus: seit 2010 sind rd. 750 Hektar Wald ersatzlos abgeholzt worden. In dieser Zeit kamen rd. 250. 000 Fledermäuse und rd. 12.000 Greif-vögel zu Tode und Strom wird nur ge-legentlich produziert. Und von einem Beschäftigungsboom in der Windkraft-industrie kann schon seit Jahren nicht mehr die Rede sein. Durch den Ausbau der Windkraftanlagen ist bis heute keine einzige Tonne C02 eingespart worden, was zugebenermaßen aber unerheblich ist.  Also, liebe Aktivist-en/innen: Füße stillhalten !

 

Quellenhinweise:

Maxeiner, Dirk: wenn zwei dasselbe tun.. in: Eike.de vom 09.2018; Krüger, Michael, in: Eike.de vom 14.09.2018; Presse-mitteilung der RWE AG vom 15.09.2018; Hambacherforst.com; Hamburger Abend-blatt vom 14.09.2018; dpa vom 15.09. 2018; Manager Magazin vom 17.09.2018; Lausitzer Rundschau vom 17.09.2018; Aachener Zeitung vom 17.09.2018; Süddeutsche Zeitung vom 15.09. und 17.09.2018; Der Spiegel vom 14.09.2018; Ostsee-Zeitung vom 14.09.2018; Focus-Online vom 14.09.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018

Fotos:

unten: Braunkohletagebagger, Giglio di_ mare, pixabay.com;  Bergmann: stafichu-kanatoly, pixabay.com; Trecker mit abge-holzten Bäumen: Antranias, pixabay. com

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Innogy: Notschlachtung

RWE und E-ON zerteilen Ökostrom-Tochter

Die Notschlachtung der RWE-Tochter innogy ist die Konsequenz einer epochalen Entwicklung. Sie begann mit dem deutschen Atom-ausstieg nach der Fukushima-Ka-tastrophe in Japan und setzt sich derzeit mit dem anvisierten Verkauf der E-ON-Kraftwerkstochter Uniper fort. Die beiden Mitbewerber im Energiemarkt wollen sich künftig keine Konkurrenz mehr machen.

Konkret bedeutet das, dass E-ON keinen Strom mehr produzieren und sich auf die Betreuung der Netzinfrastruktur sowie auf den Stromverkauf konzentrieren will. Dazu kauft E-ON  77 % der Inno-gy-Aktien von RWE und an-schließend wird das Unter-nehmen zerschlagen.  Nach An-sicht verschiedener Medien könnte das 4.700 Mitarbeitern den Job kosten. RWE hingegen will sich auf die Stromproduktion mit Hilfe konventioneller Kraft-werke als aber auch über er-neuerbare Energien, das Gas-speichergeschäft und über Be-teiligungen über Wasser halten. Man erhofft sich dadurch Einspareffekte in Höhe von 600 bis 800 Mio. EUR ab 2022. 

Bernhard Blach

Essen bleibt Sitz der Energieriesen

E-ON Chef Johannes Teyssen hat sich im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der RWE-Tochter innogy zum Standort Essen bekannt. Trotz der geplanten Übernahme ab 2020 und anschließender Zerschlagung wird am Brüsseler Platz in Essen der Bau des neuen Innogy-Campus weiter verfolgt. Das gab Teyssen auf der Zeche Zollverein in Essen vor rd. 300 Energieexperten bekannt. Teyssen glaubt, von Essen aus das ganz große Energierad in Zukunft mitdrehen zu dürfen. Und dieses dreht sich digital. So ist Teyssen davon überzeugt, das die Digitalisierung und die Vernetzung aller Haushalte, Unternehmen, Gemeinde und Städte ganz neue Möglichkeiten eröffnen wird, Energie effizient und um-weltfreundlich zu nutzen. Der Stromfluss wird über Smart Grids intelligent gesteuert, Messgeräte erfassen den Stromverbrauch an jedem Verbraucher und der Strom wird in Zukunft selbst produziert und eingespeist.  

RWE will sich mit dem Plan "Lift and Shift" vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit retten

Rolf-Martin Schmitz - RWE-Vorstandsvorsitzender- Foto: RWE
Johannes Teyssen, E-ON-Vorstandsvorsitzener , Foto: Wiki05, wikimedia commons
Uwe Tigges, innogy-Vorstand, Foto: innogy

Der sog. Plan sieht vor, das sich RWE aufteilt in den Bereich erneuerbare Energien, Netz-betreuung und Vertrieb von Dienstleistungen. Das reicht dem Aufsichtsrat aber nicht aus, weil nicht erkennbar wäre, wo die wirklich neuen Geschäftsfelder der Zukunft liegen könnten. Und dann stellt sich für die Haushaltskämmerer von mehreren Ruhrgebiets-städten,  die an RWE mit 25 % beteiligt sind, auch noch die brisante Frage, wieviel Geld der Konzern in Zukunft erwirtschaften wird, wenn die digitalisierte Energiewirtschaft nur noch regional und dezentral aufgestellt ist und wie dann die Kosten für den Rückbau der atomaren Altlasten gewuppt werden sollen. Neben diesen börsenorientierten und fiskalischen Betrachtungen geht es aber nicht nur um Gewinne und Verluste , sondern auch um rd. 60.000 Arbeitsplätze bei RWE und rd. 70.000 Arbeitsplätze bei E-ON. Hinzu kommt die Stahlkrise. Die Schuld an dieser Entwicklung tragen gewiss nicht nur die gutbetuchten Vorstände beider DAX-Unternehmen, sondern zu einem Großteil die Politik. Die hat mit Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 den Grundstein für die heutige disaströse Sitution beider Konzerne gelegt, in dem die wirt-schaftlich gut aufgestellten und zuverlässig arbeitenden Grundlastkraftwerke zugunsten erneuerbarer Energien zurückgedrängt wurden. Seitdem muß regenerativ erzeugter Strom unabhängig von der Bedarfslage bevorrechtigt in das Stromnetz eingespeist werden. Damit brach eine Haupteinnahmequelle weg. Übrigens, warum innogy nach nur 2 Jahren seiner Existenz den Bach runter geht, ist auch klar: alle erneuerbare Energie-Anlagen von innogy haben im Jahr etwa so viel Strom produziert wie ein einziges Kernkraftwerk. Hinzu kommt der Bieterkampf von vielen Windkraftprojekten an Land und auf hoher See, die ausgeschrieben werden und wo Billiggebote für den Bau den Ausschlag geben. Inwieweit dieser Megadeal in Zukunft dazu führt, das die Strompreise erhöht werden, läßt sich im Augenblick noch nicht verbindlich sagen, unwahrscheinlich wäre das aber nicht.  

Quellenhinweise

Handelsblatt vom 11.03.2018 und 2303.2018; WAZ vom 13.03.2018; Manager-Magazin vom 13.03.2018; Tagesspiegel vom 7.12.2015 und RK-Redaktion vom 24.03.2018
großes Foto oben: Fxquadro, fotolia-Kauf

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RWE will Kraftwerke zukaufen

trotz Verlusten im Kraftwerksgeschäft setzt der Vorstand auf künftige Stromknappheit


kraftwerke


KW Bergkame, Britta Laser, fotolia

Dank des EEG und der politisch gewollten bevorrechtigten Einspeisung von Strom aus regenerativen Energieträgern musste RWE wie auch andere  konventionelle Kraftwerksbetreiber allein in 2016 rd. 80 Kraftwerke bei der Bundesnetzagentur zur Stilllegung anmelden. Darüber hinaus fuhr die RWE-Kraftwerkssparte „RWE Generations“ in 2016 einen Verlust von 5,7 Mrd. EUR ein. 4,3 Mrd. EUR musste RWE auf Kraftwerke abschreiben. Die Folge für die überwiegend kommunalen Anteilseigner war, das sie auf Ausschüttungen verzichten mussten. Für die klammen Kommunen in NRW ist das ein echter Schock. Und da derzeit auf dem Strommarkt wegen des weiteren Aus-und Zubaus von Windkraftanlagen Überkapazitäten erzeugt werden, ist die Gewinn-aussicht weiterhin schlecht. Nach Ansicht von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz wird sich das aber in den nächsten Jahren ändern. Denn mit jedem weiteren Kraftwerk, das zwangsweise stillgelegt werden muss, steigt langfristig wieder der Strompreis. Daher hofft RWE nicht nur auf steigende Gewinne, sondern will sogar Kraftwerke hinzukaufen.

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RWE HV

Und so ganz weltfremd wie es zunächst scheint, ist diese Zukunftsversion von Schmitz keineswegs. Schließlich setzen wir ebenfalls weiterhin auf die Erneuerung und den Ausbau von Kraftwerken, weil die Sicherstellung der Grundlast über regenerative Energieträger schlicht und einfach nicht möglich ist. Das ist ein Grund, warum wir als Verband auch nach Schließung der letzten Zeche im Revier Ende 2018 weitermachen werden. Unsere Aufgabe ist es, für mehr Akzeptanz bei den politisch Verantwortlichen und in der Industrie zu werben. Aber zurück zu RWE. Bisher wurden Dividenden fast nur von der Tochter energy ausgeschüttet. In den nächsten Jahren sollen aber auch die Kraftwerke wieder Gewinne ausschütten, da die „Generations“-Sparte auf Wachstum und nicht auf Rückbau ausgelegt ist, so Vorstandschef Schmitz. Das soll sich  durch Abbau von Überkapazitäten ändern. Allerdings muss der Konzern bis 2020 noch fleissig sparen. Auch müssen die Rückbaukosten für die Entsorgung der bis 2020 stillzulegenden Atomkraftwerke gestemmt werden. Von den Kosten für die Entsorgung der verbrauchten Brennelemente konnte sich der Konzern wie auch andere AKW-Betreiber Anfang Juli 2017 im Rahmen einer Regierungsvereinbarung mit einer einmaligen Zahlung freikaufen. Sollte es teurer werden, womit zu rechnen ist, wird der deutsche Michel zur Kasse gebeten. Sie kennen das Spiel ja bereits. Mit rd. 40.000 Megawatt installierter Kraftwerksleistung bleibt RWE auch in Zukunft Europas größter Stromproduzent. Und mit jedem Kraftwerk, das Dank des EEG vom Netz gehen muss, unabhängig davon, ob es effizient ist und wirtschaftlich arbeitet, steigt tendenziell wieder der Strompreis. Darauf setzt der RWE-Vorstand.

Quellenhinweise:

vgl.hz.a. FAZ vom 29.06.2017; N-tv vom 29.06.2017; Finanzen.ch vom 29.06.2017; Welt-N24 vom 22.02.2017, Tagesspiegel.de, in: Morgenlage vom 30.06.2017 sowie RK-Redaktion vom 06.07.2017

Fotos: oben: Britta Laser, fotolia-Kauf; links: RWE-HV: RWE

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RWE und E-ON wollen mit erneuerbaren Energien Milliarden verdienen

anstatt die Grundlastkraftwerke zu erneuern geht´s in die kuschelige Subventionswanne

Ende des Jahres will RWE seine neue grüne Tochter Innogy an die Börse bringen. E-ON strebt diesen Schritt mit der schwarzen Tochter Uniper im Sept- ember an. Die Startbedingungen für Uniper sind dank des EEG jedoch denkbar schlecht. Das Öko- Geschäft soll nun beide Konzerne retten.

Unter dem von der Bundesregierung erzeugten Druck und dank des EEG begann der Energieriese E-ON sich im März 2015 zu zerlegen. Kohle-und Atommeiler firm ieren seither unter dem Namen „Uniper.“ (siehe unsere Beiträge aus 2015 und 2016)

Der Energiekonzern RWE verknüpft mit dem Börsen- gang seiner neuen Tochter Innogy grosse Erwartung- en an das Öko-Zukunftsgeschäft. Geplant ist ein Er- gebnis vor Steuern (Ebitda genannt) in Höhe von 4,3 bis 4,7 Mrd.EUR. Im Zuge des Börsenganges ist eine Kapitalerhöhung von 10 % geplant. 40.000 der derzeit noch 60.000 Mitarbeiter werden zur Tochter verlegt. Wie E-ON kalkuliert das Unternehmen zunächst aber ebenfalls mit einem sinkenden Gewinn, da das Mutt- erhaus weiterhin die Kraftwerkssparte und den Ener- giehandel unterhält und ebenfalls Atomkraftwerke zurückbauen muss. Ferner sind die Kosten für die Endlagerung von Brennstäben zu bezahlen.  Die Ge- samterwartungen liegen daher zwischen 5,2 und 5,5 Mrd. an Umsatz für 2016. Das wäre ein viertel weniger als 2015. Größter Gewinnbringer soll das Netzgeschäft von Innogy werden. Hier erwartet RWE ein Ebitda von 2,5 bis 2,7 Mrd. EUR. Der subventionierte Ökostrom soll zwischen 600 und 800 Mio. EUR einbringen. Weil das wahrscheinlich nicht ausreichen wird, hat die Denkfabrik „Agora“ schon einmal vorsorglich eine weitere Kostenerhöhung bei der EEG-Umlage ins Ge- spräch gebracht. Im nächsten Jahr soll diese von 6,3 Ct/kWh auf 7,1 bis 7,3 Ct./kWh steigen. Von preis- dämpfender Wirkung der EEG-Umlage, wie sie Bund- eswirtschaftsminister Siechmar Gabriel noch 2013 vollmündig verkündete, kann schon lange keine Rede mehr sein, da der Ausbau regenerativer Energieträger, allen voran die Windkraft, ungebremst weitergeht. Es ist ein Fass ohne Boden und gehört abgeschafft. Ein kleines Trostpflaster bleibt für den Verbraucher dennoch übrig: durch Wechsel des Energieversorgers oder durch die Änderung des Tarifs kann man lt. dem Stromvergleichsportal Verivox bei einem 2-Personen-Haushalt und einem Durchschnittsverbrauch von 2.400 kWh/Jahr 22 % sparen. Das macht immerhin 172,00 EUR/Jahr aus. (766-594 EUR als durchschnitt- liche Berechnungsbasis)

vgl.hz.a. FAZ vom 01.08.2016; WAZ vom 11.08.2016; TAZ vom 11.08.2016, Die Welt vom 27.04.2015; Handelsblatt vom 20.07.2016; boerse.ard.de vom 10.08.2016 und RK-Redaktion vom 19.08.2016

Fotos: oben links: Windkraftanlage: Massimo Cavallo,fotolia-Kauf; Bundesadler: ferkelraggea, fotolia-Kauf, Karrikatur: Harm Bengen, Änderung und  Retusche: Revierkohle 

Während Uniper in der bisherigen E-ON-Zentrale in Düsseldorf bleibt, zog die Mutter zwischenzeitlich nach Essen um. Sozusagen in unmittelbarer Nachbar-schaft zum Konkurrenten RWE. Wer als Aktionär nun befürchtet, das ein Verdrängungskampf einsetzen wird, sollte sich mit den zukünftigen Gewinnbringern der Unternehmen näher beschäftigen. Dabei wird Er/ Sie entspannt feststellen, das beide Firmen in Zukunft in den Genuss fließender Geldströme dank des EEG und der öffentlichen Hand kommen werden. Denn E-ON und RWE setzen auf den Ausbau der regnerativ- en Energieträger nebst dazugehörenden Nebenge-schäften. Und die werden bekanntermaßen 20 Jahre lang subventioniert. Für E-ON dürfte es allerdings trotzdem schwierig werden, weil die neue Tochter Uniper schon vor dem Börsengang 2,93 Mrd.EUR an Verlusten eingefahren hat. Zusätzlich mußte wegen des defizitären Gasgeschäftes in 2015 eine Wertbe- richtigung vorgenommen werden. Die Anleger reag- ierten entsprechend verschnupft. Die E-ON-Aktie viel am 10.8.2016 um 5 % ins Minus. Der Gesamtumsatz ging im ersten Halbjahr 2016 um 11 % auf 20,25 Mrd. EUR zurück. Hoffnung auf Besserung dürfte es u.E. nicht geben, da die Kraftwerksunterhaltung sowie der Rückbau der Atommeiler Mrd. EUR verschlingt. Kritik- er sind der Ansicht, das die Gewinne aus dem Öko- Geschäft nicht reichen werden. Die bereits gebildeten Rücklagen für den AKW-Abriss halten sie ebenfalls für nicht ausreichend. Unabhängig von der Frage der Wirtschaftlichkeit werden die Grundlastkraftwerke dringend benötigt, da sie für die Aufrechterhaltung der Versorungssicherheit und der Netzstabilität un- abdingbar sind. Und sie arbeiten auch nicht unwirt- schaftlich. Warum sich der Betrieb dennoch immer weniger lohnt, liegt ausschließlich an den gesetzlichen Vorgaben des EEG. Dieses schreibt vor, das die rege- nerativen Energieträger bevorzugt und bedarfsunab- hängig ins Netz eingespeist werden müssen. Bei ein- em Überangebot des EE-Stroms fällt der Börsen- strompreis und die konventionellen Kraftwerke müss- en heruntergefahren werden. Das erhöht den Ver- schleiss und die Wartungskosten. Und nur wegen dieser gewollten Zwangssituation wird der Betrieb der Grundlastkraftwerke immer unwirtschaftlicher. E-ON und RWE haben auf diese Entwicklung durch Auf- spaltung reagiert, um einer Pleite zu entgehen und Tausende von Arbeitsplätzen zu retten. Ein aus unserer Sicht fragwürdiges Unterfangen.  Sinnvoller wäre es, die gesamte Kraftwerkswirtschaft zu ver- staatlichen, da es sich letztendlich um eine eminent wichtige Daseinsvorsorge für alle handelt, für die der Staat verantwortlich zeichnet.

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Steinkohlekraftwerk Voerde

seit das Bergwerk Walsum in Duisburg 2009 geschlossen wurde, geht es mit dem Kraftwerk bergab

Das Steinkohlekraftwerk Voerde wude 1971 mit zwei Blöcken zu je 350 MW-Leistung und 1985 um zwei weitere Blöcke zu je 710 MW-Leistung erweitert. Im Herbst 2015 forderte der Minderheitsanteilseigner RWE die steag erstmals auf, zwei Blöcke vom Netz zu nehmen, da dank des EEG der Stromhandelspreis an der EEX-Strombörse auf einen Tiefstpunkt ange- kommen war. Wegen der nach wie vor bevor- rechtigten Einspeiseverpflichtung für Öko-Strom und wegen der 2009 erfolgten Schließung des neben an liegenden ehem. Bergwerks Walsum, das die Kohlen logistisch preiswert lieferte, geht es dem Kraftwerk Voerde schlecht. 300 Arbeitsplätze stehen nun auf der Kippe.  

Im Frühjahr 2016 trug die RWE erneut die Forderung nach Schließung von zwei Blöcken des Kraftwerks Voerde vor und setzte sich durch, da RWE alleine für den Verkauf des Stroms verantwortlich zeichnet und auf Erfüllung eines Vertrages aus dem Jahre 1975 pochte. Dieser gibt dem Konzern das Recht, jeweils zum Sept. eines Jahres die Stilllegung zu verlangen, obschon RWE nur mit 25 % am Kraftwerk Voerde beteiligt ist. Anfang 2017 sollen nun zwei Kraft- werksblöcke mit je 710 MW-Leistung stillgelegt werd- en.  Das sorgt bei der Belegschaft verständlicherwei- se für Unruhe. Schließlich geht es nicht nur um den Verlust von zunächst 110 Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region, sondern um den mög- lichen Verlust des ganzen Standortes. Dann wären nicht nur 300 Arbeitsplätze in Gefahr, sondern auch die Arbeitsplätze in der Zuliefererindustrie und dem lokalen Handwerk. Und da sich der Strompreis an der Börse in den letzten Monaten dank des zunehm- enden (und nicht benötigten, jedoch trotzdem zu bezahlenden ) Öko-Stroms weiter verschlechtert hat, rentiert sich der Betrieb auf kurz oder lang gar nicht mehr. Der Möllener Bürgermeister Dirk Haarmann zeigte sich nach einer WAZ-Pressemitteilung ge- schockt. Es sei ein Wahnsinn, das rentable Kraftwerke wegen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes zur Schlie- ßung gezwungen würden, obschon die Versorgungs- sicherheit nicht ohne Kohlekraftwerke gewährleistet werden könne.

oben: Kraftwerk-Leitstand

Erst 2005 wurde das Kraftwerk mit einer modernen  Rauchgasentschwefelungsanlage ausgestattet und er- füllt damit die vom Gesetzgeber novellierte 13. Bund- es-Immissionsschutzverordnung. Und es handelt sich beim Kraftwerk Voerde auch nicht um eine kleine An- lage, auf die man so ohne weiteres verzichten könnte, denn die Bruttoleistung aller vier Kraftwerksblöcke beträgt 2.234 Megawatt. Es ist damit das größte Kraft- werk der steag. Zum Vergleich: das moderne und 2014 ans Netz gegangene Vattenfall-Steinkohlenkraft- werk in Hamburg-Moorburg hat eine Bruttoleistung von „nur“ 1.700 MW. 2007 wurden auf Voerde stolze 10.991 Gigawatt Strom und aufgrund der absichtlich durch die Politik verschlechterten Rahmenbedingung- en in 2011 nur noch 7.521 GWh-Strom produziert. Ob die kleineren Blöcke des Kraftwerks West (mit je 350 MW-Leistung) von der steag gehalten werden können, ist derzeit noch offen. Ironie des Schicksals: falls das Kraftwerk komplett stillgelegt werden sollte, kommt der Strom nicht etwa von Windkraftanlagen, sondern aus belgischen Atomkraftwerken, während an die dor- tige Bevölkerung Jodtabletten ausgeteilt werden. Durch die für 2021 geplante Abschaltung des letzten Atomkraftwerks rechnet  IG- BCE-Chef Michael Vassil- iadis mit einer Versorgsungslücke und warnt vor einer weiteren Unwirtschaftlichkeit der Energiewende.

vgl.hz.a. WAZ vom 12.11.2015; 23.5.2016, 02.06.2016, 03.06.2016, wikipedia. org, Leipziger Volkszeitung vom 14.5.2016  sowie RK-Redaktion vom 18.06.2016

Fotonachweis: oben: Daniel Ullrich, steag, unten: steag

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RWE Intern. SE – eine zweifelhafte Zukunftsgesellschaft ging an den Start

Der Essener Energiekonzern schlägt ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte auf

Nach dem zum 1.1.2016  der Energieversor- ger E-ON sich in E-ON und Uniper AG auf- gespaltet hat,  um das defizitäre konvent- ionelle Kraftwerksgeschäft auszugliedern, folgt nun auch RWE dieser Notwendigkeit, um weiteren Schaden von der Firma abzu- wenden. Aus der RWE AG wird das Ge- schäft mit den regenerativen Energieträg- ern ebenfalls  herausgelöst. Die neue Ge- sellschaft trägt z.Zt. den Projekttitel “ RWE International SE“, wird wahrscheinlich aber NEWCO heißen und ihren Sitz in Essen hab- en.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a.FAZ vom 01.04.2016, WAZ vom 25.03.2016 und RK-Redaktion vom 21.4.2016; Fotos: oben: Massimo Cavallo,fotolia-Kauf, RWE-Zentrale oben rechts: RWE-Pressefoto, unten: fotolia-Kauf

Aus Sicht des RWE-Vorstands ist dieser Schritt sicherlich nachvollziehbar, da dank des erneuerbaren Energie-Gesetzes (EEG), der geplanten Verschärfung  zu den Co2-Zertifikate-Nutz- ungsrechten  sowie wegen der fallenden Börsenstrompreise das tradionelle Kraftwerksgeschäft zu einer immer schwereren finanziellen Belastungsprobe für den Konzern in letzter Zeit wurde. Nichts desto Trotz halten wir die neue Aufstellung genau so für fragwürdig, wie wir die Auslagerung bei E-ON als fragwürdig im Jan. bezeichnet hatten. Denn letztendlich zahlt der Steuerzahler alle Aktivitäten rund um die erneuerbaren Energien, da diese Branche weder wettbewerbs- noch auf Dauer überlebensfähig ist. Das hängt damit zusammen, das auch in Zukunft der Wind und die Sonne nicht bedarfsgerecht zur Verfügung stehen wird und das der Strom aus erneuer- baren Energiequellen auch weiterhin nicht speicherbar ist. Daher kann die Grundlast nur von konventionellen Kraftwerken erbracht werden. Wenn diese aber nicht wirtschaftlich betrieb- en werden können, bastelt man eben eine Bad-Bank für Kraft- werke. Im Falle von RWE heißt die Bad-Bank weiterhin RWE AG, während die Ökostrom-Gesellschaft sich bequem aus Subvent- ionsbeihilfen zu einem Großteil finanzieren wird.

Soweit die Einnahmen die Kosten für den Unterhalt, die Sanier- ung und die Erneuerung der Kraftwerke nicht decken sollten, wovon wir ausgehen, wird der Steuerzahler zusätzlich zu den zahlreichen EEG-Umlagen auch eine Kapazitätsmarktabgabe zum Betrieb der Kraftwerke in Zukunft leisten müssen, da diese die Feuerwehr darstellen, um die Versorgungssicherheit rund um die Uhr sicherstellen zu können.  Da aber noch keineswegs klar ist, ob die Kapazitätsmarktabgabe kommt und wie hoch die Rückbaukosten für die alten Atrommeiler ausfallen werden, wird im Konzern weiterhin kräftig gespart. Natürlich am meist- en beim Personal. Daher bereitet Perso-Vorstand Uwe Tigges die Beschäftigten derzeit auf weiterhin harte Einschnitte vor. Von den rd. 60.000 Beschäftigten sollen bis Ende 2018 2000 Arbeitnehmer das Unternehmen verlassen. Innerhalb der letzt- en drei Jahre hat RWE allerdings schon rd. 10.000 Arbeitsplätze abgebaut. 40.000 Beschäftigte sollen in die neue Gesellschaft wechseln,einschließlich dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden, Peter Terium.

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Atomindustrie klagt auf Schadensersatz

es geht um mehr als 48 Milliarden Euro 

Unter dem  Aktenzeichen: 1 BvR 2821/11, 1 BvR 321/ 12, 1 BvR 1456/12  verhandelt der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts derzeit über drei Verfass- ungsbeschwerden gegen Vorschriften des Dreizehnt- en Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes vom 31. Juli 2011.

Mit dem Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atom- gesetzes (im Folgenden: 13. AtG-Novelle) beschloss der Gesetzgeber eine Beschleunigung des Ausstiegs aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie auf- grund einer Kernfusion in einem japanischen AKW in Fukushima im März 2011. Beschwerdeführerinnen sind die Kernkraftgesellschaften E-ON, RWE, Vattenfall sowie  eine Kernkraftwerksbetriebsgesellschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a. BvG-Erläuterungen zur Verhandlung vom 16.3.2016; HAB vom 16.03.2016; Spiegel-Online vom 15.03.2016; die Zeit vom 15.03.2016 und RK-Redaktion vom 16.03.2016

Drei Jahre  vor dem Super-Gau hatte die Bundesre- gierung die Genehmigung für eine Laufzeitverlänger- ung für 17 deutsche Meiler bis 2036 erteilt. Aufgrund der Kernschmelze in Fukushima sah sich die Bundes- regierung im März 2011 jedoch genötigt, die Genehmi- gung zurückzuziehen. Acht AKW´s wurden sofort vom Netz genommen. Die restlichen neun sollen bis 2022 entschädigunglos vom Netz genommen werden. Und genau dagegen wehren sich nun die Energieversorger und fordern für die entgangenen Dividenden einen Schadensersatz von rd. 48 Mrd. EUR. Wer recht hat, soll nun das BfG in Karlsruhe entscheiden. Zu der Klage sind die Energieversorger übrigens verpflichtet, da der Vorstand nach dem Aktiengesetz verpflichtet ist, bei Enteignung sofort Klage zu erheben, wenn Aktionärsvermögen illegal vernichtet wird. Die Erfolgs- aussichten stehen nach Ansicht des Spiegel gar nicht so schlecht, denn bei dem hastig zusammengezimm- erten Ausstiegs-Gesetz wurden in 2011 jede Menge handwerkliche Fehler  begangen. So wurden z.B. die Betreiber nicht ordnungsgemäß angehört. Außerdem hatte der damalige Kanzler Schröder in 2002 Strom- kontingente den AKW-Betreibern zugewiesen, die die- se bis zur endgültigen Stilllegung noch erzeugen durft- en. Wann ein AKW abgeschaltet wird, sollte Sache der Betreiber bleiben. Eine Enteignung ist zwar nach dem Grundgesetz prinzipiell möglich, wenn das gesell- schaftliche Interesse höher wiegt als das Grundrecht auf Eigentum. Dann müßten aber sehr viele Firmen enteignet werden und diese sind nach dem GG  dann auch zu entschädigen. Das Argument der Bundes- regierung, die Fortführung  der deutschen Atomkraft- werke stellten ein unkalkulierbares Restrisiko für die Bevölkerung dar, ist zwar gewichtig, jedoch aber unglaubwürdig, da die Bundesregierung bei der Ver- abschiedung der Laufzeitverlängerung genau diese Annahme ausgeschlossen hatte. Neben einer ange- messenen Entschädigung klagen die Energieunter- nehmen vor dem BfG auch um eine Befreiung von der Brennelementesteuer, die 2011 eingeführt wurde. Parallel verhandeln die Energieversorger mit der Bund esregierung derzeit um die Verteilung der Abriss-kosten sowie um die Kosten der Endlagerung für atomare Brennelemente. Ein außergerichtlicher Ver- gleich ist daher nicht ausgeschlossen.  Die Zeche zahlt vemutlich wie immer der deutsche Michel und die deutsche Micheline.

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RWE-Umbau

Dank des EEG muss die Kohlesparte ausgelagert werden

Nach dem E-ON bereits Anfang des Jahres vorgeprescht war und den Kraftwerkspark in eine eigene Tochterfirma mit dem Namen Unipar AG zum 1.1.2016 auslagern wird, folgt nun der zweite große Stromversorger RWE, der ebenfalls das Gas-und Kohlegeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgliedern will. Beide Unter-nehmen stecken dank des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) in der schwersten Unternehmenskrise seit Gründung der Firmen. RWE brechen wegen der fall-enden Börsenstrompreise und wegen der bevorrechtigten Einspeisung von regenerativen Energieträgern in das Netz die Gewinne weg.

RWE-Zentrale in Essen

RWE-Zentrale in Essen

Im laufenden Jahr rechnet der Versorger mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses vor Steuern auf 6,1 Mrd. EUR. In 2009 waren es noch 9,1 Mrd. EUR. In 2013 hatte RWE wegen der hohen Abschreibungen auf die ständig stillstehenden oder zu wartenden Kohlekraftwerke einen Nettoverlust von sage und schreibe 2,8 Mrd. EUR hinnehmen müssen. Der Aktienkurs dümpelt bei 11 EUR. In 2007 waren es noch rd. 100 EUR. Die Schuldenlast beläuft sich mittlerweile auf 25,5 Mrd. EUR. Zwar konnte durch den Verkauf der Tochterfirma DEA 5 Mrd. EUR an Einnahmen generiert werden. Diese Einnahmen können aber nicht auf die hohe Kante gelegt werden, sondern dienen zur Kostenabdeckung für die Entsorgung der Atomkraftwerke und die Beseitigung von Umweltschäden im Braunkohletagebau. Für die Kraftwerkssparte befürchtet RWE daher einen weiteren Personalabbau von rd. 1000 Mitarbeitern. Auch betriebsbedingte Kündigungen will RWE nicht aus-schließen.

Die neue Geschäftseinheit wird mit 40.000 Mitarbeitern doppelt so groß sein wie der künftige vom Staat subventionierte Windkraft-und Solaranlagenbereich. Soweit das Stromgeschäft mit den konventionellen Kraftwerk weiterhin rote Zahlen schreibt, wird RWE wohl nicht um eine vollständige Abspaltung herumkomm-en. Dann wäre die Bundesnetzagentur am Drücker. Diese müsste entscheiden, welche Kraftwerke für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit notwendig sind und welche nicht. Die Kosten  würden dann auf dem Wege einer zusätzlichen EEG-Umlage auf den Verbraucher umgelegt werden.

vgl.hz.a. Handelsblatt vom 02.12.2015; WAZ vom 02.12.2015 und Revierkohle-Redaktion vom 05.12.2015

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