RAG verkauft alle Bergehalden an den RVR

die ewige Erinnerung an den Bergbau ist begehbar

Ob sie als Spitzkegelhalde, Großhalde, Tafelberg oder als Landschaftsbauwerke aufgefahren und touristisch hergerichtet wurden ist nicht ganz so wichtig. Wichtig ist, das unsere über 120 Bergehalden im Ruhrrevier ein ewiges Erbe des Deutschen Steinkohlenbergbaus sind und die auch für die nachfolgenden Generationen den  un-geheuren Fleiss unserer Bergleute stumm bezeugen können.

Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern haben auch -jede Halde für sich- eine eigene Geschichte, die eng mit der jeweiligen Zeche, aus denen das Berge-material stammt, verbunden ist. Da der Deutsche Steinkohlenbergbau aus 

ideologisch-politischen Gründen Ende 2018 ausgelaufen ist, gibt es nunmehr auch keine Zechen mehr, die das Berge-material aus 1000 Meter Tiefe und mehr auffahren.

Aus diesem Grund hat sich die RAG dazu entschlossen, alle noch in ihrer Obhut stehenden 20 Bergehalden nach und nach an den Regionalverband Ruhr (RVR) zu verkaufen. Es handelt sich dabei um eine Gesamtfläche von 1.149 Hektar. Die RAG kann somit die Unterhaltskosten einspar-en. Einen Teil dieser eingesparten Kosten will die RAG in einem Zeitraum von 20 Jahren an den RVR abtreten.

Planungshorizont

Landmarke, Natur und Erlebnisraum

Die Geschichte des Bergbaus kann man auf den meisten Halden schon heute erleben. Denn überall wurden Berg-baupfade, Denkmäler und Kunstobjekte angelegt, die an den Bergbau erinnern.

So wurde z.B. von Bergwerkslehrlingen auf der Halde Prosper in Bottrop schon vor Jahren ein Kreuzweg zusammen mit bergmännischem Gezähe angelegt.

Auf der Halde Rheinpreußen erstrahlt am Abend weit sichtbar eine 27 Meter hohe Grubenlampe und auf der Halde Rheinelbe wurde die Himmelsleiter aus den Ab-bruchresten der Zeche Rheinelbe künstlerisch verar-beitet.   

Bergehalde der ehem. Zeche Rheinpreußen, Moers, Foto: RVR, künstl. Veränderung: Revierkohle, Bergmann: Alfred Schmidt
Bergehalde der ehemaligen Zeche Reden, Saarland, Foto: Robby Lorenz,Saarbrücker Zeitung, künstl.Veränderung: Revierkohle

Schon seit Jahren dienen die abgeschlossenen Halden wie z.B. Lohberg in Dinslaken, Rungenberg in Gelsenkirchen, Mottbruch in Gladbeck und Groppenbruch in Dortmund der Naherholung.

Daneben gibt es noch viele Halden, die öffentlich nicht zugänglich sind, weil diese noch unter Bergaufsicht stehen. Wenn das sog. Abschlussbetriebsplanverfahren abgeschlossen ist, werden auch diese Halden nach einer Sanierung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so das Versprechen der RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Die Kosten hierfür betragen rd. 1,4 Mio. EUR pro Jahr. 

Für die Erschließung aller 57 Halden einschließlich einem touristisch orientiertem Nutzungskonzept geht der RVR von Gesamtkosten in Höhe von 50,4 Mio. EUR aus. Dieses Geld will man sich offensichtlich zum Teil vom Staat wieder zurückholen, in dem man auf einigen Halden Windkraftanlagen aufbaut, für die reichlich Subventionen fließen. Die Fläche kann dann für gutes Geld verpachtet werden. Das Windkraft keine sinnvolle Energiegewinnungsart ist, weil relativ nutzlos,  steht dabei freilich auf einem anderen Blatt.

was sind Bergehalden ?

Bergehalden entstehen durch den Abbau von Kohle durch das mitgeförderte taube Nebengestein (Haufwerk) beim Auffahren von Strecken und Streben. Dieses Material kann nicht in der Grube verbleiben und muß daher über den Förderschacht zu Tage gefördert und mit Hilfe von Muldenkippern aufgeschüttet werden.

Aus diesen schwarzen, einst schwelenden Riesen entwickelten sich durch den technischen Fortschritt bei der Kohlenwäsche und bei den Verdichtungsmaßnahmen grüne Hügelland-schaften, die so umgeformt wurden, dass aus den anfänglichen Spitzkegelhalden begeh-bare Landschaftsbauwerke wurden.

Früher waren die Bergehalden verbotene Zonen und mit Drahtzäunen und Mauern von der Außenwelt abgeschottet. Die letzte noch in Schüttung befindliche Bergehalde ist die Halde Schöttelheide nordöstlich von der letzten Zeche Prosper-Haniel in Bottrop gelegen. Die Aufbereitungsanlagen werden derzeit alle abgerissen.

Erwähnt sei noch, dass man nicht nur vom Tetraeder der Halde Beckstrasse in Bottrop einen unglaublich schönen Überblick über Bottrop hat. Höhenangst sollten Sie allerdings nicht haben, denn Sie müssen erst die Halde besteigen und dann noch 400 Stufen erklimmen. Aber es lohnt sich!  

Bergehalde der ehem. Zeche Ensdorf, Saarland, Foto: A.Josef Dernbecher, CC-BY-SA.3.0 wikimedia commons
Bergehalde Haniel der ehem. Zeche Prosper-Haniel, Bottrop, Foto: RVR
Bergehalde der ehem. Zeche Rheinelbe in Geslenkirchen-Ückendorf, Foto: Martin Lutter, Stadt Bochum, Presseamt
Rungenberghalde der ehem. Zeche Hugo in Gelsenkirchen-Buer, Foto: RVR, Freistellung: Revierkohle
und viele weitere Halden mit ausführicher Beschreibung finden Sie in dem von Wolfgang Berke liebevoll zusammengetragenen Band "Über alle Berge." in jeder Buchhandlung

weitere wundervolle Halden im Revier

Alsumer Berg, Duisburg

Halde Beckstrasse, Bottrop

Halde Brassert 1/2 u.3, Marl

Halde Brinkforstheide, Marl

Halde Constantin, Herne

Halde Eickwinkel, Essen

Halde Ewald-Fortsetzung, Oer-Erkenschwick

General Blumenthal 8, Recklinghausen

Graf Moltke, Gladbeck

Halde großes Holz, Bergkamen

Halde Hoheward, Herten

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Umweltbelastungen durch Windkraftanlagen

Tausende von Windkraftanlagen müssen demnächst weichen

Windkraftanlagen stehen keineswegs im Einklang mit der Natur. Das ist auch die Meinung des Bundesverbandes Vernunftkraft
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Gegen den weiteren Zubau von Windkraftanlagen protestieren mittlerweile über 1000 Bürgerinitiativen
VI-Rettet-Brandenburg >mehr..
Windwahn.de protestiert gegen die möglichen gesundheitlichen Folgen (z.B. durch Gehörschäden) infolge Infraschalls gegen den Ausbau von weiteren Windkraftanlagen
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Wenn es nach den Vorstellungen des Bundesverbandes der Energie-und Wass-erwirtschaft (BDEW) und den GRÜNEN geht, dann sollen in Zukunft jedes Jahr rd. 30.000 neue Windkraftanlagen errichtet werden, um das Pariser Klimaziel zu er-reichen. 

Mit einer Höhe bis zu 229 Metern werden diese Monster dann nicht nur das Land-schaftsbild verschandeln, sondern auch dem Natur-und Artenschutz den Garaus machen. Denn sie sollen auch in Natur-schutzgebieten aufgestellt werden dürfen. Und die Mindestabstände zwischen den Anlagen sollen ebenfalls verringert werd-en.

So jedenfalls muß man das vorläufige Ergebnisprotokoll der 94. Umweltminister-konferenz unter dem Vorsitz der Hessisch en Ministerin für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft, Priska Hinz, vom 15.5. 2020 interpretieren.

Dort wird eine Lockerung der derzeitigen Bestimmungen gefordert, um den Bau von weiteren Windkraftanlagen zu ermöglich-en. Dasselbe Ziel verfolgt auch das BM für Wirtschaft und Energie sowie das Umwelt-ministerium.  

Von dem damit verbundenen Flächen-bedarf für das Betonfundament sowie für den Wartungs-, Montage-und Reparatur-platz einschließlich zubetonierter Zu-gangsstraßen darf man keineswegs davon ausgehen, dass das ein gerechtfertigter Preis für die Rettung des Klimas wäre. Das ist nicht der Fall.

GANZ IM GEGENTEIL 

Schon bisher haben alle derzeit rd. 32.000 installierten Windkraftanlagen im Land weder dazu beigetragen, dass die C02-Emissionen zurückgegangen wären noch haben diese Anlagen zu einer Erhöh-ung der Versorgungssicherheit geführt.

Durch die ständig schwankenden Leist-ungen wird die Netzstabilität immer mehr gefährdet. Ein Blackout konnte bisher nur durch das schnelle und rechtzeitige ein-greifen der Leitwarten in unseren konven-tionellen Kraftwerken verhindert werden. Der Fachmann spricht hier von Re-Dispatchmaßnahmen. An etlichen Tagen im Jahr liefern die Anlagen soviel Strom, dass diese von den Netzbetreibern abge-schaltet werden müssen, da sie infolge eines Nachfragemangels das Stromnetz belasten. Das ist vor allem Nachts der Fall.

Diese sog. Blindleistung muß dann für teures Geld ins Ausland entsorgt werden. Die Windkraftanlagenbetreiber erhalten trotzdem eine garantierte Einspeisever-gütung. Und ohne ständige Subventionen von Vater Staat wäre die Branche schon längst pleite, da sie nicht marktfähig ist.

Für viele Windkraftanlagen laufen nun die Zuwendungsbescheide aus oder sie haben nach rd. 18-20 Jahren Betriebsdauer den Zenit ihrer Laufzeit erreicht und müssen entsorgt werden.

Mit den damit verbunden Umweltbelast-ungen beschäftigen wir uns im Folgend-en.     

Szenario

Umweltbelastungen durch Windkraftanlagen

Eingefleischte Öko-Pazifisten werden sich wahr-scheinlich unschuldig fragen“ wieso sind WKA umweltbelastend ? Sie laufen doch von selbst und fallen  Niemandem zur Last!“ Leider sieht die volks-wirtschaftliche und medizinische Wirklichkeit ganz anders aus.

Denn Windkraftanlagen(WKA) verschandeln nicht nur das Landschaftsbild und tragen zur Versiegel-ung von Naherholungsgebieten bei, kosten rd. 100.000 Fledermäusen im Jahr das Leben und können zu Gehörschäden führen, sondern beein-flussen negativ auch das Klima, leiden an Material-ermüdung und Blitzschlag, verursachen Infraschall und vor allem nach Ablauf der Betriebslaufzeit erhebliche Rückbaukosten.

Rund 20.000 Windkraftanlagen, die in den 80er Jahren errichtet wurden, müssen in nächster Zeit nach und nach stillgelegt und entsorgt werden. Einschließlich des rund 30 Meter tiefen Betonfundaments. Allein in Niedersachen haben bis Ende 2025 rd. 3500 WKA ihr Förderende er-reicht.  Da aber nach Aussagen des Vereins „Gegenwind“ die WKA-Betreiber größtenteils kapitallose Gesellschaften sind, die nur wenige Rücklagen haben, obschon sie zur Rücklagenbildung gesetz-lich verpflichtet sind, werden die Kosten wahrscheinlich wieder vom Steuerzahler bezahlt werden müssen.

Unklar ist z.B. derzeit, ob die Beton-fundamente bei den Offshore-Anlage auf hoher See am Meeresgrund verbleiben dürfen. Ebenso, was mit den Stromkabeln passieren soll. Auch die Entsorgung der Rotorblätter bereitet Probleme, da diese nicht einfach nur zerschreddert werden dürfen,  sondern Schicht für Schicht gelöst werden müssen, da diese mit hochgiftigen Harzen zur Stabilisierung verklebt wurden.

Entsorgungsmengen

für eine 200 Meter hohe Windkraftanlage des Typs E 126

Beton und Stahl

1.500 Kubikmeter Beton- 3.500 Tonnen Fundament- 180 Tonnen Stahl Turmverstärkung 340 Tonnen Generator- 320 Tonnen Glasfaserverstärkung- 30 Meter tiefes Bohrloch mit Schotter-granulatverdichtung

Isabel Sünner vom Hamburger Weltwirt-schaftsinstitut (HWWI) geht davon aus, dass die Kosten für den Rückbau einer Windkraftanlage auf hoher See zwischen 2 und 10 % der Investitionskosten liegen. Das ist bei mehr als 4.500 Offshore-WKA  ein ganz hübsches Sümmchen.

Wenn man bedenkt, dass die Investi-tionskosten für eine Offshore-Anlage mit 2,5 bis 4 Mio. EUR zu Buche schlagen Quelle: wab-windenergieagentur), und wir unterstellen, dass nur 2 % der Investitions-kosten bei einer Investitionssumme von 3 Mio EUR an Entsorgungskosten anfallen, dann wären das für eine einzige Anlage schon 60.000 EUR. Bei 4.500 Anlagen schon über 2,7 Mio. EUR. Tiefgegriffen, wohlgemerkt!

Zusammen mit den zur Entsorgung an-stehenden Onshore-WKA´s könnte sich daher  eine hochspezialisierte Entsorg-ungsindustrie entwickeln.

Aber es fehlt sowohl an qualiziertem Per-sonal als auch an den dafür notwendigen Maschinen. Um den Rückbau zu begleiten, fehlt es darüber hinaus derzeit auch an der entsprechenden infrastrukturellen Logi-stik.

Und ob sich ein solcher Entsorgungs-betrieb auf längere Sicht rechnen würde, steht auch noch in den Sternen, da die Bundesregierung wegen der enormen Kosten, der geringen Energiedichte, der schwankenden Leistungserbringung, den ständig steigenden Stromkosten sowie dem völligen Fehlen eines Klimabeitrags möglicherweise doch noch von ihrer völlig sinnlosen Energiewendepolitik ablassen könnte.

Mit einem weiteren Ausbau der WKA werden die Probleme also nicht kleiner sondern größer. Insbesondere das

Problem des Windschattens

könnte dazu führen, dass sich die Ober-flächentemperatur um 0,24 Grad nach Berechnungen von David Keith von der Harvard University erhöhen könnte. (veröffentlicht im Environmental Research Letters*)

Der Windschatten würde hinter der Windturbine entstehen. Durch das Zu-sammenwirken der Turbinen mit der Atmosphäre steigen die Oberflächentemp-eraturen, weil die Turbinen die Luft vom Boden mit der weiter oben befindlichen Luft vermischen und die Luftbewegung dadurch verlangsamen. In Polarregionen würde sich die Luft dagegen abkühlen.

In mancher Hinsicht hat die Windenergie einen größeren Einfluss auf das Klima als Kohle und Gas, so Keith. 

Quellenhinweise:

Poppele, Frank: Umweltbelastungen durch Windkraftanlagen, wissenschaftliche Haus arbeit, Uni Mannheim vom Mai 2005; ntv vom 17.5.2020 und 22.08.2020; Ruhr-kulturt.de/teure Hinterlassenschaften vom 1.11.2017  *) Telepolis (heise.de) vom 10.10.2018; Pressemitteilung zur Stärkung der Windenergie an Land des BM für Wirtschaft und Energie vom 07.10.2019; Pressemitteilung des NAEB Stromver-braucherschutz e.V. vom Juli 2020; „Rettet Brandenburg. Wie die Windkraft unsere Landschaft frißt“, Volksinitiative Rettet Brandenburg vom Juli 2020; N.N.: Vorläufiges Ergebnisprotokoll der 94. Umweltministerkonferenz vom 15.5.2020 sowie RK-Redaktion vom 10.09.2020 

 

Headerfotos: youtube, künstl. Veränder-ung: Revierkohle

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Nachruf zum Tode von Wilhelm Beermann

der Bergbau war sein Leben

Dr. Ing. Wilhelm Beermann *1936 - + 2020

Im Alter von 84 Jahren wurde am 5.8.2020 der langjährige Chef der Ruhrkohle AG und Ehrenpräsident des Gesamtver-bandes Steinkohle, Dr. Ing. Wilhelm Beermann, vom obersten Bergherrn in die Ewigkeit abberufen. Wir trauern mit seiner Frau, dem Sohn und allen, die die Ehre hatten, diesem Mann des Bergbaus zu begegnen. Herr Beermann wird uns fehlen, da er wie kaum ein anderer sein ganzes Leben und Wirken in den Dienst des Bergbaus gestellt hat. 

Nachruf

ein ganzes Leben für den Bergbau

Wir verneigen uns vor den Leistungen von Herrn Beermann, da er auch in Zeiten der Krise immer an der Seite der Bergleute gestanden hat. In zahlreich- en Positionen übernahm er auch gesellschaftliche Verantwortung.

So engagierte er sich z.B. im Aufsichtsrat des Kath. Klinikums in Bochum, war Kuratoriumsmit-glied in der Stiftung Geschichte des Ruhrgebietes, wirkte im Verwaltungsrat der Techn. Bergbau-Hochschule Georg Agricola in Bochum mit und kümmerte sich dort besonders um die Belange der Studierenden. Er war langjähriger Schatzmeister der Christlich-Deutschen-Arbeitnehmer (CDA) inn-erhalb der CDU  und er engagierte sich in der Ge-sellschafterversammlung des Uni-Klinikums der Ruhr-Uni-Bochum. 2017 verlieh ihm die damalige Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft, den Verdienst orden des Landes NRW am Bande. 2018 erhielt Herr Beermann aus der Hand des Ruhrbischofs von Essen, Dr. Overbeck, den Heinrich-Braun-Preis für vorbildhaftes christlich-soziales Engagement. Und er hielt enge Beziehungen zur Arbeitsgemein-schaft Kirche und Bergbau.   

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in Memoriam

Wie alle Menschen hatte Herr Beermann natürlich auch  Schwächen und Stärken. Aber in Punkto Gemeinsinn und bergmännischem Zusammenhalt hat er doch viele übertroffen. Das zeigen auch die Reaktionen von ganz normalen ehemaligen Bergleuten. Auch Sie haben die Authentizität von Herrn Beermann immer wieder gespürt. Denn er war einer von ihnen. Das konnte auch RK-Chef Blach spüren, als Herr Beermann am 30.4.2000 auf der Schachtanlage Ewald in Herten mit Tränen in den Augen die Stilllegung offiziell im Rahmen einer Feierstunde bekanntgeben mußte. 1936 als Sohn eines Bergmanns in Wattenscheid geboren, war es naheliegend, dass er 1951 als Industriefkaufmann auf der Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid angelegt wurde. Bezeichnenderweise wirkte er in der Abteilung „soziale Fragen.“ Auf der Zeche war er offensichtlich so überzeugend und erfolgreich, dass er die bergmännische Karriereleiter förmlich hochstolperte.  1984 wechselte er als Arbeitsdirektor in den Vorstand der damaligen Bergbau AG Niederrhein.  

Dann war er vier Jahre lang im Vorstand der Rheinischen Braunkohlenwerke AG tätig, um dann 1990  als Arbeits-direktor in die Ruhrkohle AG wieder zurückzukehren. 1998 ernannte man ihn dann zum Vorstandsvorsitzenden der neu gegründeten Deutschen Steinkohle AG, die 2017 wieder in RAG AG umbenannt wurde. In dieser für den Bergbau schwierigen Zeit ( zur Erinnerung: 1987 wurde von der EU der Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus bis 2012 und in einer gewährten Verlängerung bis 2018 beschlossen) bemühte sich Herr Beerman nach Leibes Kräften darum, den gewaltigen Anpassungsprozess im Deutschen Steinkohlen-bergbau sozialverträglich zu bewältigen. Ihm ist es u.a. zu verdanken, das kein Bergmann ins Bergfreie fiel. 2001 legte Herr Beermann altersbedingt seine Ämter nieder. In 2018 trat Herr Beermann am 30.6.2018 noch einmal im Rahmen des 13. Deutschen Bergmannstages auf der Zeche Zollverein in Essen in der Öffentlichkeit auf.

Wir kondolieren auch im Namen unserer Mitgliedsvereine, insbesondere dem Bund Deutscher Bergmanns-,Hütten-und Kanppenvereine,  dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier und dem Bergbau-und Geschichtsverein Oer-Erkenschwick.    

Der Revierkohle-Vorstand

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Grüne: Brett vor dem Kopf ?

ist die Energiewende nur ein Mittel zum Zweck ?

Brett mit Text von Robert Habeck
zum vergrößern bitte wischen
Brett mit Text von Robert Habeck
Robert Habeck, beide Fotos: Youtube
Völker hört die Signale- Grafik

Erst hatten wir gedacht, wir hören nicht richtig. So erging es offensichtlich auch dem Youtuber Obik-yama, der die Sätze von Robert Habeck, Chef der Grünen, in einem Nacht-gespräch mit dem Philo-sophen Precht im ZDF am 16.12.2018 zweimal wied-erholte.

Kein Zweifel: Robert Ha-beck hat allen Ernstes die Meinung vertreten, dass China effizienter ist als wir und das er sich vorstellen könnte, so ein System auch bei uns (wieder) zu install-ieren. DDR 2.0 läßt grüßen. 

Da fragt man sich, von welchen Werten  läßt sich dieser demokratisch ge-wählte Volksvertreter tat-sächlich leiten?

Ist für Habeck jedes Mittel recht, um die Energiewende zu vollenden oder ist die Energiewendepolitik nur ein Mittel zum Zweck, um eine Öko-Diktatur nach chine-sischem Muster aufzu-bauen. Nur eben ein biß-chen subtiler und leiser?

Diesen Eindruck könnte man bekommen, da nicht nur Habeck, sondern die gesamte Partei der Grünen schon seit Jahren werte-bildend unterwegs ist. Man könnte auch von Bevor-mundung sprechen.

Denn es ist ihnen mittler-weile gelungen, dass man Heutzutage kaum noch eine kritische Haltung zur Energiewendepolitik ein-nehmen kann oder den angeblich von Menschen verursachten Klimawandel durch C02-Emissionen an-zweifeln darf,  ohne Gefahr zu laufen, als Klimaleugner gebranntmarkt zu werden.

Was dann wiederum quasi automatisch zu einer Aus-grenzung in der öffent-lichen Meinungsbildung führt. Wir sind selbst Be-troffene.

Im Mittelalter  landeten Ketzer und Andersdenk-ende nicht selten sogleich auf dem Scheiterhaufen. Und im heutigen China schnell im Knast.

Sobald es um das Thema Klima und Energie geht, zählen oft nicht die bess-eren (wissenschaftlichen) Argumente oder gar phy-sikalisch-technische Sach-zwänge, sondern pure Glaubenshaltungen. Wie seinerzeit in der DDR oder im heutigen China. 

Kostprobe: „die Kohenlobby mauert und deshalb ist der Stromsee immer noch grau anstatt grün.“ 

Beiden Systemen muß man im Hinblick auf das Thema Versorgungssicherheit all-erdings bescheinigen, dass sie sich in Punkto Ab-hängigkeit, Kosten, ge-sicherte Leistung und Umweltschutz keine Illu-sionen machten bzw. machen.  Anders als die Grünen.

Foto: Youtube. Ausschnitt aus einer ZDF-Sendung mit Markus Lanz, Freistellung: Revierkohle

Es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen. Am Kohleausstieg führt daher kein Weg vorbei !“

Annalena Baerbock

ausgewiesene Expertin für Energiefragen und Vorstandsvorsitzende Bündnis 90/die Grünen

Das die Abschaltung der Kohlekraftwerke keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit hat, wie die Grünen behaupten, hält sogar der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW), der sich für den weiteren  Ausbau von Windkraftanlagen ausgesprochen hat, für eine intellektuelle Zumutung.

In seiner Stellungnahme zu einer von den Grünen im Jahre 2017 in Auftrag gegebenen Studie  „Stromexporte von Stein-und Braun-kohlestrom“ teilt er mit, dass man auch in Wahlkampfzeiten nicht davon ablenken darf, dass konventionell erzeugter Kraftwerksstrom für die jederzeit sichere Energieversorgung auch heute noch dring-end benötigt werde.

Das gilt besonders in einem System, das zunehmend durch die stark schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geprägt ist. Gerade in Dunkelflauten (Nov bis Febr.), wo weder Wind noch Sonne ausreichend zur Verfügung steht, zeigt sich die Leistungsfähigkeit der Kraftwerke.

Und anders als Frau Baerbock und die Grünen es darstellen, gibt es keine Großspeicher, die in der Lage wären, über einen längeren Zeitraum von 14 Tagen bei Dunkelflaute Strom zu speichern. Und auch das Stromnetz ist kein Speicher, wie Frau Baerbock allen Ernstes behauptet hat. Seit 20 Jahren haben sich die C02-Emi-ssionen trotz Energiewende verdreifacht und die globale Durch-schnittstemperatur hat sich seit 1850 trotzdem nur um ein Grad erhöht.

Und das der Mensch allein daran schuld wäre, gehört auch nicht zu den gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Extrem-wetterereignisse haben nicht zugenommen, der Eisbär und der Wald ist auch nicht ausgestorben, wie die Grünen es Ende 1990 und Anfang 2000 behauptet hatten, die Meeresspiegel haben sich auch nicht signifikant erhöht und der IPCC (Weltklimarat) hat sich bereits mehrfach aufgrund falscher Pognosen geirrt. Da stellt sich die Frage:“ sind die Grünen minderbegabt oder verfolgen sie ganz andere Ziele?“*)

Diese Frage stellten wir bereits in unserem Jahrbuch 2018 sowie in einem Redaktionsbeitrag vom 1.6.2017. Herr Habeck hat bereits die Antwort gegeben, die wir in 2017 nur vermutet haben. Dann würde die Demokratie und die Meinungsfreiheit sowohl von links und rechts als auch von der mittlerweile grünen Mitte aus bedroht werden. Dagegen sollten wir uns wehren.

Quellenhinweise:

Kuntz, Helmut: Die Grünen: es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen, in: Eike.de vom 11.09.2017; ZDF vom 16.12.2018; Blach, Bernhard: Bündnis 90/die Grünen: Brett vor dem Kopf?, Revierkohle (Hrsg.), Hamburg 2019, S. 150 ff.; Bennert, Wulf, Merbach, Wolfgang, Appel, Hans-Günter, Waniczek, Helmut: Kann der Mensch das Klima retten?, Erfurt 2020, S. 24; Limburg, Michael, Mueller, Fred F.: Strom ist nicht gleich Strom, Europäisches Institut für Klima und Ener-gie (Hrsg.), Jena 2015, S.28 ff sowie RK-Redaktion vom 11.9.2020.

*) N.N.:…zu achten und zu schützen..“ Grundsatzprogrammentwurf, Vorstand Bündnis 90/DIE GRÜNEN (Hrsg.), Berlin 2020. Unter Ziff. 52 des 58 Seiten Programmentwurfs wird behauptet, dass mit dem Ende des fossilen Zeitalters die ökologische Moderne beginnen würde. Die Begründung hierfür findet man dann in Ziff.54 wo es heißt: wir leben in Zeiten der Kimakrise. Das behauptet allerdings kein seriöser Metereologe.   

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