Thyssen-Krupp: Aufzugssparte verkloppt

der kriselnde Stahlriese braucht dringend Geld

Angesichts der bereits seit 2016 bestehend-en schwierigen wirtschaftlichen Situation und einem Verlust von 304 Mio. EUR will der Stahlkonzern ThyssenKrupp möglicherweise mehr als 6000 Arbeitsplätze abbauen. „Wir werden nun jeden Stein zweimal umdrehen“, so berichtete die neue Vorstandsvorsitzende, Martina Merz, bereits im Dez. 2019 ( siehe unseren Beitrag vom 07.12.2019)  Als Be-gründung für diese drastischen Maßnahmen werden zu geringe Auslastungen der Band-strassen, Überkapazitäten, hohe Rohstoff-preise und eine maue Konjunkturlage ge-nannt. Bochums Oberbürgermeister Eiskirch machte aber auch die ehem. Vorstandsvor-sitzenden Cromme und Schulz persönlich für die Misere verantwortlich, da sie es über 10 Jahre lang versäumt hätten, in ausreichender Weise in den Duisburger Standort zu investieren. 

Aus diesem Grunde hat sich der  Thyssen-Krupp-Vorstand dazu durchgerungen, wert-volles Tafelsilber zu verkaufen. Der Verkauf der lukrativen Aufzugssparte mit rd. 50.000 Mitarbeitern ist besiegelt. 17,2 Mrd. EUR blätterten die Investoren Advent, Cincen und RAG-Stiftung auf den Tisch des Stahlbarons. Der Erlös lag damit um 2,2 Mrd. EUR höher, als der finnische Konkurrent Kone geboten hatte. Weltweit tummeln sich im Aufzugs-markt nur vier Firmen. Thyssen-Krupp ist neben der OTIS-Gruppe, Schindler und Kone die Nummer 4 im globalen Geschäft.  

Martina Merz, neue Vorstandsvorsitzende von Thyssen-Krupp, Foto: Thyssen-Krupp,TK- Logo: Revierkohle

Im Mai d.J. soll darüber entschieden werden, wie das Geld zur Begleichung der  Schulden verteilt werden soll. Den Konzern drücken u.a. Pensionsverplichtungen i.H.v. 9 Mrd. EUR. Die Finanzschulden am Kapitalmarkt belaufen sich auf rd. 7,1 Mrd. EUR. Trotz des Verkaufs der Aufzugssparte wird es in 2020 aber keine Dividende geben, da die Stahlge-schäfte nach wie vor nicht gut laufen und für die Standortsicherung in diesem Jahr wieder mehr als eine Mrd. EUR ausgegeben werden muß. Und eine schnelle Besserung ist auch wegen des Corona-Virus nicht in Sicht. 

Mit dem Verkauf verliert Thyssen-Krupp fast ein Drittel seiner rd. 160.000 Mitarbeiter. Die gute Nachricht: der bisherige Hautpsitz soll erhalten bleiben. Man fühle sich mit den starken Wurzeln und der 200 Jahre alten Tra-dition des Unternehmens verbunden, so RAG-Stiftungschef Bernd Tönjes. Dafür droht aber dem unrentablen Grobblechwerk in Duisburg-Hüttenheim die Schließung. 

Konzernumbau geht weiter

Thyssen-Krupp soll wieder wettbewerbsfähig werden. Aus diesem Grunde wird der Konzern auf allen Ebenen und in allen Bereichen umstrukturiert. Der Stahlbereich soll aber die tragende Säule bleiben. Rund 800 Mio. EUR will der Vorstand in die Modernisierung von Hochöfen und Hüttenwerke investieren. Die Führungsgesellschaften „Industrial Solutions“ und „Components Technology“ sollen aufgelöst werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum Frühjahr 2027 ausgeschlossen. Alle Standorte bleiben in Deutschland erhalten, so die IG Metall nach Abschluss einer ArbN-Schutzvereinbarung.

Quellenhinweise:

Wirtschaftswoche vom 09.10.2019; FAZ vom 27.02.2020 und 28.02.2020; Handels-blatt vom 28.02.2020 und RK-Redaktion vom 11.03.2020

Fotonachweise:

oben links: Fahr-stuhl s/w: Wolfgang 1663, pixabay.com; unten: Thyssen-Krupp-Verwaltung in Essen: Hans-Peter Schröer, klein-es Fotos darunter (li): Fahrstuhlriem-enscheibe: Public Domain Pictures

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BBK: nach den THW-Notstromaggregaten kommt das Notfallkochbuch

...und trotzdem nahrhaft schlemmen

Nach Ansicht des Bundesamtes für Bevölk-erungsschutz und KatSchutzhilfe ist das durchaus möglich, wenn auch einge-schränkt.

Nicht erst seit dem Ausbruch des Corona-Virus macht sich das BBK so seine Gedank-en, wie sich das Volk vor Krieg und Kata-strophen schützen könnte. Denn es gibt ein Katastrophenszenario, welches von der Bundesregierung durch die von ihr voran-getriebene Energiewende  für immer wahr-scheinlicher gehalten wird. Und das ist der Blackout. Der flächendeckende Stromausfall, der durch die zunehmende Anzahl von  Re-dispatch-Maßnahmen aufgrund der Zu-nahme  von Öko-Strom bei gleichzeitig zu-nehmender Abschaltung von Kraftwerken wahrscheinlicher wird. Das hat die Regierung offensichtlich nach vielen Warnungen von Fachleuten nun wohl selbst begriffen.

Denn es ist noch keine vier Wochen her, da berichteten wir über die Anschaffung von 670  50 kVA-Notstromaggregaten für das THW im Wert von 33,5 Mio. EUR und weiteren 35,6 Mio. EUR für die autarke Unterbringung von 5000 Menschen, da wartet das BBK mit einer weiteren Überraschung auf: einem

                              Notfallkochbuch

Allerdings nicht als Pflichtlektüre für künftige Bunkerwarte, sondern für Jedermann.

mit freundlicher Empfehlung

Offensichtlich geht man beim BBK davon aus, dass der weitere Ausbau von Windkraftanlagen zur Folge haben wird, dass Strom in Zukunft nicht mehr bedarfsgerecht jederzeit zur Verfügung steht. Diese Überlegung ist auch vernünftig, denn regenerativ erzeugter Strom ist nicht speicherbar und steht auch nicht ständig zur Verfügung. Mal zu viel, mal zu wenig und meistens gar nicht.

Daher wird der Strom in Zukunft in größeren Mengen aus dem Ausland kommen und über inländische Gaskraftwerke. Da diese Entwicklung absehbar mit vielen Unsicherheiten behaftet ist, besinnt man sich vergangener kriegswirtschaftlicher Überlebens-strategien.

Das Notfallkochbuch soll zur Stärkung der „Resillienz“ der Bevölkerung beitragen. Unserer Meinung nach der völlig falsche Weg. Vielmehr sollten die „seelischen Widerstandkräfte“ gegen die Energiewende der Bundesregierung gestärkt werden, um die Versorungssicherheit aufrecht zu erhalten.

Mit einem Nofallkochbuch kommt man bei regelmäßig auftretenden Stromausfällen auch nicht viel weiter, weil bei den meisten Leuten (vor allem Familien) schlicht und ergreifend der Platz dafür fehlt. Und ohne Strom funktioniert auch keine Toilette. Da hilft im 3. OG auch kein Nofallkochbuch weiter. So einfach ist das.    

Und wer keinen Garten hat, kann auch kein Gemüse selbst anpflanzen. Bleibt also nur noch Dosenfutter. Und das ist im Notfallkochbuch reichlich aufgeführt.

Von Bohnen, Erbsen, Möhren, Mais, Sauerkraut und Gurken in der Dose bis zum Natobrot, Nudeln, Bockwürstchen,Reis, Haferflocken, Thunfisch und Trockenpflaumen sind fast alle Lebensmittel ver-treten, die für lange Zeit haltbar gemacht wurden. Zusätzlich sollte jeder 28 Liter Mineralwasser, Batterien, Feldkocher, Tabletten, Erste-Hilfe-Koffer, Besteck, Batterieradio, Kerzen und Klopapier im Keller bunkern.

Gewievte Prepper geben sich mit einer solch kargen Grundaus-stattung natürlich nicht zufrieden, da diese sich auch auf den Kriegsfall vorbereiten. Also mit Gasmaske, Klappspaten und so. Aber dem BBK geht es ja „nur“ um einen Stromausfall von maximal 14 Tagen. Beachtet werden sollte, dass die Ausstattung den täglichen Energiebedarf von 2.200 Kilokalorien abdeckt, so dass BBK und die Katastrophenschutzorganisationen, die die Fibel gemeinsam erarbeitet haben.

BBK-Hamster

Notfall-Vorrat

 

Getreideprodukte; Gemüse; Hülsenfrüchte; Obst in Dosen; 28 Liter Wasser, Fisch, Fleisch und Eier, Klopapier; Verbandskasten; Seife, Waschmittel, Zahnbürsten, Einwegbesteck; Batterien, Kerzen, Taschenlampen, Campingbrenner

Szenario in echt

wir haben mal nachgerechnet

Auf der Basis eines 14 tägigen Stromausfalls hätte eine 4-köpfige Familie grob geschätzt folgenden Bedarf:

Getreideprodukte und Brot in Dosen: 5 Dosen pro Tag x 14= 70 Dosen

Gemüse und Hülsenfrüchte in Dosen: 4 Dosen für die erste Woche = 28 Dosen; 4 Dosen (mit anderen Inhalten) für die zweite Woche = 28 x 2 = 56 Dosen

Obst in Dosen: 4 Dosen pro Tag x 14 = 56 Dosen

Mineralwasser in Flaschen:

4 x 1 Flasche pro Tag x 14 = 56 Flaschen

Fisch in Dosen: 1 Dose alle zwei Tage = 7 Dosen

Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Mehl, Instantbrühe, Hartkekse, Salzstangen, Kakaopulver, Sonnenblumenöl. Niedrig angesetzt: jeweils eine Packung = 11 Packungen

Hygieneartikel:

Seife: 1 Stück für 14 Tage x 4 = 4 Stück ; Klopapier: 1 Rolle für zwei Tage = 7 Rollen x 4 = 28 Rollen + 20 Rollen Reserve, 4 Zahnbürsten, 4 Zahnpasten; Rasierer, Rasierschaum

Einweggeschirr: Messer, Gabel, Löffel , Becher, Teller, x 4 für 14 Tage  = 40 Stück

Propankocher, 30 Batterien; 28 Kerzen, 1 Batterieradio, 4 Taschenlampen, Streichölzer, 4 Zusatzdecken, 

DIN -Verbandskasten, Schmerzmittel, Fieberthermometer, Kohletabletten, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Desinfektionsmittel

Ergebnis: ________________________________

Gesamtdosenbedarf: 133 Dosen Gesamtwasserbedarf:  56 Liter   Klopapier:                        28 Rollen

sonstiger Bedarf:          127 Artikel (s.o.)

wir sind Creativ

wenn nichts mehr geht ...

Und da sich die Lebensmittel auch in Dosen nicht ewig halten, sollten Sie alle halbe Jahre den Vorrat auffuttern und neu an-legen. Für den Klogang legen Sie sich Beutel an, die Sie im Notfall aus dem Fenster schmeißen können.

Und falls Sie noch auf die Idee kommen, aus humanitären Gründen im Notfall auch ihrem Nachbarn aushelfen zu wollen, sollten Sie vorab schon einmal den Bau einer Zusatzgarage in Erwägung ziehen. Ach ja, noch etwas: sollte eine Evakuierung not-wendig werden, halten Sie auch wichtige Unterlagen und eine Dokumentenmappe  bereit.

Bis es soweit ist, können Sie sich bis zum 15. Mai 2020 beim BBK melden und weitere leckere Ideen für das Notfallkochbuch ein-reichen. Übrigens gilt das auch für den Namen. Der soll auch geändert werden.  

Quellenhinweis:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Pressemitteilung vom 19.02.2020; heise online.de vom 19.02.2020, CHIP.de vom 24.02.2020;

Fotonachweise:

Header: skyline, pixabay.com; links darunter: Notfallkoffer: Peggy u. Marco Lachmann-Anke; Korb: BBK, Freistellung: Revierkohle; Mitte: Grafik: BBK; darunter: Schaltkasten: Michal Jarmoluk; darunter: Batterien: pixabay.com

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Universität Hamburg: Erziehungswissenschaftler treffen auf Klimaforschung

indoktriniert das "Schulprojekt Klimawandel" Jungs und Mädels der Sekundarstufe 1 ?

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Prof. Dr. Sandra Sprenger

Erziehungswissenschaftlerin. Leiterin des Arbeitsbereichs Geographiedidaktik, Sprecherin des Teams "Nachhaltigkeit in Studium und Lehre". Studiengangleiterin Lehramt Primar-und Sekundarstufe 1 f.d. Lehramt an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg.

Foto: vimeo, Freistellung: Revierkohle

Prof. Dr. Sandra Sprenger

Das es den Klimawandel gibt, ist wissenschaftlicher Konsens

Diese Binsenweiheit ist banal und wird von keinem seriösen Klima-wissenschaftler ernsthaft in Frage gestellt. Und dennoch ist es den Erziehungswissenschaftlerinnen Sandra Sprenger und Mareike Schauß von der Uni Hamburg ein besonderes Anliegen, das Thema Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer*innen als „informierte Entscheider“ mit Hilfe des Hamburger Klimarechenzentrums sach-gerecht nahezubringen. Begründung: weil die Kids mit authentischen Kllimadaten arbeiten können und weil das Unesco-Weltaktionspro-gramm Bildung dies als Lernbaustein für eine nachhaltige Entwick-lung auserkoren hat. Genau so gut hätte sich das Arbeitsteam „Geographiedidaktik“ um Frau Sprenger auch mit den Unesco-Bildungsbausteinen „sauberes Wasser“, „Gender-Problematik“, „Bekämpfung von Armut und Hunger“ , „Leben unter Wasser“ o.ä. beschäftigen können, für die es ebenfalls reichlich Drittmittel gibt.  Aber nein, es mußte der Klimawandel sein.  Und da dieses Thema seit Jahren in der Öffentlichkeit eben nicht sachgerecht diskutiert wird, haben wir uns die Frage gestellt, ob andere Beweggründe am FB 3 der Uni Hamburg eine Rolle gespielt haben, sich für das Thema Klima zu entscheiden und dies zum Gegenstand des „Schulprojekts Klimawandel“  zu machen. Zum Beispiel die gezielte Indoktrination von Jungs und Mädels der Sekundarstufe 1 über die Schulleitungen.  

wer mehr wissen möchte: bitte blättern>

Dieser Verdacht besteht schon deshalb, weil Frau Sprenger und ihr Team das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schüler mit „adäquatem“ Wissen auszustatten, welches es ihnen ermöglicht, an gesell-schaftlichen Entscheidungsprozessen sinnvoll teilzunehmen, in dem sie u.a. Klimaschutzkonzepte besser verstehen lernen.  Dabei sollen sie erkennen, welche Handlungsspielräume sie unter den Paradigmen „Konsens und Unsicherheit“ haben, weil wissen-schaftliche Erkenntnisse immer unter Unsicherheiten zustande kommen. Es gilt daher herauszuarbeiten, wo Konsens besteht und wo Unsicherheit anfängt. Um den Konsensblick zu schärfen, müßte man auch in den „authentischen“ Unterrichtsraum hineinschauen. Das würde bisher leider zu kurz kommen. 

Warum wir das unter dem harmlos erscheinenden Arbeitstitel „Schulprojekt Klimawandel“ als Indoktrinationsversuch ansehen, ergibt sich aus verschiedenen Aspekten.

Da ist zunächst der Bezug zu nennen, auf den sich Frau Sprenger und ihr Team bezieht: der IPCC-Sachstandsbericht. Dieser all-jährlich vom  (nichtwissenschaftlichen) Weltklimarat herausge-gebene Bericht erscheint als ungekürzte Ausgabe und für Politiker als gekürzte Ausgabe.  Letzterer wird von Regierungen mitge-schrieben. Dadurch sind bis heute zahlreiche Diskrepanzen zu-stande gekommen. So wurde in der verkürzten Ausgabe behauptet, das die  Klimerwärmung antrophogen durch zusätzliche C02-Emi-ssionen verursacht sei. Im AR 5-Sachstandsbericht des IPCC aus dem Jahre 2013 ist in Kapitel 2.6 davon aber keine Rede. Die Frage, ob seit 1950 die Extremwetterereignisse zugenommen hätten, beantwortet der IPCC negativ.    

Innerhalb des Konsenses gibt es

Des weiteren stellt sich die Frage, was Frau Sprenger et.al. mit der Aussage des „wissenschaftlichen Konsenses“ eigentlich wirklich meint ? Da dieser Begriff unheilschwanger als Tod-schlagkeule gegenüber Zweiflern in allen Medien ständig geschwungen wird, unterstellen wir mal, das Frau Sprenger sich auf den immer wieder gerne erwähnten „97% Konsens“ aller Klimawissenschaftler bezieht. Sollte dem so sein, müßte Frau Sprenger ihre Dekanin Arnold eigentlich um Entlassung bitten, denn in der Wissenschaft gibt es keinen Konsens, da Wissenschaft von Zweifeln lebt. Und die Studie, auf die sich in diesem Zusammenhang seit Jahren von Umweltaktivisten aller Couleur immer wieder gerne berufen wird, stammt aus dem Jahre 2013 und wurde von dem Australier John Cook unter dem Titel „Bewertung des Konsenses über die antropogene Erwärmung in der wissenschaftlichen Literatur“ in der Zeit-schrift Environment Research Letters als bestes Paper seinerzeit hochgejubelt. Was für ein Hohn !   

Schauen wir uns mal an, wie der Herr Kognitionswiss-enschaftler die 12.000 „Studien-Abstracts“ sortiert hat. 66,39 % aller ausgewerteten Abstracts von Studien treffen keinerlei Aussagen zum Einfluss des Menschen auf das Klima. 24,36 % aller Abstracts erwähnen den Treibhausgaseffekt und deuten damit einen Zusammenhang zwischen dem Menschen und dem Klimawandel an und nur 0,54 % der Abstracts bejahen ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen der von Menschen gemachten Klimaerwärmung durch zusätzliche Co2-Emissionen. 7,72 % der Studien bejahen den menschlich-en Einfluss auf das Klima, legen sich aber nicht zum genauen Umfang des Einflusses fest. Und wie wurde aus 0,54 % nun 97 % Konsens ? Ganz einfach: durch verzerrende Zusammen-fassungen der 8 gebildeten Kategorien. Oder anders formuliert: durch kreative Statistik.  

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke, Physiker, Foto: Swiss Journalist 2, GNU, CC-BY-SA-3.0, wikimedia commons

Noch politischer wird es, wenn man sich mit den Unesco-Roadmap-Zielen beschäftigt. Dort ist z.B. ganz unverblühmt davon die Rede, dass der zukünftige Bildungszweck daraus ausgerichtet sein sollte, die Gesellschaft zu transformieren und die Lernenden mit den nötigen Kompetenzen für „Green Jobs“ auszustatten.

Ferner sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, sich aktiv für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem im Sinne einer ökolo-gischen und gerechten Welt einzusetzen.

Und Deutsche soll es auch nicht mehr geben. Nur noch Weltbürger. Wenn da mal nicht zu tief in das Parteiprogramm von Bündnis 90/Die Grünen geschaut wurde. Mit wissenschaftlich redlicher Reflexion hat das ganze u.E.n. wenig zu tun, dafür aber sehr viel mit Instrumentalisierung. Was natürlich nicht in Ordnung ist. Aber bis die Schülerinnen und Schüler dies als Student*Innen oder erst als Erwachsene merken, haben sie diese Art von Erkenntnisvermittlung schon längst lange in ihrem Unbewussten „internalisiert.“        

 

Nach Ansicht des von uns befragten Physikers und Kritikers der aktuellen Klimapolitik, Prof. Dr. Joachim Lüdecke, fügt sich das Schulprojekt leider nahtlos in den an deutschen Hochschulen zu beobachtenden Qualitätsverlust in Lehre und Bildung ein, da Lehre und Forschung zunehmend von einer schädlichen Politisierung be-gleitet wird.

In Bezug auf den stattfindenden Klimawandel reicht es seiner An-sicht nach nicht aus, nur die Wetterdaten seit 1850 zu betrachten und diese Daten dann mit Hilfe von Computersimulationen in die Zukunft zu extrapolieren. Denn um ein genaueres Bild von der klimatischen Entwicklung zu erhalten, muß man längere Zeiträume betrachten.

So belegt z.B. die Glaziologie, dass es 9500 bis 5500 v.Chr. 1 bis 3 Grad wärmer war als heute. Und globale Klimamodelle sind seiner Ansicht nach ohnehin das Letzte an Seriosität, was die Klima-wissenschaft zu bieten hat, wenn es nicht um numerische Spezialfragen geht. Die Klimamodellierer raten im Vorfeld zum 6. IPCC-Sachstandsbericht mittlerweile selbst davon ab, ihre Smulationsergebnisse zu verwenden und dafür andere Argumentationen des Berichts stärker in den Vordergrund zu stellen. (Voosen, 2019, Forster et.al. 2019)

Den beiden Projektleiterinnen empfiehlt er für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern das Buch von U.Berner und H.Streif mit dem Titel: „Klimafakten: der Rückblick- ein Schlüssel für die Zukunft.“ Herausgegeben wurde das Buch von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. (BGR)   

Zur Person:

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke ist Physiker für Strömungs-mechanik und pensionierter Professor für Physik, Informatik und Operations Research der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW).  Bereits vor seinem Ruhestand begann er, sich der Klimaforschung und Energiepolitik zu widmen. Einer grösseren Öffentlichkeit wurde er bekannt als Autor der populärwissenschaftlichen Bücher „CO2 und Klimaschutz. Fakten, Irrtümer, Politik (ClimateGate)“ und „Energie und Klima. Chancen, Risiken, Mythen„.

 

Fazit

auch Pädagog*
innen können noch etwas dazulernen

                              Quellenhinweise:

N.N.: Forschungsprojekt des Monats Februar, Interview mit Sandra Sprenger und Mareike Schauß, Universität Hamburg 2020; Lüdecke, Horst-Joachim: Indoktrination von Schülern an der Universität Hamburg ?, in: Eike.de vom 08.03. 2020; Voosen, P. : New climate models predict a warming surge: Science vom 16.04.2019; Forster, P.M.: Maycock, A.C.; C.M. and Smith.C.: Latest climate models confirm need for urgent miti-gation, in: Nature Climate Change, 2019 ( Lüdecke-Hinweise); N.N: Unesco-Roadmap – Bildung für nachhaltige Entwicklung, Deutsche Unesco-Kommission e.V., (Hrsg.) Bonn 2014 sowie RK-Redaktion vom 14.03.2020

Fotonachweise:

Headerhintergrund: Pädagisches Institut Uni Hamburg: Revierkohle; Vordergrund-Grafik: Revier-kohle; Prof. Sprenger: vimeo, Freistellung und Bildbearbeitung: Revierkohle; Hörsaal: Michel Jarmoluk, pixabay.com; .Prof. Lüdecke: privat, Bildbearbeitung und Freistellung: Revierkohle; unten links: Grafik-Veränderung: Revierkohle; Bücher: pixabay.com; Anhänger rechts unten: fotolia-Kauf

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Shell: grösstes Wasserstoff-Projekt in Planung

droht erneut ein Riesensubventionsgrab ?

Power to X

grüner Wasserstoff soll das Speicher-problem lösen

Im niederländischen Hafen Groningen Seaports plant der Ölkonzern Shell zusammen mit dem niederländischen Gasnetzbetreiber Gasunie den Bau eines der größten Wasserstoff-Projekte Europas. Im Rahmen des sog. NortH2-Projektes soll in Eemshaven ein Elektrolyseur  grünen Wasserstoff verarbeiten, speichern und an-schließend an die Industrie weiterliefern. Auf der Nordsee soll dazu ein Windpark mit 3 bis 4 Giga-watt Leistung errichtet werden. Die Anlage soll bis 2027 fertig sein. Bis 2040 will man den Windpark auf zehn Gigawatt vergrößern. Das Problem: die Kosten in Höhe von rd. 4 Mrd. EUR und die Kosten für die laufende Erzeugung von Wasserstoff sind zu hoch. Und das ist nur ein Problem von mehreren.  

Trotz des medialen Hypes ist das Thema nicht neu. Schon 1766 entdeckte der englische Naturwissenschaftler Henry Cavendish das Element.

Wasserstoff hat das Symbol H, hat in der Atmosphäre einen Anteil von über 70 % und tritt als Molekül H2 auf. Es ist farb- und  geruch-los und wird ab  einem Wasserstoffanteil von 18 % hochexplosiv. Von allen Stoffen hat es die geringste Dichte. Wegen seiner Leichtigkeit verflüchtigt es sich aber schnell, bevor es knallt. Daher speichert man heute Wasserstoff in Druckspeicher durch Verdicht-ung auf 40 bar und in Flüssigkeitsspeicher durch Kühlung und Ver-dichtung.

Bei der Verflüssigung  kommt es zu unvermeidlichen thermischen Isolationsverlusten durch Ausgasung und Verdampfung. Die Ver-dampfung wird mit Hilfe verschiedener Verfahren erzeugt. Als Beispiel seien hier genannt: die Verdampfung mit Hilfe von Erdgas und dem Einsatz großtechnischer Dampfreformer, der Einsatz von  autothermen Reformern mit Hilfe von Methanol und die biochemische Dampferzeugung mit Hilfe von Bakterien und Grünalgen. Uns soll an dieser Stelle aber nur die Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe der Wasserelektrolyse unter Einsatz von Windkraftstrom interessieren.

Zur Orientierung: Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe von Strom aufgespalten. Die Reaktionen finden im Elektrolyseur statt. Das Speicherystem besteht aus einem Druckspeicher, einem Elektrolyseur, einer Brennstoffzelle, einer Wasserstoffturbine und bisher  entweder aus einem dazugehörenden Gas- oder Kohle-kraftwerk. Grün erzeugter Wasserstoff wird mit Hilfe der Windkraft-energie erzeugt. Alle Systeme haben eins gemeinsam: sie vereinen so viele Nachteile miteinander, wie kaum eine andere Antriebs-technik und daher wird Wasserstoff noch lange Zeit der Treibstoff der Zukunft bleiben. Warum das so ist, wollen wir gerne im Folgenden begründen.   

Aus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller, und die Mühle stehet still. So geht´s immer, wie ich finde, rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehlt´s am Winde, hat man Wind, so fehlt das Korn. Wilhelm Busch

Mehrere Ineffizienzen

Um 1 kg Wasserstoff herzustellen, ist die neunfache Menge an destilliertem Wasser notwendig. Ein Wasserstoffauto hat einen Wasserstoff-Drucktank, der mit maximal 6 kg Wasserstoff betankt werden darf. Das ist Ge-setz. Für die Erzeugung von 6 kg Wasserstoff wäre der Einsatz von 54 Liter Wasser nötig. Wohlgemerkt: für ein Auto mit einer Tankfüllung ! Sie werden leicht verstehen, dass die von der Bundesregierung noch in 2018 geforderte Wasserstoffoffensive,  1 Mio. wasserstoff-getriebene Autos bis 2025 auf die Strassen bringen zu wollen,  geradezu an Verschwendung grenzt. 

Bei der Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff ( Elektrolyse) gehen je nach Anlagen-typ rd. 40 bis 50 % der elektrisch eingesetzten Energie verloren. Im Durchschnitt liegt der Ener-gieverlust bei 43 %. Der Wirkungsgrad bei 57 %. Für die Wasserelektrolyse werden rd. 50 kWh pro kg Wasserstoff  benötigt. Davon fließen rd. 40 kWh in die Elektrolyse und 10 kWh sind Verlust. Zum Vergleich: um 1 kWh Strom aus Kohle zu erzeugen, werden -je nach Brennwert- 345 Gramm Kohlenstaub benötigt.

Soll Wasserstoff transportiert werden, muß er verflüssigt und auf -254 Grad Celsius abgekühlt werden. Für diese Umwandlung werden weitere rd. 13 % der im Wasserstoff gespeicherten Energie benötigt. Und Wasserstofftankstellen müssen gekühlt werden, was ebenfalls Energie kostet. Der Energiegehalt eines 5 kg Wasser-stofftanks entspricht gerade einmal 20 Liter Dieselkraftstoff. Hinzu kommt, dass an einer Wasserstofftankstelle nur 6 Wasserstofffahr-zeuge pro Stunde betankt werden können, auch wenn der Tankvorgang nur rd. 5 Minuten dauert. Das liegt daran, dass der Zapfhahn aufgrund der tiefen Minusgrade während des Tankvorgangs einfriert und dann Zeit benötigt, um wieder auf-zutauen. In der Brennstoffzelle des Autos muß der flüssige Wasserstoff dann wieder in Strom umgewandelt werden. Das kostet ebenfalls Energie.

Für den Straßentransport von Groningen /Holland bis zur Chemieindustrie oder zu einer Wasserstofftankstelle gehen wir mal von einer Durchschnittsentfernung von 200 km aus. Da Wasserstoff während der Fahrt verdunstet, geht der Energieexperte Ulf Bossel (Begründer der Energiewende) von weiteren 13 % Energieverlust aus. Beim  Verfüllen des flüssigen Wasser-stoffs in einen Tank mit hohen Drücken bringt noch einmal  4 % an Energieverlust ein. Und dann muß der Wasserstoff in der Brennstoff-zelle wieder zu Strom umgewandelt werden. Von der ursprünglich eingesetzten Energie verbleiben nach Ansicht von Bossel gerade einmal 19  % des Wirkungsgrades im Tank.

Auf der Kostenseite hat der niedrige Wirkungs-grad gravierende Folgen. Selbst wenn Solar-strom nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts in 2050 nur noch 1,8 Cent je kWh kosten sollte (was wir nicht glauben), dann wäre Wasserstoff immer noch dreimal so teuer wie der heutige, konventionell hergestellte Strom. Berechnung: 1,8 Cent/kWh : 19 % = 9,5 Cent kWh.

Und bei gerade einmal 71 Wasserstofftankstell-en in Deutschland wird sich jeder dreimal über-legen, ob sich die Anschaffung eines Wasser-stoffautos lohnt. 386 Zulassungen beim Kraft-fahrtbundesamt in 2019 zeigen, das zumindest-ens der Deutsche Autofahrer den löchrigen Wassereimer bemerkt hat.  

 

Will man für die Herstellung von Wasserstoff mittels Wasserelektrolyse ausschließlich grünen Strom aus Off-Shore-Windkraftanlagen einsetz-en, müssen die Elektrolyseure für den Betrieb auch von wenigen Stunden ausgelegt werden, da Windstrom bekanntermaßen volativ ist und daher oft nicht zur Verfügung steht. Das ist ebenfalls teuer und ineffizient. Aus diesem Grunde hofft Shell und Gasunie auf staatliche Hilfen sowohl aus Den Haag als auch aus Brüssel.

Und da dort offensichtlich die Geldhähne weit offen stehen, hat nicht nur Shell und Gasunie, sondern auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier, das Land  NRW und die Hansestadt Hamburg Wasserstoff als Megaprojekt erkannt. Flugs will OB Tschentscher nun ebenfalls am Stand des neuen Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit einer Kapazität von 100 Megawatt bauen. Dafür soll sogar einer der beiden Kraftwerks-blöcke geopfert werden.

Warum treibt man diese Technologie trotz der desaströsen Energiebilanz voran? Die Antwort ist schlicht: weil die Wasserstofflobby noch größer als die Windkraftlobby ist. Für die Akteure kommen die offenen Staatskassen einem Selbstbedienungsladen gleich und bieten ebenfalls wie der Windkraftlobby einen sicheren Planungshorizont.   

immmer noch unglaublich ineffizient

Quellenhinweise:

Bossel, Ulf: Saubere Energie aus Wasser-stoff ist eine Illusion, in: Deutschlandfunk Kultur vom 30.07.2008; H2ydrogeit.de; RTL vom 20.02.2020: Tschentscher überrascht mit vorzeitigem Kohleausstieg; Handelsblatt vom 27.02. 2020; Peters, Björn: Wasser-stoff, Energieträger der Zukunft. Oder?, in: Arbeitgeberverand.de vom 18.11.2019; ARD vom 3.7. und 4.7.2019; Bayrischer Rundfunk vom 17.10.2019; Blach, Bernhard: Wass-erstoff- eine Alternative zur Kohle ?, in: Jahr-buch für Energiepolitik und Montankultur, Revierkohle (Hrsg.), S. 120 ff, Hamburg 2019 und RK-Redaktion vom 16.03.2020

Fotonachweise:

Header: Revierkohle; Shell-Logo 1930: wikimedia commons, GNU, künstl. Veränd-erung: Revierkohle; rechts darunter: Tank-stelle und Auto: technicolors, pixabay.com; Windmühle am Watt: pixabay.com. Montage: Revierkohle; Video: Youtube

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