Wasserstoff: eine Alternative zur Kohle ?

Hybrid-Kraftwerk

6 Megawatt-Hybridkraftwerk in Prenzlau/Brandenburg, Foto: WDR

HINDENBURG LÄSST GRÜSSEN

Die LZ 139 war das größte Luftschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde. Am 6.5. 1937 ging der Zeppelin in Lakehurst bei New York in Flammen auf. Grund: eine Verkettung unglücklicher physikali-scher Umstände, die dazu führten, das sich  Wasserstoff in den Gas-zellen mit Sauerstoff ver mischte und daraufhin hochexplosiv reagierte. Wasserstoff bildet beim Austreten ein entzünd-liches Gemisch mit der Umgebungsluft. Hoch-explosiv wird es ab ein-emWasserstoffanteil von 18 %. Ansonsten ver-flüchtigt sich Wasser-stoff wegen seiner Leichtigkeit schnell, be-vor es knallt. Daher speichert man heute Wasserstoff  in Druck-speichern durch Ver-dichtung auf 40 bar und in Flüssiggasspei-chern durch Kühlung und Verdichtung. Bei der Wasserstoffverflü-ssigung kommt es zu unvermeidlichen thermi-schen Isolationsverlust-en durch Ausgasung und Verdampfung. So leert sich z.B. der halbvolle Wasserstoff-tank eines Autos bei Nichtnutzung innerhalb von 9 Tagen. Darüber hinaus hat Wasserstoff im Gegensatz zu vielen Kohlenwasserstoffen nur eine niedrige volumenbe zogene Energiedichte. Daher braucht man des-halb einen dreimal so grossen Tank und drei-mal so hohen Druck wie für Erdgas. 

wAS WIRD IN PRENZ-LAU PRODUZIERT ?

Das Hybridkraftwerk Prenzlau in Branden-burg erzeugt Strom durch Windenergie. Windstrom wird in Wa-sserstoff umgewandelt. Das Speichersystem be-steht aus einem Elektro-lyseur, einem Druck-speicher, einer Brenn-stoffzelle, einer Wasser-stoffturbine und zwei Blockheizkraftwerken, die Strom und Wärme produzieren. Drei Wind-räder sowie die Kraft-werksbestandteile er-zeugen eine Stromleist-ung von 6 Megawatt. Zum Vergleich: ein kon-ventionelles Kohlekraft-werk kommt locker auf 1000 Megawatt. Das kleine Hybrid-Kraft- werk ha 21 Mio. EUR ge kostet. Das Windgas wird in das Erdgasnetz mit 2 % Wasserstoffan-teil zugemischt. 600 Haushalte sollen in Zu-kunft mit Windgas aus Wasserstoff beliefert werden. Und die Ent-wicklung geht weiter.

Foto links: malp, fotolia-Kauf

So hat man jüngst am Rostocker Leibnitz-Institut für Katalyse im Labormaßstab Wass-erstoff aus Ameisensäure mit Hilfe eines Eisenkatalysators entwickelt. Mit der flüssigen Ameisensäure wollen die Forscher die aufwendige und teure Speicherung des gasförmig-en Wasserstoffes vermeiden. Allerdings wird bei dieser Methode viel C02 freigesetzt. Daher soll das Kohlendioxid in Salz, sog. Bicarbonate, gebunden werden. Über den Labormaßstab ist man allerdings noch nicht hinaus gekommen. 

Können wir also damit rechnen, das in einigen Jahren Windstrom preiswert in Wasserstoff umgewandelt und damit das Speicherproblem bei regenerativen Energieträgern gelöst sein wird ? Mit anderen Worten: ist der Zappelstrom dann in großem Maßstab speicherbar ? Wir glauben das nicht. Zwar hört es sich verlockend an, wenn man liest, das der Elekrolyseur in einer Stunde soviel Wasserstoff produziert, das man damit 1.100 bis 1.400 km mit einer Wasserstofftankfüllung weit fahren kann, aber die dazu notwendigen flächendeckenden Wasserstofftankstellen und Brennstoffzellen sind sehr teuer. Autos mit Brennstoffzelle sind nicht unter 60.000 EUR erhältlich. Und zur Wahrheit gehört leider auch, das alle Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff sehr viel Energie verbrauchen. Wenn ein Elektrolyseur Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, dann benötigt er dafür rd. 70 % Strom. Anschließend muß das gewonnene Gas komprimiert, transportiert und zum Betanken auf minus 40 Grad gekühlt werden und in der Brennstoffzelle eines Autos in Strom zurückverwandelt werden. Für den Antrieb stehen so nur 20 % der ursprünglich aufgewendeten elektrischen Energie zur Verfügung. Die vom Manager-Magazin bereits 1991 prophezeite These, „das Wasserstoffauto stehe bei BMW und Mercedes schon in der Garage“ hat sich -bis auf ein paar Prototypen- bisher als nicht massentauglich erwiesen.Und da Windstrom kontinuierlich nicht zur Verfügung steht, wird Wasserstoff i.d.R. aus Erdgas, Öl oder Kohle gewonnen. Damit ist der C02-Freiheitseffekt dahin. Die Experten des Ludwig-Bölkow-Instituts für Systemtechnik bezifferten die Kosten bereits in 2013 auf rd. 0,40 Ct pro Kilowattstunde Strom aus Wasserstoff. Michael Lim-burg vom Europäischen Institut für Klima und Energie hat für die Prenzlauer Anlage eine Unterdeckung von 0,4 Ct /kWh bei Windstrom und von 0,32 Ct /kWh bei erzeugtem Biogasstrom errechnet. Die Erlöse für die Fernwärme-Erzeugung konnten nicht ermittelt werden. Damit würde das Projekt, so Limburg, zu einem reinen Subventionsabgreif-Modell.

hohe Kosten
Das kleine Hybridkraftwerk in Prenzlau soll 6 Gigawatt an Strom und 4,5 Gigawatt an Wärmenergie liefern. Die Betriebskosten liegen bei 4 Mio. EUR p.A. Jeder der 16 Arbeitsplätze kostet rd. 250.000 EUR. Die kWh-Stunde kostet ca. 0,40 Ct. Ich finde, das ist noch keine echte Alternative. Dr. Holger S., Hamburg

Eröffnungsfeier Hybridkraftwerk Prenzlau- eine sportliche Herausforderung

Quellenhinweise:

Limburg, Michael: Unbequemes über das Enertrag Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Dauerthal bei Prenzlau, in: Eike.de vom 27.12.2014; Wirtschaftswoche vom 15.3.2016, Enertrag.com, Kraftwerksforschung.info, WDR 1 vom 25.10.2011; Focus.de vom 22.09. 2011; Chip vom 02.12.2017; Zeit-Online vom 13.09.2017 und RK-Redaktion vom 12.02. 2018 

TU Dresden: Klimaforschung contra Klimapolitik ?

TU-Dresden- Georg-Schumann-Bau, Kohlezeichnung:Revierkohle
TU-Dresden- Buntstiftzeichnung: Revierkohle
TU-Dresden - Mosaik: Revierkohle
TU-Dresden, Foto: Hullbs3ach, CC BY-SA 2.5, USA, wiss.Praxis wiki

Hörsaalzentrum der TU Dresden

Do., 12.April 2018, 19.00 h Bergstr. 64,                 01069 Dresden

6..png

wird der Klimawandel durch Menschen verursacht ?

Prof. Dr.Werner Kirstein von der Uni Leipzig hält das bei einem C02-Anteil von 0,035 % für unwahr-scheinlich.Seit rd.10 Jahren weist die Luft- temperatur weltweit einen abnehmenden Trend auf, obschon der C02-Ausstoß zunimmt. Für diesen Widerspruch liefern die Klimamodelle des Weltklimarates (IPCC) keine Erklärung.

wer sind die Nutznießer des Klimawandels ?

Zum einen viele Wissenschaftler, da diese dringend auf Drittmittel und Förder gelder angewiesen sind. Und zum ander-en die Wirtschaft. Die These vom mensch-engemachten Klima-wandel beschert der Wirtschaft rd. 25 Mrd. EUR an Subventions-beihilfen pro Jahr und stellt daher eine soli-de Planungsgrund-lage für viele Unter-nehmen da. Mit an-deren Worten: C02-Reduzierungstechno-logien bringen die Wirtschaft in Schwung. 

4..png

ist C02 ein Treibhausgas ?

Prof. Dr. Kirstein verneint dies und bezeichnet C02 als harmloses Spurengas.

5..png

besteht ein Zusammenhang zwischen Um-welt-und Klima-schutz ?

Auch hier vertritt der Herr Prof. eine klare Position: die Umwelt kann man schützen, das Klima nicht. Um-weltschutz und Kli-maschutz haben nichts miteinander zu tun.

1..png

wie ist das Verhältnis zwischen Klimapolitik und Klima-wissenschaft ?

Klimaforschung und Klimapolitik stehen sich nach Ansicht von Prof.Dr. Kirstein (aber auch vielen anderen Klimaforschern, Anm. d.Red.) diametral ge-genüber. In seinem Vortrag am 12.4.2018 wird Prof. Dr. Kirstein aufzeigen, weshalb die Debatte um das Senk-en von C02 aus-schließlich politischen Zielen und keinesfals dem Klima dient. In diesem Zusammen-hang wird er die Klimaentwicklung der letzten 10.000 Jahre erläutern und zeigen, wie es um das Klima tatsächlich bestellt ist.

3..png

ist der Weltklimarat eine wissen-schaftliche Institution ?

Herr Prof.Dr.Kirstein bestreitet diese An-sicht, da im Welt-klimarat überwiegend Sozial-und Wirt-schaftswissenschaft-ler sowie Politologen sitzen würden. Nur eine Minderheit wären Naturwissenschafler. Von diesen wiederum hätten viele in den letzten Jahren auf-grund der ideolo-gischen Ausrichtung das Handtuch ge-worfen. Fakt bleibt, das man in der Klima-forschung-und Modell-ierung keine länger-fristigen Voraussagen treffen könne, da die klima-tischen Verände-rungen nicht linerar, sondern caotisch ver-laufen. Mit dieser These steht Herr Prof. Dr. Kirstein nicht alleine da, wie wir in diversen Beiträgen immer wieder vorge-tragen haben.

Die TU-Dresden

  • gegründet 1828
  • 35.000 Studentinnen und Studenten
  • 6.300 Mitarbeiter
  • 536 Professuren
  • 122 Studiengänge
  • Naturwissenschaften
  • Technik und
    Sozialwissenschaften

    Foto: Hermann-Krone-Bau, FB Physik, (c) Dr. Jörg Blobelt, CC-BY-SA 4.0, wikimedia commons
Prof.Dr. Kirstein_InPixio

Prof. Dr. a.D. Werner Kirstsein, Klimageograph

der emeritierte Professor für Geographie und Geoinformatik lehrt im Fach physische Geographie und Klimatologie und setzt sich seit Jahrzehnten kritisch mit der Klimapolitik auseinander. Er bestreitet die These, das der Klimawandel menschengemacht sei

TU Dresden - Eingang der ehem. DDR- Arbeiter-und Bauernfakultät, Foto: Lysippos, CC-BY-SA 3.0, wikimedia commons

TU Dresden

Angebote für Jung und Alt

Call Us

040-2514684

uniper: Datteln 4 geht Mitte 2018 endlich in Betrieb

die Mannschaft steht zum Kraftwerk

uniper

Düsseldorf

GRÜNES LICHT AUS MÜNSTER

Nach acht Jahren juri-stischer Auseinandersetz-ung mit den sog. Umwelt-aktivisten und elf Jahren Bauzeit hat die Bezirksre-gierung Münster jetzt end-lich die immionsschutz-rechtliche Genehmigung für das modernste Steinkohle-kraftwerk Datteln 4 erteilt. Mit dieser Genehmigung kann das Kraftwerk endlich fertig erstellt werden und in Betrieb gehen. 

oben: Steinkohlekraftwerk Datteln 4, Foto: Maschinenjunge, CC-BY-SA-3.0 wikimedia commons, unten: Kraftwerker vor Ort, Foto: uniper

E-ON hatte den Grundstein für das Kraftwerk bereits 2007 gelegt. Das OVG Münster verfügte 2009 aufgrund von Bürgerprotesten dann einen Baustopp,  obschon die damalige Landesregierung den Bau ge-nehmigt hatte. Es drohten der Landesregierung Schadensersatzforderungen in Mrd. Höhe. Hinzu kommt noch, das die Deutsche Bahn AG dringend auf den Bahnstrom angewiesen ist, der nur aus Datteln und Karlsruhe kommt, da die Triebfahrzeuge der Bahn mit Einphasenwechelstrom und anstatt 50 nur mit 25 und 16 2/3 Hertz  Netzfrequenz betrieben werden können. In Datteln und in Karlsruhe unterhält die Bahn Umformerstationen, um den Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln zu können. Da die Deutsche Steinkohlenproduktion aus politischen Gründen Ende 2018 eingestellt wird, kommt die Kohle demnächst für das Kraftwerk leider aus Süd-afrika, Russland und Kolumbien. Leider, weil dort die Arbeitsbedingungen für die Mineworkers mehr als miserabel sind, weil Umweltschutz keine Priorität be-sitzt, die Sicherheit in den Bergwerken zu wünschen übrig läßt und die Bezahlung einschließlich fehlender Krankenkassen und Rentenbeitragspflicht eigentlich den Minenbesitzern die Schamröte ins Gesicht treiben müßte. Von fehlender Mitbestimmung ganz zu schweigen. Aber das sind Wertekategorien, die die Wirtschaft im Allgemeinen nicht zu ihren bevor-zugten Orientierungsmustern auserwählt hat. Schließlich geht es ja um Wichtigeres wie Cash-Flow, Return on Investment, Aktienkursentwicklung, Ren-dite, Steuer- und  Kostenoptimierung, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Aber anstatt die Wachstumsschizophrenie ernsthaft in Frage zu stellen , setzt man lieber die Versorgungssicherheit aufs Spiel, in dem man die völlig untauglichen Wind-kraftanlagen weiter ausbaut und damit früher oder später einen Blackout provoziert und das auch noch zu immer höheren Sromkosten. Verkehrte Welt. Der Neubau des Kraftwerks Datteln 4 ist daher ein Zei-chen der Vernunft. Es wird in der Lage sein, Last-änderungen, wie sie durch Zappelstrom regnerativer Energieträger ständig erzeugt werden, innerhalb von 20 Minuten von bis zu 500 Megawatt auszugleichen. Der Brennstoffnutzungsgrad wird mit 58 % an der Weltspitze liegen. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 1.100 Megawatt. Davon werden 413 Megawatt an die Deutsche Bahn gehen. Theoretisch könnte das Kraftwerk zwei Mio. Haushalte mit Strom versorgen. Überlegen Sie bitte einmal, wieviel Windkraftanlagen  Sie bauen müßten, wenn man unterstellt, das eine WKA im Durschschnitt 5 Megawatt leistet. Und dann rechnen Sie bitte noch den Flächenverbrauch hinzu und beachten Sie das Abstandsgebot von 200 m bis zur nächsten WKA. Und vergessen Sie nicht die Kosten. Für eine Megawattstunde WKA-Strom sind Investitionen von rd. 890.000 EUR fällig. Für eine 5 Megawattanlage sind Sie mit rd. 5 Mio. EUR dabei. Und am Ende haben Sie dennoch keine gesicherte Grundlast.

 

 

1.100

Megawatt elektrische Leistung

45

Prozent Wirkungsgrad

413

Megawatt Bahnstrom

100.000

Haushalte werden mit Fernwärme versorgt

Die Fakten

Jeder vierte ICE fährt mit Strom aus Datteln

Marco Eidner, Techniker

 

 

 

 

 

Das neue Kraftwerk Datteln 4 wird die alten Blöcke 1-3 ersetzen sowie die Kraftwerke Shamrock in Herne und Gustav-Knepper in Dortmund. Gleichzeit wird das neue Kraftwerk die C02-Emissionswerte gem. der Großfeuerungsanlagen-Verodnung (13. BImSchG) er-heblich unterschreiten. (750 g/kWh). Die Rauchgase werden mit einer Entstickungsanlage, Elektrofiltern und einer Rauchgasentschwefelungsanlage zum 180 m hohen Külturm geleitet und dann mit Hilfe einer Reingaseinleitung ins Freie gesetzt. Das verbrauchte Wasser aus dem DO-Emskanal wird mit einer Wass-eraufbereitungsanlage gereinigt. Bei dem neuen Kraft werk handelt es sich um eine sog. Kraft-Wärme-Ko-ppelungsanlage zur Erzeugung von Strom-und Fern-wärme für 100.000 Haushalte. Der Wirkungsgrad liegt mit  45% auf Weltklasseniveau. Rd. 8000 T Kohle pro Tag werden demnächst zu Kohlestaub zermalen. Dafür steht ein Freilager mit 180.000 T Kohle zur Verfügung. Mit Hilfe von Druckluft werden Brenngase mit Temperaturen bis zu 1.450 Grad erzeugt. Der Dampfdruck, der die Generatoren in Schwung bringt, hat rd. 274 bar. Das ist fast doppelt so hoch wie der in einer Pressluftflasche.  

Aufgrund der vorbildhaften Emissionsschutzmaß-nahmen und der langen Bauzeit haben sich die Kost-en allerdings mittlerweile auf 1,9 Mrd. EUR erhöht. Sie liegen aber immer noch erheblich unter den Kosten für WKA-Anlagen, (seit 2000 wurden rd. 500 Mrd.EUR an Subventionen gem. EEG gezahlt), zumal die  Kilowattstunde-Strom mit nur  rd. 6 Ct. (bei Braun-kohle sogar nur 3,5 Ct) zu Buche schlägt. Würden die WKA-Betreiber ihren Strom mit rd. 14 Ct. (Offshore sogar 19 Ct/kWh) am Markt verkaufen müssen und keine Subventionen erhalten, hätte sich das Thema WKA längst wieder erledigt.

Trotz allem

Wegen der hohen Schul- den i.H.v. fast 20 Mrd. EUR will E-ON die uniper-Tochter an den  finnisch-en Energie-versorger FORTUM für 3,8 Mrd. EUR verkaufen. Davon sind 13.000 Mit-arbeiter be-troffen. Laut Konzernchef Pekka Lund-mark brauch-en sich die Mitarbeiter aber angeb-lich keine Sorgen ma-chen. Ankün-digungen die-ser Art sollte aber immer aufmerken lassen. Die 88 Mitarbeit-er im neuen Kraftwerk werden es Herrn Lund-mark zu-nächst dank-en.

Quellenhinweise:
 
Wirtschaftswoche vom 8.1.2018; Mueller, Fred F.: ohne Großkraftwerke kein Strom, in: Eike.de vom 15.9.2013; Hennig, Frank: der Kohleausstieg- ein ganz normaler Wahnsinn, in: Eike.de vom 3.9.2017; RP-Online vom 20.10.2017; IGBCE-Mitteilung vom 27-09.2017; Handelsblatt vom 19.1.2017 und 6.1.2018. E-ON-Antrag gem. §§ 4 und 10 BImSchG 2006  sowie RK-Redaktion vom 4.2.2018
 
Strommastzeichnung: current, pixabay, Baustelle Datteln 4 (Foto Mitte): Arnoldius 2008, CC-BY-SA-3.0, wikimedia commons, Foto Mitte rechts: Don Geochotte, CC-BY-SA-3.0, User: HighContrast, wikimedia commons, Überblendung: Revierkohle
 
 
 

Werner Kubny: der lange Weg des Abschieds







Werner Kubny-Film

Werner Kubny ist ein Meister seines Faches. Der Regisseur mit dem grossen Ruhrgebietsherz hat wieder eine Homage an den Berg-bau abgegeben. Diesmal noch hingebungsvoller, noch melan-cholischer und noch authentischer als alle bisherigen Filme über den Pott. Man könnte meinen, es erging ihm bei der Produktion des Films genau so wie den Bergleuten und ihren Familien, die dem Ende des Bergbaus 2018 mit tränenden Herzen und großer Wehmut ent-gegensehen. Kubny war offen-sichtlich bewußt, das er hier nicht einen Film über das Ende irgend-einer Firma dreht, sondern dass es um das Ende einer ganzen Indu-strieepoche geht. Und da galt es, alle zu Wort kommen zu lassen, die im und um den Bergbau herum leben und gelebt haben und die durch die Kohle zu Wohlstand kamen und für die die Kohle Hei-mat, Verbundenheit, Hoffnung und Zukunft bedeutete. Das alles soll aufgrund politischer Entscheidung am 31. 12. 2018 Geschichte sein.       

Unsere Geschiche, die nicht vergessen werden darf, weil so viel geleistet wurde, so schwer ma-locht und weil auch so viele ge-storben sind.  Der Bergbau hat aber auch immer denen eine Chance gegeben, die sonst auf der Strecke geblieben wären. Und er hat sich um die Integration von  türkischen „Gastarbeitern“ verdient gemacht, da kannte man das Wörtchen „Integration“ noch gar nicht. Er bot vielen Jugendlichen eine erstklassige Ausbildung, die auch heute noch sehr gefragt ist. Und der Bergbau hat Niemanden im Regen stehen lassen. Kein Bergarbeiter ist ins Bergfreie gefallen. Welche Firma kann das schon von sich behaupten ? Die Sozialpartnerschaft wurde gelebt. Die RAG bekennt sich bis heute zu ihrer sozialen Verantwortung. Der Bergbau hat die Bergleute von Solidargemeinschaften zu Schick-salsgemeinschaften zusammen-geschweisst, die auch noch nach Jahrzehnten einer Zechenschließ-ung funktioniert. Das Leben in den zahlreichen Knappenvereinen, in den Zechensiedlungen und in den Schrebergartenkolonnien sind ein Beweis dafür.  Allerdings stellt sich die bange Frage: wie lange noch?   

Förderschacht der ehem. Zeche Osterfeld, Schacht 5 in Oberhausen. Foto: Revierkohle
Wandmalerei am Bochumer Verein. Foto und Retusche: Revierkohle
Zechenbeamtenhäuser in der Zechensiedlung Dahhauser Heide in Bochum aus dem Jahre 1907. Foto RK

Das alles läßt Werner Kubny mit zu Herzen gehenden Filmsequenzen von früher und heute, von unter und über Tage Revue passieren. Auch dem Berg-fremden wird schnell klar, das das Ruhrgebiet ein eigener Kosmos ist. Mit einer eigenen Kultur, einer eigenen Sprache und mit einem eigenen Mythos.

Das dies nun alles zu Ende gehen soll, ist schwer zu ertragen. Werner Kubnys Film trägt dem würdig Rechnung.

unser Kalender für 2018 hat als Motiv die beiden letzten Zechen, Propser-Haniel u. Anthrazit-Ibbenbüren, Foto. Revierkohle
Museumszeche Hannover/Hannibal in Bochum. Foto: Revierkohle

Dieser Mythos läßt sich ohne die alten Zechen, den alten Mauerresten, den alten Zechenhäusern, dem besonderen Humor und der besonderen Melancholie wie auch den alten Berg-mannnsgeschichten nicht wirklich verstehen. Schließ-lich verfolgt den Besucher im Ruhrgebiet der morbide Charme des Untergangs auf Schritt und Tritt. So etwas muß man nicht nur mögen. Man muß es lieben. Wir tun es. Auch wenn Ende des Jahres die Mannschaften abgelegt werden, das Zusammenge-hörigkeitsgefühl wird bleib-en. Der Film lief bereits in zalreichen Revierkinos.   

RAG: neue Grubenwasser-Leitwarte

Standort Pluto Wird AUSGEBAUT

Die neue RAG-Grubenwasser-Leitwarte geht 2019 in Betrieb

Ewigkeitsaufgabe wird optimiert

Am Standort der ehem. Zeche Pluto in Herne baut die RAG derzeit eine neue Leitwarte zur Überwachung der Grubenwasserzechen an Rhein und Ruhr , dem Saarland und Ibben-büren. Das Gebäude soll 2019 bezugsfertig sein und wird die alte Steuerleitwarte am Haupteingang der ehem. Zeche ablösen. Zu den Aufgaben der neuen Leitwarte  wird nicht nur die Überwachung der rd. 110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr gehören, sondern auch die Überwachung von Polder-maßnahmen und Grundwassersanierungen an sensiblen Standorten ehem. Zechen.

Neue Kabeltrassen auf Pluto - Foto: Revierkohle
Rohbau der neuen Grubenwasser-Leitwarte auf Pluto- Foto: Revierkohle

Überwachung der Wasserprovinzen

Unter der Tel.-Nr. 02325-593666 ist die Grubenwasserleitwarte in Herne rund um die Uhr zu erreichen. Dort kann man sich z.B. auch beschweren, wenn das Gruben-wasser  etwas mehr nach Schwefel riecht. Dann setzen Mitarbeiter der Betriebs-direktion Grubenwasserhaltung Wass-erstoffperoxid dem Grubenwasser zu. An jeder Grubenwassereinleitstelle stehen entsprechende Hinweisschilder. Die Grub-enwasser-Leitwarte überwacht den ge-planten Anstieg der Grubenwässer bis 2035 auf rd. -500 m NN, damit diese nicht mit dem Grundwasser in Berührung kommen. Denn Grubenwasser ist stark salzhaltig und würde das Grundwasser unbrauchbar machen. Die Leitwarte wird auch für die Instandhaltungs -und Personaleinsatz-planung zuständig sein. Die RAG unterhält für Untersuchungszwecke auf dem ehem. Zechengelände auch ein eigenes Labor. 

 

110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr

Eingang zur Grubenwehr und zur bisherigen Grubenwasser-Leitwarte (re.)auf dem Gelände der ehem. Zeche Pluto in Herne. Foto: Revierkohle

Wenn der Deutsche Steinkohlenbergbau Ende 2018 eingestellt wird, ist die RAG-Stiftung auf Zollverein für die Finanzierung der sog. Ewigkeitsaufgaben zuständig. Sie hat daher eine Rücklage von rd. 16 Mrd. EUR aufgebaut, um die Kosten der Gruben-wasserhaltung zu finanzieren . Die RAG rechnet mit jährlichen Kosten von rd. 220 Mio. EUR.  Mit diesem Geld wird nicht nur die Grubenwasserhaltung und der Polderbau finanziert, sondern auch die noch rd. 300 verbleibenden Bergleute, die für die Wartung der künftigen Hängepumpen auf den dann nur noch 6 zentralen Grubenwasserzechen im Revier, einer in Ibbenbüren (Schacht von Oyenhausen) und einer im Saarland ( Schacht Duhamel) zustöndig sein werd-en.  Wußten Sie übrigens, dass alle derzeit noch in Betrieb befindlichen Kreiselpumpen unter Tage soviel Strom verbrrauchen, wie 17.000 Haushalte in einem Jahr ? Auch ein Grund, waum die Gruben-wasserzechen opitmiert werden. Der Hängepump-enbetrieb ( wie z.B. auf Walsum in Duisburg oder Carolinenglück in Bochum) er-möglicht es, das Grubengebäude zu schließen. Und  damit fallen die Kosten für die Bewetterung, den Maschinisten und den Schachthauer weg. Die Schächte auf Carolin-englück, Zollverein XII, Fürst Leopold u.a. werden verfüllt und zum Sicherungsstandort umgebaut. Sollte wieder Erwarten das Grubenwasser steigen, dann kann der Sicherungsstdandort wieder eröffnet werden und die dort befindlichen Hängepumpen wieder in Betrieb gehen.    

alte Grubenleitwarte auf Pluto - Foto: RAG

Rückzugsprojekt Grubenwasserhaltung

Bis 2035 soll das Grubenwasser ansteigen und die Grubenwasserzechen von 11 auf 6 Standorte in NRW reduziert werden. Zur Vertiefung lesen Sie bitte unser Jahrbuch „Energiepolitik und Montankultur, Rückblick 2017, Ausgabe 2018

Dr. Michael Drobniewski

Dr. Michael Drobniewski

Betriebsdiektor Grubenwasserhaltung, Foto: RAG

Der Schutz des Grundwassers hat 

oberste Priorität bei der Grubenwasserhaltung

Grubenwasserzeche Duhamel Saarland, Skizzze: RAG
brunnen8

Wasser Marsch

Grubenwasserzechen in NRW, Skizze: RAG
Grubenwasserzeche von Oyenhausen 1/2/3 Ibbenbüren, Skizze: RAG

Quellenhinweise:

WAZ vom 1.1.2017; RAG-Presseinformation vom 17.11.2017; Roth, Markus: Das Grubenwasserkonzept der RAG, Vortrag im LWL-Industrie-Museum Zeche Nachtigall, Witten, vom 12.9.2017; WDR 1 vom 17.11.2017; WAZ vom 18.11.2016; Thyssen-Mining-Report 2014/15, S. 69 f sowie RK-Redaktion vom 2.2.2018

Header-Foto: Revierkohle

was passiert, wenn die (Gruben) Pumpen ausfallen ?

Pumpenausfall - was dann ?

Elf Wasserwirtschaftverbände be-treiben in NRW zusammen 1.115 Pumpen in  über 200 Pumpwerken.   Allein auf den noch 11 Grubenwass-erzechen der RAG im Revier werden rd. 80 Mio. Kubikmeter Grubenwass-er pro Jahr gehoben. Ein Klacks im Verhältnis zu den Pumpleistungen der Emschergenossenschaft. Diese  und der Lippeverband fördern rd. 608 Mio. Kubikmeter und die links-rheinische Wassergesellschaft LINEG fördert rd. 380 Mio. Kubik-meter Wasser pro Jahr. Aufgrund des Jahrzente langen Kohleabbaus an Rhein und Ruhr i.H.v. rd. 9 Mrd. T Kohle hat sich das Deckgebirge teilweise bis zu 20 m abgesenkt. Daduch befinden sich viele Ruhrge-bietsstädte in sog. Muldensätteln. Daher muß links und rechts des Rheins das gesamte Niederschlags- als auch das Haushaltswasser ständig abgepumpt werden. Das gleiche gilt für den Bergbau. An-sonsten würde das Grubenwasser immer weiter steigen, was dazu führt, das das Grubenwasser mit dem Trinkwasser, welches über einer dicken Mergelschicht liegt, in Berührung kommt. Das Trinkwasser wäre dann nicht mehr genießbar, weil Grubenwasser duch Chlorid, Sulfate und Kalzium eine salzhaltige Pyrit-Oxidation bildet, das sich durch Eisen-und Maganverbindungen rostrot färbt. Wenn es die Pumpen nicht geben würde, so Ilias Abawi, Pressesprecher der Emscher-Ge-nossenschaft, dann würde innerhalb weniger Wochen das gesamte Ruhr-gebiet absaufen. Und das gleiche würde passieren, wenn die Gruben-wasserpumpen ausfallen würden. Zum Beispiel duch einen Blackout. Die untere Grafik zeigt, welche Städte im Revier vollständig bei einem Pumpausfall unter Wasser stehen würden. 

Grubenwasser-Sicherungsstandort BW Friedrich-Heinrich, Schacht Rossenray, Foto: RAG Foto oben: Blackout: K.C. fotolia-Kauf, Design: Revierkohle , Zeche Carolinenglück: RAG

Guido Heinz von der RAG plant die Optimierung der Grubenwasserzechen

Der Bereichsleiter Gruben-wasserhaltung-Rückzugs-projekte bei der RAG ist zu-ständig für die Optimierung der Grubenwasserhaltung im Revier. Seine Mannschaft hat die Aufgabe, die 11 noch be-stehenden Grubenwasser-zechen auf 6 zu reduzieren und vom unter-Tage-Pump-betrieb auf den übertägigen Hängepumpenbetrieb umzu-stellen. Das Großprojekt wird noch bis 2021 fortgeführt. Danach sind alle Nebenflüsse und die Emscher vom Grub-enwasser befreit. Dieses wird dann von den verbliebenen Grubenwasserzechen direkt in den Rhein gepumpt.

 
Foto: Jochen Balke, RAG

Ohne Strom kein Pump-betrieb

Der dauerhafte Betrieb der Abwass-er-und Grubenpumpen im Revier und im Saarland kostet viel Energie und viel Geld. Daher werden die Wasserprovinzen zusammengelegt, so das möglichst wenige Pump-stationen auf ewig benötigt werden. Und in dem man das Grubenwasser auf 500 m steigen lässt, braucht  man nach Abwurf der letzten aktiv-en Zechen nur noch Hängepumpen, die keinen zweiten Schacht zur Be-lüftung mehr benötigen. Ein Ausfall der Grubenwasserpumpen hätte allerdings nicht so schnell solch grafierenden Folgen für das Ruhr-revier wie der Ausfall der Emscher-pumpen, da das Grubenwasser nur sehr träge steigt. Wenn aber in einer ganzen Region der Strom für längere Zeit ausfällt, dann wird es kritisch. Menschen könnten in Panik geraten, wie Frank Roselieb, Direktor des Kieler Institus für Krisenforsch-ung, erklärte. Großflächige Strom-ausfälle wären derzeit noch selten, so Roselieb, das könnte sich in Deutschland aber schnell ändern, wenn die zentrale Nord-Süd-Strom-trasse fertiggestellt wird, da diese für Blitzeis und Stürme anfällig wäre. Dann würde nicht nur das Wasser im Ruhrgebiet steigen, dann würden auch die Heizungen, die Kraftwerke und die Telekommuni-kation ausfallen. Polizei und Feuer-wehr könnten nicht mehr alarmiert werden. Durch den Ausfall der Pumpen drohen Deichbrüche und   Überschwemmungen, weil auch die Polder voll Wasser laufen würden.

Rd. 5 Mio. Menschen im Ruhrgebiet wären durch einen Blackout mehr oder weniger stark betroffen. Und wie man so viele Menschen inn-erhalb weniger Wochen evakuieren soll, wissen auch die Experten von DRK, THW und der Katastrophen-schutzstäbe der Bundeswehr , des Bundes und der Länder nicht wirklich.

 

Foto: WDR

Quellenhinweise:

Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten vom 12.11.2013; Tagblatt vom 17.9.2014; ARD vom 28.2.2010; Schulz, Dietmar: Ruhrbergbau und Wasser, Bergematerial und Grundwasser, Aufsatz., Coesfeld 2001; N.N.: Der ergänzende Bericht zum Umweltbericht 2003 der DSK, Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener Rheinberg e.V., Rheinberg 2003, Steinkohle-Werkszeitschrift, RAG (Hrsg.), Herne, 7/2017, S. 33

Revierkohle: neues Jahrbuch

das neue Jahrbuch für Energiepolitik und Montan-kultur ist da !

Haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt, wie 100 % Öko-Strom in die E-Autos der Zukunft kommen soll ? Wir geben die Antwort !

ein Jahr vor dem Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus

berichten wir über das letzte Bergwerk im Ruhrrevier, Prosper-Haniel in Bottrop und wir setzen uns mit der Bonner Klima-Konferenz einerseits und mit der Düsseldorfer Klima-Konferenz des Europ. Instituts für Klima und Energie andererseits auseinander.

  • die e-Book-Ausgabe ist zusätzlich mit zahlreichen Animationen und Video-Clips versehen.

188 unterhaltsame u.spannende Seiten , reich bebildert und flott geschrieben

dieses Buch ist

Übertragungsnetze haben ihre Grenzen erreicht
Besucherstollen Graf Wittekind, Dortmund

wir haben uns ins 18. Jahrhundert zurückbegeben und besuchten den Besucher-Stollen Graf Wittekind in Dortmund. Außerdem haben wir uns die Situation der Übertrag-ungsnetze ange-schaut und dabei festgestellt, das diese an ihre Belastungsgrenzen herangeraten sind.

lügt die Telekom ?
die RAG Grubenwasserhaltung wird optimiert

warum es keinen 100 % Öko-Strom in Deutschland geben kann und warum die Telekom u.a. dies trotzdem behaupten dürfen.
Die RAG stellt vor dem Auslauf ihre untertägige Grub-enwasserhaltung auf Brunnenbetrieb um.

was wurde aus der Zeche Westfalen ?
das Ende von Prosper-Haniel

wir haben uns die Reste des ehem. Bergwerks Westfalen in Ahlen ange-schaut und waren ob der Verschönerungs-maßnahmen überrascht. In diesem Jahrbuch beschäftigen wir uns auch mit dem letzten Bergwerk im Revier, Prosper-Haniel in Bottrop. Ende 2018 geht eine ganze Ära zu Ende.

auch als multimediale e-Book-Ausgabe erhältlich

wählen Sie Ihr Lieblingsformat

es ist nicht nur ein Buch, es ist ein Stück Montan-Kulturgut

App-Ausgabe

$ 7,50
  • lauffähig auf allen Android-Tablets und i-Phone-Geräten. Mit Video-Clips, Animationen und blätterbaren Seiten.

Softcover

$59
$ 15,00
  • 188 Seiten stark, Coverbindung, vollfarbig. Preis incl. Porto und Verpackung.

USB-Stick

$ 7,50
  • in schicker Geschenkbox für Window PC´s und Laptops als Flash-HTML5-Exe-Datei. Mit zahlreichen Animationen, Videoclips, blätter-und zoombaren Seiten.
  • Listenelement

Zeche Zollern II/IV Dortmund

Schloss der Arbeit - Ikone der Industriekultur

Christbaum-schmuck

03.12.2017 bis 14.01.2018

aus dem Thüringer Wald

Weihnachten bin ich zu Haus

Weihnachts-Konzert des Werksorchesters BW Niederberg vom 15.12.1996

Foto: LWL

Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen, Foto: LWL

Zollern II/IV

Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen ge-hört zu den schönsten Bergwerksanlagen im Ruhrrevier. Der vordere Bereich der Tages-anlagen (siehe oben) erinnert an eine ba-rocke Schlossanlage im Stile eines Ehren-hofes (Cour de´Honneur), die sich an den Historismus anlehnt. Anleihen an eine Kathedrale sind ebenfalls nicht zu über-sehen. Es handelt sich um das Idealbild norddeutscher Backsteingotik wie man sie z.B. in Lübeck an jeder Ecke noch heute bewundern kann. Aufwendig ist auch die Lohnhalle von Paul Knobbe gestaltet worden. Seit der Stilllegung im Jahre 1955 döste die Anlage im Dornröschenschlaf dahin und ver-fiel zunehmend. Etliche Tagesanlagen, da-runter auch die beiden Fördertürme, wurden abgerissen. Im Jahre 1986 und 1988 er-kannte man endlich den Denkmalcharakter der Anlage und man errichtete zwei baugleiche Gerüste über den Schächten II und IV. Die Fördergerüste kamen von der stillgelegten Zeche Wilhelmine Victoria aus  Gelsenkirchen und von der stillgelegten Zeche Friedrich der Große aus  Herne. Die Förderung auf Zollern II/IV wurde 1903 auf-genommen und endete 1955. Von den ehe-mals 43 Gebäuden konnten 17 Gebäude vor dem Abriss bewahrt werden. Die Anlage steht seit 1990 unter Denkmalschutz und befindet sich seit 1982 im Eigentum des Westfälischen Industriemuseums. (LWL)

Lohnhalle

In der Lohnhalle mit den charakteristischen Zwiebeltürmen und den prächtigen Ornamenten findet in der Zeit vom 03.12. 2017 bis 14.01.2018 die Sonderausstellung "Christbaumschmuck" statt. Und da leuchten bestimmt nicht nur Kinderaugen, weil das LWL in Vitrinen und mit großen Nordmanntannen auf die Vielfalt diversen Christbaumschmucks aus dem thüringischen Lauscha hinweisen möchte. In Lauscha wird seit über 200 Jahren das Glasbläserhandwerk bertrieben. Dementsprechend können Sie auf Zollern II/IV auch filigrane Bergleute und Fußbälle aus Glas käuflich erwerben. .

Treppenaufgang in der alten Zechenverwaltung , Foto: LWL

Unter dem Titel “ Schloss der Arbeit“ beginnen jeden Sonn-und Feiertag um 11.30 h und um 12.00 h Führungen über das Zechengelände. Und wer Lust hat, kann sich um 16.30 h einer kostenfreien Führung durch die Maschinenhalle anschließen.

Beachten Sie bitte, dass das Industrie-Museum bis zum 01.01.2018 geschlossen ist!  

 h h

auf Zollern II/IV lernen Kinder, wie es ist, ein Bergmann zu sein, Foto: LWL

Unterwegs mit Berglehrling Franz

der“Berglehrling Franz“ führt junge Besucherinnen und Besucher auf einem eigen-en Rundweg durch die Zeche Zollern. Gleich an der Kasse nimmt er die Kinder in Empfang und erklärt, wie alles funktioniert, worauf er stolz ist und wovor er Angst hat. Viele Spiele, Modelle, Kletter- und Bewegungs-möglichkeiten bieten einen idealen Mix aus Entdecken, Bewegen, Lernen und Schauen. Und wetten: spätestens am Koepe-Mo-dell, wenn Franz erklärt, wie die Förderung auf der Ze-che Zollern läuft, interessie-ren sich auch die Erwachs-enen für die Kindertexte.

Wedding Ceremony

Wußten Sie eigent-lich, dass Sie auf Zollern II/IV auch heiraten können ? Paare können sich in der Lohnhalle stil-echt trauen lassen. Platz ist für 100 Gäste. Ihre Anmeld-ung sollte aber min-destens ein halbes Jahr vor dem ge-planten Hochzeits-termin bei der Mu-seumsleitung vor-liegen.

Kontakt:

Industriemuseum Zeche Zollern II/IV,  Grubenweg 5,

44388 Dortmund

 

St. Barbara-Feiern

Am 4. Dezember feiern auf der ganzen Welt die Bergleute ihre Schutzheilige

die Legende

Der Legende nach suchte die Hl. Barbara von Nikomedien Schutz vor ihrem grausamen Vater, der es nicht verkraften konnte, das seine Tochter vom muslimischen Glauben abfiel und zum christlichen Glauben konvertierte. Sie suchte Schutz in einem Bergspalt, der sich daraufhin öffnete und sie verbarg. Diesen Schutz erbitten seit dem 3. Jahrhundert daher alle Bergleute in der Welt und haben die Hl. Barbara daher zu ihrer Schutzheiigen auserkoren. Ihr Vater enthauptete sie später, worauf er vom Blitz getroffen wurde und starb. Seitdem wird die Hl. Barbara auch als Märtyerin von vielen Christen verehrt.    

 

Ausschnitt aus dem bergmännischen Liedgut

Schutz vor den Gefahren unter Tage

Am 4. Dez. 2017 war es wieder so-weit. In den zahlreichen Knappen-vereinen unseres Mitglieds, dem Bund Deutscher Bergmanns-, Hütt-en-und Knappenvereine, wurde wie-der das Fest zu Ehren der Hl. Barba-ra gefeiert. Traditionsgemäß be-ginnt die Feier mit einem Berg-mannsgottesdienst in den St.Barba-ra-Kirchen des Reviers.

 

 

St. Barbara-Standbild am Schacht 10 auf dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop
Festakt der Bergkapellle St. Ingbert

Teil der Traditionspflege

Feierlich und mit wehenden Fahnen  zogen die Bergleute in die Kirchen ein, um das Bergamt in Gedenken an die Schutzheilige abzuhalten. Nun wird schon an vielen Orten im Ruhrrevier keine Kohle mehr abge-baut, dennoch pflegen die alten Bergleute ihre Tradition weiter, weil sie den Zusammenhalt der ehem. Schicksalsgemeinschaften stärkt.

 

 

 

Förderung der Gemeinschaft

Die glühende Verehrung der Schutz-heiligen ist rational nicht erklärbar, hat aber etwas mit der tiefen Frömmigkeit zu tun, die den Berg-leuten schon immer zu eigen war. Not lehrt bekanntlich beten. Und so waren die Bergleute nach jeder Schicht heilfroh, wenn sie wieder gesund und lebend aus der Grube ausfuhren durften. Ein Blick in die Geschichte des Bergbaus zeigt, das diese Angst ständiger Wegbegleiter der Bergleute war. Heute bedürfen die Kumpels nicht mehr unbedingt des Schutzes der Hl. Barbara, aber die Feier nehmen sie gerne zum Anlass, um alte Erinnerungen aus-zutauschen und man freut sich auf das Wiedersehen. Wenn die letzten Bergwerke, Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit-Ibbenbüren in IIbbenbüren Ende 2018 schließen, dann werden die Barbara-Feiern einen nostalgischen Charakter be-kommen. Die Barbara-Feiern sind aber auch ein Anlass, um nach dem Bergamt über aktuelle energiepoli-tische Themen zu diskutieren. Den Komplettausstieg aus der Kohle können sowohl die jüngeren als auch die älteren Bergleute nicht ver-stehen,       

DOW darf Kohlekraftwerk bauen

DOW Werk Stade Gestaltung: Revierkohle

1,5 Mrd. EUR für ein supermodernes Kraftwerk

StaDER bAURAT BETONT DIE bEDEUTUNG DER vERSORGUNGSSICHERHEIT

Während in den letzten Monaten kein Tag ver-ging, an dem die Deut-sche Medienlandschaft eifrig darauf hinwies, wie furchtbar das Spur-engas C02 wäre und wie toll es sei, das mittlerweile viele DAX-Unternehmen sogar fordern, das die Ener-giewende beschleunigt werden müßte,  da scherrt ein Konzern aus diesem unbe-gründeten Gebrüll aus und baut still und leise ein neues Kohlekraft-werk.

Dr. Willem Huisman, Vorstand DOW Deutschland
Dr. Willem Huisman

Präsident und Vorstands-vorsitzender von DOW Deutschland

Stefan Roth, DOW-Stade
Stefan Roth

Pressesprecher DOW Stade

Dann aber bekamen die Gegner Wind davon und wollten unter allen Umständen den Bau verhindern. Gott sei Dank be-stätigte der 1. Senat des niedersächsisch-en OVG, das der Bebauungsplan Nr. 603 der Stadt Stade für die Errichtung eines Industrie-Kohlekraftwerks auf dem Gelän-de des Chemiebetriebs DOW Deutschland Anlagengesellschaft wirksam ist.

Nach Überzeugung des OVG griffen die Einwände des klagenden BUND nicht, da die Stadt sowohl die wasserrechtlichen, die naturschutzrechtlichen, die klimapoli-tischen und die möglichen Störfallgesichs-punkte ausreichend gewürdigt hätte. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte man den Beschäftigten von DOW in Stade kaum machen können, denn DOW zählt immerhin zum zweitgrößten Stromver-braucher in Deutschland. 2017 fusionierte der Chemieriese mit der Fa. DuPont zur DowDuPont Inc. DOW Chemical ist der weltweit größte Produzent von Kunststoff-en und synthetischem Kautschuk sowie Hersteller von Grundchemiekalien wie Chlor, Natronlauge, Prophylenoxid  und Acrylate.

 

Der US-Chemie-Riese mit Sitz in Midland  mit weltweit 58.000 Mitarbeitern, davon in Deutschland rd. 12.000 MA, will das Pro-jekt nun zügig umsetzen. DOW-Sprecher Roth betont aber, das es bis zum Bau jedoch noch mindestens anderthalb Jahre dauern wird. Stadtbaurat Lars Kolk be-tonte derweil, das die Versorgungsicher-heit und die Innovationsfähigkeit ein wich-tiger Standortfaktor sei. Der Chemie-standort in Stade sichere für 1.300 Mitarb-eitern den Arbeitsplatz und DOW brauche eine sichere Energieversorgung. Womit Herr Kolk indirekt zugibt, das diese Sicher-heit durch Windkraftanlagen nicht gewähr-leistet werden kann. Seit der Produktions-aufnahme im Jahre 1972 hat DOW über 4 Mrd.EUR in den hochmodernen Anlagen-komplex in Stade investiert. Davon profi-tieren viele Zuliefererfirmen aus dem Um-land. Das neue Kohlekraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 920 Megawatt wird dazu dienen, das Werk mit Dampf und Strom zu versorgen. Dafür investiert DOW nochmals 1, 5 Mrd. EUR. Für diese stolze Summe wird aber ein Kraftwerk er-richtet, das allen Umweltschutzstandards in jeder Hinsicht Rechnung tragen wird. Der Schadstoffausstoß wird unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen und neben Steinkohle (!) kann auch Biomasse und sogar Wasserstoff verbrannt werden. DOW macht sich mit dem Bau auch ein Stück unabhängiger von der Strompreis-entwicklung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Revierkohle gratuliert zun dieser vernünftigen Entscheidung.             

Entwurf: Revierkohle
Foto: DOW Stade
DOW Chemical Stade Foto: DOW
Quellenhinweise:

NDR vom 28.09.2017; Kreiszeitung-Wochenblatt Stade vom 29.09.2017; Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) vom 1.10.2017; OVG Niedersachsen vom 28.9.2017;  Klimaretter.info.de vom 1.10.2017 sowie RK-Redaktion vom 18.12.2017