RAG gibt Standort Herne auf und zieht nach Essen um

Modell der zukünftigen RAG-Verwaltung auf Zollverein                                        Foto: RAG

An der offiziellen Grundsteinlegung nahm auch RAG- Chef Bernd Tönjes, Prof. Dr. Hans-Peter Noll (RAG- Immo) sowie die Geschäftsführer der beauftragten Architekturbüros Wittfeld und Kölbl Kruse, teil. Mit dem Neubau macht die RAG deutlich, das sie ihre Arbeit nach dem Ende des Bergbaus 2018 fortsetzen will. Zu den nachsorgenden Arbeiten gehört die Be- arbeitung von Bergsenkungsschäden, der Bau und die Wartung von Pollern, die zentrale Grubenwasserhalt- ung, Archivarbeiten, Pensionsverwaltung u.a. Auf- gaben. Alle Baumaterialien des neuen Gebäudes  soll- en recyclingfähig sein.

In Vorbereitung auf den anstehenden Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 räumt die RAG Deutsche Steinkohle AG (RAG) ihren bis- herigen Hauptsitz am ehem. Zechenstandort Sham- rockring 1 in Herne und zieht auf das Weltkultur- erbe Zeche Zollverein XII nach Essen um. Von den ehemals rd. 800 Mitarbeitern verbleiben 220 Mit- arbeiter. Die Grundsteinlegung für das neue zwei- geschossige Verwaltungsgebäude fand am 2.Mai. 2016 in Anwesenheit von NRW-Bauminister Gro- schek und RAG-Stiftungschef Werner Müller statt. Die Verwaltung wird auf dem Areal der ehem. Kokerei neben dem bereits bestehenden Gebäude der Tochter RAG-Montan-Immobilien GmbH gebaut und soll Ende 2017 bezugsfertig sein.

v.l.r.n.: Prof.Dr.H.P. Noll, Dr. Werner Müller, Minister Groschek, RAG-Chef Bernd Tönjes sowie die beauf- tragten Architekten Dr. Marcus Kruse und Gerhard Wittfeld                                                                 Foto: RAG

ehem. RAG-Hauptverwaltung in Herne                 Foto: Stahlkocher, wikimedia commons

Neben der RAG wird in das neue zurückhaltend ge- baute Verwaltungsgebäude auch die RAG-Stiftung Ende 2017 einziehen. Die Bauform wurde so gewählt, das sich das Gebäude sensibel und harmonisch in das denkmalgeschützte Gesamtensemble der Schachtan- lage einfügt. Die Erdung soll durch eine Dachbegrün- ung verstärkt werden. Die neue RAG erhält damit so- zusagen einen grünen Anstrich. Auf dem Zechenareal soll für 150 Mio. EUR des weiteren ein Neubau der Folkwang-Hochschule sowie ein Hotel bis Ende 2017 entstehen. Die Hochschule entsteht auf dem Ge- lände des ehem. Materiallagers des Schachtstand- ortes 1/2/8. Die angestrebte weitere Neuansiedlung von Firmen stockt dagegen. Zuletzt floppte ein ara- bischer Scheich mit seiner Absicht, ein Luxushotel auf Zollverein errichten zu wollen.

ehem. Hauptschacht Zollverein XII in Essen mit Blick auf die Schachtzufahrt                                  Foto: Revierkohle

E-Autos: warum Elektromobilität mit Öko-Strom nicht geht

Wunsch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander

Das Netz von öffentlich zugänglichen Ladestellen für Elektrofahrzeuge wächst langsam. In Deutschland existieren in einigen Regionen bereits einige  Strom- tankstellen. Viele davon sind kostenlos. In Deutsch- land stehen den 12.363 rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (Stand: 1. Januar 2015. Anfang 2016 waren es rd. 20.000 Fahrzeuge) rund 5.500 Ladepunkte gegenüber, die öffentlich zugänglich sind. (Stand: April 2015). Das ist fast nichts. Und die ganze Sache hat noch mehr Nachteile. 

Die europäische Union förderte mit etwa 3,6 Millionen Euro aus dem Verkehrsförderprogramm Transeuro- Netze den Aufbau von Schnellladestationen für Elek- trofahrzeuge entlang der wichtigsten Autobahnen zwischen Deutschland, Dänemark, Holland und  Schweden mit rd. 150 Ladestationen, um den Ausbau zu beschleunigen. Es wird als ein offen zugängliches Netz von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge er richtet. Wobei das Wörtchen „Schnellladestation“ täuscht. Abgesehen davon, das die meisten Hersteller von Autobatterien von einer Schnellladung abraten, da das die Lebenszeit der Batterie verkürzt, braucht eine Schnellladung trotzdem 1-2 Stündchen. Normal sind 8 Stunden im Durchschnitt. Die Gesamtkosten betragen etwa 7,1 Millionen EUR. Der Ausbau soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

Zunahme der E-und Hybrid-Autos von 2010 bis 2015, Statistik: Mario Roberto Duran Ortiz, wikimedia commons  

Nach den Vorstellungen der „Klimaretter“, allen voran Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, sollen ab 2030 nur noch E-Autos auf deutschen Strassen unter- wegs sein. Hendricks geht davon aus, das durch den Zubau weiterer Wind-und Solarstromanlagen und da- mit durch den zunehmenden Überschusstrom die Autobatterien geladen werden könnten. Um den schleppenden Absatz zugunsten der Autoindustrie anzukurbeln, hat Finanzminister Schäuble 600 Mio. EUR bewilligt. 400.000 Käufern soll damit a 4.000 EUR (Hybrid 3000 EUR) der Kauf eines E-Autos schmack- haft gemacht werden. Eine irrige Annahme, die nicht aufgehen kann, da das Laden der Autobatterien dann nur möglich wäre, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Sollen die Autofahrer also nur dann zur Arbeit fahren, wenn beides gerade vorhanden ist und an- sonsten abwarten? Und wie lange sollen die rd. 2 Mio. LKW´s warten ? Reicht das Stromangebot ? Alle 30.000 z.Zt. am Netz befindlichen Windkraftanlagen erzeugen theoretisch knapp 100 Mrd. kWh Strom im Jahr. Wie wir an anderer Stelle bereits ausgeführt haben, handelt es sich aber nur um die Nennleistung. Die tatsächlichen zur Verfügung stehenden Volllaststund- en aller Anlagen betragen im Jahresdurchschnitt ge- rade einmal 1.800 Stunden. Das Jahr hat aber 7.620  Volllaststunden. Und die werden nach wie vor von fossilen Grundlastkraftwerken sicher bereit gestellt.

Würden alle rd. 40 Mio. zugelassenen PKW´s elekt- risch fahren, so benötigten diese im Jahr mindestens 200 TWh/a  Strom für die Batterien, die zu den 650 TWh/a hinzukommen würden, die die Bundesrepublik an Primärenergie pro Jahr verbraucht. Und nicht zu vergessen die Kosten. Jedes kWh-Strom aus rege- nerativen Energieträgern kostet dank dem Erneuer- bare-Energie-Gesetz (EEG) im Durchschnitt 15 Ct. Bei einer vollständigen Elektrifizierung aller Fahrzeuge könnten sich die Kosten auf das Dreifache erhöhen. Darüber hinaus wäre der Bau von 40 neuen Groß- kraftwerken notwendig, damit alle Autos innerhalb von 8 Stunden aufgeladen werden können. Dipl.-Ing. Erhard Beppler geht davon aus, das der Strom- verbrauch eines 4-sitzigen Elektroautos meist mit 15-20 kWh/100 km angegeben wird. Es ist aber bekannt, dass der Energieverbrauch in der Praxis um 10-40% höher liegt als vom Hersteller angegeben, so Beppler. Der Stromverbrauch von Elekroautos ist durch den TÜV und den ADAC (siehe www.sedl.at) oft getestet worden.  Aus diesen Tests hat sich ein Mittel- wert von etwa 25 kWh/100 km herauskristallisiert. Da ein E-Auto z.Zt. noch doppelt so teuer ist und nicht mal halb so weit fahren kann wie ein Auto mit Ver- brennungsmotor, macht die Förderung aus unserer Sicht keinen Sinn. Auch wenn die Reichweite künftig etwas höher liegen sollte, ist die Batterietechnik aus- gereizt. Aus rein physikalischen Gründen ist die Wied- eraufladefähigkeit nach 7-8 Jahren erschöpft. Dann muß die Batterie ausgewechselt werden, was wied- erum mit rd. 6000-8000 EUR zu Buche schlägt.  Hinzu kommen die Kosten für die Entsorgung, was zu einer zusätzlichen Umweltbelastung und zu einem erheb- lichen Energiemehrbedarf für die Herstellung führen wird. Wird Licht, Radio und die Klimaanlage einge- schaltet, ist am Stadtrand in den meisten Fällen Ende der Fahrt. Danach gehts mit der Bahn weiter oder man schläft ein paar Stündchen im Hotel, während die Autobatterie an der Ladestation aufgeladen wird. Die Pause kann aber schnell länger werden, wenn die Warteschlange an der Ladestation sich hinzieht und die nächste Station zig Kilometer entfernt ist. Natür- lich können Sie den ganzen Ärger umgehen und bei Ihrem Verbrennungsmotor bleiben oder auf die rd. 100.000 EUR teure neue Tesla-Limousine ab 2017 um- steigen. Die bringt es immerhin auf 500 km-Reich- weite.

vgl.hz.a. FAZ vom 27.4.2016, Spiegel-Online, Pressemitteilung NAEB e.V. vom 30.4.2016, Beppler, Erhard: CO2-Anfall bei Elektrofahrzeugen via Kraftwerke in Deutschland, in: EIKE.de vom 18.5.2016, wikipedia sowie RK-Redaktion vom 21.5.2016, Foto oben: petair, fotolia

 

Auf Mont-Cenis strömt wieder Grubengas

Stadtwerke Herne steckten 750.000 EUR in die Wiederinbetriebnahme

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont-Cenis in Herne betreiben die Stadtwerke seit 1997 drei Blockheizkraftwerks-Module mit Grubengas, die eine elektrische Leistung von insgesamt 1,5 MW erreichen. Diese erzeugen Strom und Wärme mit dem Gas, das sonst ungenutzt über eine Prote- gohaube in die Atmosphäre entweichen würde.

Am Trimbuschhof in Herne wo Erdgas in einer Gasentspannungsanlage expandiert wird, würden nor malerweise 1,2 Millionen Normkubikmeter Erdgas für die Vorwärmung verbraucht werden. Dort sind zwei BHKWs installiert, die seit 2002 aus Grubengas Strom und Wärme erzeugen. 790 Meter tief wurde gebohrt, um aus den „Grubenbauen“ der ehemaligen Zechen „Mont-Cenis“ und „Friedrich der Große“ Gas zu för- dern. Die beiden grubengasbetriebenen Blockheiz- kraftwerke  erzeugten bis 2012 pro Jahr 5 Mio. kWh Strom und 6 Mio. kWh Wärme.

Grubengasabsauganlage auf dem stillgelegten Bergwerk Hugo 1/4 in Gelsen- kirchen-Buer,                                                                                                 Foto:RAG

Hintergrund:

Bei hoher Methankonzentration in einem zum Abbau hergerichteten Streb wird das Gas zur Vermeidung einer gefährlichen explosionsfähigen Konzentration in den Wettern aus den Flözen durch Anlegen eines Unt- erdrucks abgesaugt. Daneben werden auch nicht mehr genutzte und durch Dämme abgetrennte Streck- en an die Absaugung angeschlossen, um die Diffusion in offene Strecken zu verringern. Dieses abgesaugte Gas wird als Grubengas bezeichnet. Da die Bohrung- en, Abdämmungen und auch die Rohrleitungsverbind- ungen nur bedingt dicht zur bewetterten Strecke ab- getrennt sind, wird immer ein erheblicher Luftanteil mit angesaugt. Daher hat das Grubengas aus aktiven Bergwerken immer einen hohen Luftgehalt; das Ver- hältnis von Sauerstoff und Stickstoff entspricht der Zusammensetzung der Atmosphäre. Die zulässige Untergrenze des Methangehaltes liegt bei der Gruben  gasausaugung bei 22 Vol-%; bei geringeren Werten er- folgt die Abschaltung der Absaugung. Damit soll ver- mieden werden, dass die obere Explosionsgrenze  von Methan (15 Vol.-%) unterschritten und damit ein explo sionsfähiges Gasgemisch gefördert würde. Diese Form der Gasabsaugung wird als Starkgasabsaugung bezeichnet, da die Konzentration des Methans über der oberen Explosionsgrenze liegt.

Auf der 1978 stillgelegten Schachtanlage Mont-Cenis mußte die Grubengasförderung  2012 eingestellt werd en, da Schacht 3 wegen des gestiegenen Grubenwass- ers abgesoffen war. Mitte Mai 2016 gingen die beiden Gasmotoren wieder in Betrieb. Die Stadtwerke steckt- en eine dreiviertel Million EUR in das Projekt, um die Grubengasförderung wieder zu reaktivieren. Da die Zeche als besonders gashaltig galt, stieß das Bohr- team der Fa. Daldrup alsbald in 300 Meter Teufe an der Kreuzung zwischen zwei ehemaligen Strecken in einen weitreichenden Hohlraum mit 27 % Methange- halt. Das ist ein brauchbarer Wert. Mit einer Leistung von einem Megawatt soll die Grubengasabsauganlage Strom und Wärme für 72 Einfamilienhäuser, 200 Wohnungen, einem Altenheim, einer Kita und für die Fortbildungs-Akademie-Halle des Landes NRW für viele Jahre liefern. An kalten Wintertagen muss aller- dings über ein Kohlekraftwerk zugeheizt werden.

Schematischer Aufriss Grubengasabsaugung in einem aktiven Bergwerk.          Foto: A.Müller, wikimedia commons

Projektleiter Stephan Becker ist sich sicher, das der derzeitige Methan-Gehalt von 27 % noch steigerbar ist. Um die Genehmigung für die Bohrung zu erhalten, bedurfte es eines vierjährigen Antragsverfahrens. Erst dann gab die Abt.6 Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg grünes Licht. Von den ehe- maligen Zechen Mont Cenis und Friedrich der Große ist nicht viel übrig geblieben. Nur die Verwaltung der ehem. Zeche Friedrich der Große, die Maschinenhalle von Schacht 1 sowie einige Protegohauben von Mont- Cenis und Friedrich der Große erinnern noch an ein starkes Stück deutscher Industriegeschichte.

vgl.hz.a.Minegas.de, WAZ vom 3.3.2015 und 24.4.2016 sowie RK-Redaktion vom 21.5.2016, Methan-Kreativschrift: Grazy Cloud, fotolia-Kauf

Atomkraftwerke wollen ihre Entsorgungskosten loswerden

staatlicher Fond soll für den Abriss und die Entsorgung zuständig sein

Bis 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. 17 Reaktoren an 12 Standorten sind dann zu entsorgen. Für den Rückbau und die Entsorgung werden rd. 34 Mrd. EUR benötigt. Risikorücklagen für den Fall der Pleite eines Betreibers sind darin noch nicht eingeschlossen. Nun soll der Staat einspringen.

Zwar haben RWE, E-ON, EnBW und Vattenfall Rück- stellungen für die Entsorgung der AKW in Höhe von 17,2 Mrd. EUR plus Risikoaufschlag in Höhe von 6,1 Mrd. EUR gebildet. Nach Ansicht von Experten dürfte diese Summe aber nicht ausreichen. Daher ersann man die Idee eines staatlichen Fonds. In diesen zahlen die Betreiber 23,34 Mrd. EUR einmalig ein und wären damit die Finanzverantwortung vollständig los. Sollt- en höhere Kosten eintreten, müßten diese durch den Steuerzahler beglichen werden. Entsprechend groß war in den Medien daraufhin die Kritik. Bundeswirt-schaftsminister Siegmar Gabriel hält den Vorschlag für o.k., weil er ansonsten nicht wüßte, was er machen sollte, wenn die Betreiber in den nächsten Jahren Pleite gehen sollten. Der Vorsitzende der eingesetzt- en Regierungskommission, Jürgen Trittin (Grüne!) hat sogar ein weiteres Entgegenkommen angedeutet. Die Betreiber wollen des weiteren die Kosten für das Er- kundungsbergwerk Gorleben in Höhe von 2 Mrd. EUR angerechnet bekommen. Einig sind sich die Betreiber allerdings noch nicht, da sie unterschiedlich viele AKW´s betreiben und daher auch unterschiedliche Kostenbelastungen haben. Außerdem sind die Be- treiber aufgrund der verfehlten Energiepolitik ( Stich- wort EEG) angeschlagen und stehen unter enormem Druck von Seiten der Anleger und Aktionäre.

Trotz eines möglichen Kompromisses wollen die Unt- ernehmen wegen der entschädigungslosen Zwangs-schließung von 8 Atomkraftwerken durch die Bundes-regierung ( Nuklearkatastrophe im japanischen Fu- kushima vom 11.3.2011) an ihren Klagen festhalten. Ebenso an der eingebrachten Verfassungsklage gegen die Atomsteuer.

Der Deal mit dem Staatsfond sieht des weiteren vor, das die Energiekonzerne lediglich bis zum Jahre 2022 für eventuell säumig werdende Kraftwerkstöchter ein- stehen müssen. Danach können Sie ihre Verpflicht- ungen gegenüber den Tochterfirmen kündigen. Die Rückstellungen für die Entsorgung müssen ferner auch nicht fest zurückgelegt werden, sondern dürfen auch zur Finanzierung von Investitionen und Unter-nehmenskäufen herangezogen werden. Wenn das in die Hose geht, sind die Rückstellungen u.U. voll- ständig futsch. In diesem Fall müßten die Steuer-zahler sämtliche Kosten für den Rückbau und die Ent- sorgung alleine tragen. Es kann auch passieren, das ein weiteres Endlager benötigt wird. Dann kommen weitere Kosten i.H.v. von rd. 10 Mrd.EUR hinzu. Dann noch die Kosten für die gescheiterte Energiewende, Umlagen und,und, und ….

Aus Sicht der Koalitionsmehrheit im Petitionsaus- schuss des deutschen Bundestages ging man im Mai 2013 noch davon aus, das die Betreiber von Atomkraft werken sowohl für die Kosten für die Stromprodukt- ion als auch für die Entsorgung der atomaren Abfälle entsprechend dem Verursacherprinzip haften sollen.  Mit den Stimmen von Union und FDP entschied der Ausschuss daher 2013, das Petitionsverfahren zu einer Eingabe mit der Forderung nach einer Über- nahme der Kosten durch die Betreiber abzuschließen. Dem Anliegen sei entsprochen worden, heißt es in der Beschlussempfehlung. Nun wird zugunsten der Unter-nehmen aufgeweicht.

vgl.hz.a. Spiegel-Online vom 11.04.2016, Greenpace vom 11.4.2012, FAZ vom 29.4.2016, Meldung des Deutschen Bundestages, Petitionausschuß vom 15.5.2013 sowie RK-Redaktion vom 20.05.2016;                    Fotos: oben: E-ON AKW Grafenrheinfeld, avda-wikipedia commons, Atomlogo: Carolanne Wright

Klimaprojekt Innovation City – Herne greift zu den Fördertöpfen

Ziel: möglichst viele Steuergelder abgreifen

Für das eine oder andere Klimaprojekt mag man sich über den Nutzen durchaus streiten, im Hinblick auf die Erreichung des Gesamtziels des Modellprojekts „Innovation City“ kann man u.E. aber zu keiner anderen Erkenntnis kommen, das es sich bei dem Projekt um eine gigantische Steuerverschwendungs-maßnahme handelt, da das Ziel, die Co2-Emissionen bis 2020 um 50 % zu halbieren, um die Klimaerwärm- ung zu stoppen, nicht realisiert werden kann, da es seit 18 Jahren keine Erwärmung gibt, das Klima eine rein statistische Größe ist und die Co2-Emissionen so gut wie keinen Einfluss auf das Klima haben. Dies haben wir bereits mehrmals ausführlich dargelegt. Nach Bottrop will nun auch die Stadt Herne an die KfW-Fleischtöpfe herankommen und hat Fördergeld- er beantragt. 20 Quartiere sollen im Rahmen der sog. energetischen Stadtsanierung „klimagerecht“ (was ist das ?) umgebaut werden. Hierzu zählt die unsinnige Wärmedämmung an Hausfassaden, Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, Betonentsiegel- ung  und Begrünung aufgrund befürchteter extremer Häufigkeit von Wetterereignissen ( die bisher nicht zu beochten sind!) und andere Maßnahmen, um die nega tiven Folgen des Klimawandels abzumildern. So die offizielle Botschaft. In Wahrheit geht es aber wie fast immer nur um eins: ums Geld. Und das fließt im Falle des energetischen Stadtumbaus reichlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a. WAZ vom 07.04.2016, umwelt.nrw (Min. f. Landwirtschaft, Natur-u.Verbraucherschutz des Landes NRW), Innovation City-Management GmbH Bottrop (Masterplan), RK-Redaktion vom 20.4.2016.   Fotos: Grafik: AG Energiebilanzen 2015: Mitte: fotolia-Kauf, K.C.; Wappen der Stadt Herne, wikipedia

So bezuschusst die staatliche KfW-Bank 65 % aller förderfähigen Kosten bis zu 5 Jahren. Für jedes Quar- tier werden bis zu 250.000 EUR an Steuergeldern lock- er gemacht. 35 % werden von den Kommunen er- bracht. Sollte eine Kommune wie die Stadt Herne etwas finanzschwach sein, so braucht diese nur 5 % an Eigenanteil zu leisten. Den Rest übernimmt der Bund mit 95 %. Unterstützt wird das Projekt Innvotion City auch noch vom Bundesminsterium für Umwelt, Naturschutz, Bau-u. Reaktorsicherheit und vom Land NRW.  Beihilfeberechtigt sind kommunale Gebiets- körperschaften, Eigenbetriebe der Städte, Wohungs- eigentümer und Wohungsunternehmen. Und damit auch alle beteiligten Akteure möglichst effizient und gewinnbringend zusammenarbeiten können, koordi- niert die City Management GmbH, eine Public-Private-Partnership-Initiative, die Prozesse und Projekte. Bisher wurden 125 Einzelprojekte initiiert.

Falls Sie nun Lust bekommen haben sollten, ebenfalls öffentliche Fördergelder zu beantragen, empfehlen wir Ihnen, bei der KfW-Bank das Formblatt mit der Nr. 600 000 2111 abzufordern, einen Projektablaufplan vorzulegen, einen Verantwortlichen zu benennen und schon rieselt der Geldsegen. Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich den Masterplan herunter- laden. Allen anderen raten wir zur kritischen Wach- samkeit.

Zum Wachwerden empfehlen wir Ihnen unser nächst- es Jahrbuch, welches Anfang 2017 erscheinen wird. Dort werden wir uns ausführlicher mit dem Thema energetischer Stadtumbau und seine Folgen für den Steuerzahler beschäftigen .

Das Ende von Auguste-Victoria

DAS BERGWERK AUGUSTE-VICTORIA IN MARL WIRD ZUM 31.12.2015 STILLGELEGT 

AV Ende 18.12.2015trauriger BergmannMit tiefer Betroffenheit fand am 18.12.2015 im Beisein der Min.-Präsidentin von NRW, Hannelore Kraft, dem Bürgermeister von Marl, Werner Arndt, Vertretern der IGBCE, des Betriebsrates , des Werksleiters Jürgen Kroker sowie des RAG-Vorstandes unter Ausschluss der Öffentlichkeit die letzte Förderschicht auf dem Bergwerk Auguste-Victoria (AV) in Marl statt. Am 31.12.2015 ist dann nach 116 Jahren endgültig Schicht am Schacht. Bis Mitte 2016 findet dann der bereits eingeleitete Rückbau Über-und Untertage, die untertägige Anlegung von Wasserwegen für die Grubenwasserhaltung sowie die Verfüllung der Schächte 8 und 9 bis Ende April 2016 statt. Anschließend wird das Betriebsgelände über die RAG-Tochter RAG-Montan-Immobilien vermarktet. Auf dem Gelände wird sich der nebenan liegende Chemiepark ausweiten sowie ein Logistikunternehmen aus Duisburg ansiedeln. Ob einige Übertageanlagen in die Denkmalliste aufgenommen werden, ist noch offen.

Die Schließung des Bergwerks AV ist die Generalprobe für den endgültigen Auslauf des gesamten Bergbaus 2018 in Deutschland, bemerkte mit Wehmut in der Stimme der Pressesprecher der RAG, Christof Beike. Kurz vor Weihnachten förderten die Kumpels die letzte Kohle aus dem Baufeld 50 unterhalb von Tannenberg/Eppendorf. Dann wird auch dieses Baufeld abgeworfen, obschon auf AV noch reichlich Kohle vorhanden ist. Ein Teil der rd. 2000 Belegschaftsmitglieder wechseln zum neuen Jahr zur Zeche Prosper-Haniel in Bottrop und zur Zeche Anthrazit-Ibbenbüren in Ibbenbüren. 600 Bergleute gehen in die Anpassung und 600 Kumpels verbleiben bis Ende 2016 auf AV, um den Rückbau geordnet abzuwickeln. Einige Bergleute gehen zur Abteilung zen-trale Grubenwasserhaltung und haben damit noch längerfristig eine Perspektive. 157 Azubis werden bis zur endgültigen Schließung noch ihre Prüfung ablegen. Die Kreishandwerkerschaft von Recklinghausen sieht die Schließung der Zeche, die Schließung von Opel in Bochum sowie den Abbau von Kraftwerkskapazitäten als Bedrohung an, denn dem Kreis würden damit Aufträge im Wert von über 150 Mio. EUR und rd. 6500 Arbeitsplätze entzogen werden.

der letzte Kohlenzug fuhr im Dez. 2015 die letzten Kohlen aus dem Baufeld 50 ab

Mit der Schließung der Schachtanlage bricht nicht nur eine große Solidar-und Schicksalsgemeinschaft auseinander, sondern auch eine ganze Industrie-epoche, die nicht nur NRW sondern ganz Deutschland Wohlstand und Versorgungssicherheit rund um die Uhr beschert hat. Wir haben daher Anlass, uns bei den Bergleuten für Ihre schwere Arbeit zu bedanken und zu verneigen. Seien Sie versichert, das wir das montankulturelle Erbe auch über das Ende des Bergbaus weiter bewahren werden. Denn Sie dürfen nicht vergessen werden.  Auf die Frage, wie die Bergleute das Ende selbst empfinden, antwortet stellvetretend für viele, Sadettin Kocyigit aus Duisburg, der vor dem Vorruhestand steht: „als das Bergwerk Walsum geschlossen wurde, da war mir, als wenn mir einer das Herz aus dem Körper gerissen hätte. Die Schließung von AV geht mir immer noch nahe, aber es ist nicht mehr so emotional.“ Und der letzte Bergwerksdirektor, Jürgen Kroker, antwortet: „Das ist eine Situation, die verdrängt man bis zum letzten Fördertag. Und dann sehen sie starke Männer weinen…“

vgl. hz.a. RAG-Werkszeitschrift Steinkohle 12/2015, WAZ vom 21.02.2015, 03.12.2015, Halterner Zeitung vom 13.12.2015 und Revierkohle vom 14.12.2015

Fotos und Montage:Revierkohle

P.S.: mehr zum Thema finden Sie in unserem Jahrbuch in den Ausgaben 2014 und 2015

Grubenwehrübung

auf dem ehem. Bergwerk Fürst Leopold in Dorsten

70 Mann der RAG-Grubenwehr übten den Ernstfall unter Tage

70 Mann der RAG-Grubenwehr übten den Ernstfall unter Tage

Auf der ehem. Schachtanlage Bergwerk Lippe fand am Standort Fürst Leopold in Dorsten am 30.11.2015 eine aufsehenerregende Veranstaltung statt. 70 Mann der RAG-Grubenwehr übten den Ernstfall unter Tage. Die Gefahrensituation wurde wie folgt beschrieben: Brandgeruch unter Tage mit spürbaren Druckwellen im Bereich der Sumpfstrecken sowie erhöhte C02-Werte. Drei Personen werden vermisst. Nach dem der Einsatzbefehl auf der zentralen Grubenwasserhaltungszeche Pluto in Herne ausgegeben wurde, rauschten die ehrenamtlich tätigen Grubenwehrmänner mit dem eigenen Grubenwehr-Feuerwehrfahrzeug von der zum 31.12.2015 zur Stillegung anstehenden  Schachtanlage Auguste-Victoria in Marl nach Dorsten, um die Gefahr am Grubenwasser-Reservestandort Fürst Leopold zu beseitigen. Beobachtet wurden Sie dabei von Georg Bresser, Leiter der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Herne. Die Kumpels von AV hatten den Auftrag, die vermissten Pumpenschlosser und Elektriker im Bereich des Schachtumtriebs 1 zu finden und erste Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Die Kollegen vom noch aktiven Bergwerk Ibbenbüren hatten den Auftrag, den Brand unter Tage einzudämmen und den Methangasanstieg zu verhindern. Ein abgestürzter Schachthauer konnte von der Abseilmannschaft gerettet werden. Sowohl die Arbeitsaufträge als auch die Koordination aller Personenrettungen liefen aus Sicht der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, welche nicht nur für die RAG arbeitet, zügig und problemlos.

der traurige Rest der 2001 stillgelegten Schachtanlage des BW Lippe, Standort Fürst Leopold, Dorsten

der traurige Rest der 2001 stillgelegten Schachtanlage des BW Lippe, Standort Fürst Leopold, Dorsten

vgl.hz.a.; RAG-Pressmitteilung vom 30.11.2015

Fotos: rechts Wikipedia, oben: Revierkohle u. RAG

Methanhydrat

Die Energiequelle der Zukunft ?

In der Tiefsee lagern nach Ansicht des Leibnitz-Institutes für Meereswissenschaften in Kiel (IFM-Geomar) rd. 5000 Gigatonnen  Methanhydrat. Die Pläne für die Ausbeutung dieser fossilen Energiequelle werden immer konkreter. In welchen Mengen und zu welchen Kosten das kostbare Gut gefördert werden kann, ist z.Zt. allerdings noch nicht klar. Die Vorkommen sind in ihrer Eigenschaft im Hinblick auf die Gaskonzentration und des umgebenden Sediments sehr verschieden, betont Judith Schicks, Leiterin der AG Gashydratforschung am Geoforschungszentrum Potsdam . (GFZ) Intensiv geforscht wird auch in Japan, Indien, Südkoera und China, weil diese Staaten nur über ein sehr begrenztes Erdgasvorkommen verfügen und daher für teures Geld Flüssiggas importieren müssen. Im indischen Ozean liegen dagegen die größten Methanhydratvorkommen.

in Eis gefangen gehaltene Methanmoleküle

in Eis gefangen gehaltene Methanmoleküle

In Deutschland forschen die Firmen BASF, RWE, E-ON und Wintershall an der Ausbeutungsmöglichkeit des Kohlenstoffes, welcher gerne auch als „brennendes Eis“ bezeichnet wird, weil Methanhydrat nichts anderes ist als Eis mit einem Erdgaskern. Dabei bilden die Wassermoleküle in dem Hydrat Käfige, in denen die Methanmoleküle gefangen sind. Die besten  Bedingungen für Methanhydrate finden sich in 500 bis 2000 Meter Wassertiefe an den Kontinentalhängen und unter den Permafrostböden in Alaska, Russland und Kanada. Die näheren Vorkommen liegen in Norwegen, an der Küste Portugals und im schwarzen Meer. Wirtschaftlich interessant wird der Abbau ab etwa 100.000 Kubikmeter Gashydrat pro Tag, so das GFZ. Gute Ergebnisse habe man mit der Einspeisung von C02 in das Bohrloch gemacht, weil das Co2 in der Lage ist, das Methan aus dem Hydrat durch Wärme zu verdrängen und damit wird mehr Methangas freigesetzt. Die Kohleverstromung wird Methanhyrdrat allerdings nicht ersetzen können, da der größte Anteil des brennenden Eises in tonigen Sedimenten liegt, die nicht abgebaut werden können. Außerdem verflüchtigt sich das Methangas auf natürliche Weise, bevor es abgebaut werden kann. Fazit: Methanhydrat wird wahrscheinlich nur für einen kurzen Übergangszeitraum genutzt werden können.

vgl. hz.a. Die Welt vom 20.08.2012; Planet-Wissen.de vom 27.07.2012, Baumgarten, Tim: Methanhydrat, wiss. Hausarbeit im SS 2008, Universität Paderborn, S. 14 ff sowie Revierkohle-Redaktion vom 05.12.2015

Stahlbranche vor dem Aus ?

jeder zweite Stahlkocher bangt um seinen Arbeitsplatz

Der Präsident des Weltstahlverbandes, Wolfgang Eder, warnt vor den Folgen der EU-Klimaschutzvereinbarungen in Paris, da die Verschärfung des C02-Zertifikate-handels  einen massiven Arbeitsplatzabbau nach sich ziehen würde.

Breitband-Stahlwalzstrasse Foto: fotolia
                                                                                                                                                Breitband-Walzstahlstrasse

Nach Zahlen befragt, antwortete Eder, das er langfristig mit einem über 50 %- tigem Arbeitsplatzabbau durch die beabsichtigten Klimaschutzpläne rechnet. In der europäischen Stahlindustrie arbeiten zur Zeit noch rd. 360.000 und in Deutschland noch rd. 87.000 Menschen. Davon im strukturgebeutelten NRW 47.600. Ein solcher Rückgang hätte auch erheblich negative Folgen für die Beschäftigten in der Automobil-und Maschinenbaubranche.

Der Emissionshandel mit sog. C02-Verschmutzungszertifikaten ist das zentrale Steuerelement der EU-Klimapolitik. Umweltschützer glauben gerne, das sich durch die Verteuerung der gehandelten Co2-Zertifikate die Erderwärmung begrenzen lässt. Aber das ist, worauf wir immer wieder hinweisen, ein Trugschluss. Neben den künstlich verursachten Problemen (weil der Mensch das Klima nicht retten kann !) gibt es für die Stahlbranche aber auch ganz reale Wettbewerbsprobleme. So brechen auf breiter Front die Gewinne durch die zunehmenden Stahlimporte aus China ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat daher erst vorige Woche bei ihrem China-Besuch deutlich gemacht, das sie den Wettbewerb als unfair einstuft. Das ist dem Stahlpräsidenten und Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder aber nicht genug. Er fordert ein Anti-Dumping-Zollgesetz. Und weil er nicht an schnelle politische Entscheidungen glaubt, trägt er sich mit dem Gedanken, die Hochöfen in Österreich entweder zu erneuern oder in anderen Regionen der Welt neu aufzubauen. Auch der Vorstandsvorsitzende des niedersächsischen Stahlkonzerns Salz-gitter, Heinz-Jörg Fuhrmann, macht sich um den Stahlstandort Deutschland ernsthaft Sorgen. Wenn der EU-Kommissionsvorschlag  zur Begrenzung des C02-Zertifikatehandels  umgesetzt wird, wäre das eine „ganz krasse Existenzbedrohung“, so Fuhrmann. Die Mehrbelastungen von rd. 100 Mio. EUR pro  Jahr könnte die Salzgitter AG nicht stemmen. Der indische Branchenriese Tata Steel sieht die Entwicklung ähnlich kritisch. Deutschlands größter Stahlkocher, Thyssen-Krupp, hält sich derzeit mit öffentlicher Kritik noch zurück. Zwar wird das Produkt Stahl und damit auch die Kokskohle weltweit weiterhin in grossen Mengen benötigt, aber die Produktion ist nicht auf Europa angewiesen.

Über den Umweg der C02-Zertifikate-Regelung kann die von den Grünen ausgedachte Idee einer grossen gesellschaftlichen Transformation hin zu einer neuen Agrarökologie auf der Basis von Wind-und Solarenergie möglicherweise doch noch gelingen. Dann wäre die Deindustriealisierung vollzogen, Kraftwerke unnötig und der Sozialstaat am Ende, weil dann kein Geld mehr da wäre, um die Millionen von Arbeitslosen zu versorgen. Der kluge Mann und die kluge Frau sollten sich daher bei Zeiten mit den Methoden moderner Ackerbau-und Viehzucht vertraut machen.

vgl. hz. a. Die Welt vom 29.07.2015, WAZ vom 03.11.2015; Eike.de vom 1.8.2015 und Revierkohle-Redaktion vom 6.12.2015 (Foto: Industrieblick, fotolia)

40.000 Grössenwahnsinnige

Staats-und Regierungschefs aus 140 Ländern trafen sich zur 21. UN-Klimakonferenz

Staats-und Regierungschefs aus 195 Ländern trafen sich zur 21. UN-Klimakonferenz unter der Leitung des franz. Präsidenten Francois Hollande

wollen das Klima retten

In Paris hatten sich auf dem Messegelände le Bourget vom 30.11.2015 bis 11.12.2015 rd. 40.000 Grössenwahnsinnige aus Politik, Umweltverbänden und Medien eingefunden, um die Welt zu retten. Und das gelingt nach Ansicht der Protagonisten nur noch dann, wenn wir es schaffen, den Anstieg der globalen Durchschnitts-temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen. Daher muss der C02-Ausstoß weltweit um 40 % bis 2030 gegenüber dem will-kürlich festgelegten Jahr 1990 abgesenkt werden. Ansonsten droht die Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen. Dieses Mantra wurde auch in Paris gebets-mühlenartig wiederholt, so dass es auch der letzte Depp kapieren sollte. Die Umweltverbände, allen voran Greenpace, BUND, Nabu und WWF forderten gar einen Weltklimavertrag, in dem u.a. für Deutschland der Ausstieg aus der Kohle bis 2040 verbindlich festgeschrieben werden soll. Und da rd. 100 Demonstranten in Paris ihre Forderungen auch gleich durch den Einsatz von Reizgas untermauern wollten, wurden sie am Rande der Konferenz festgenommen.

Die Delegierten aus 195 Ländern verhandelten in Paris auch über die Finanzierung eines sog. grünen Klimafonds, der mit 9,3 Mrd. EUR aus europäischen Finanz-töpfen gespeist werden soll. Darüber hinaus sollen jedes Jahr 100 Mrd. EUR zusätzlich mobilisiert werden, um z.B. den afrikanischen Ländern zu helfen. Selbst der Direktor des internationalen Gewerkschaftsverbandes IndustriAll, Brian Kohler, glaubt an die Heilsversprechen der UN-Klimakonferenz. Er ist der Ansicht, das der Klimawandel unsere Zivilisation gefährdet und das daher Handlungsbedarf besteht. Die IGBCE hat dieser These im großen und ganzen ebenfalls zugestimmt und fordert lediglich einen gerechten Übergang für die Bergleute durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen.

Demgegenüber möchten wir auf die nüchterne Faktenlage aufmerksam machen. Und die lautet:

Der Energiebedarf ist nicht durch Öko-Strom abdeckbar und das Klima kann nicht durch eine Absenkung der C02-Emissionen gerettet werden.

Auch sind nicht die Kraftwerke oder die Bergleute an der beschworenen Klimakatastrophe schuld, weil es sie schlicht und ergreifend gar nicht gibt. Die globale Durchschnittstemperatur hat sich seit 1997 Jahren nicht verändert. Der von Menschen verursachte Klimawandel durch C02-Emissionen ist aufgrund der Daten von 1097 weltweit installierten Messgeräten nicht erkennbar. Auch kann es eine geforderte Klimagerechtigkeit nicht geben, da sich der Neigungswinkel und die Nei-gungsintensität der Sonnenstrahlung permanent verändert. Hinzu kommen die Sonnenfleckenaktivitäten, die ebenfalls einen Einfluss auf die Temperaturen auf der Erde haben. Und was den Anteil der erneuerbaren Energien aus Wind-,Solar-,Biogas-,Wasser und Geothermie  am Primärenergieverbrauch in Deutschland anbe-langt, sieht die Sache noch bescheidener aus. Ihr Anteil lag in 2014 gerade einmal bei 11,1 %.  Die insgesamt in Deutschland installierten rd. 30.000 Windkraftan-lagen haben dabei gerade einmal einen Anteil von 1,5 % und Photovoltaik von rd. 1 %. Der Anteil des Solarstroms am Primärenergieverbrauch liegt damit nach 15 Jahren Energiewende gleich hoch wie der Beitrag von Abfällen aus Deponiegasen. Und für diesen lächerlich geringen Anteil wurden die Bürger aufgrund einer zwanzigjährigen garantierten staatlichen Beihilfe auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2000) mit bislang rd. 260 Mrd. EUR zur Kasse gebeten. Selbst wenn alle Haushalte in Deutschland Strom aus erneuerbaren Energien beziehen würden, so der Physiker Dirk Dubbers von der Universität Heidel-berg, würde das erst 3,6 % des Primärenergieverbrauchs abdecken. Würde man dagegen 8 % weniger Kraftstoff für Autos verbrauchen, so würde das mehr Energie einsparen, als alle Windkraftanlagen insgesamt produzieren.

Und im Hinblick auf die steigende Weltbevölkerung ist es nicht verwunderlich, das auch der Energiebedarf steigen wird. Und ebenso wenig verwunderlich ist, das daher der Kohleanteil am Gesamtenergiemix weltweit bei 41,1 % liegt. Aber das kann den Franzosen ja egal sein, da deren Stromstecker an einem der 58 Atom-Kraftwerke hängt. Wenn die EU-Klimakonferenz-Zeichensetzer die Menschen zu einem unbequemen und deindustriealisierten Lebensstil bekehren wollen, so haben sie dabei vor allem eins im Sinn: auf jemand anderes Arsch durchs Feuer reiten zu wollen. Derweil bauen die Asiaten 500 neue Kohlekraftwerke und Indien erlebt derzeit mit über 45 % am Gesamtenergiebedarf das größte Wachstum in der Kohlenutzung. Auch in Südasien und in Japan wird der Kohleanteil um 30 % bis 2030 steigen.

Grosse Sorgen brauchen wir uns also wegen den Pariser Beschlüssen nicht zu machen, da die Pariser-Klimakonferenz genau so scheitern wird wie die 20 Kon-ferenzen vorher. Die beschlossene Abkehr von fossilen Energieträgern ab 2020 wird solange ein Traum bleiben, wie Speicherkapazitäten für Öko-Strom zu be-zahlbaren Preisen fehlen. Statt auf die Sprücheklopfer aus der Politik zu lauschen, hätten die Medienvertreter zur Abwechslung doch mal den tatsächlichen Fach-leuten zuhören sollen. Die trafen sich nämlich am 11.und 12.12.2015 im weniger vornehmen Essen zur 9. Klima-und Energiekonferenz des europäischen Instituts für Klima und Energie im Haus der Technik. Was diese Fachleute in 16 Fachbeiträgen zu sagen hatten, hätte die Klima-Alarmisten so gar nicht erfreut. So erläuterte  z.B. der Meteorologe Klaus Puls in einem Beitrag, warum kein Trend zu Extremwettern zu beobachten sei, den man belegen könnte. Prof. Dr. Karl Ewert berichtete über aufgedeckte Manipulationen des US-Klimainstitutes GISS und man war sich einig, das der von Menschen verursachte C02-Ausstoß nicht zur Klimaerwärm-ung beiträgt.

vgl. hz.a. Haferberg, Manfred: Klimagipfel: heiteres Zeichensetzen in Paris; in: Eike.de vom 02.12.2015; Die Welt vom 06.12.2015; IGBCE-Interview mit Brian Kohler, Startseite vom 25.11.2015, Tan, Florence, Gloystei, Henning: Vergessen Sie Paris: Die Asiaten bauen 500 neue Kohlekraftwerke, in: Eike.de vom 08.11.2015; WDR vom 05.12.2015, Süddeutsche Zeitung vom 29.11.2015, Eike.de vom 12.12.2015, ARD und ZDF vom 13.12.2015  und Revierkohle-Redaktion vom 15.12.2015

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