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RWE: warum die Rodung im Hambacher Forst notwendig ist

Kampf um die Kohle geht weiter

DIE STORY

Zwischen Jülich und dem beschaulichen Düren an der A 44 liegt der Hambacher Forst. Und dort tobt zur Zeit der Bär. Öko-Freaks, Umwelt-schützer und Klimaretter vor allem aus der linken Szene haben beschlossen, den Wald zu retten und halten diesen daher seit 2012 be-setzt. Als Unterschlupf dien-en ihnen Baumhäuser. Nun gehört das Gelände aber dem Energieversorger RWE. Und dieser will den Wald auf einer Fläche von 100 Hektar roden, um an die dort la-gernden 2,5 Mrd. Tonnen Braunkohle heranzukomm-en. Diese wird benötigt, um das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Bergheim weiterhin sicher mit Kohle auf kurzen Wegen versorgen zu können. Darüber hinaus ist der Wald als Ausgleichs-fläche für den Verzicht auf einen weiteren Abbau im Garzweiler Revier I von der Landesregierung NRW aus-gewiesen worden. Der Ham-bacher Forst liegt im Nord-revier des Tagebaus Garz-weiler I und grenzt an den Tagebau Inden II, wo noch bis 2030 Braunkohle ge-fördert werden soll.   Da die Umweltaktivisten und Kli-maretter davon überzeugt sind, das die Braunkohle-verfeuerung  das  Klima er-wärmt und die Umwelt schädigt, wollen sie die Ro-dung verhindern und proben seit dem 10.09.2018 den Aufstand gegen die Polizei, die den Auftrag hat, den Wald zu räumen, um die Rodung zu ermöglichen.    

Die Meinung der Kritiker

Kritiker halten RWE vor, dass man den Tagebau um den Ham- bacher Forst herumlenken kann. Außer- dem ständ- en genügend Gaskraft-werke als Ersatz für die Braun-kohle bereit. Beide Argu- mente greif en wir im Folgenden auf. 

Warum die Rodung notwendig ist

Die Rodung ist aus zeitlichen Gründen notwen-dig, da die Braun-kohebagger sich bereits 300 Meter an die Kante des Tagebaus Ham-bach herange-arbeitet haben und damit un-mittelbar vor dem Hambacher Forst stehen. Ein Still-stand würde enorme Still-standskosten nach sich ziehen. Eine Umgehung ist nach Ansicht von RWE aus technischen Gründen nicht möglich, da die hohen Böschungskanten im Seitenbereich des Tagebaus einen Richtungs-wechsel unmög-lich machen.

Meinungen

Albrecht Gerber (SPD)

Der Bergbau ist der größte Arbeitgeber in der Lausitz. Wir sprechen daher vom drohenden Verlust von Industriearbeitsplätzen und nicht vom Tretbootverleih. Ich stehe daher zum LEAG-Konzept.

Michael Kretschmer (CDU)

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung hat nur dann einen Sinn, wenn sie sich an Fakten orientiert und ergebnisoffen bleibt.

Thomas Kutschaty (SPD)

Wir leben in einem Rechtsstaat und da gelten rechts-staatliche Spiel-regeln.RWE hat einen Rechts-anspruch auf Rodung.

Klaus Emmerich (IGBCE)

Die Aktivisten in Hambach sind nicht da, um ein politisches Zeichen zu setzen, sondern denen geht es nur um Randale und Gewalt“.
Klaus Emmerich, stellvertretender BR-Vorsitzender im Tagebau Garzweiler

Gaskraftwerke können die Grundlastkraft-werke nicht ersetzen, da sie nur den kurz-fristigen  Bedarf an Spitzenlaststrom ab-decken können. Darüber hinaus können viele  Gaskraftwerke aufgrund der garant-ierten Einspeisevergütungen für Flatter-strom (Windstrom) wirtschaftlich kaum betrieben werden. Der Preis für Strom aus Gas liegt an der EEX-Börse z.Zt. mit 6,9 Ct je kWh deutlich höher als für Braunkohle mit 3,5 Ct je kWh. Der Verbraucher zahlt neben den Stromkosten die Stromsteuer, die EEG-Umlagen, die § 19-Offshore-Um-lage und demnächst auch noch die Kosten für den Stromtrassenausbau sowie die Kosten für die Bereithaltung der Grund-lastkraftwerke, weil diese dank des EEG mittlerweile ebenso unrentabel geworden sind, trotzdem aber benötigt werden, um die Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz von 50 Hz ständig aufrecht zu erhalten, da ansonsten binnen kürzest-er Frist ein Blackout drohen würde.

 
 

Und was den Protest gegen die Abholzung angeht, da sollten die Damen und Herren (Gewalt) Protestler die Kirche im Dorf lassen. Man muß sich nämlich mal die Größenverhält-nisse ansehen. Der Hambacher Forst ist 200 Hektar groß. Davon sollen 100 Hektar gerodet werden. Diesen „Baum-frevel“ darf RWE selbstverständlich nicht kostenfrei vornehmen. Vielmehr schreibt das Bundesberggesetz allen Bergbaubetrieben die Aufforstung und Renaturierung nach der Auflassung vor. RWE hat im Rheinischen Revier bisher mehr als 8000 Hektar Wald auf-geforstet. Im Umfeld des Tagebaus Hambach wurden 1.500 Hektar Wald neu aufgeforstet. Auf der Halde Sophienhöhe stehen seit 40 Jahren Tausende von neuen Bäumen, die RWE-Mitarbeiter angepflanzt haben. 429 Tierarten, die auf der sog. Roten Liste stehen, haben sich dort ange-siedelt. Und nun vergleichen Sie das einmal mit den Folgen des Windkraft-anlagen-Ausbaus: seit 2010 sind rd. 750 Hektar Wald ersatzlos abgeholzt worden. In dieser Zeit kamen rd. 250. 000 Fledermäuse und rd. 12.000 Greif-vögel zu Tode und Strom wird nur ge-legentlich produziert. Und von einem Beschäftigungsboom in der Windkraft-industrie kann schon seit Jahren nicht mehr die Rede sein. Durch den Ausbau der Windkraftanlagen ist bis heute keine einzige Tonne C02 eingespart worden, was zugebenermaßen aber unerheblich ist.  Also, liebe Aktivist-en/innen: Füße stillhalten !

 

Quellenhinweise:

Maxeiner, Dirk: wenn zwei dasselbe tun.. in: Eike.de vom 09.2018; Krüger, Michael, in: Eike.de vom 14.09.2018; Presse-mitteilung der RWE AG vom 15.09.2018; Hambacherforst.com; Hamburger Abend-blatt vom 14.09.2018; dpa vom 15.09. 2018; Manager Magazin vom 17.09.2018; Lausitzer Rundschau vom 17.09.2018; Aachener Zeitung vom 17.09.2018; Süddeutsche Zeitung vom 15.09. und 17.09.2018; Der Spiegel vom 14.09.2018; Ostsee-Zeitung vom 14.09.2018; Focus-Online vom 14.09.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018

Fotos:

unten: Braunkohletagebagger, Giglio di_ mare, pixabay.com;  Bergmann: stafichu-kanatoly, pixabay.com; Trecker mit abge-holzten Bäumen: Antranias, pixabay. com

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LEAG: Sachsen unterstützt Kraftwerksbetreiber

im Rechtsstreit mit der EU um noch strengere Grenzwerte

BKW Boxberg

2.575 Mega-watt Leistung

18,1 Mrd. kWh in 2017

65.000Tonnen Braunkohlever-brauch /Tag

LEAG-Braunkohlekraftwerk Boxberg- Foto: AnkaWü, CC-BY-SA-3.0,2.5, 2.0, wikimedia commons

Sachsens Ministerpräsident Michael Kret-schmer untersützt die Klage von DEBRIV und diversen Kraftwerksbetreibern, darunt-er die Lausitz Energie Bergbau AG, die Mitteldeutsche Braunkohlen AG (MIBRAG) und eins energie in Sachsen GmbH & Co.KG. In 2017 hatte die Länder NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Branden-burg die Bundesregierung aufgefordert, gegen die geplanten Grenzwertver-schärfungen der EU auf dem Klageweg vorzugehen, da die Erhöhungen weit über den derzeitigen Stand der Technik hin-ausgehen und daher eine mögliche Still-legung etlicher Kraftwerke droht.

Bereits in 2017 hatte die EU-Kommission die Schadstoffgrenzwerte für Großfeuerungs-anlagen neu festgelegt. Zur Bestimmung der neuen Grenzwerte hatte die EU-Kommission jedoch Techniken herangezogen, die noch gar nicht marktreif und groß-technisch nicht verfügbar sind. Daher haben die Braunkohleunternehmen vor dem EU-Gericht geklagt. Erfreulich, das sich nunmehr auch der Freistaat Sachsen dieser Klage angeschlossen hat. Schließlich geht es darum, einen verlässlichen und preiswerten Energieträger vor unverhältnismäßigen und unwirtschaftlichen Forderungen des Gesetz-gebers zu schützen. Die meist ohnehin schon auf dem neuesten Stand der Kraft-werkstechnik stehenden Anlagen müßten nochmals für viel Geld nachgerüstet werden, um die Co2-Emissionen weiter absenken zu können. Sollten die Kraftwerksbetreiber vor dem EU-Gericht nicht Recht bekommen, drohen mittelfristig Stilllegungen. Das wiederum würde bedeuten, das einige Tausend Arbeitsplätze in den Revieren gefährdet wären. Darüber hinaus würden u.U. systemrelevante Kraftwerke wegen Unwirtschaft-lichkeit ausfallen und damit die Grundlastversorgung gefährden. Die Folge wäre ein regionaler Blackout. Das kann Niemand der Verantwortlichen wollen. Selbst wenn alle fossilen Kraftwerke verschwinden würden, wäre Niemanden damit geholfen. Und wer glaubt, damit würde man einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten,  ist völlig auf dem Holzweg. Die C02-Emissionen würden sich kaum verringern und auf das Klima hätte der Wegfall ebenfalls keinen Einfluss.       

wARUM DIE BRAUNKOHLE VERLÄSSLICH IST

Leitwarte Kraftwerk Boxberg, Foto: LEAG AG

„Der EU-Beschluss zu Absenkung der Abgasgrenzwerte für Großfeuerungsanlagen, die ab 2021 gelten sollen, geht weit über den technischen Stand von Heute hinaus und kann da-her nicht sichergestellt werden. Die Menschen in den Braun-kohlerevieren dürfen nicht durch die Hintertür bedroht werd-en“

Michael Kretschmer, Min.Präs. von Sachsen

sO sTARK

46 %

CO2 Reduzierung

92 % Schwefeldioxidredu-

zierung

 

wurde reduziert

61 %

Stickoxidreduzierung

99 %

Staubreduzierung

Quelle: Youtube. Im Video wird noch der ehem. Eigentümer, Vattenfall Europe AG, erwähnt. Mittlerweile gehört das Kraftwerk der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG). Eigentümer ist seit 2017 die tcheschische EPH-Gruppe.  

Großes Foto Mitte: Generator , LEAG AG, Kleines Foto darunter: Leitwarte, LEAG AG, darunter: links: fotolia-Kauf, rechts: Revierkohle
Literaturhinweise: Bild-Zeitung vom 20.02.2018; DNN-Nachrichten vom 19.02.2018; Welt.de vom 19.02.2018; Süddeutsche Zeitung vom 19.02.2018; Focus vom 19.02.2018; LEAG-Pressemitteilung vom 24.01.2018; Pro-Lausitz.de vom 25.02.2018 sowie RK-Redaktion vom 27.02.2018  

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die Kohle geht – und warum sie trotzdem bleibt

die kohle geht 1

Rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl und ein Jahr vor dem endültigen Auslauf des Deutschen Stein-kohlenbergbaus haben wir eine leicht verständliche Broschüre herausgebracht, die deutlich machen soll, wie wichtig auch nach 2018 die Kohle noch sein wird.

Unser Anliegen ist, das Verständnis für den Erhalt und die Modernisierung der Kohlekraftwerke zu fördern. Denn ohne sie kann es auch in Zukunft keine ge-sicherte Energieversorgung  geben. Warum das so ist, haben wir anhand von 6 Eckpunkten herausgestellt.

Die Notwendigkeit für diese neue Info-Kampagne sehen wir darin begründet, das allzu viele Menschen glauben, mit dem Ende der deutschen Steinkohlen-produktion wäre der Weg in eine carbonfreie Zukunft eröffnet und dem Ausbau der Windkraft und Solar-energie würde nun nichts mehr im Wege stehen. Diesem Irrtum wollen wir argumentativ begegnen.

Die Broschüre erhalten Politiker, Wissenschaftler, Pressevertreter, Unternehmer und unsere Mitglieder kostenfrei.

Wir wollen gleichzeitig mit dem Märchen vom preis-werten und sicheren Öko-Strom aufräumen. Die En-ergiewende ist unserer Ansicht nach schon lange ge-scheitert, das will von den Verantwortlichen aus öko-nomischen und ideologischen Gründen aber Nie-mand wahrhaben. Daher bieten wir gleichzeitig auch unseren Info-Flyer „warum Windkraft keine Alter-native ist“ an. Er kann mit unserer neuen Broschüre über „vorstand@revierkohle.“ abgefordert werden.

Data Mining

energiewende

Ob wir mit unseren Argumenten recht haben oder nicht, können Sie gerne nachprüfen. Konfrontieren Sie Ihren Bundestagsabgeordneten mit unseren Argum-enten und schauen Sie, ob Sie eine ehrliche oder eher eine verschwurbelte Antwort erhalten. Und lassen Sie sich nicht von irgendwelchen Studien niedermachen, die unsere Meinung angeblich wiederlegen. Es gibt nicht eine einzige evidenzbasierte wissenschaftliche Studie, die die Richtigkeit unserer Aussagen ernsthaft in Frage stellen könnte.

Wir sagen daher: Schluß mit der verfehlten Energie-wende. Zurück zu einem realistischen Energiemix, wozu selbstverständlich auch die fossilen Energie-träger gehören, weil Öko-Strom großtechnisch nicht speicherbar ist. Denn eine Energiewende ohne Speich-er ist nicht machbar und mit Speicher nicht bezahlbar!

Wenn unsere Broschüre dazu beiträgt, Ihre Neu-gierde zu wecken, dann haben wir schon viel erreicht. Natürlich wissen wir auch, das ein solch komplexes Thema wie die Energieversorgung nicht auf 16 Seiten abschließend dargestellt werden kann, zumal es auch immer wieder um unterschiedliche Vorstellungen geht, wie die Versorgungssicherheit in der Zukunft bewerkstelligt werden soll. Daher bringen wir Monat für Monat redaktionelle Beiträge heraus, die sich mit einzelnen Aspekten der Energiepolitik beschäftigen. Und Sie können versichert sein, das wir in diesen Beirägen nicht die herrschende Pressemeinung wied-ergeben. Bestellen Sie daher heute noch unseren kostenfreien Newsletter. Wer es noch genauer wissen möchte, dem empfehlen wir den Bezug unseres Jahrbuches für Energiepolitik und Montankultur. Bestellungen können Sie über unseren Shop, über amazon oder als e-paper-Ausgabe über ebozon.de vornehmen (einfach das Stichwort „Revierkohle“ ein-geben).

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Fotos und Entwurf oben links: Revierkohle, rechts daneben: danleap, fotolia-Kauf, links: Revierkohle

 

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Lausitzer Revier: gutes Signal für die Bergleute

lausitzer

Braunkohle bildet seit mehr als 100 Jahren das industrielle Fundament der Lausitzer Wirt- schaft in Sachsen. Gleichzeitig ist die Braunkohleindustrie in Ostdeutschland der be- deutsamste Arbeitgeb- er. In den ostdeutsch- en Revieren arbeiten rd. 11.000 Menschen. Von der Braunkohle hängen insgesamt rd. 35.000 Arbeitsplätze ab. Die Lagervorräte reich- en mit  21,7 Mrd. T noch für viele Jahrzehnte aus. In 2015 wurden 1, 64 Mio. t Briketts, 4,85 Mio T Wirbelschicht- kohle und 0,17 Mio T Koks aus  ostdeutscher  Braunkohle hergestellt 

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Wie die Prognos AG aus Berlin in einer Studie ermittelte, ist die Braunkohleindu- strie in Ostdeutschland mit einer Wertschöpfung von über 2,4 Mrd. EUR pro Jahr ein wichtiger Stabilisator in einer ansonsten strukturschwachen Region. Dies trifft insbesondere auf die Lausitz zu. Mit einer Gesamtförderung von 178 Mio t in 2015 trug die Braunkohle aus Ost-und Westdeutschland mit knapp 40 % an der Primär- energiegewinnung in Deutschland bei. Rund 90 % der Gewinnung werden zur in- ländischen Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Es gibt daher keine Tran- sportrisiken. Die Braunkohle-Kraftwerke erzeugten in 2015 155 Mrd. Kilowattstund en Strom.  Sämtliche Kraftwerke verfügen über hochwirksame Entschwefelung-, Entstickungs- und Entstaubungsanlagen. Und solange keine Großspeichertechno- logie zur Speicherung erneuerbarer Energien zur Verfügung steht, wird die Braun- kohle auch in den nächsten Jahrzehnten der Garant für die Versorgungssicherheit auf dem Strom-und Wärmemarkt sein. Soweit die Faktenlage. Trotzdem steht die Braunkohle wie alle fossilen Energieträger politisch unter Beschuss, da sie angeb- lich durch den Ausstoss von Co2 zur Klimaerwärmung beiträgt und darüber hinaus Mondlandschaften nach der Auskohlung hinterläßt sowie Menschen ihrer Heimat beraubt. Greenpace spricht in diesem Zusammenhang gar von Vertreibung durch den Klimakiller Nr. 1.  Kurz vor der nächsten Bundestagswahl schaltet die Bundes-kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel , jedoch plötzlich auf Verständnis um. Einen über- stürzten Ausstieg aus der Kohle wird es nicht geben. Die Klimaziele seien in der neuen Legislaturperiode zu konkretisieren. Trotzdem ist dieses Signal nicht positiv zu werten, da die Politik weiterhin an der sog. Energiewende festhält.

POLITIK WEIST DER BRAUNKOHLE EINE BRÜCKENFUNKTION ZU

frank kupfer, foto. cdu sachsen

Frank Kupfer (CDU-Sachsen)

Der CDU-Politiker stellte im sächsischen Landtag im März 2017 unmissverständlich klar, das die Braunkohle so lange weiter ge- braucht wird, so lange Wind-und Sonnenenergie nicht grundlast- fähig gespeichert werden kann. Er geht aber- wie auch die Bundesre-gierung- davon aus, das dies irg- endwann in den nächsten Jahren soweit sein könnte. Nicht anders sind seine Worte zu verstehen, wenn er davon spricht, das das Ziel weiterhin der Strukturwandel ist, der einen Ausstieg aus der Braun-kohleverstromung ermöglichen wird. Hier irrt u.E. Herr Kupfer ge- nau so, wie sein brandenburgisch- er Kollege, der CDU-Fraktionsvor-sitzende Ingo Senftleben und viele weitere Politiker.

Quellenhinweise:

Strukturentwicklung mit Braunkohle vorantreiben, Ingo-Senftleben-Internetseite (Archivartikel vom 11. 4. 2017) ; N.N. : Informationen und Meinungen, Bundesver band Braunkohle Nr. 2/17, IGBCE begrüßt Lausitzer Revierkonzept, in: IGBCE vom 30.03.2017, Presse-mitteilung der Lausitz-Energie-Bergbau AG (LEAG) vom 5.4.2017 und 30.3.2017, Berliner Morgenpost vom 31.03.2017, Greenpace-Magazin vom 31.3.2017; Braunkohle in Deutschland, DEBRIV 2015 (Hrsg.), N.N. : Bedeutung der Braunkohle in Ostdeuschland, Studie der Prognos AG, Berlin 2011 im Auftrag der Vattenfall AG, Pressemitteilung der CDU-Fraktion Sachsen vom 7.03. 2017 sowie Revierkohle-Redaktion vom 15.04.2017

Fotos:

oben: fotolia-Kauf, Fank Kupfer, CDU-Pressestelle, Ingo Senftleben, CDU-Foto

INDUS107

Die ostdeutsche CDU hat offen-sichtlich ein unverkrampftes und realitätsnahes Verhältnis zur Braun kohle. Dies zeigen die Äußerungen des CDU-Fraktionsvorsitzenden im sächsischen Landtag, Frank Kupfer, sowie des CDU- Fraktionsvorsitz- enden im brandenburgischen Land tag, Ingo Senftleben,  zu den neuen Abbauplänen der Lausitzer Ener- gie-Bergbau AG Cottbus (LEAG) bis 2031, einer ehemaligen Tochter des schwedischen Vattenfall- Kon- zerns. Die LEAG wurde 2016 vom tschechischen Finanzinvestor EPH übernommen. Revierkohle be- richtete  darüber bereits in 2016.

CREATOR: gd-jpeg v1.0 (using IJG JPEG v80), quality = 95

Ingo Senftleben (CDU-Brandenburg)

Trotzdem die LEAG Wort gehalten hat und einen neuen Grubenaus-bauplan mit Zukunftsperspektiven bis 2031 vorgelegt hat, glaubt auch Senftleben an die Energiewende und daher an den aus einer Sicht notwendigen Strukturwandel in der Energiewirtschaft. Trotzdem dankten beide Politiker der LEAG, den Tagebaubetrieb in den Revier- en  Reichwalde, Jänschwalde und Welzow Süd  noch bis 2023 weiter fortzuführen. Für die anschließen- de Renaturierung hat die LEAG rd. 1,5 Md. EUR zurückgelegt. Erforder lich sind wahrscheinlich aber rd. 3 Mrd. EUR.  Bis 2020 sind betriebs-bedingte Kündigungen ausge-schlossen. Das begrüßte das IG- BCE-Vorstandsmitglied Petra Rein- bold-Knape. Die Reviere brauchen eine verlässliche Perspektive, so die Gewerkschafterin. Niemand darf ins Bergfreie fallen. Die lang- anhaltenden Dunkelflauten der ver gangenen Wochen haben wieder- holt gezeigt, wie wichtig eine ver- lässliche, preisgünstige und hei- mische Stromerzeugung für die Versorgungssicherheit  und damit auch für den Wohlstand in Deut- schland ist, betonte der LEAG- Vorstandsvorsitzende, Dr. Helmar Rendez, auf einer Pressekonfer- enz im März 2017.  Er kritisierte die Energiepolitik der Bundesregier- ung, die die Energiewende auf dem Rücken der Braunkohle seiner An sicht nach austragen will. Das zeigen die Eingriffe in genehmigte Bestandsanlagen. Diese Politik der Verunsicherung muss das Unt- ernehmen in seinen Planungen berücksichtigen. Aus diesem Grund hat der Aufsichtsrat  ent- schieden, das es keinen Kraft-werksneubau am Standort Jänsch- walde und keine Inanspruchnahme des Zukunftsreviers Jänschwalde- Nord geben wird.

Lesen Sie hierzu mehr in un- serem nächsten Jahrbuch für Energiepolitik und Montankult- ur, welches Anfang 2018 er- scheinen wird.

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