Einträge von Revierkohle

Bergbau-Museum Freiberg: vom Gnadengroschen zur Rentenformel

lassen Sie sich entführen in die sächsische Silberstadt Freiberg

Sammelbüchse der Freiberger Hüttenknappschaft aus dem Jahre 1546, Foto: (auch unten) Stadt-und Bergbaumuseum Freiberg

Das Bergbaumseum Freiberg in Sachsen ist dafür bekannt, dass es die Geschichte des sächsichen Erzbergbaus seit 1168 dokumentiert. Der Bergbau prägt seit 1168 die Landschaft und die Kultur in Sachsen. Das große “Berggeschrey” begann unter Markgraf Otto von Meißen. Im Bereich der Flusstäler der Freiberger Mulde und Striegis wurde 1168 bei Christiansdorf Silbererz entdeckt. Damit begann die erste Periode des Bergbaus. Sie ging bis 1450. Ab dem 15. Jahrhundert dehnte sich die Suche nach Silbererzvorkommen in die südwestlich von Freiberg gelegenen obererzgebirgischen Gebiete um Schneeberg und Annaberg-Buchholz aus.

Lag der Schwerpunkt anfänglich auf der Gewinnung von Silber, Kuper, Blei und Zinn, so kamen im 16. Jahrhundert Kobalt und im 18. Jahrhundert Nickel und Zink hinzu. Im 19. Jahrhundert wurde mit der Gewinnung von Wolfram, Flussspat und Schwerspat begonnen. Zu Zeiten der DDR prägte der Uranbergbau für 45 Jahre das Gesicht des Erzgebirges. Flussspat behauptet sich auch heute noch am Markt.

Mehrere Bergbauinvestoren haben in jüngerer Zeit damit begonnen, ihre Erkundigungen im sächsischen Erz-und Spatvorkommen zu verstetigen. Das erste neue Spatbergwerk “Niederschlag” in Oberwiesenthal fördert seit 2013 Fluss-und Schwerspat. 

Und natürlich wird in den Tagebauen Nochten und Reichwalde durch die LEAG nach wie vor Braunkohle abgebaut und subventionsfrei gefördert. 

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 28.02.2021 im Stadt-und Bergbaumuseum Freiberg zu sehen. 

Das 1861 vom Freiberger Altertumsverein gegründete Museum zählt übrigens zu den ältesten Museen Sachsens und beherbergt hochkarätige Sammlungen in einem wunderschönen spätgotischen Profanbau, dem ehemaligen Domherrenhof.

Anschrift:

Stadt-und Bergbaumuseum Freiberg

Am Dom 1

09599 Freiberg

Öffnungszeiten: Die bis So von 10.00 h bis 17.00 h

Eintrittspreis: nur 5,00 EUR

ermäßigt: 2,50 EUR

Die Ausstellung ” vom Gnadengroschen zur Rentenformel” im Stadt-und Bergbau-Museum Freiberg beschäftigt sich zwar nicht mit der gesamten 800jährigen Geschichte des Bergbaus in Sachsen, sondern “nur” mit der Entwicklung und der Geschichte des Bergbaus in den letzten 250 Jahren, aber auch die haben es in sich.

Eine besondere Kostbarkeit stellt z.B. die Sammelbüchse aus dem Jahre 1546 dar, mit denen die Freiberger Hüttenknappschaft von Haus zu Haus zog, um Geld für ihre Sozialversicherung zu sammeln, denn eine staatliche Kranken-,Renten-und Sozialversich-erung gab es damals noch nicht. Daher ist das Thema Sozialfür-sorge Gegenstand der Ausstellung.

Unvergessen wie im Steinkohlenbergbau bleibt die gelebte Solidarität und der ausgeprägte Gemeinsinn der Bergleute. Sie bildete das Fundament für das Sozialversicherungswesen. Wir haben zum Thema Knappschaft daher auch einen Podcast produziert. (siehe Mediathek)   

1913 stellten die Freiberger Bergleute den Abbau von Silbererz vorerst ein. Geblieben sind die Zeugnisse aus 800 Jahren Bergbaugeschichte, der Habit und die jährlich stattfindenden Bergparaden.

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Grubenwasser Ibbenbüren: Anstieg unverantwortlich ?

druckloser Abfluss ab 2023 in die Hörsteler Aa bei Mettingen wird immer noch kritisiert

druckloser Anstieg des Grubenwassers nach Einstellung der Grubenwasserhaltung auf Anthrazit Ibbenbüren- Illustration: RAG

Kaum hatte die RAG im Juli 2020 in Ibbenbüren ihr Grubenwasser-konzept für Ibbenbüren, Mettingen, Westerkappeln und für den Hörstelener Raum vorgestellt, da hagelte es auch schon Proteste. Unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft Grubenwasser, Bürgerinitiative Bergbaubetroffener (BBI), den Grünen im Umwelt-ausschuss und der FDP.

Grund: die RAG will das Grubenwasser auf der 2018 stillgelegten Schachtanlage Anthrazit Ibbenbüren im ehemaligen Ostfeld auf 63 Meter über NN ansteigen lassen, um das Grubenwasser drucklos über einen neuen Grubenwasserkanal in die Ibbenbürener Aa bis zur neuen Kläranlage Gravenhorst und von dort aus in die Ems abfließen zu lassen. Das Grubenwasser wird nach einer Behandlung mit Kalkmilch in sechs Absetzteiche geleitet. 

Der Vorteil des kontrollierten Grubenwasseranstiegs sowie der drucklosen Weiterleitung ergibt sich aus Sicht der RAG aus dem Verzicht von Pumparbeiten. Die bis vor kurzem noch in Betrieb befindlichen Kreiselpumpen unter Tage an den Standorten Nord-schacht und von-Oeynhausen-Schacht verbrauchten aufgrund der Wassermengen soviel Strom, wie rd. 12.900 Haushalte im Monat verbrauchen.

Die RAG listet weitere Vorteile auf: eine erhebliche Verringerung von Salzfrachten, Entlastung der Gewässer, Reduzierung von PCB-Schwebstoffen, Konzentration am Aufbereitungsstandort Graven-horst. Die Auswirkungen des Anstiegs auf das Grund- und Trinkwasser werden gutachterlich ständig geprüft. Negative Auswirkungen auf das Grundwasser sind nach Ansicht der RAG nicht zu befürchten, da keine Verbindung zwischen der Trinkwassergewinnung und dem Grubenwasser besteht.

Entnahme einer Grubenwasserprobe am Klärteich Püsselbüren durch das LANUV, Foto: Claus Kossag, LANUV
Schwebstoffsammelkasten
Schwebstoff-Auffanggeräte an Grubenwassereinleitstellen in Ibbenbüren, Illustration: LANUV
Schwebstoffsammelkasten

Das hat auch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz NRW in einem Bericht zur Pilotanlage  PCB-Elimination vom 26.3.2020 an den Unterausschuss Bergbau-sicherheit des Landtags von NRW bestätigt.

In der mobilen PCB-Pilotanlage in Püsselbüren am Klärteich Ibben-büren-Ost wurden 9 Monate lang mit Hilfe einer sog. Festbett-Tief-enfiltration PCB-Schwebpartikel aus dem Grubenwasser entfernt. Die gemessene PCB-Konzentration am Standort Ibbenbüren ergab eine Eliminierung von 98 %. Die Feststoffanteile im Grubenwasser konnten durch die Versuchsanlage ausweislich der Trübungs-messung weitgehend entfernt werden, so die Erkenntnisse der eingesetzten Expertengruppe.

Im April 2020 hat daher die Abtl. 6 Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen des Abschlussbetriebs-planes für die Zeche Anthrazit-Ibbenbüren den Grubenwasser-anstieg von + 55 mNN auf + 63 m mNN unter der aufschiebenden Bedingung genehmigt, dass der neue Grubenwasserkanal zum Standort Gravenhorst betriebsbereit fertiggestellt wird und eine wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt. 

 

Kritiker des geplanten Grubenwasseranstiegs: Peter Lehnert, Bürgermeister der Gemeinde Nalbach, Foto: Thomas Seeber, Veränderung: Revierkohle

Quellenhinweise:

Schreiben des Ministeriums für Umwelt, Land-wirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW an den Vorsitzenden des Unter-ausschusses Bergbausicherheit des Landtags NRW, Frank Sundermann MdL vom 26.03.2020; Pressemitteilung der RAG-Anthrazit-Ibbenbür-en GmbH i.A. ohne Datumsangabe;  Schreiben der Bezirksregierung Arnsberg, Abtl. 6 Bergbau und Energien in NRW an die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH i.A. vom 03.04.2020; Osna-brücker Zeitung vom 17.06.2016;  Westfälische Nachrichten vom 30.07.2020 sowie RK-Redaktion vom 13.10. 2020

Fotonachweise:

PCB-Pilotanlage (Mitte): Volker, Panorama-Montage und Veränderung: Revierkohle

PCB-Problem Menge unbekannt


Trotz der geringen Gefahr, dass das Grubenwasser mit dem Trink-oder Grundwasser in Berührung kommen könnte, sorgen sich die Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunalpolitiker trotzdem. Und das hat wohl mit einer Anfrage des CDU-Land-und Kreistags-abgeordneten Wilfried Grunendahl zu tun. Der hatte den seinerzeit noch zu-ständigen Beamten bei der Abteilung 6 Bergbau und Energie, Werner Grigo, gefragt, ob er wüßte, welche Mengen an PCP-haltigen Stoffen früher unter Tage verklappt wurden. Das sei nicht nachvollziehbar, erklärte Grigo, der 2019 zur RAG wechselte und dort wiederum für die Grubenwasseran-träge zuständig ist. Erst in den 80er Jahren wurde der Einsatz von schwer entflammbaren PCB-haltigen Hydrau-likölen unter Tage verboten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Nal-bach, Peter Lehnert, hält die Gruben-flutung daher für unverantwortlich, weil die Risiken zu hoch seien.

Er begründet seine ablehnende Halt-ung damit, dass die Risiken eben nicht umfassend bewertet wurden und das die vorgelegten Gutachten zahlreiche Ungereimheiten aufweisen würden.

Auch sind die Gefahren des Gruben-wasseranstiegs an Immobilien und auf die Hausbrunnen sowie die Land-wirtschaft nicht hinreichend ge-würdigt worden. Die Gutachter für den Abschlussbetriebsplan sowie für das Grubenwasserkonzept seien darüber hinaus von der RAG ausgesucht word-en. Notwendig wäre aber eine unab-hängige Expertise, so Lehnert. Die Grünen halten der RAG vor, dass sie nur ökonomische Vorteile beachten würden. 

Noch Mitte 2018 hatte das Landes-amt für Natur, Umwelt und Verbrauch-erschutz (LANUV)  in Püsselbüren hinter den Klärteichen eine zwei bis dreifach erhöhte PCB-Konzentration im Grubenwasser gemessen.

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Altmaiers aussichtsloser Klimarettungsplan

Wirtschaft soll umgekrempelt werden um das Klima zu retten

Da in diesen Wochen und Monaten die mediale Öffentlichkeit scheinbar nur ein Thema kennt, nämlich die Corona-Pandemie, haben die wenigsten Menschen wohl mitbekommen, dass im Sept. 2020 mit aller Macht die Energiewende still und leise vorange-trieben wurde.

Unter dem Vorwand, man wolle mehr für den Klimaschutz und für die erneuerbaren Energien tun, hat das Bundeskabinett am 23.9. 2020 eine Novelle zur Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) verabschiedet. Was sich so fortschrittlich anhört, wird den Umwelt-und Artenschutz auf den Kopf stellen und Bürgerproteste ins Leere laufen lassen.

Warum? Weil gem. des reformierten § 1 des EEG die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien nun-mehr im öffentlichen Interesse liegt und damit der öffentlichen Sicherheit dient. Für diejenigen Leserinnen und Leser unter ihnen, die nicht Volljuristen sind, heißt das übersetzt: jede rechtliche Auseinandersetzung von Bürgerinitiativen, die sich gegen den Aus-bau von Windkraftanlagen vor ihrer Haustür zur Wehr setzen wollen, werden vor den Verwaltungsgerichten eine Niederlage nach der anderen einstecken müssen. Eine aufschiebende Wirkung würden Ihre Klagen dann nicht mehr entfalten,  weil die Wahrung der öffentlichen Sicherheit immer vorgeht. Da muß wohl erst die nationale Sicherheit und die Versorgungssicherheit ernstlich in Gefahr geraten, bevor die Gerichte gem. Art. 19 und 20 a GG anders entscheiden werden.  

wahrscheinliche Folgen

Zusätzlich wurde das sog. Investitionsbeschleunigungsgesetz ver-abschiedet. Dieses Gesetz soll “Genehmigungshindernisse” beim Ausbau von Windkraftanlagen beseitigen. Damit ist gemeint, das die  Genehmigungsprozesse verkürzt, die Anhörungen gestrafft und lästige Klagen von Bürgern ausgeschaltet werden sollen. Der Mindestabstand zu Wohnsiedlungen wird ebenfalls aufgeweicht.

Und dann wurde auch noch das Bundesbedarfsplangesetz novell-iert, damit der Ausbau von Stromnetzen schneller voranschreiten kann. Wasserstoff soll von den EEG-Abgaben ebenfalls befreit werden. Auf diese Weise will man auch die nationale Wasserstoff-strategie voranbringen. Mit den gewaltigen Kosten wird der Bürger belastet. 

Das erklärte Ziel, die C02-Emissionen bis 2030 um 55 % und bis 2050 auf 80 % ( statt bisher 100 !!) zu vermindern, will man mit diesem Gesamtpaket erreichen. Bis 2030 soll der Anteil an regenerativen Energieträgern auf 65 % des Primärenergiever-brauchs gesteigert werden. 

Und das geht nach Ansicht der Grünen und der Bundesregierung nur mit drastischen Maßnahmen. Um den Anteil der rd. 30.000 derzeit installierten Windkraftanlagen auf 90.000 Windkraftanlagen zu erhöhen, wird nicht nur der Umwelt-und Artenschutz aufge-weicht, sondern es soll auch die gesamte Wirtschaft umge-krempelt werden, wie es Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier formuliert hat.

Und als wäre das noch nicht genug Unsinn, setzen die Grünen noch eins drauf: Annalena Baerbock vom Grünen-Vorstand forderte den Stop des Autobahnbaus A 49 in Hessen und eine grundsätzlich andere Verkehrspolitik, weil der Autoverkehr der angeblich größte Klimasünder ist. Als wäre die E-Mobilität umweltfreundlich.

Wir bleiben dabei: die Energiewende wird scheitern. Und zwar krachend.

viel hilft nicht viel .... denn Flaute bleibt Flaute

Da kann sich die Regierung mitsamt der Windapostel und aller Klimaretter noch so sehr abstrampeln: weder wird sich da-durch sicher und bedarfsgerecht der Strom erzeugen lassen noch wird die geplante Absenkung von C02-Emissionen  irgendeinen Klimabeitrag leisten. Und schon gar keine Klima-neutralität.  

Und das ist keine Glaubensfrage, sondern belegbar. Selbst wenn alle Bürger und Bürgerinnen nur noch Fahrrad fahren würden und die Industrie vollständig dekarboniert und har-puniert wäre, würden sich die C02-Emissionen in Deutschland um gerade einmal 0,923 %. absenken. In Zahlen: Deutschland emittiert jedes Jahr rd. 866 Mio. T C02-Emissionen. Weltweit betragen die C02-Emissionen dgegen rd. 36,6 Mrd. T. Aufgrund des Zubaus von geplanten weiteren 1.500 Kohlekraftwerken bis 2050 werden die C02-Emissionen auf 43,1 Mrd. T pro Jahre steigen. 

Auf das Klima hätte das aber so gut wie keinen Einfluss, da über 95 % des C02-Ausstoßes natürlichen Ursprungs ist. Und in der Vergangenheit war es stets so gewesen, dass erst die Temperaturen stiegen und dann erst erhöhten sich die C02-Emissionen mit einer gewissen Trägheit und nicht umgekeht. Die globale Durchschnittstemperatur ( eine rein statistische Größe !!) hat sich seit 1850 jedoch nur um 1 Grad erhöht. Von einer bevorstehenden Klimakatastrophe kann trotz erhöhter Sommertemperaturen in den letzten drei Jahren wahrlich keine Rede sein.  Es gab schon viel heißere Perioden in der Klimage-schichte der Erde. 

Aber die negativen Auswirkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft wären schlimmer als die Corona-Pandemie. Sie brauchen sich nur einmal kurz vergegenwärtigen, was ein Stromausfall von nur 2 Tagen für Sie persönlich bedeuten würde, wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus in der Stadt leben und nicht auf ´s Klo können, weil die Wasserspülung nicht mehr funktioniert.

Das Bundesamt für Katastrophenschutz hat Übrigens den Stromausfall schon vor zwei Jahren im Auge gehabt, als es die sog. Notfallfibel und das Notfallkochbuch herausgab. (siehe) 

erzeugt künftig jeder seinen Strom selbst ?

Quellenhinweise:

Peters; Björn: Kohleausstieg versus Grundgesetz, fachliche Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag vom 15.6.2020, Peters Coll. (Hrsg.), Kelkheim 2020; Welt.de vom 11.09.2020; Süddeutsche Zeitung vom 17.09.2020; T-Online.de vom 04.10.2020; Pressemitteiung des BMWI vom 23.09.2020;Douglas, Holger: unantastbarer Sonderstatus für Windräder, in: Eike.de vom 15.10.2020 sowie RK-Redaktion vom 16.10.2020

Fotonachweise:

oben: Peter Altmaier, Pressefoto, BMWI, Freistellung und Veränderung: Revierkohle, alle anderen Fotos: pixabay.com   

der Automobilindustrie und den Autofahrern geht es an den Kragen

Für das nicht erreichbare Ziel der Klima-neutralität will die Regierung darüber hinaus die C02-Bepreisung von 25 EUR pro Tonne C02 ab 2021 für Sprit, Heizöl und Gas einführen, damit der preiswerte Rohstoff dem teuren Öko-Strom nicht mehr den Rang ablaufen kann. Für die Autofahrer bedeutet das konkret, dass der Benzinpreis ab 2021 um 7 Ct. pro Liter teurer wird. Und das ist erst der Anfang. Ab 2025 soll die C02-Ab-gabe auf 35 EUR  und ab 2026 auf bis zu 60 EUR pro Tonne C02 steigen. Diese Straf-steuer soll dem Bund rd. 7-10 Mrd. EUR an Steuereinnahmen bescheren.

Diese unsinnige Politik wird u.E.n. die Auto-mobilindustrie, die chemische und die Metallindustrie sowie die Braunkohleindu-strie zerstören. Das wiederum hätte einen eklatanten Wohlstandverlust für alle zur Folge.   

Experten des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) warnen derweil, dass für die Umstellung des Automobilverkehrs auf Elektromobilität nicht genügend Strom produziert werden kann, wenn alle Kraftwerke abgeschaltet werden sollten. Außerdem wäre die Netzstabilität gefährdet.

In Wirtschaftskreisen hofft man derweil, dass die Vorschläge von Altmaier so schnell wie möglich wieder in der Schublade verschwinden, wie sie plötzlich als Wahl-kampfthema aufgetaucht sind. Beim Bundesverbband der Deutschen Industrie (BDI) haben die Vorschläge Altmaiers fasssungsloses Schweigen ausgelöst. Schließlich muß man mit dem Herrn Minister noch ein Weilchen weiter zusammenarbeiten. Offensichtlich scheint der Einfluss der Industrie-Lobby auf die Politik wesentlich schwächer und der Ein-fluss der Windkraftlobby einschließlich Ihrer NGO´s wesentlich stärker geworden zu sein.

Vernünftig ist an der Energiepolitik aber mittlerweile gar nichts mehr. 

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Bundesregierung: weniger Naturschutz, dafür mehr Windkraftanlagen

der Windkraftlobby wird der rote Teppich ausgelegt

Wir erleben in diesen Wochen ein böses Schauspiel. Da werden fix zwei Grundrechte mit Verfassungsrang mal kurz gegeneinander ausgespielt. (Art. 19 und 20 a GG) Naturschutz gegen Klimaschutz.

Und das geht so: die Bundesregierung hat eine Novelle des EEG zum 1. Januar 2021 im Bundeskabinett verabschiedet (wir berichteten). Danach soll der weitere Ausbau von Windkraftanlagen den Interessen der öffentlichen Sicherheit dienlich sein. Gleichzeitig wird das gleichrangige Grundrecht auf Sicherstellung der Versorgungssicherheit und der Gesundheit aufgeweicht und der Natur-und Artenschutz vollständig hintenangestellt.

In Praxi bedeutet das, das Klagen von Bürgern gegen den Ausbau von Windkraftanlagen vor ihrer Haustür keine aufschiebende Wirk-ung mehr entfalten werden. Anhörungen zum Bebauungsplan sollen gestrafft und die Mindestabstandsregeln sollen herabgesetzt werden.  Durch das sog. Investitionsbeschleunigungsgesetz soll der Ausbau der Windkraftanlagen von derzeit rd. 30.000 Anlagen auf 90.000 Anlagen bis 2030 gesteigert werden. Kritische Prüfungen von Behörden werden de facto unmöglich gemacht, da grundsätzlich das Interesse an einem Sofortvollzug höher gewichtet werden soll, als die Belange und Einwende von betroffenen  Bürgerinnen und Bürgern oder der Umweltverbände. Artenschutzrechtliche Prüfungen sollen standardisiert werden.   

Bundeskompensations-
verordnung

Naturschutz zum Schein


Mit der im Koalitionsvertrag im Februar 2018 ausgehandelten Bundeskompensationsverord-nung will man angeblich den Naturschutz stärken, in dem die durch den Ausbau von Windkraftanlag-en und neuen Stromtrassen stattgefundenen Be-einträchtigungen des Landschaftsbildes und Schäden im Naturhaushalt durch geeignete Maß-nahmen kompensiert werden sollen. Das Gegenteil ist aber der Fall.

So soll künftig für die Zerstörung von Habitaten und Wäldern viel weniger Ausgleichsfläche ge-schaffen werden, als bisher von Experten gefordert wurde. Die Schädigung des Landschaftsbildes durch 200 Meter hohe Windkraftanlagen soll künftig mit 10.000 EUR abgegolten werden. Als wenn sich dadurch die Beeinträchtungen (z.B. durch Infrallschall) in Luft auflösen würden. Was das für die biologische Vielfalt bedeutet, ist noch gar nicht abschätzbar.

Vögel und Fledermäuse werden daher wohl weiter-hin einen hohen Preis, nämlich mit ihrem Leben, bezahlen müssen. Und das soll in Zukunft solange legitim sein, solange die entsprechende Vogel-oder Fledermauspopulation dies verkraftet. 

Und was die Versiegelung der Landschaft durch den Verbrauch von rd. 4000 Kubikmeter Beton pro Windkraftanlage auf Feldern, Wiesen und Acker-flächen für den Boden zur Folge haben wird, ist auch noch offen. Der Rückbau ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber die meisten Betreiber haben kaum genügend Geld zurückgelegt, um auch die Aushebung des Betonfundamentes bezahlen zu können. Also kommt Erde drauf und fertig. Sieht ja keiner.

Das die Landschaftsschutzbehörden dem irgend etwas entgegen setzen könnten, dürfte mehr als fraglich sein, meint der Geschäftsführer der Gesell-schaft zur Erhaltung der Eulen e.V., Wilhelm Breuer. Das mit dieser Verordnung gegen das europäische Naturschutzrecht verstoßen wird, ist den Verant-wortlichen Politikern scheinbar ebenso egal.

irre, aber wahr

grüner Baum

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arme Bäume

Vöglein auf dem Ast

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arme Vögel

quackender Frosch

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arme Frösche

Vogel auf Zweig 2

Artenschutz

sollte kein Hindernis sein ! 

Dementsprechend folgen wir der Forderung der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V., dass nicht der Natur-und Artenschutz, sondern die Ausbauziele revidiert werden müssen.

Wir brauchen mehr Wälder und nicht mehr Windkraftanlagen, um ein Biodiversitätsdesaster zu verhindern. Denn ein Hektar Wald speichert rd. 10 Tonnen C02 pro Jahr. 1 Billion Bäume würden nach Berechnungen der eidgenössischen technischen Hochschule Zürich (ETH) weltweit den Zuwachs an C02 in der Luft halbieren. Für Deutschland würden schon 75 Mio. Hektar an neu gepflanzten Bäumen reichen, um die gleiche Halbierung zu bewirken. Statt dessen werden durch den geplanten Ausbau der Windkraftanlagen weiter große Wald-und Ackerflächen mit Beton versiegelt.

Neben den Gefahren, die Windkraftanlagen für Mensch, Tier und Umwelt darstellen, eignen sie sich für eine sichere Energiever-sorgung in keiner Weise, da nur dann Strom produziert werden kann, wenn ausreichend Wind vorhanden ist. Auch eine Zusammenschaltung aller Windkraftanlagen würde bei Flaute nichts bewirken, weil solche Flauten meistens das halbe Land betreffen. Die Lastgänge der Energieversorgungsunternehmen belegen das Monat für Monat. 

Aber selbst das reicht nicht. Denn  der Windstrom hat im Verhältnis zum Kohlestrom eine nur sehr geringe Energiedichte und nimmt obendrein auch noch sehr viel Platz in Anspruch. Darüber hinaus haben Windkraftanlagen bisher in keiner Weise dazu beigetragen, dass die C02-Emissionen weniger geworden wären. Und wettbe-werbsfähig sind sie auch nicht, sonst hätte die Bundesregierung im Sept. 2020 nicht entschieden, dass für Altanlagen, deren Beihilfe-fähigkeit nach 20 Jahren ausläuft, dennoch weiterhin für einen Übergangszeit subventioniert werden sollen, wenn diese Anlagen mit einem Smart-Meter ausgestattet werden.  Das ist Hochstapelei.

Aus diesen Gründen hat Übrigens auch der Sachverständigenrat der Bundesregierung schon im Juli 2019 empfohlen, die Energie-wende zu überdenken, weil diese teuer, ineffizient und weitgehend untauglich ist, das Klimaziel zu erreichen. 

Quellenhinweise:

FAZ vom 12.07.2019 ( Stellungnahme des Sachverständigenrates zur Klimapolitik der BR); Pressemitteilung der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. von 2020 (ohne Datumsangabe); Pressemitteil-ung unseres Mitglieds, Energievernunft Mitteldeutschland e.V., vom 03.09.2020; Vahrenholt, Fritz: Wälder statt Windkraft, in: achgut.com vom 07.092020, Volksinitiative rettet Brandenburg e.V. vom 01.10.2020; Breuer, Wilhelm: Im Fadenkreuz der Politik- die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft, in: Zeitschrift Nationalpark, Nr. 4/2019 sowie RK-Redaktion vom 16.10.2020

Fotonachweise:

Header: WKA: Gordon Johnson, pixabay.com, künstl. Veränderung: Revierkohle 

darunter (kleine Fotos): Baum: pixabay.com; Vogel: Tomasz Proszek; Frosch: Cassidy Marshall; Waage: pixabay.com

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