Beiträge

Gefahrenabwehr Altbergbau

60.000 verlassene Tagesöffnungen - 1000 verlassene Schächte

Tagesbruch - Foto: Bez.Reg.Arnsberg, Montage: Revierkohle

Bergbau in NRW läßt sich bis zur Röm-erzeit nachweisen. Die bergbaulichen Aktivitäten waren vor allem ausgerichtet auf die Gewinnung von Erzen, Salz, Schief-er, Ton, Sand, Stein-und Braunkohle. Es gab Tausende von Klein-und Kleinstzech-en. Die Bergbehörde konnte bisher rd. 60.000 Stollen-und Schachtmundlöcher ermitteln. Allerdings handelt es sich dabei um Schächte und Hohlräume, deren Lage aufgrund von erhalten gebliebenen Grub-enbildern (sog. Risswerke) bekannt ist. Seit 1868 besteht nach dem Allgemeinen Preußischen Berggesetz eine Aufzeich-nungspflicht.  Das gilt jedoch nicht für verlassenen Grubenbaue, die vor 1868 errichtet wurden.  Vom illlegalen Bergbau  ganz zu schweigen. Seit Mitte der 1960er Jahre sind 3.000 Tagesbrüche bekannt ge-worden. Aktuell sind rd. 1000 Schächte des Tiefbergbaus dokumentiert. Gruben-bilder aus dem Uraltbergbau vom 14. bis zum 17 Jhrdt. gibt es dagegen kaum noch. Bedingt durch den 2. Weltkrieg sind eben-falls viele Risswerke vernichtet worden.   

Stolleneingang einer alten Erzmine von 1782

Foto: Katharina Kanns, pixabay

mehr zum Thema Stollenbergbau

Tagesbruch

Altbergbau

Verfüllarbeiten der 1900 stillgelegten Eisenerz-und Kupfergrube Hohe Grethe am Rostenberg in Siegen. Die Verfüllarbeiten wurden von 2004 bis 2010 durchgeführt.

Foto: WDR

Bergbauspuren in Siegen

abgesoffener Grubenbau

Holzausbau um 1850

Übersichtskarte Altbergbau der Bez.-Reg. Arnsberg, Abt. 6 Bergbau und Energie in NRW (ehem. Oberbergamt)

Kartenansicht

Die Bergbehörde hat in den letzten 7 Jahren 175 Schächte untersucht und davon 132 bergmännisch abgesichert. Aufgrund des historischen Bergbaus im Süden des Re-viers, wo es zunächst aufgrund der tages-nahen Lagerstätten keinen Tiefbergbau gab, kommt es heute immer wieder zu Tages-brüchen an der Oberfläche. Diese werden z.B. dadurch ausgelöst, dass damals die aufgefahrenen Strecken mit Holzstempeln am Hangenden abgesichert wurden. Durch Regeneinfluss gibt der Boden langsam nach und die Standfestigkeit des Grubenbaus wird gefährdet. Dann entstehen Tages-brüche. Bis in die 1970er Jahre war es darüber hinaus üblich, Schächte und Hohl-räume lediglich mit Lockermaterial (Sand, taubes Gestein, Schlacke, Blasversatz) zu verfüllen. Wenn Wasser in das Locker-material eindringt, wird der Füllstoff im Laufe der Jahre rausgeschwemmt und dann kann es ebenfalls zu Tagesbrüchen komm-en.  Um die Schächte und Stollen jedoch standfest zu verfüllen, müssen diese mit Spezialbeton verfüllt werden.  Soweit die RAG Eigentümer ehemaliger Gruben ist, trägt diese auch das Haftungsrisiko. Die Mitarbeiter der RAG recherchieren, prüfen und sanieren daher  Altbergbaufälle im Rahmen eines zertifizierten Risikomanage-ments. Alle Altschächte der RAG sind kartiert und werden regelmäßig befahren. Dies betrifft vor allem den Süden von NRW, nahe der A 40, wo sich viele Spuren aus der Anfangszeit des Bergbaus befinden. Es handelt sich dabei um eine Fläche von rd. 300 Quadratkilometern.    

Stollenmundloch - Foto: RAG
Tagesbruchgefahr bei oberflächenahem Bergbau - Skizze: RAG

Verantwortlich für die Sicherung alter Grub-enbaue ist grundsätzlich der Bergwerkseig-entümer. Zuständig für die Gefahrenabwehr aus verlassenen Grubenbauen, die nicht mehr der Bergaufsicht nach § 48 Abs. 3 Ordnungsbehördengesetz (OBG) unterlieg-en und bei denen auch kein Eigentümer mehr ermittelt werden kann, ist das Land NRW.

Auch wenn der aktive Steinkohlenbergbau Ende 2018 auslief, muß die Grubenwass-erhaltung weiterhin aufrecht erhalten werd-en, damit das salzig-braune Grubenwasser nicht so hoch steigen kann, dass es die trinkwasserführenden Schichten erreicht oder auf einsturzgefährdete Schächte trifft, die dann nachgeben. Das betrifft allerdings nach Ansicht von Prof. Dr. Christian Melch-ers von der techn. FH Georg Agricola in Bochum nicht den Süden des Ruhrreviers, da dort, bedingt durch den oberflächen-nahen Kohlenabbau,  keine Gefahr durch an-steigende Grubenwässer bestehen würde. Pro Jahr werden übrigens zwischen 120 bis 140 Tagesbrüche der Bergbehörde ge-meldet, so der Leiter Nachbergbau bei der Abt. 6 Bergbau u. Energie NRW (Bergbe-hörde), Andreas Welz. Die Hälfte geht davon auf das Konto des Bergbaus. Die andere Hälfte ist natürlichen Ursprungs. (Erdspalt-en, Klüfte etc.)

Um die Einsturzgefahren von verlassenen Grubenbauen abschätzen zu können, werden die ehem. Bergbauregionen mit geophysikalischen Messmethoden ( z.B. dem Geo-Radar oder der Geo-Elektrik) er-kundet. Hierzu gehört auch die Prüfung der Bodenbeschaffenheit. Darüber hinaus werd-en regelmäßig Erkundungsbohrungen durchgeführt, die Aufschluss über Abbau-flächen und Hohlräume geben.

Soweit Sie Bergbaugeschädigter sein sollt-en, können Sie sich zwecks Regulierung nach dem Bergschadensregulierungsgesetz postalisch an die RAG wenden. Sie erreichen die RAG unter „bergschaeden@rag.de“ oder über die Hotline 0800 – 27 27 271.

Auskunft Altbergbaugefährdungsbereiche

(02931) 82-3956

Bez.-Reg. Arnsberg, Abt. 6 Bergbau u. Energie in NRW Goebenstr. 25                           44135 Dortmund

www.gdu.nrw.de

Quellenhinweise:

Altbergbau im Ruhrgebiet, RAG (Hrsg.) Essen 2018; Planet Wissen, WDR-Sendung vom 02.10.2018; WAZ vom 12.12.2017; Westfalen-Post vom 04.12.2009;  Pflicht-lektüre.com, Online-Magazin für Stu-dierende vom 30.7.2014; Altbergbau-Gefahrenabwehr, Bezirksregierung Arns-berg, Abtl. 6 Bergbau u. Energie in NRW (Hrsg.); Arnsberg o.J.  sowie RK-Redaktion vom 01.09.2019

Diesen Beitrag teilen

Bergbau: RAG will alle Bergehalden verkaufen

Das Schicksal des Rückzugs vollzieht sich weiter

Halde Duhamel des ehem. Bergwerks Saar in Ensdorf, Foto: RAG-Montan-Immobilien
Halde Brinkfortsheide der ehem. Zeche Auguste-Victoria in Marl- Foto: RAG Monant Immobilien
Halde Gotthelf der ehem. Zeche Glückauf Tiefbau in Dortmund-Hombruch - Foto: Gerda Sökeland, RK

unsere Heimat

Sie gehören zum Stimmungsbild des Reviers: unsere Bergehalden. Viele von Ihnen sind nach der Stilllegung der Zechen renaturiert und als Landschaftsbauwerke hergerichtet worden, die heute zum wandern einladen und auf denen man einen herrlichen Blick auf die Revierstädte hat. Nun will die RAG die letzten 23 Halden loswerden. 

 

 

 

 

 

 

Die Halden erinnern an eine Zeit, wo im Revier 1000 Feuer glühten, die Indu-striealsierung und die Zechen den Wohlstand brachten, Generationen von Bergleuten gelebt haben und die Menschen eine stabile Zukunft hatt-en. Die Halden er-innern aber auch an die zahlreichen Zechen, die es Re-vier einmal gab. Graf Moltke in Glad-beck, Halde Brass-ert in Gelsenk.-Buer, Halde Pattberg in Moers, Halde Ewald in Herten, Rheinelbe in Gelsenkirchen, Halde Blumenthal in Oer-Erkenschwick und die noch aktive Haldenbewirtschaft-ung auf Prosper in Bottrop. Sie und viele weitere Hald-en  sind Zeugen einer wundervollen Epoche.  

In diesem Jahr sollen nun 23 Halden mit 2100 Hektar verkauft werden. Die RAG-Tochter RAG Montan-Immobilien GmbH verfügt derzeit noch über 8750 Hektar ehem. Bergbauflächen. Darunter viele Wälder. Für die Sanierung der Flächen hat RAG Montan-Immobilien allein in 2018 rd. 120 Mio. EUR ausgegeben. Um die Halden fit für eine Folgenutzung zu machen, müssen Entwässerungs-systeme angelegt und bindige Böden auf-getragen werden, damit weniger Sau-erstoff durch die Halden aufgenommen wird, da diese im Inneren immer noch über hohe Kohleanteile verfügen, die im Sommer leicht kokeln können. Damit steigt die Brandgefahr. Darüber hinaus müssen die  Flanken der Halden  stabi-lisiert und Fußwege kreisartig neu an-gelegt werden. Das alles hat allein in 2018 rd. 120 Mio. EUR an Kosten ver-ursacht. Von diesen Belastungen will man sich offensichtlich nun trennen. 

Solange allerdings die Bergehalden noch  unter Bergaufsicht stehen, muss die RAG-Tochter diese bewachen und hat die Verkehrssicherungs-und Ordnungspflicht en zu erfüllen. 

In den letzten 30 Jahren hat der Regionalverband Ruhr (RVR) 35 Wasch-berge ( bergm. Begriff für taubes Ge-stein) von der RAG übernommen und zu naturnahen Erholungsräumen umge-staltet.

Bergehalde Oberscholven der ehem. Zeche Bergmannsglück in Gelsenk.-Buer- Hassel -Foto: Lupo Curtius, GFDL-Lizenz creative commons

Quellenhinweise:

Pressemitteilung der RAG-Montan-Immo-bilien GmbH zum Geschäftsjahr vom 09.04.2019; Saarbrücker-Zeitung vom 28.03.2018; Radio Emscher-Lippe vom 10.04.2019; Wallstreet-Journal vom 09.04.2019; WAZ vom 09.04.2019; Lokalkompass.de vom 07.03.2018 sowie RK-Redaktion vom 28.04.2019

Diesen Beitrag teilen

Steinkohle: Schicht im Schacht

das Herz des Reviers hat aufgehört zu schlagen

Ende

Tage
Stunden
Minuten
Sorry, our sale is over, see you next time

Deutsche Steinkohle

2018

DANKE, KUMPEL !

Am 3. Nov. 2018 lud die RAG zum Ende des Deutschen Steinkohlenbergbaus alle Bürger und Bürgerinnen zu einer musi-kalischen Bürgerveranstaltung auf die Schachtanlagen Zollverein, Prosper-Haniel, Lohberg, Heinrich-Robert (BW Ost) und Anthrazit Ibbenbüren ein. 

Tausende von Revierbürgern folgten der kostenfreien Einladung. Auf den Anlagen hielten die RAG-Vertreter emotional bewegende Reden. Der Film “ Der lange Abschied von der Kohle“ , der ebenfalls auf einer Großbildleinwand gezeigt wurde, rührte viele Menschen zu Tränen. Man spürte: hier geht eine Ära zu Ende, die das Revier hervorgebracht hat. Die Gäste konnten eine Botschaft hinterlassen, die später in einer Kunstinstallation ihren Platz auf den ehem. Bergwerken finden soll. 

Wofür der Bergbau stand

von Anfang an haben die bergmännischen Tugenden dazu beigetragen,  dass des Bergbau eine enorme Wirtschaftskraft und einen enormen Wohlstand entfalten konnte. Dafür gebührt den Bergleuten Dank und Anerkennung.

Zusammengehörigkeit
5/5
Leistung
5/5
Wohlstand
5/5
letzte Hobelschicht auf PH 10 in Bottrop - Foto: RAG

Am 21.12.2018 wird dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch einen Vertreter der Fördermannschaft ein letztes Stück Kohle überreicht. Dann ist offiziell Schacht im Schacht. Die letzte Hobel-schicht wurde auf den Bergwerken Prosper-Haniel und Anthrazit-Ibbenbüren allerdings schon im August 2018 verfahr-en. Nur im Flöz Zollverein 124 lief der Walzenschrämlader auf PH noch bis zum Schluss. Die Abbau-Mannschaften bereiten seit August 2018 den Rückzug aus den Baufeldern Prosper-Haniel  in Bottrop-Kirchhellen und im Beustfeld Flöz 53 südöstlich von Ibbenbüren vor. Das Rauben läuft auf Hochtouren. Die Stimm-ung in den Mannschaften ist zwar ge-drückt und traurig, da jeder weiß, dass es auch in Zukunft nicht ohne Kohle gehen wird, dennoch sind alle hochkonzentriert bei der Sache. Denn die Arbeit unter Tage ist eine gefährliche Arbeit. Und daher ist Sicherheit bis zur letzten Minute das oberste Gebot. Maschinenteile, Baustoff-pumpen, Bandanlagen, Kühlaggregate und Energiezüge  müssen aus den Gruben-bauen ausgebaut und zu Tage gefördert werden. Es darf kein Tropfen Öl, Fett oder Hydraulikflüssigkeit übrig bleiben. An-schließend werden die Dämme gesetzt und die Wasserewigkeit  hergestellt, um das Grubenwasser über Hängepumpen fördern zu können. Das ist eine Ewigkeits-aufgabe. Erst wenn alles erledigt ist, werden die Schächte standfest verfüllt. Das wird voraussichtlich Ende 2019 sein.     

Die Ehrengarde Prosper-Haniel verabschiedete den Bergbau bei der Stadt Bottrop im Rahmen eines Festaktes inn der ehem. Lohnhalle Ahrenberg-Fortsetzung, Foto:RAG, Foto Mitte: Revierkohle

 

Seit den 50er Jahren sind bis heute auf den Berg-werken im Revier  rd. 10 Mrd. Tonnen Kohle ge-fördert worden. Eine enorme Leistung, die das Ruhrgebiet zu dem gemacht hat, was es heute ist. Arbeit, Sicherheit und Wohlstand war der berechtigte Slogan, mit dem die IG BCE in den 70er und 80er Jahren für den Bergbau warb. Der Bergbau hat funktionierende Wertschöpfungsketten mit Mrd. an Auftragsvolumina geschaffen, von denen viele Firmen Jahrzehnte lang partizipiert haben. Die Kumpels wurden anständig bezahlt, junge Menschen gewährte der Bergbau  eine Top-Ausbildung. Kein Bergmann fiel bis heute ins Bergfreie. Dafür ist der RAG und dem Land NRW zu danken. Wie es in den Revieren weitergehen wird, ist offen, da der Strukturwandel noch lange nicht beendet ist. NRW wird wohl weiterhin Energieland bleiben, aber die Zeit der Industrie und der Massenbeschäftigung mit solch einer identitätsstiftenden Kultur wie sie der Bergbau darstellte… die dürfte wohl ein für alle Mal beendet sein.  Die bergmännischen Tugenden wie Anstand, Anteilnahme, Pünktlichkeit und Zuverlässig-keit werden hoffentlich bestehen bleiben. 

 

Glückauf ! .

Kai Klapper
Kai Klapper
Schachtsteiger, RAG-BT
Weiterlesen
"Ich bin einer der letzten, der auf den Bergwerken den Deckel draufsetzt. Eine emotional harte Aufgabe."
Dr. Heinz-Werner Voß
Dr. Heinz-Werner Voß
letzter Werksleiter BW Ibbenbüren
Weiterlesen
"Wir befinden uns mit dem Ende des Bergbaus im Prozess eines tief-greifenden Wandels. Wir stellen uns der öko-logischen, gesellschaft-lichen und wirtschaft-lichen Verantwortung, aber auch des sozialen Erbes."
Werner Jakobuß
Werner Jakobuß
stellv.AbtL Technik-u. Logistikdienste
Weiterlesen
"Mich hat diese raue und echte Herzlichkeit immer fasziniert. Ich werde die Kollegen vermissen."

Mehr zum Abschied des Deutschen Steinkohlenbergbaus lesen Sie in unserem neuen Jahrbuch, das Sie sowohl als Softcover-Ausgabe als auch als e-Book erhalten können. Soweit Sie eine VR-Brille besitzen, empfehlen wir Ihnen das virtuelle Bergwerk Prosper-Haniel im 360-Grad Format. Wir danken dem WDR für diese über einjährige Fleissarbeit. Link: siehe Hauptseite

Tickets= Zollverein XII + Dt. Bergbau-Museum

Single-Mitgliedschaft/Jahr + 1 Ticket (DBM)

15 EUR

Large- Unternehmens-Mitgliedschaft

+ 2 Tickets pro Jahr 

50 EUR

Join us

vorstand@revierkohle.de

+049-040-2514684

Diesen Beitrag teilen

Steinkohle: Welthandel stieg um 1,5 %

Deutsche Einfuhren rückläufig

Illustration: geralt, pixabay
Illustration: kalhh, pixabay.de

In seiner Pressemitteilung vom Jan. 2018 gab der Verein der Kohleimporteure bekannt, das der Welt-handel mit Steinkohle um 1,5 % auf 1.140 Mio T SKE gestiegen ist. Die globale Steinkohleförderung wäre sogar um 2 % auf 6,9 Mrd. T SKE gestiegen. Allein die seewärtigen Ausfuhren aus den USA sind um 30 Mio. t bzw. 60 % gestiegen. (siehe hierzu auch unser Trump-Redaktionsbeitrag) >

 

Illustration: geralt, pixabay.de

Zuwächse beim Seehandel mit Kohle gab es auch in Russland und in Südafrika um jeweils 7 %. Südafrika beliefert nun überwiegend die asiatischen Länder und nicht mehr, wie früher, Europa. War der Rückgang der Kohleproduktion in 2016 hauptsächlich durch eine Reihe von Insolvenzfällen in den USA dank der Obama-Reg-ierung und in China durch die Stilllegung unsicherer Bergwerke verursacht worden, erklärt sich der Anstieg in 2017 mit Fortsetzung in 2018 durch die wachsende Nachfrage in den asiatischen Ländern. Durch den steigenden Wohlstand erhöht sich die Nachfrage nach Koks-und Kesselkohle für die neu gebauten Kraftwerke.

Diese positive Entwicklung wird durch den Einfuhr-Rückgang in die Bundes-republik um rd. 10 % (gleich 6 Mio T SKE) getrübt. Währ end die Einfuhren von Kokskohlen um 0,6 Mio, T SKE zunahmen, ging der Einsatz von Kesselkohle für die Erzeugung von Strom um 15 % oder fast 7 Mio T SKE zurück. Die ‚Gründe sehen die Kohleimporteure hauptsächlich durch den ungebremsten Zubau von Windkraftanlagen. Aller-dings werden die Grund-lastkraftwerke wegen der schwankenden und zu-fälligen Einspeisung von Flatterstrom durch WKA weiterhin dringend be-nötigt, um die 50 hz-Fre-quenz im Netz halten zu können.

Nach wie vor basiert das Energieträgerangebot in Deutschland zu 60 % auf fossilen Energieträgern, während der höchste Verbrauch und die höchste Förderung an fossilen Energieträgern mit über 80 % in China zu verzeichnen ist.

Weltkohlenförderung und- verbrauch 2016, Quelle: Gesamtverband Steinkohle e.V., Jahresbericht 2017
Diesen Beitrag teilen

Werner Kubny: der lange Weg des Abschieds







Werner Kubny-Film

Werner Kubny ist ein Meister seines Faches. Der Regisseur mit dem grossen Ruhrgebietsherz hat wieder eine Homage an den Berg-bau abgegeben. Diesmal noch hingebungsvoller, noch melan-cholischer und noch authentischer als alle bisherigen Filme über den Pott. Man könnte meinen, es erging ihm bei der Produktion des Films genau so wie den Bergleuten und ihren Familien, die dem Ende des Bergbaus 2018 mit tränenden Herzen und großer Wehmut ent-gegensehen. Kubny war offen-sichtlich bewußt, das er hier nicht einen Film über das Ende irgend-einer Firma dreht, sondern dass es um das Ende einer ganzen Indu-strieepoche geht. Und da galt es, alle zu Wort kommen zu lassen, die im und um den Bergbau herum leben und gelebt haben und die durch die Kohle zu Wohlstand kamen und für die die Kohle Hei-mat, Verbundenheit, Hoffnung und Zukunft bedeutete. Das alles soll aufgrund politischer Entscheidung am 31. 12. 2018 Geschichte sein.       

Unsere Geschiche, die nicht vergessen werden darf, weil so viel geleistet wurde, so schwer ma-locht und weil auch so viele ge-storben sind.  Der Bergbau hat aber auch immer denen eine Chance gegeben, die sonst auf der Strecke geblieben wären. Und er hat sich um die Integration von  türkischen „Gastarbeitern“ verdient gemacht, da kannte man das Wörtchen „Integration“ noch gar nicht. Er bot vielen Jugendlichen eine erstklassige Ausbildung, die auch heute noch sehr gefragt ist. Und der Bergbau hat Niemanden im Regen stehen lassen. Kein Bergarbeiter ist ins Bergfreie gefallen. Welche Firma kann das schon von sich behaupten ? Die Sozialpartnerschaft wurde gelebt. Die RAG bekennt sich bis heute zu ihrer sozialen Verantwortung. Der Bergbau hat die Bergleute von Solidargemeinschaften zu Schick-salsgemeinschaften zusammen-geschweisst, die auch noch nach Jahrzehnten einer Zechenschließ-ung funktioniert. Das Leben in den zahlreichen Knappenvereinen, in den Zechensiedlungen und in den Schrebergartenkolonnien sind ein Beweis dafür.  Allerdings stellt sich die bange Frage: wie lange noch?   

Förderschacht der ehem. Zeche Osterfeld, Schacht 5 in Oberhausen. Foto: Revierkohle
Wandmalerei am Bochumer Verein. Foto und Retusche: Revierkohle
Zechenbeamtenhäuser in der Zechensiedlung Dahhauser Heide in Bochum aus dem Jahre 1907. Foto RK

Das alles läßt Werner Kubny mit zu Herzen gehenden Filmsequenzen von früher und heute, von unter und über Tage Revue passieren. Auch dem Berg-fremden wird schnell klar, das das Ruhrgebiet ein eigener Kosmos ist. Mit einer eigenen Kultur, einer eigenen Sprache und mit einem eigenen Mythos.

Das dies nun alles zu Ende gehen soll, ist schwer zu ertragen. Werner Kubnys Film trägt dem würdig Rechnung.

unser Kalender für 2018 hat als Motiv die beiden letzten Zechen, Propser-Haniel u. Anthrazit-Ibbenbüren, Foto. Revierkohle
Museumszeche Hannover/Hannibal in Bochum. Foto: Revierkohle

Dieser Mythos läßt sich ohne die alten Zechen, den alten Mauerresten, den alten Zechenhäusern, dem besonderen Humor und der besonderen Melancholie wie auch den alten Berg-mannnsgeschichten nicht wirklich verstehen. Schließ-lich verfolgt den Besucher im Ruhrgebiet der morbide Charme des Untergangs auf Schritt und Tritt. So etwas muß man nicht nur mögen. Man muß es lieben. Wir tun es. Auch wenn Ende des Jahres die Mannschaften abgelegt werden, das Zusammenge-hörigkeitsgefühl wird bleib-en. Der Film lief bereits in zalreichen Revierkinos.   

Diesen Beitrag teilen

RAG: neue Grubenwasser-Leitwarte

Standort Pluto Wird AUSGEBAUT

Die neue RAG-Grubenwasser-Leitwarte geht 2019 in Betrieb

Ewigkeitsaufgabe wird optimiert

Am Standort der ehem. Zeche Pluto in Herne baut die RAG derzeit eine neue Leitwarte zur Überwachung der Grubenwasserzechen an Rhein und Ruhr , dem Saarland und Ibben-büren. Das Gebäude soll 2019 bezugsfertig sein und wird die alte Steuerleitwarte am Haupteingang der ehem. Zeche ablösen. Zu den Aufgaben der neuen Leitwarte  wird nicht nur die Überwachung der rd. 110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr gehören, sondern auch die Überwachung von Polder-maßnahmen und Grundwassersanierungen an sensiblen Standorten ehem. Zechen.

Neue Kabeltrassen auf Pluto - Foto: Revierkohle
Rohbau der neuen Grubenwasser-Leitwarte auf Pluto- Foto: Revierkohle

Überwachung der Wasserprovinzen

Unter der Tel.-Nr. 02325-593666 ist die Grubenwasserleitwarte in Herne rund um die Uhr zu erreichen. Dort kann man sich z.B. auch beschweren, wenn das Gruben-wasser  etwas mehr nach Schwefel riecht. Dann setzen Mitarbeiter der Betriebs-direktion Grubenwasserhaltung Wass-erstoffperoxid dem Grubenwasser zu. An jeder Grubenwassereinleitstelle stehen entsprechende Hinweisschilder. Die Grub-enwasser-Leitwarte überwacht den ge-planten Anstieg der Grubenwässer bis 2035 auf rd. -500 m NN, damit diese nicht mit dem Grundwasser in Berührung kommen. Denn Grubenwasser ist stark salzhaltig und würde das Grundwasser unbrauchbar machen. Die Leitwarte wird auch für die Instandhaltungs -und Personaleinsatz-planung zuständig sein. Die RAG unterhält für Untersuchungszwecke auf dem ehem. Zechengelände auch ein eigenes Labor. 

 

110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr

Eingang zur Grubenwehr und zur bisherigen Grubenwasser-Leitwarte (re.)auf dem Gelände der ehem. Zeche Pluto in Herne. Foto: Revierkohle

Wenn der Deutsche Steinkohlenbergbau Ende 2018 eingestellt wird, ist die RAG-Stiftung auf Zollverein für die Finanzierung der sog. Ewigkeitsaufgaben zuständig. Sie hat daher eine Rücklage von rd. 16 Mrd. EUR aufgebaut, um die Kosten der Gruben-wasserhaltung zu finanzieren . Die RAG rechnet mit jährlichen Kosten von rd. 220 Mio. EUR.  Mit diesem Geld wird nicht nur die Grubenwasserhaltung und der Polderbau finanziert, sondern auch die noch rd. 300 verbleibenden Bergleute, die für die Wartung der künftigen Hängepumpen auf den dann nur noch 6 zentralen Grubenwasserzechen im Revier, einer in Ibbenbüren (Schacht von Oyenhausen) und einer im Saarland ( Schacht Duhamel) zustöndig sein werd-en.  Wußten Sie übrigens, dass alle derzeit noch in Betrieb befindlichen Kreiselpumpen unter Tage soviel Strom verbrrauchen, wie 17.000 Haushalte in einem Jahr ? Auch ein Grund, waum die Gruben-wasserzechen opitmiert werden. Der Hängepump-enbetrieb ( wie z.B. auf Walsum in Duisburg oder Carolinenglück in Bochum) er-möglicht es, das Grubengebäude zu schließen. Und  damit fallen die Kosten für die Bewetterung, den Maschinisten und den Schachthauer weg. Die Schächte auf Carolin-englück, Zollverein XII, Fürst Leopold u.a. werden verfüllt und zum Sicherungsstandort umgebaut. Sollte wieder Erwarten das Grubenwasser steigen, dann kann der Sicherungsstdandort wieder eröffnet werden und die dort befindlichen Hängepumpen wieder in Betrieb gehen.    

alte Grubenleitwarte auf Pluto - Foto: RAG

Rückzugsprojekt Grubenwasserhaltung

Bis 2035 soll das Grubenwasser ansteigen und die Grubenwasserzechen von 11 auf 6 Standorte in NRW reduziert werden. Zur Vertiefung lesen Sie bitte unser Jahrbuch „Energiepolitik und Montankultur, Rückblick 2017, Ausgabe 2018

Dr. Michael Drobniewski

Betriebsdiektor Grubenwasserhaltung, Foto: RAG

Der Schutz des Grundwassers hat 

oberste Priorität bei der Grubenwasserhaltung

Grubenwasserzeche Duhamel Saarland, Skizzze: RAG

Wasser Marsch

Grubenwasserzechen in NRW, Skizze: RAG
Grubenwasserzeche von Oyenhausen 1/2/3 Ibbenbüren, Skizze: RAG

Quellenhinweise:

WAZ vom 1.1.2017; RAG-Presseinformation vom 17.11.2017; Roth, Markus: Das Grubenwasserkonzept der RAG, Vortrag im LWL-Industrie-Museum Zeche Nachtigall, Witten, vom 12.9.2017; WDR 1 vom 17.11.2017; WAZ vom 18.11.2016; Thyssen-Mining-Report 2014/15, S. 69 f sowie RK-Redaktion vom 2.2.2018

Header-Foto: Revierkohle

Diesen Beitrag teilen

die Kohle geht – und warum sie trotzdem bleibt

die kohle geht 1

Rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl und ein Jahr vor dem endültigen Auslauf des Deutschen Stein-kohlenbergbaus haben wir eine leicht verständliche Broschüre herausgebracht, die deutlich machen soll, wie wichtig auch nach 2018 die Kohle noch sein wird.

Unser Anliegen ist, das Verständnis für den Erhalt und die Modernisierung der Kohlekraftwerke zu fördern. Denn ohne sie kann es auch in Zukunft keine ge-sicherte Energieversorgung  geben. Warum das so ist, haben wir anhand von 6 Eckpunkten herausgestellt.

Die Notwendigkeit für diese neue Info-Kampagne sehen wir darin begründet, das allzu viele Menschen glauben, mit dem Ende der deutschen Steinkohlen-produktion wäre der Weg in eine carbonfreie Zukunft eröffnet und dem Ausbau der Windkraft und Solar-energie würde nun nichts mehr im Wege stehen. Diesem Irrtum wollen wir argumentativ begegnen.

Die Broschüre erhalten Politiker, Wissenschaftler, Pressevertreter, Unternehmer und unsere Mitglieder kostenfrei.

Wir wollen gleichzeitig mit dem Märchen vom preis-werten und sicheren Öko-Strom aufräumen. Die En-ergiewende ist unserer Ansicht nach schon lange ge-scheitert, das will von den Verantwortlichen aus öko-nomischen und ideologischen Gründen aber Nie-mand wahrhaben. Daher bieten wir gleichzeitig auch unseren Info-Flyer „warum Windkraft keine Alter-native ist“ an. Er kann mit unserer neuen Broschüre über „vorstand@revierkohle.“ abgefordert werden.

Data Mining

energiewende

Ob wir mit unseren Argumenten recht haben oder nicht, können Sie gerne nachprüfen. Konfrontieren Sie Ihren Bundestagsabgeordneten mit unseren Argum-enten und schauen Sie, ob Sie eine ehrliche oder eher eine verschwurbelte Antwort erhalten. Und lassen Sie sich nicht von irgendwelchen Studien niedermachen, die unsere Meinung angeblich wiederlegen. Es gibt nicht eine einzige evidenzbasierte wissenschaftliche Studie, die die Richtigkeit unserer Aussagen ernsthaft in Frage stellen könnte.

Wir sagen daher: Schluß mit der verfehlten Energie-wende. Zurück zu einem realistischen Energiemix, wozu selbstverständlich auch die fossilen Energie-träger gehören, weil Öko-Strom großtechnisch nicht speicherbar ist. Denn eine Energiewende ohne Speich-er ist nicht machbar und mit Speicher nicht bezahlbar!

Wenn unsere Broschüre dazu beiträgt, Ihre Neu-gierde zu wecken, dann haben wir schon viel erreicht. Natürlich wissen wir auch, das ein solch komplexes Thema wie die Energieversorgung nicht auf 16 Seiten abschließend dargestellt werden kann, zumal es auch immer wieder um unterschiedliche Vorstellungen geht, wie die Versorgungssicherheit in der Zukunft bewerkstelligt werden soll. Daher bringen wir Monat für Monat redaktionelle Beiträge heraus, die sich mit einzelnen Aspekten der Energiepolitik beschäftigen. Und Sie können versichert sein, das wir in diesen Beirägen nicht die herrschende Pressemeinung wied-ergeben. Bestellen Sie daher heute noch unseren kostenfreien Newsletter. Wer es noch genauer wissen möchte, dem empfehlen wir den Bezug unseres Jahrbuches für Energiepolitik und Montankultur. Bestellungen können Sie über unseren Shop, über amazon oder als e-paper-Ausgabe über ebozon.de vornehmen (einfach das Stichwort „Revierkohle“ ein-geben).

jetzt anmelden

Fotos und Entwurf oben links: Revierkohle, rechts daneben: danleap, fotolia-Kauf, links: Revierkohle

 

Diesen Beitrag teilen

RAG-Stiftung: bestes Ergebnis seit 2010 erzielt

RAG-Stiftung besteht 10 Jahre

rag-stiftung

RAG-Stiftung hat anlässlich ihres 10jährigen Be-stehens im Mai 2017 eine positive Bilanz ihrer Arbeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Als die RAG-Stiftung im Jahre 2007 gegründet wurde, da betrug das eingebrachte Vermögen 6 Mrd. EUR. Bis heute hat sich der Vermögensstamm nach Angabe des Handelsblattes auf 17 Mrd. EUR erhöht. In 2016 konnten 393 Mio. EUR für die Ewigkeitslasten zu-rückgestellt werden. Dadurch erhöhte sich das Rückstellungsvolumen für die Grubenwasserhalt-ung auf 4,84 Mrd. EUR.

_V

Die RAG-Stiftung finanziert diese Kosten ab 2019 aus den Gewinnen verschiedener Firmen, deren Eigen-tümer oder Anteilseigner die Stiftung ist. Zu diesen Firmen gehört u.a. die RAG, RAG-Montan-Immobilien, Vivawest Immobilien (die ehem. Treuhandanstalt für Bergmännische Wohnstätten) und der Chemiekon-zern Evonik Industries AG , der aus der RAG und durch Aufkauf der ehem. Degussa hervorgegangen ist.  Ob die Kosten für die Ewigkeitslasten auch in 50 Jahren oder länger von der RAG-Stiftung gestemmt werden können, kann heute Niemand mit Bestimmtheit sagen. Aktuell sieht die Situation jedenfalls nach Angabe der Stiftung recht solide aus. Allerdings darf man auch nicht verkennen, das das Vermögen von derzeit rd. 17 Mrd. EUR durch die hohen Kosten für die Ewigkeitslasten schnell aufgezehrt werden kann, wenn nicht ständig die Gewinne aus den Beteiligung-en der Stiftung weiter sprudeln wie bisher. Evonik Industries AG stagniert z.B. derzeit und wegen der an-haltenden Niedrigzinsphase vermehrt sich das Ver-mögen ebenfalls nur langsam. Die jährlichen Kosten allein für die Grubenwasserhaltung für rd. 100 Mio. Kubikmeter abzupumpendes Grubenwasser belaufen sich auf geschätzte 200 Mio. EUR pro Jahr. Daher wird verständlich, warum die RAG den Pumpbetrieb auf Hängepumpenbetrieb  und auf die Zentralisierung der Grubenwasserhaltung auf 6 Schachtstandorte in den nächsten Jahren konzentrieren möchte.

RAG-Stiftungsvorstand

Architect at work

Nun werden Sie sich wahrscheinlich fragen, woher die ganze Kohle kommt. Die Antwort ist einfach. RAG-Stiftung wurde in 2007 mit dem Ziel gegründet, die Ewigkeitslasten des Bergbaus finanziell dauerhaft zu stemmen, ohne das nachfolgende Generationen durch den Auslauf des Bergbaus belastet werden soll-en. Dabei handelt es sich um Kosten für die Gruben-wasserhaltung (derzeit auf 13 Zechen, die auf 6 Zech-en mittels Hängepumpen zentralisiert werden sollen, siehe unser Jahrbuch 2016), Kosten für den Polder-bau, Kosten für die anteilige Unterhaltung des Pump-enbetriebs der Emschergenossenschaft, Kosten für den Altbergbau (Sanierung und Sicherung von rd. 2.200 Schächten, Hebungen an der Tagesoberfläche,  Bergsenkungsschäden etc.), die Grundwasserreini-gung und Kosten für die Montankulturbewahrung. ( Zuschüsse für Knappenvereine, Denkmäler, DBM etc.)

Quellenhinweise:

RAG-Stiftung, Pressemitteilung vom 30.05.2017, Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur-Rückblick 2016 ( Ausgab 2017, Revierkohle (Hrsg.), Handels-blatt vom 30.05.2012, WAZ vom 04.06.2014, PR-Online (NGZ-Online).de vom 20.07.2012; Kiefer-Media.de vom 20.07.2012 ( darin Verweis auf die o.g. KPMG-Studie vom 23.11.2006 ); Spektrum.de vom 04.02.2014 sowie RK-Redaktion vom 05.08.2017

Logo-RAG-Stiftungs-Entwurf: Revierkohle  

blicken zuversichtlich in die Kamera und in die Zukunft: (v.l.n.r.) der ehem. RAG-Chef und heutiger RAG-Stiftungsvorstand Dr. Werner Müller, Per-sonalvorstand Bärbel Bergerhoff-Wodopia und der Finanzvorstand Dr. Helmut Linssen                       Foto: RAG-Stiftung

Sollte allerdings die Bezirksregierung Arnsberg, ver-treten durch die Abtl. 6 Bergbau und Energie in NRW ( das frühere Oberbergamt in Dortmund) weiterhin auf die vollständige Eliminierung von gefundenen PCB-Schwebstoffen im Grubenwasser durch den Einbau von Viltrationsanlagen (Kohleaktivfilter) bestehen, dann würden sich die jährlichen Kosten nach Angabe von Fachleuten auf rd. 500 Mio. EUR pro Jahr erhöhen. Welches Kostenrisiko der Altbergbau (Bergsenkungs-schäden, Rekultivierung, etc.) darstellt, ist aktuell schwer abzuschätzen. Wahrscheinlich dürften die Kosten aber wesentlich höher ausfallen, als von der RAG-Stiftung prognostiziert. Im Auftrag der Bund-esanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bereits in 2006 die jährlichen Kosten auf 12,5 Mrd. bis 13,1 Mrd. EUR gutachterlich geschätzt.

Die RAG-Stiftung beteiligt sich laut Satzungsangabe auch an der Erhaltung der Montankultur. Wie hoch die Kosten für Zuschüsse z.B. für Denkmäler, das Deut-sche Bergbau-Museum in Bochum, das Weltkultur-erbe Zeche Zollverein in Essen oder die Kosten für das Programm „Glückauf Zukunft“ sind, wurde von der Stiftung nicht offengelegt. Hierbei geht es u.a um die Förderung von 5000 Jugendhilfeprojekten, der Quar-tiersentwicklung in ehem. Bergbausiedlungen, Ideen-wettbewerbe (weil die Politik nicht weiter weiß ?), Start-up-Unterstützungen und Kosten für sog. Zu-kunftsgutachten, da diese mehr düster als rosig aussieht. Insgesamt dürften es aber einige Mio. EUR sein, die unserer Ansicht nach aber kaum etwas be-wirken werden, da es der Politik nicht gelungen ist, Großkonzerne ins Ruhrgebiet zu locken, damit die rd. 100.000 Arbeitsplätze, die in den letzten 40 Jahen im Bergbau und in der Stahlindustrie unwiederruflich verloren gegangen sind, zu ersetzen und damit das wirtschaftliche Wachstum und den Wohlstand wieder in Gang zu bringen. Der Strukturwandel bleibt daher eine Dauerbaustelle mit der Folge, das die junge Bevölkerung gezwungen sein wird, die Region zu ver-lassen. Sollte doch noch ein (politisches) Wunder ein-treten, lassen wir uns gerne eines Besseren belehren. Wie der RAG-Stiftungschef Dr. Müller die Zukunft im Revier selbst einschätzt, zeigt folgendes Video.

Diesen Beitrag teilen