Youtuber Rezo: Faktencheck

Die meisten Behauptungen sind absurd

Youtuber kennen den Influenzer (Beein-flusser) Rezo, alias Jannick Fricken-schmidt (26) aus Aachen, normalerweise nur aus personalisierten Werbeclips der Amazon-Überraschungsbox oder von In-stagram. Dort unterbreitet er im Auftrag der Firmen TubeOne Networks GmbH und Ströer Content Group diverse Angebote auf locker-flockige Art. So weit, so schlecht. Nun hat er kürzlich ein Video produziert, wo er die CDU und die SPD wegen der Klimapolitik kritisiert. Wir haben uns mit seinen Argumenten wegen der hohen Reichweite seines Videoclips auseinandergesetzt und stellen fest: die meisten Behauptungen sind absurd.

Rezo behauptet:

 

97 % aller Klima-wissenschaftler wär en sich einig, dass der Mensch der Ver-ursacher des Klima-wandels ist 

In einer Studie von John Cook et.al. von der australischen Universität of Queens-land aus dem Jahre 2018 kommt in der Tat zu dem Ergebnis, dass die meisten der befragten Wissenschaftler aus unter-schiedlichen Disziplinen der Meinung sind, dass der Mensch einen Einfluss auf das Klima hat. Das ist aber nicht neu. Zwei Drittel der Befragten konnte aber keine Angaben darüber machen, wie hoch dieser Einfluss des Menschen ist. Über die meisten Fragen in der Klimaforschung herrscht keine Einigkeit, so der Meterologe Victor Venema von der Uni Bonn. Außerdem würde ein 97 %-Konsens der  Widerspruchskultur in der Wissenschaft widersprechen. Der Klimaökonom Richard Tol vom Economic and Social Research-Institut übte methodische Kritik an der bekannten Cook-Studie: die ausge-werteten Befragungen seien sehr will-kürlich vorgenommen worden. Und Niemand hätte nachgeprüft, ob die Aus-werter vertrauenswürdig sind. Der Klimaforscher und Physiker des MIT, Dr. Richard Lindzen, geht sogar noch weiter und  behauptet, dass die CO2-Emissionen nichts mit dem Klimawandel zu tun hätten. Eine andere Forschergruppe um David Legates et al. hat die Cook-Studie unter die Lupe genommen und dabei fest-gestellt, dass der tatsächliche Konsens in den Abstracts nur bei 0,3 % liegen würde. Er kritisiert zusammen mit Jose´Duarte die statistischen Auswahlverfahren. Die beiden Experten listeten viele Studien auf, die Cook et al. ignoriert hatten, die im Widerspruch zu den Schlußfolgerungen standen. Nach dieser Kritik ergab sich, dass von den beleuchteten 11.944 Stu-dien, welche zwischen 1991 und 2012 ver-öffentlicht wurden, 7930 keine Meinung zur Frage des menschengemachten Klima-wandels hatten. 2910 Studien kamen zu dem Schluss, dass der Mensch weniger als 50 % zur Erwärmung beitragen würde und nur 64 der Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Menschheit die ge-samte Erwärmung verursacht.

Also von wegen: 97 % aller Klimwissen-schaftler wären sich einig.    

Rezo behauptet:

Die letzten 4 Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Seit Ende der kleinen Eiszeit leben wir sonnenzyklusbedingt in einem Wärme-optimum. Deswegen schmelzen auch Gletscher. Das die letzten vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetterauf-zeichnungen von vor 140 Jahren waren, kann Niemand belegen, da die Mess-methoden damals noch sehr ungenau waren, so der Klimaexperte Michael Limburg vom Europ. Institut für Klima und Energie.  Bis heute kann man die abso-luten Temperaturwerte nicht bestimmen, sondern nur die Änderungen. Seit 2000 ist die Erwärmung nicht mehr gestiegen, trotz einer Verdreifachung der C02-Emissionen.

 

Rezo behauptet:

Die Energiewende ist wirtschaftlich machenbar

Das ist weder technologisch als auch wirtschaftlich nicht möglich. Die Kosten für die Energiewende belaufen sich seit Einführung des EEG im Jahre 2000 mittler-weile auf über 380 Mrd. EUR. Und jedes Jahr kommen rd. 20 Mrd. EUR hinzu, die der Steuerzahler über die EEG-Umlagen bezahlen muß. Eine vierköpfige Familie mit rd. 3000 kWh-Stromverbrauch pro Jahr wird bis 2025 rd. 25.000 EUR für die Ener-giewende rechnerisch zahlen. Die Strom-kosten werden durch den geplanten weit-eren Ausbau der Windkraftanlagen als auch von neuen HGÜ-Leitungen immer stärker steigen. Trotzdem wurde das Ziel, die C02-Emissionen zu reduzieren, bisher nicht erreicht. Der Anteil der weltweit er-zeugten C02-Emissionen liegt in Deutsch-land bei 2 %. Selbst wenn der C02-Ausstoß bis 2050 um 90 % reduziert werden sollte, hätte das weltweit betrachtet keinen Ein-fluss auf das Klima. Das ist auch logisch, da die C02-Emissionen nur ein Aspekt sind, die auf das Klima einen Einfluss hab-en. Größeren Einfluss haben natürliche Ereignisse wie z.B. Sonnenflecken, Mond-zyklen, kosmische Hintergrundstrahlung, Nachbarplaneten, Vulkanausbrüche und atmosphärische Gase. Das Klimage-schehen kann daher nur multikausal be-stimmt werden. Die Reduzierung auf C02 ist unzulässig. Technisch ist die Energie-wende auch in unmittelbarer Zukunft nicht möglich, da Öko-Strom volativer Strom ist, der bedarfsgerecht (d.h. gesichert) nie zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist Strom aus regenerativen Energieträgern, mit Ausnahme von Wasserkraftwerken, nicht grundlastfähig und nicht speicherbar.    

Rezo behauptet:

1 Grad Erderwärmung ist verdammt viel und voll krass

Bullschitt! ! 1 Grad mittlere Erderwärmung merkt Niemand. Nicht mal in Nordafrika, da der Erwärmungszeitraum 140 Jahre beträgt. Es handelt sich um einen Mittelwert und ist nicht absolut zu verstehen.

Skepsis ist die Mutter aller Wissenschaften

Quellenhinweise:

Der Spiegel vom 25.5.2019; Frank, Neil L.: Was stimmt nicht mit der 97 %-Behaupt-ung aller Klimawissenschafter?, in: Eike.de vom 22.6.2017 und 26.5.2019; Meedia.de vom 26.4.2019; Gegenfrage.de vom 3.5. 2017; Der Tagesspiegel vom 25.5.2019; N.N. Klimafaktoren, Bundesanstalt für Geowissenschaften, Berlin 2000; Der Spie-gel vom 25.5.2019; Süddeutsche Zeitung vom 18.1.2018; Focus vom 30.4.2018; FAZ vom 6.2.2019 und RK-Redaktion vom 13.06.2019

Illustration oben: Revierkohle, Foto unten: pixabay.com

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