Steag plant drastischen Personalabbau

Die Folgen der verfehlten Energiewendepolitik machen auch der ehem. RAG-Tochter zu schaffen

Bei der ehem. RAG-Tochter und größtem kommunal en Arbeitgeber in NRW zeichnet sich als Folge der verfehlten Energiewende ein personalwirtschaft- licher Kahlschlag ab. Die Belegschaft soll um 1000 von 3.500 Mitarbeitern ( weltweit 5900 ) abgebaut werden. Das entspricht der Vernichtung von jedem 4. Arbeitsplatz. Darüber hinaus soll die Hälfte aller steag-Kraftwerke stillgelegt werden. Die mittlerweil- en kommunalen Aneilseigner  Bochum, Dortmund, Dinslaken, Duisburg, Essen und Oberhausen erhalt- en keine Dividenden mehr. So wird Stabilität und Wachstum mit Sicherheit nicht buchstabiert. Und die Wirtschaft ? Sie schweigt ! Obschon sie die Leid- tragende der Energiewende ist und wir viele Firmen auf die bevorstehende Problematik seit Jahren belegbar hingewiesen haben.

 

   

Die Zukunft einer Reihe von Kraftwerken sei infrage gestellt, erläuterte der steag-Vorstandsvorsitzende Jo- achim Rumstadt in Essen vor der Presse und skizzier- te den Peronalkahlschlag am Beispiel geplanter Still- legungen, Einmottungen und Ausläufen. In NRW ver- fügt der Energieversorger über Kraftwerke in Berg- kamen, Duisburg-Walsum, Herne, Lünen und Voerde. Insgesamt verfügt der Konzern an 8 Standorten über 12 Kraftwerksblöcke. Diese produzieren zusammen rd. 9000 Megwatt Strom pro Jahr. In Zukunft sollen es nur noch 4.500 MW sein.  Standort für Standort wird daher nun einer betriebswirtschaftlichen Überprüfung unterzogen. Der drastische Stellenabbau ist das Re- sultat einer kopflosen Energiepolitik, kommentierte IGBCE-Chef Michael Vassiliadis die geplanten Maß- nahmen der steag und geißelte den planlosen Ausbau der hochsubventionierten erneuerbaren Energieträg- er. Der Energiemarkt sei völlig zerrüttet. Immerhin soll es bei der steag zu keinen betriebsbedingten Kündi- gungen kommen. Das jedenfalls versprach der Ge- samtbetriebsratsvorsitzende der steag, Ralf Melis, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

  RAG-Kohlelager Kohlkamp in Recklinghausen-Hochlarmark vor der Auflösung                            steag GmbH, Hauptverwaltung in Essen

      Reparatur einer Siemens-Kraftwerksturbine

 

 

 

 

vgl.hz.a. WAZ vom 12.09.2016, IGBCE-Pressemitteilung vom 13.09.2016, Welt-N24.de vom 28.04.2016; Wirtschaftswoche vom 12.10.2016, Rheinische Post vom 12.10.2016 und RK-Redaktion vom 13.10.2016

Fotonachweis: oben: Kraftwerke Herne, Revierkohle, links darunter: RAG-Kohlelager Kohlkamp i.A., Revierkohle, links darunter: Kraftwerks- turbine, Siemens-Pressefoto; rechts: Steag-Verwaltung und Steag-Vor-standsvorsitzender Rumstadt, steag-Pressefotos

Obschon hoch motiviert und bestens ausgebildet, mußten schon in den letzten Jahren Tausende von Mitarbeitern bei kommunalen Stadtwerken und pri- vaten Energieversorgern ihren Hut nehmen. Leist- ungsfähige Unternehmen wurden aus dem Markt ge- drängt. Und das alles wegen einer Ideologie, die an Dummheit nicht zu überbieten ist und keiner ernst- haften wissenschaftlichen Überprüfung bisher Stand gehalten hat. Und dabei hat die steag im Moment noch Glück im Unglück, da sie auch Kraftwerksblöcke mit Kraft-Wärme-Kopplung unterhält. Diese sind wie auch Bahnstromproduzenten wirtschaftlicher als rei- ne Stromlieferanten. Daher läuft der Betrieb in Duis- burg-Walsum und in Bergkamen sehr gut, während der Betrieb in Herne einer genaueren Prüfung unter- zogen werden muß. In Voerde sollen zwei Kraftwerks- blöcke stillgelegt werden. In der Türkei und auf den Philippinen laufen die Kraftwerke dagegen mit guten Ergebnissen. Sollten weitere Kraftwerke aus wirt- schaftlichen Gründen stillgelegt werden müssen, die systemrelevant sind, hat die Bundesnetzagentur den Betreiber zu entschädigen. Damit die Kraftwerke wie- der wirtschaftlich arbeiten können, ist u. E. nunmehr die Zeit zum Handeln gekommen. Die bevorrechtigte Einspeisung von Öko-Strom muß hinterfragt und letzt- endlich abgeschafft werden.

Zuletzt gehörte die steag der RAG-Stiftungstochter Evonik. Der Chemiekonzern verkaufte die steag an die o.g. Städte. Diese nahmen hohe Kredite auf, weil sie sich hohe Dividenden versprachen. Mit dem Gewinn sollten die maroden Haushalte der Städte saniert werden. Doch daraus wird nun nichts. Der Chef der Dortmunder Stadtwerke, Guntram Pehlke, stellt sich auf harte Zeiten ein und erwartet erst für 2020 wieder eine ordentliche Dividende. Derweil die Stadt Dortmund auf 20 Mio. , die Stadt Bochum auf 4 Mio. und die Stadt Bochum auf 50 Mio. EUR an erhofften Dividenden verzichten müssen.

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