RWE: Braunkohletagebau Inden bis 2025 weiter in Betrieb

Bezirksregierung Arnsberg

Die Hauptbetriebsplanzulassung wurde bis 2025 erteilt

Die für den Braunkohletagebau in NRW zuständige Abteilung 6 Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg hat im Januar 2022 den weiteren Abbau der Braunkohle im Tagebaubetrieb Inden zwischen Eschweiler und Jülich bis 2025 genehmigt. Damit hat RWE-Power Planungssicherheit erhalten. Die Hauptbetriebsplanzulassung regelt den laufenden Betrieb sowie den Verlauf von Abbau und Verkippung sowie Regelungen zur Wiedernutzbarmachung nach Auslauf des Braunkohlebergbaus, um den Umweltschutz sicher-zustellen. Die Zulassung ist auch deshalb erfreulich, weil somit auch das Braunkohle-Kraftwerk Weisweiler bis 2029 weiterhin zuverlässig Strom für die Region liefern kann.  

noch könnte die Vernunft siegen

Der Tagebau Inden erstreckt sich zwischen der Gemeinde Aldenhoven bei Düsseldorf im Norden und der A 4 im Raum Köln-Aachen im Süden. Berührt werden die Landkreise Düren und Aachen. Das Abbaufeld hat eine Mächtigkeit von 4.500 Hektar. Die Jahresförderung beträgt 11,6 Mio. Tonnen Braunkohle (2020) . Bis zum Auslauf des Tagebaus Inden kann RWE noch rd. 113, 4 Mio. Tonnen Braunkohle gewinnen. Die Kohlenvorräte belaufen sich auf geschätzte 470 Mio. Tonnen. Der Aufschlussbeginn zwischen Eschweiler und Hehlrath begann am 4.11.1935.  Die Förderaufnahme erfolgte am 21.02.1938. Wenn alles endet, wird der Tagebau Inden mit Ruhrwasser geflutet und die Böschungen renaturiert.

Die Braunkohle hatte in 2021   einen Anteil von 27,1 % am Primärenergiemix und trug damit zu einem erheblichen Maße zur Versorgungssicherheit bei. Der Anteil regenerativer Energieträger sank dagegen auf 22,1 %. *) Und das könnte auch weiterhin so bleiben, wenn die Bundesregierung die Vernunft walten und von der Energiewende ablassen würde. Denn wir brauchen mehr denn je einen ausgewogenen Energiemix.

Und natürlich bedeutet Energiegewinnung immer auch einen Eingriff in die Natur und das Ökosystem. Dabei sind die sichbaren Kraterlandschaften, die der Braunkohle-bergbau hinterlässt, sicherlich kein schöner Anblick, aber auch die angeblich so umweltfreundlichen Wind-und Photovoltaik-Anlagen sind keineswegs besser. Denn auch sie verursachen jede Menge CO2. Und für die Herstellung werden Unmengen an fossilen Energie-trägern benötigt. Und der Aufbau stellt ebenfalls einen großflächigen Natureingriff dar.

Nur mit dem Unterschied, dass die Kohle wesentlich effizienter, preiswerter und zuverlässiger ist. Der Braun-kohletagebau kommt ohne Subventionen aus. Und im Gegensatz zu den Windkraftanlagenbetreibern sorgt der Bergbaubetreiber RWE auch zuverlässig für die Renaturierung der ausgekohlten Braunkohletagebaue.

So wurde 2005 das Flussbett der Inde nördlich von Lamersdorf rekultiviert und  400. 000 Bäume und Pflanzen sowie wechselfeuchte Sträucher angepflanzt. Die Uferzonen wurden ökologisch aufgewertet. Das gleich passierte auch im ehem. Tagebau Zukunft-West. Dort wurde der sog. Blausteinsee angelegt. Und die rd. 5.760 Menschen, die für den Tagebau umsiedeln mußten, wurden von RWE großzügig entschädigt. Für sie wurden Reihenhäuser errichtet. Es entstand die neue Ortschaft Inden/Altdorf. 

Der Tagebau Inden wird nach 2030 komplett mit Abraum verfüllt und die Tagesoberfläche rekultiviert. Es soll ein Wald mit Wiesen und Ackerflächen entstehen. Der See soll dann ab 2060 der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.   

An den Tagebau Inden schließen sich die Tagebau Garzweiler II bei Heinsberg und der Tagebau Hambach bei Düren an. Über letzteren hatten wir aufgrund der Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Hambacher Forst ausführlich berichtet.

Die linke Karte zeigt die Größe des Tagebaus Inden. Dieser erstreckt sich zwischen Eschweiler (ehem. Stteinkohlenrevier), Aldenhoven und Jülich-Kirchberg. Inden ist einer von drei Großtagebaubetrieben des rheinischen Braunkohlereviers. Bis Ende 2030 wird die Braunkohle zum Kraftwerk Weisweiler geliefert.

Einen kleinen Vorgeschmack, was „Ende“ bedeutet, konnten die Anwohn-er und RWE-Mitarbeiter am 02.11.2021 erleben. Da wurde der Schaufel-radbagger 275 mit 56 Kilogramm Sprengstoff in die Luft gesprengt. Übrig blieb nur ein Schrotthaufen.  

Quellenhinweise:

Aachener Zeitung vom 05.11.2021; Pressemitteilung der Abt.6 Bergbau und Energie in NRW, BezReg. Arnsberg (Hrsg.) vom 03.01.2022; *) Destatis.de vom 13.092.2021; Industriemuseum-emr.de (Tagebau Inden, o.J.); N.N.: Der „Insel“Tagebau Inden, Bund-NRW.de o.J.; RWE.com  o.J., RWE-Power GmbH (Hrsg.) sowie RK-Redaktion vom 14.03.2022

Fotonachweise: pixabay.com (alle), Zeichnung links: RWE Power GmbH

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