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Rohölpreise steigen – Benzin wird nochmals teurer

Corona-Pandemie, C02-Bepreisung und OPEC-Kürzungsrücknahmen sind die Auslöser

Autofahrer müssen seit Jahresbeginn dank der Energiewende höhere Abgaben beim Tanken leisten. Hierüber berichteten wir bereits ausführlich (siehe > hier)

Die Bundesregierung verfolgt mit der Änderung des Brennstoff-emissionshandelsgesetzes das Ziel, Benzin-und Dieselkraftstoffe zu verteuern, um den Umstieg auf Elektromobilität anzuregen. Das diese Anregung bei den Autofahrern und Autofahrerinnen eher für Aufregung und Ärger sorgt, liegt auf der Hand. Denn seit Januar 2021 kostet der Liter Benzin 7 Cent und der Liter Diesel 8 Cent. mehr.

Es handelt sich dabei um die Umlage der ersten Stufe der CO2-Bepreisung, die mit 25 Euro pro Tonne zu Buche schlägt. Wenn es nach den Grünen geht, sollen die CO2-Kosten auf 55 Euro pro Tonne bis 2025 steigen. Das wird die 5  Cent mehr, die es als Pendlerausgleichspauschale gibt, nicht wettmachen. Zumal diese Pauschale nur bis 2026 gewährt wird.  Außerdem gilt seit dem 1.1.2021 wieder der volle Mehrwertsteuersatz von 19 %. (bisher 16 % als Konjunturbelebungsmaßnahme wegen Covid 19)     

Folglich wird der Autofahrer/die Autofahrerin in den nächsten Jahren immer stärker zu Kasse gebeten, um einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Wie unsinnig dieses Ziel ist, haben wir seit Jahren immer wieder ausführlich dargelegt. (siehe unser neues Archiv)

Besonders betroffen von dieser Kostenerhöhung sind vor allem die Autofahrer, die auf das Fahrzeug dringend angewiesen sind und daher nur einen Teil durch die Mobilitätsprämie auffangen können.

Aber es kommt weiteres Ungemach auf die Bürgerinnen und Bürger zu, soweit die Energiewende unverdrossen trotz aller Warnungen von Fachleuten von der Bundesregierung verfolgt wird. Denn auch die Rohölpreise steigen wieder.

Ölpreise steigen

Preisrally beim Rohöl wurde eingeläutet

Die Ölpreise setzen ihren Aufwärtwstrend fort.  Kostete Brent-Öl am 23.02.2021 noch 65 US-Dollar je Barrel, so kletterte der Preis drei Tage später schon auf 66, 79 US-Dollar. Der hiesige Heizölpreis kostete im Durchschnitt am 23.02.2021 63 Cent je Liter.

Laut dem Portal Verivox stiegen die Heizölpreise im Ver-gleich zum Dezember 2020 um 12 %. Auch die Gaspreise sind kräftig gestiegen. So kündigten Ende 2020  700 Ver-sorger eine durchschnittliche Preiserhöhung von 7,54 Cent je kWh an. Das bekamen viele Mieter zu spüren. So mußte z.B. die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft von 1904 eG eine Mehrbelastung von 100.000 Euro verkraften. Das entspricht einer Kostensteigerung von 15 %.

Aufgrund der Corona-Pandemie sowie der durch die OPEC-Staaten verfügte Förderkürzung sackte der Ölpreis im Früh-jahr 2020 zunächst auf 48, 41 US-Dollar je Barrel der Sorte West Texas ab. 

Die Ursachen für die Ölpreiserhöhungen sind in einem ganzen Strauß von Ereignissen zu finden. Hierzu gehören neben der marktüblichen Spekulation die Rücknahme der Förderkürzungen durch Arabien um 0,5 Mio. Barrel je Tag, das wiederhochfahren der durch den Kälteeinbruch stillgelegten Raffinerien in Texas, die Lockerung der Lockdown-Maßnahmen und damit das wieder-anfahren der Produktion sowie der schwache US-Dollar. Alle diese Ereignisse haben zu einer Nachfragesteigerung geführt.    Bezogen auf Deutschland wird der Ölpreis auch durch die CO2-Bepreisung beeinflusst.

Amerikanische Bankenvertreter gehen davon aus, dass wir vor einem Superzyklus bei den Rohstoffpreisen nicht nur für Öl, sondern auch für Kupfer, Platin und Lithium stehen. Das wird die Preise auf unabsehbare Zeit in die Höhe treiben. Das ist Übrigens auch ein Grund, warum wir uns klar und deutlich gegen E-Autos aussprechen.

Wir erinnern an dieser Stelle den geneigten Leser/in an den letzten Superzyklus zwischen 2002 bis Mitte 2008. In dieser Zeit versechsfachte sich der Preis für Kohle, für Öl um das siebenfache, für Industriemetalle um das dreifache und für Agrarrohstoffe immerhin um das Doppelte. Der Preistreiber damals war China mit seinem gigantischen Wirtschaftswachstum von 14 % (!) , das Euro-pa noch das fürchten lehren wird. Die Erz-und Kohlenpreise sowie die Strompreise schossen daher in die Höhe. 

Wenn sich nach der Corona-Pandemie und der erfolgreichen Massenimpfung die Märkte wieder erholen und die Nachfrage an-zieht, wird es zu weiteren Preisteigerungen kommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, denn die Energiewendepolitik Europas wird nicht dazu führen, das die Welt vom Öl Abstand nehmen wird, denn die Abhängigkeit von diesem kostbaren Gut ist genau so wie von der Kohle immer noch riesengroß. 

Denn ohne fossile Energieträger gibt es kein wirtschaftliches Wachstum. Das gilt auch für die Herstellung von Windkraft-und Solaranlagen sowie für Elektroautos mit ihrem Strom aus fossilen Kraftkwerken.  

Quellenhinweise:

FAZ vom 08.02.2021 und 23.02.2021; ADAC.de vom 12.01.2021; Heizoel24.de vom 23.02.2021; Bayrischer Rundfunk vom 2.01.2021; Wirtschaftswoche vom 17.12.2020; DIW.de (DIW Berlin) 48. Woche 2020, S. 881 bis 888, Abstract; Der Spiegel vom 17.11.2020; bei uns, Haus-postille der Wohnungsbaugenossenschaft von 1904 eG (Hrsg.), Ausgabe Frühling 2021, S. 17 sowie RK-Redaktion vom 02.03.2021

Fotonachweise:

Header: Ölplattform-Illustration: Nina Gar-man; alte Tanksäule und Fragezeichen-Illu-stration: pixabay.com; Veränderung: Revierkohle; Video-Clip rechts darunter: youtube; 

3 Illustrationen darunter (mittig): Revier-kohle

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