Rettet das Denkmal Zeche Pluto in Herne

Die 1976 stillgelegte und seit 1999 unter Denkmalschutz stehende Schachtanlage Pluto-Wilhelm 3 in Herne soll nach dem Willen der RAG abgerissen werden. Statt- dessen droht Eintönigkeit und Langeweile. Dagegen wehren wir uns. Helfen Sie mit, das die Landmarke Pluto als bedeutend- es städtebauliches Kulturgut auch weiterhin über Herne sichtbar bleibt. Denn Baudenkmäler sind Kraftquellen, die der Identifikat- ion dienen und Geschichte erfahrbar machen.    

Obschon sich das Land NRW um die Aufnahme des gesamten Ruhrreviers bei der UNESCO  als Weltkulturerbe beworben hat, wird das indu- strielle Erbe durch Abriss und Streichung von Fördermitteln für den Denkmalschutz mit Füßén getreten. Nur noch wenige Zechen im Revier erinnern an die große industrielle Epoche. Jüngstes Beispiel: die RAG Deutsche Steinkohle AG hat für die noch in ihrem Besitz befindliche und seit 1999 unter Denkmalschutz stehende Zechenanlage Pluto, Schacht Wilhelm 3 nebst Hängebank und Maschinenhallen in Herne im April 2016 einen Abrissantrag gestellt, da die Anlage nicht mehr benötigt wird und angeblich nicht mehr standfest ist. Auch wenn sich untere und obere Denkmalbehörde als auch der Rat der Stadt Herne für den Erhalt der Zeche als Denk- mal einsetzen, kann die RAG einen Ministerer- lass erwirken, wenn ihr der Unterhalt und die Sanierung der Anlage aus wirtschaflichen Gründen auf Dauer nicht zugemutet werden kann. So steht es im Denkmalschutzgesetz von NRW. Wir denken, dass man nicht so leichtfertig mit einem bedeutsamen und das Stadtbild prägenden Industriedenkmal, das stellvertretend für die gesamte Emscherregion noch als einzige verbliebene Zeche in Herne  Zeugnis ablegt, um- gehen darf. 

Die Schachtanlage Pluto für die Nachwelt als Denkmal zu erhalten, ist kein ästhetischer Luxusan- spruch, der dem nüchternen wirt- schaftlichen Sachzwang zu weichen hat, sondern ein besonderer Ort der Identifikation und der Erinner- ung an ein letztes Stück Herner Wirtschafts-und Zechengeschichte. Bedeutend ist das Gesamtensem- ble auch deshalb, weil die berühmt en Industriearchitekten Schupp u.  Kremmer die Anlage 1953 planten und im Bauhausstil errichten ließ- en. Im gleichen Baustil errichteten die Architekten bereits 1931 die heute unter Denkmalschutz steh- ende Zeche Zollverein XII in Essen. Heute ist die Zeche UNESO-Welt- kulturerbe und erfreut sich großer Beliebtheit. Kein Mensch würde heute mehr an Abriss denken, ob- schon dies nach Schließung der Anlage im Jahre 1986 geplant war. Und Pluto 3 ist immerhin der “kleine Bruder” von Zollverein. Der städtebaulich bedeutsame Funkt- ionszusammenhang der noch be- stehenden Pluto-Zechensiedlung “Hühnerleiter” und Zeche darf nicht verloren gehen, da Heimat immer etwas auch mit Architektur zu tun. Gerade im Zeichen zu- nehmender Globalisierung und Digitalisierung wird Orientierung immer wichtiger. Kulturgüter zu erhalten, ist Aufgabe des Staates, weil diese den Bürgern Halt geben und für die eigene Identifikation von existentieller Bedeutung sind. Ein Dach über dem Kopf, Aldi, Kita Arztpraxis, Job und eine Schule reichen eben nicht aus, um Ge- schichte zu begreifen und zu er- leben.  Die Reichen und Mächtigen unseres Landes haben dies längst begriffen und wohnen und leben daher auch nicht kulturlos. Diesen Anspruch sollten Sie auch haben!

setzen sich für den Erhalt des Industriedenkmals Zeche Pluto-Wilhelm 3 ein: v.l.n.r. Michael Hasler (SPD-Fraktions-GF); Udo Sobieski (Fraktionsvorsitzender) und RK-Vorstand Bernhard Blach

Tragen Sie mit Ihrer Unterschrift  dazu bei, das wir Herrn NRW- Bau- minister Michael Groschek davon überzeugen können, auf einen Ministererlaß zu verzichten und stattdessen das Denkmal Pluto für die Nachwelt erhalten können.

wie es nicht enden sollte

In 2013 wurde Schacht 5 nebst Wagenumlaufhalle des stillgelegten und unter Denkmalschutz stehenden Bergwerks Schlägel & Eisen in Herten trotz Wider- spruchs vieler Akteure und trotz anwaltlicher und staatsanwaltlicher Intervention der Denkmalschutz aufgehoben und die Anlage abgerissen, obschon es ein Nachfolgekonzept beteiligter Architekten gab. In 2016 (unteres Bild) sehen Sie das Ergebnis: groß-  flächige Tristesse, ein Fußweg, eine halbe Seilscheibe und eine Protegohaube sind das städtebaulich desas- tröse Ergebnis. Was macht dieser Verlust mit Ihnen ? Was bedeutet für Sie Heimat ? Schreiben Sie uns. Wir antworten Ihnen gerne. 

Bergmann Rudolf Pladwich über seine Heimat und die Zechenkolonie

“ Dat is schwer zu erklären.
Dat sin Mamma un Pappa.
Dat is Heim un Zuhause.
Dat sin Nachbarn un Freunde,
dat is Haus, Stall un Gaaten.
Dat sin Bäume un Sträucha.
Dat is jeda kennt jeden,
dat sin Beete mit Blumen
dat is Schmalz auffer Butta.
Dat sin glückliche Jahre.
Dat is schwer zu erklären.“

Quelle: Lührig, Heinrich / Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen Wanne-Eickel III. Geschichte und Geschichten aus einem Stadtteil der südlichen Emscherregion. S.67 erweiterte Auflage. Wanne-Eickel 1997.

Fotos: Revierkohle

Der Rat der Stadt Herne sowie die SPD-Rats-fraktion sind ebenfalls für die Erhaltung des Denkmalschutzes der Zeche Pluto in Herne.

 

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