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Neuer Podcast: Wohnen 1920

Vintage Mode 1920 – Frl. Mafia war schon aktiv. Allerdings nicht im Revier

Der 1. Weltkrieg ging 1918 zu Ende. Das Deutsche Kaiserreich war untergegangen. Kaiser Wilhelm dankte ab und emigrierte nach Holland. Die noch junge Demokratie der Weimarer Republik stand auf vielen Gebieten vor enormen Herausforderungen. So herrschte nach dem Krieg eine große Wohnungsnot. Die Miet-und Bodenpreise waren nach dem Krieg enorm gestiegen. Viele ärmere Menschen wohnten deshalb nicht, sie hausten. Oft in einem Einzelzimmer oder als Kostgänger zur Untermiete. Jungbergleute lebten in sog. Ledigenheimen, auch Bullenkloster genannt.

Weil Kohle knapp war, wurden auch die Ziegelsteine knapp und damit unbe-zahlbar. Krankheiten und Gewalt breiteten sich aus. Die Nazis bekamen Zulauf. Man suchte Schuldige… und fand sie auch. Die Schicksalsgeschichte der Juden begann. 

Vor diesem Hintergrund bemühten sich die Zechenleitungen an Rhein und Ruhr, wenigstens ihren Bergleuten ein Dach über dem Kopf bieten zu können. Man baute Zechensiedlungen für die Arbeiter. In diesen durften sie aber nur so lange bleiben, wie sie bei der Zeche angelegt waren. Kündigte ein Bergmann oder flog er aus der Wohnung, weil er sich gewerkschaftlich enga-gierte, stand er umgehend auf der Strasse.

Wenn man sich das vergegenverwärtigt, dann  scheinen die Wohnverhältnisse in den Bergarbeitersiedlungen mit dem Rest der Republik geradezu fast schon tolerierbar zu sein. Allerdings nur mit dem Blick von damals. 

Denn Anfang der „goldenen“ 20er Jahre war nur die Bürgerschicht frei und tanzte mondäne Swing-Partys. Es war die kurze Zeit der Boheme. Die Bergarbeiter gehörten nicht dazu. Sie wohnten oft mit 5 bis 8 Kindern in einer 60 qm kleinen Wohnung. Dazu ein kleiner Garten, Stall und Latrine im Hof. Warmwasser mußte mit dem Kohleofen erhitzt werden. Gebadet wurde einmal die Woche in einer Blechwanne oder in einem Holzschuber. Wäsche mußte noch mit der Hand gewaschen werden. Eektrisches Licht war auch noch nicht flächendeckend vorhanden. Fernsehen gab es ebenfalls noch nicht. 

Über diese Verhältnisse berichten wir in unserem Podcast. Hören Sie mal rein!

Den Podcast können Sie sich entweder über unsere Mediathek (über die Querbalken oben rechts aufrufen) oder über Handy unter Podcastder.de oder Spotify aufrufen. Hashtag: Revierkohle.

         

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