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Neuer Podcast: Bergleute kleideten sich bei Müller-Wipperfürth ein

In den 50er, 60er und 70er Jahren kauften sehr viele Bergleute ihren „Sonntagsanzug“ beim Herrenausstatter Alfons Müller-Wipperfürth. Unter der arbeitenden Bevölkerung in 128 Städten war die Firma auch unter „Hosen Müller“ bekannt.

Warum war das so, werden Sie sich jetzt sicherlich fragen, nicht wahr?  Nun: die Bergkittel (Paradeuniformen), die Fahrtenmäntel und das Grubenzeug (Arbeitsanzug) mußten strapazierfähig, langlebig, kratzfest und praktisch sein. Und sie mußten mit viel Bewegungsfreiheit versehen sein.

Alle diese Anforderungen erfüllten die Anzüge, Hosen und Mäntel von Müller-Wipperfürth. Und sie waren preiswert. Sogar preiswerter als die Anzüge von „Klamotten Anton“ sprich: C & A Brenningmeyer.  

Und das Besondere: alle Kleidungsstücke einschließlich Hemden,
Krawatten, Hüte und Socken wurden in Müller-Wipperfürth-eigenen Textil-fabriken in Deutschland hergestellt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer wurden übertariflich bezahlt. Dafür duldete Alfons Müller-Wipperfürth allerdings keine Gewerkschaften. 
 
Der Firmengründer, Alfons Müller, war eine Legende und ist in die Analen der Geschichte eingegangen. Bitte schauen Sie sich links das Video an.
 
RK-Chef Blach hat sich des Themas in besonders engagierter Weise angenommen, da er selbst 1972 als Einzelhandelskaufmann bei Müller-Wipperführt in Gelsenkirchen „angelegt“ wurde und dort bis zur Liquidation der Firma im Jahre 1978 Anzüge, Hosen, Jens und Mäntel verkaufte.

oben: Bergmann vor Beginn der Schicht

rechts: die Anzugbüsten von AMW waren im Schaufenster alle perfekt mit Pappe versteift worden. Die scharfkantigen Bügelfalten sowie der ganze Anzug sollten Perfektheit und Knitterfreiheit symbolisieren. Wer als Kunde den Laden betrat, wurde handverlesen begrüßt und persönlich  von der Anprobe bis zur Bezahlung durchgehend vom Verkäufer betreut. Und selbstverständlich brauchte der Kunde sich die Hosen und Anzüge auch nicht selbst aus dem Regal holen und wieder weg-räumen. Es waren eben halt andere Zeiten. 

Solch intensive Kundenbeziehung findet man heute noch z.B. bei Policke in Hamburg. 

Fotos: pixabay.com, privat

Die Arbeiter in den AMW-Fabriken mußten die Kleiderbügel neben ihrer Arbeit mit einem Prägestempel versehen. Die Kleidung wurde in eigenen AMW-LKWs zu den 128 Filialen in ganz Deutschland verbracht

Über die bewegende Geschichte des großen Herrenaustatters für die kleine Leute berichten wir in unserem neuen Podcast. Hören Sie mal rein.

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