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Nachbergbau: THGA und VHS Bochum schließen neue Kooperation ab

Bergbauwissen soll erhalten bleiben

Der aktive Steinkohlenbergbau ist in NRW seit 2018 Geschichte. Dennoch soll er und seine Geschichte nicht verloren gehen. Dazu soll nun die zwischen der Technischen Hochschule Georg Agricola und der Volkshochschule in Bochum vereinbarte Kooperation beitragen. Dabei soll es nicht nur um eine Hommage an die mehr als 200jährige Bergbaugeschichte in Bochum gehen, sondern es soll auch das Wissen über die Techniken des Rohstoffabbaus und um die Zukunftsaufgaben des Nachbergbaus gehen. 

In dem am 17.11.2021 beginnenden VHS-Online-Kurs „Einmal Bergbau, immer Bergbau- Zukunft Ruhrrevier“ soll den Teilnehmer-innen und Teilnehmern ein Überblick über den Bergbau, den Nachbergbau sowie die Welt unter Tage vermittelt werden.

Am 02.12.2021 besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und im Februar 2022 können die Kursteilnehmer dann auf dem Campus der THGA eine Flugstunde mit einer Drohne im Rahmen des Themas Geo-monitoring absolvieren.   

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Nachbergbau und Ewigkeitsaufgaben
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Item #2
Jahrzehntelanger Strukturwandel im Revier
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Item #3
Nachbergbauliches Risikomanagement durch Geomonitoring
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2016 feierte die THGA in Bochum ihr 200jähriges Bestehen, Foto und Montage: Revierkohle

War der Bergbau zu Lebzeiten technisch schon immer auf der Höhe der Zeit gewesen, so gilt dies auch für den Nach-bergbau und insbesondere für das Risikomanagement. Hier werden Drohnen eingesetzt, um Umweltveränderungen zu überwachen, den der Bergbau verursacht hat. Zum Beispiel können mit Hilfe von Drohnen Vegetationsdefekte oder Boden-bewegungen aus der Luft aufgespürt werden.

Der VHS-Kurs wird im Mai 2022 mit einer Fahrradtour auf den Spuren des Nach-bergbaus abgeschlossen. Geplant ist eine Tour vom alten Erbstollen im Ruhrtal über neu genutzte ehemalige Zechenareale bis zur Einleitstelle für Grubenwasser an der Grubenwasserzeche Robert Müser in Bochum.

Wer Lust hat, sich mit dem Thema Berg-bau und Nachbergbau praxisnah zu be-schäftigen, kann sich bei der VHS-Bochum  ab dem 10.08.2021 unter der

Tel.-Nr. 0234-9101555 

oder unter www.vhs-bochum.de anmeld-en.

Dann erscheint auch das komplette Programm der VHS Bochum. Neben dem dem Kurs „Einmal Bergbau – immer Berg-bau“ finden Sie im VHS-Programm auch weitere spannende geologische Exkur-sionen.

Mit dem Thema Bergbau geht es los am 10. Okt. mit einer Fossiliensuche im Korall-enriff im Steinbruch Hagen-Hohenlim-burg. Weiter geht es dann am 30. Okt. mit einem Rundgang im normalerweise ver-schlossenen Gelände des Bochumer Steinbruchs Klosterbusch. Und am 08. Nov. 2021 öffnet sich die Tür der RAG-Grubenleitwarte auf der ehem. Zeche Pluto in Herne.

Die neue Kooperation zwischen der THGA und der VHS fügt sich sehr gut in den Schwerpunkt Geologie ein, so die Fach-bereichsleiterin Katja Holzmüller des Bereichs Natur, Umwelt, Kunst und Kultur. 

VHS-Fachbereichsleiterin Katja Holzmüller als Bergfrau bei einer VHS-Exkursion vor dem Besucher-BW Graf Wittekind unseres Mitglieds Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier in Witten, Foto: pirvat

Quellenhinweise:

Pressemitteilung der Techn. Hochschule Geor Agricola vom 19.04.2021; Steinkohle-Online vom 19.04.2021; Minnig-Report vom März 2021 sowie RK-Redaktion vom 11.06.2021

Fotonachweise:

Header: pixabay, THGA-Logo, VHS-Logo (wikipedia, gemeinfrei), darunter (Mitte): links: Grubenwasserhaltung, RAG; daneb-en und links: pixabay.com

Im Mai 2021 berichteten wir über die Erweiterung der Abteilung Nachbergbau der Techn. Hochschule Georg Agricola. Allein der Ausbau zeigt, dass das Thema einen hohen Stellenwert hat. Das betont auch THGA-Präsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann.

Denn beim Nachbergbau geht es um Gefahrenabwehr, Sanierung und Nach-nutzung aufgegebener Bergwerksareale. Besondere Aspekte stellen die Sicherheit der Tagesoberfläche und der Umgang mit den anfallenden Grubenwässern dar.

Neben dem Bau einer neuen Gruben-wasserleitwarte auf der ehem. Schacht-anlage Pluto in Herne, wo alle derzeit noch 13 Grubenwasserzechen überwacht werd-en, hat die RAG-Stiftung bereits in 2017 mit der THGA die Einrichtung eines eigenen Forschungszentrums vereinbart.

Dieses Zentrum hat die Aufgabe, den Grubenwasseranstieg zu monitoren, Dichtemessungen im Grubenwasser vor-zunehmen, wasserführende Erbstollen zu untersuchen und den Grubenwasseran-stieg in Deutschland, Europa und Übersee zu analysieren. Hierbei handelt es sich um eine akademische Ewigkeitsaufgabe.

Aber auch die Frage, was man an Wissen, Einrichtungen und Gebäuden aus der Bergbauzeit für die Zukunft nutzen kann, gehört zu den Aufgaben des Nach-bergbaus.  

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