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Klimakrise durch Überbevölkerung ?

In unserem letzten Jahrbuch für Montankuktur und Energiepolitik 2018 be-schäftigten wir uns mit dem Problem der zunehmenden Weltbevölkerung und stellten die Frage nach der Versorgungssicherheit. Wir beleuchteten das Thema aus strom-, agrar-und rohstoffwirtschaftlicher Sicht und kamen zu dem Ergebnis, das Wohlstand und Wachstum für alle nur möglich ist, wenn die Bevölkerungszahlen erheblich sinken. Die damit zusammenhängenden Überlegungen formulierten wir vor dem Hintergrund, dass in 2018  7,5 Mrd. Menschen auf der Welt lebten.

Im Angesicht der Tatsache, dass in 2021 die Weltbevölkerung nunmehr auf 7,7 Mrd. Menschen weiter gestiegen ist und Bevölkerungsexperten mit einer weiteren Zunahme bis 2050 auf 9,5 Mrd. Menschen rechnen, (laut Institute for Health Metrics and Evaluation, IHME) stellen wir in unserem heutigen Beitrag die Frage, welchen Einfluss das Bevölkerungswachstum auf das Klima hat. Denn immerhin verbrauchen die vielen Menschen sehr viel CO2, Rohstoffe, Luft, Wasser und Landfläche.     

anstatt Energiewende Bevölkerungswende

denn das klima kann man nicht ändern

Weil es seit Jahrmillionen macht, was es will. Schon weit vor den Klimaalarmisten war die gloabale Durschnittstemperatur vor rd. 10.000 Jahren um 1,8 Grad höher als heute. Und immer schon hat es Eis-und Warmzeiten gegeben. (römische und mitttelalterliche Warmzeit, kleine Eiszeit bis 1850 etc.) Und das Spurengas CO2 hatte dabei immer den kleinsten Anteil. Bis heute. Daher sollte man sich mit dem Hirngespinst „Klimarettung durch CO2-Neutralität“ nicht weiter beschäftigen. Die Gefahr droht nicht durch eine Überhitzung des Planeten wegen der CO2-Emission-en, jedenfalls gehen seriöse Klimawissenschaftler nicht davon aus, sondern durch den Verbrauch von Ressourcen und Flächen, weil wir nur eine Erde haben.

Diese werden schneller verbraucht, als das natürliche Rohstoffe nachwachsen. Die Folge ist Raubbau. Mit Hilfe der Chemie und moderner Landwirtschaftsmethoden konnte man in den letzten 150 Jahren die Bodenertragskraft zwar ständig steig-ern,  aber auch diese Art der Effizienzsteigerung und des wirtschaftlichen Wachs-tums wird irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Das hatte der Club of Rome bereits 1972 vorausgesagt. Und natürlich hat dieser Verbrauch indirekt auch einen Ein-fluss auf das Klima. Das wollen wir nicht bestreiten. Denn wenn z.B. die Urwälder am Amazonas abgeholzt werden, hat das einen Einfluss auf das Weltklima. Weniger Pflanzen und Bäume bedeutet, dass weniger Sauerstoff zur Verfügung steht. Hinzu kommt der immense Bedarf an sauberem Trinkwasser. 

Die forcierten Bemühungen, Europa im Rahmen des Green-Deals durch erneuer-bare Energien klimaneutral zu machen und sämtliche Lebensbereiche zu elektri-fizieren, bedeutet, dass immer mehr Strom benötigt wird. Das geht zu Lasten der ärmeren Länder, wie das Beispiel E-Mobilität zeigt. (Stichwort Lithium-und Kobald-gewinn in wasserarmen Ländern). Windkraftanlagen zerstören natürliche Lebens-räume von Vögeln und wertvolle Waldhabitate. Flächen werden versiegelt durch Beton. Gleichzeitig sinkt die Versorungssicherheit und die Gefahr eines Blackouts steigt. Und durch den weiteren Ausbau steigen die Stromkosten. Das wiederum hat negative Auswirkungen auf den Lebensstandard. Nicht nur bei uns, sondern welt-weit. Wobei es die ärmeren Länder stärker trifft. 

All die vielen Menschen benötigen aber nicht nur Wasser, Luft, Lebensmittel und Energie, sondern auch ein Dach über dem Kopf. Das hat zur Folge, dass immer mehr Flächen  mit Straßen und Häusern versiegelt werden. Und die Herstellung von Zement und Beton ist ist ohne fossile Energieträger wirtschaftlich nicht darstellbar. Das wiederum hat zur Folge, dass die CO2-Emissionen weiter steigen werden.   

jeden Tag begrüßen wir 230.000 neue Erdenbürger - 84 Mio. im Jahr, die alle Energie verbrauchen und konsumieren, Foto: Engin Akyurt, pixabay.com

Und Fakt ist auch, dass der Glaube an eine Energiewende genau so wie der Glaube an den technischen Fortschritt in erster Linie genau das ist: ein Glaube. Wenn mehr Wohlstand, eine saubere Umwelt und preiswerte Energie  für alle Menschen Wirklichkeit werden soll, dann muß man sich zunächst einmal diesen Realitäten stellen. Erst dann kann man auf der politischen Ebene  zu Lösungen kommen. Dafür wird man aber einen langen Atem be-nötigen. Denn mehr Bildung, mehr Verhütung und Bewußtseinsveränderung braucht Zeit. Viel Zeit.

Zwischendurch könnte man sich aber die Frage stellen, ob es politisch mach-bar ist, die Menschen davon zu überzeugen, auf Kinder freiwillig zu verzicht-en. Und sei es nur auf eins von drei geplanten Kindern. Vor allem in Europa und Amerika, da dort der wirtschaftliche Wohlstand und damit der Energie-und Ressourcenverbrauch am höchsten ist.  In Südafrika und Südasien müßten es natürlich mehr sein, da dort jede Frau im Durchschnitt 5 Kinder bekommt. Im Niger sogar 7 Kinder. Allerdings verbrauchen diese Kinder weniger Energien und Ressourcen aufgrund von Armut und Unterentwicklung. Den CO2-Verbrauch lassen wir außen vor, da nicht klar ist, wie groß der Ein-fluss dieses Spurengases auf das Klima ist.   

Die Einführung stabiler Sozialversicherungssysteme und bessere Berufs-perspektiven in den Entwicklungsländern könnte z.B. der hohen Geburtenrate  Einhalt gebieten. Dieser Gedanke ist nicht neu. Massive Propaganda könnte ein weiteres probates Mittel sein.  Das ein solches Unterfangen durchaus er-folgreich sein kann, zeigt die seit 20 Jahren durchgeführte Massenpropagan-da auf allen medialen Kanälen zugunsten der Energiewende. Der Motor ist Angst.

Dieses angstbasierte Trommelfeuer hat dazu geführt, dass in Deutschland fast 70 % der Befragten mittlerweile davon überzeugt sind,  dass wir eine Klimakrise haben und das daran der Mensch durch die Verursachung von zusätzlichen CO2-Emissionen schuld sei. Zwar ist die These wissenschaftlich nicht haltbar und konnte bisher auch nicht per-Revier-Verfahren belegt werden. Aber entscheidend ist nicht die Faktenlage, sondern das, woran die Menschen glauben. 

Quellenhinweise:

Neue Züricher Zeitung vom 23.08.2019; Deutsche Welle vom 12.11.2021; Quarks.de vom 13.12.2018; Engelhardt, Marc: Wie viel Einfluss hat die wachsende Weltbevölkerung?, in: Deutschlandfunk vom 12.11.2021; Kling-holz, Reiner: Klimakrise durch Überbevölkerung? Warum mehr Menschen nicht das einzige Problem sind, in: Redaktionsnetzwerk Deutschland (rnd.de) vom 29.06.2021; (auch als Podcast unter Spotify); Janus, Charlotte: Zerstört die wachsende Weltbevölkerung das Klima?, in:_ t-online.de vom 20.09.2019;  Krauss, Alexander, Kastning, Thomas: Stoppt das Bevölkerungswachstum !, in: GEO.de vom 15.11.2016 sowie RK-Redaktion vom 14.12.2021

Fotonachweise:

Header: Ishwar Artist, pixabay.com; links darunter: Brian Merrill, pixabay.com, Stop-Hand: Gerd Altmann 

Im Fall der angenommenen Klimakrise wird dieser Glaube zwar früher oder später in die Irre gehen (müssen), hat aber für die Menschen nur  erhebliche Kosten und einen Verlust von Wohlstand zur Folgen. Diese selbstverschuldete Unmündigkeit läßt sich aber reparieren. Eine ausgezehrte Erde aufgrund Raubbaus und Überbevölkerung aber nicht.  

Damit sind wir bei der spannenden Frage angelangt, was heißt „Überbevölk-erung.? Das ist eine einfache aber zugleich auch schwierige Frage, weil ein exakter Gradmesser fehlt. Soll man die WHO-Definition für Armut nehmen, oder den Flächenverbrauch pro Mensch ? Soll man das Wachstum und die Wohlstandsideologie hinterfragen ? Woher wissen wir, wie viele Menschen die Erde maximal aufnehmen kann? Diese Fragen sind nicht leicht zu beantwort-en.

Aber eines dürfte jedem sofort einleuchten: es dürfen nicht mehr Menschen auf der Welt sein, als die Erde langfristig an Ressourcen zur Verfügung stellen kann. Und da die Menschheit insgesamt derzeit mehr Ressourcen verbraucht, als diese auf natürlichem Wege nachwachsen, sind es also zu viele. Charles Darwin hat das in seinem Buch über die natürliche Auslese der Arten vor-trefflich beschrieben. Die natürliche Auslese ist allerdings eine Grausame, wie es im Tierreich täglich zu beobachten ist. Bleibt für die Zivilgesellschaften also nur die Freiwilligkeit durch Vernunft oder der Verteilungskampf.

Der Verteilungskampf um saubere Luft, Wasser, Ackerflächen und Rohstoffe wird zunehmen, da immer mehr Menschen immer mehr Wohlstand wollen. Da das bei begrenzten Ressourcen auf Dauer nicht funktionieren kann, sind Kriege wahrscheinlich. Will man das verhindern, muß weniger konsumiert, weniger Abfälle erzeugt und weniger Rohstoffe verbraucht werden, damit sich die Naturkreisläufe wieder erholen können. Technologischer Fortschritt wird sicherlich zu weiteren Effizienzsteigerungen führen, aber auch zu einer weit-eren Auszehrung von Land-und Ackerflächen.

U.E. führt daher kein Weg an einer erheblichen Reduzierung der Weltbevölk-erung vorbei, da es sittlich verwerflich wäre, von den weniger entwickelten Ländern zu fordern „bleibt doch bitte arm“ damit wir unseren Wohlstand be-halten dürfen. Und Null-Emissionen von den Entwicklungsländern zu fordern, ist geradezu unverschämt. Denn wenn diese auch nur ein bißchen mehr Wohl-stand für alle erwirtschaften wollen, dann brauchen diese Länder in erster Linie eines: preiswerten Strom. Und der ist ohne den Einsatz fossiler Energie-träger nicht zu bekommen. Und die sind bekanntlich auch begrenzt.

Die massive Reduzierung von CO2-Emissionen zugunsten regenerativer Ener-gieträger jedenfalls wird auf das Klima nach unserer festen Überzeugung so gut wie keinen Einfluss haben. Nicht das CO2 ist das Problem, sondern der hohe Nahrungsmittel-und Ressourcenverbrauch durch eine unglaublich schnell gewachsene Weltbevölkerung in den letzten 80 Jahren. 

Darauf weist auch der Direktor des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Reiner Klingholz, in seinem Buch „Wege aus der doppelten Überbevölkerung“, hin.

 

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