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Frederike Otto und ihre sog. Attributionsforschung

menschengemachter Klimawandel lässt sich jetzt auch den Extremwetterereignissen zuordnen

Köstlich, was uns da der Klimaaktivist und ZDF-Wetter-frosch Sven Plöger auf Phoenix am 26.08.2021 um 24.10 h aufgetischt hat. Der Dipl.-Meteorologe sprach im Brust-ton der Überzeugung davon, dass Trockenheit, Waldschäd-en, Waldbrände und Sturmfluten immer öfters auftauchen und das dies ein Zeichen wäre, das sich das Klima immer schneller verändert. An welchen Zeitraum er dabei dachte, wurde nicht deutlich.

Dann behauptete Plöger nahtlos weiter, dass man nun-mehr auch mit Hilfe der Atrributionsforschung in der Lage wäre, den dramatischen Klimawandel aus dem aktuellen Wettergeschehen herauslesen könne. Und das der Mensch mit seinen zusätzlich erzeugten CO2-Emissionen an dieser Klimakrise schuld ist, ist auch klar. Deshalb müsse der Green-Deal kommen, um das 1,5 Grad-Ziel von Paris umsetzen zu können. Diese These stellt Plöger auch in seinem neuen Buch „Zieht Euch warm an, es wird heiss!“ auf. 

Nach einer neuen Langzeitstudie des Instituts für Publi-zistik der Uni Mainz und des Instituts für Sozialwissen-schaften der Uni Düssel-dorf erklärten 56 % der Befragten Bürgerinnen und Bürger, dass sie im Gegensatz zu den sozialen Medien des Internets mehr den etablierten Medien und ihren Informationsangeboten bei politischen Recherchen, bei Gesundheitsfragen sowie bei der Darstell-ung von Umweltproblemen vertrauen.

Nach der Seriosität von Wetterberichten hatten die Institute leider nicht gefragt. Hätten sie aber mal tun sollen. Denn gerade beim Thema Klima wird manipuliert, getrickst, geschoben und weggelassen, das sich die Balken biegen. Die berühmte Hockeyschläger-Kurve von Michael Mann aus dem Jahre 1998, die sich als Fälschung herausstellte, aber immer noch in aller Munde ist, ist dabei nur ein Extrembeispiel für Abgebrühtheit. 

Man kann sich gerade bei Sven Plöger nicht des Eindrucks erwehren, dass er und seine Mannschaft verkappt Wahl-kampfhilfe für die Grünen betreibt. Das behaupten nicht nur wir, sondern sogar die Bild-Zeitung und der Tages-spiegel. Den gleichen Vorwurf muß man auch den Wetter-moderatoren Özden Terli (ZDF) und Karsten Schwanke (ARD) machen.      

bleiben Sie unaufgeregt: hier wird nur mit Zitronen gehandelt

Denn Sven Plöger, Özden Terli und Karsten Schwanke erklären in ihren Wettervorher-sagen für die nächsten Tage (mehr geht sowieso nicht!) nicht nur die Temperatur-verläufe-, Hoch-und Tiefs sowie die Nieder-schlagswahrscheinlichkeiten, sondern ver-weisen seit geraumer Zeit auch auf Temp-eraturkurven der letzten Jahre,  um mit diesen Hinweisen die These vom menschen-gemachten Klimawandel zu untermauern. Dabei werden die Farben immer tiefroter.  

Das ist unredlich, weil hier ein Zusamm-enhang hergestellt wird, der wissenschaftl-ich nicht bewiesen ist. Plöger und Co. leisten somit unerlaubte Schützenhilfe für die grünen Panikmacher und Klimaaktivisten. Sie werden somit in ihrem Glauben bestärkt, das sie Recht hätten.  

Das ist gesellschaftlich betrachtet fatal, da aus der  tatsächlichen Faktenlage eine  enge Korrelation zwisch-en Temperaturverläufen und CO2-Zunahme nicht be-steht. Ebenso konnte die These von der menschen-gemachten Klimaerwärmung durch die Verbrennung fossiler Energien bisher nicht nachgewiesen werden.

Natürlich ist der Mensch schuld an den CO2-Emission-en, aber diese beeinflussen das klimatische Geschehen nur sehr gering. Und das es in Zukunft viel heißer werd-en wird, wie Sven Plöger in seinem neuen Buch be-hauptet, ist eine Hypothese, die eher in die Abteilung Kaffeesatzleserei gehört.

leuchtend-rote Katzenaugen - Don´t Panik

Dazu gehört unserer Meinung nach auch die sog. Attributionsforschung, auf die sich Plöger, der Deutsche Wetterdienst und andere Experten beziehen.

Schauen wir uns daher einmal näher an, was es mit diesem neuen Forschungszweig auf sich hat.

Fangen wir zunächst mit einer Begriffsklärung an. Schaut man in den guten alten Duden, so findet man dort die Bezeichnung „Eigenschaftszuordnung“ als Übersetzung. In der Attributionsforschung wird also die Eigenschaft Klimawandel, genauer gesagt: die Extrem-wetterereignisse, zugeordnet. Und zwar dem Menschen. Mit Hilfe von Klimasimualtionsberechnungen ist man angeblich in der Lage, den menschengemachten Anteil am Klimawandel genau herauszuberechnen und diesem exakt zuzuordnen.  

Jetzt werden Sie sich wahrscheinlich erstaunt fragen, wie man denn so etwas hinbekommt, nicht wahr ? Unsere Antwort: lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Wer etwas von Statistik versteht, und das ist bei Meteorologen immer der Fall, dem ist es ein Leichtes, einen kausalen Zusammenhang zwischen Ursache-und Wirkungsbezieh-ungen jeglicher (gewünschter) Art herzustellen.

Und das man das erfolgreich über die Medien vermitteln kann, hat nicht nur die Mitbegründerin der Atrributions-forschung, Frederike Otto gezeigt, auf die sich Plöger u.a. gerne beziehen. 

Frederike Otto ist Direktorin des Environmental Change Institute an der Universität Oxfort in England und arbeitet eng mit dem UK Climate Impacts-Program zusammen. Beide entwickeln „Instrumente“, um Wirtschaft und Politik im Auftrag Ihrer Majestät im anstehenden Anpassungs-prozess aufgrund des menschengemachten Klima-wandels zu unterstützen. Dabei ist Otto Übrigens keine Meterologien, sondern Physikerin und promovierte Philosophien.    

Quellenhinweise:

Eike.de. vom 11.07.2019 ( Künftig wahrscheinlich jeden Sommer über 40 Grad); Plöger, Sven: Weather Report vom 7.8.2050, in: ARD vom 25.09.2014; Phoenix-TV vom 26.08.2021, 24.10 h; ZDF Heute vom 09.08.2021; wikipedia zu Frederike Otto; Online Portal Carbon Brief.org; Plöger, Sven: Zieht Euch warm an, es wird heiss! Westend-Verlag 2021; Tagesspiegel vom 27.06.2021; SWR.de/ wissen /klimablick-sven-ploeger.de; Schmidt, Hans-Jörg: CO2-Fakten-scheck zum Klimawandel, Gelnhausen/Hailer 2019 sowie RK-Redaktion vom 02.09.2021

Fotonachweise:

Header: Reset you mind (Kopf-Illustration): John Hain, pixabay.com; Frederike Otto: Climate Thinkers, Youtube vom 14.7.2021, Freistellung: Revierkohle; links darunter: Sven Plöger: ARD vom 27.7.2018 auf Youtube, Freistellung: Revierkohle; links daraunter ( don´t panic: pixabay.com

Es verwundert daher nicht, dass diese „Klimatologin“ von tuten und blasen keine Ahnung hat. Treuherzig antwortete sie dem Berliner Tagesspieggel 2019 daher, dass die Wahrscheinlichkeit für hohe Temperaturen in Zukunft mindestens fünffach wahrscheinlicher geworden ist.

Belegen konnte Otto diese Vermutung nicht. Auch das verwundert nicht, denn eine Häufung von Extremwetter-eignissen in den letzten 150 Jahren ist nicht beobachtet worden. Und da Extremwetterereignisse auch  extrem selten vorkommen ( im Langzeitvergleich !), ist eine Zu-ordnung zum angeblich menschengemachten Klima-wandel sowieso nur schwer möglich. Das hängt damit zusammen, dass die natürliche Klimavariabilität den anthropogenen Anteil stark überlagert.

Otto bedient sich bei ihrer Attributionsforschung aus einer Mischung aus meterologischen Statistiken, untermauert diese mit Simulationsberechnungen, kombiniert diese wiederum mit  theologischen Glaubensaussagen und orakelt dann über die klimatische Zukunft. Das nennen wir Wahrsagerei auf hohem Niveau.

Auf der Strecke bleiben dabei die Fakten wie Hans-Jörg Schmidt in seinem Buch „CO2-Faktenscheck“ recht an-schaulich verdeutlicht hat. Fakt ist z.B., das man ein so komplexes und multifaktorielles Geschehen wie das Klima und das dazu gehörende  Bedingungsgefüge bisher nicht vollständig verstanden hat und daher mono-kausale Er-klärungen nicht wirklich weiterhelfen. Von einer solchen Art von „Zukunftsforschung“ kann man daher kaum neue Erkenntnisse erwarten. Aber darum geht es beim Thema Klima schon lange nicht mehr.

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