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Bergwerk Ibbenbüren: Rückbau Theodorschacht ist abgeschlossen

nach der Verfüllung in 2020 ist seit März 2021 alles vorbei

Wie bei Menschen kann sich der Tod auch bei Gebäuden lange hinziehen. Und immer ist die Traurigkeit groß, da es sich um einen Verlust handelt,  der endgültig ist. Es gibt kein zurück.

Diese traurige Wahrheit betrifft nun auch den ehemaligen Wetterausziehschacht des 2018 stillgelegten Bergwerks Anthrazit Ibbenbüren in Laggenbeck.

Nach dem der 125 Jahre alte Schacht bereits 2019 bis zu einer Teufe von 573 m mit 20.000 Kubikmetern Beton verfüllt wurde, wurden seit Januar 2021 auch die alten Übertageanlagen voll-ständig abgerissen.  

Die einen werden sagen: „was soll s“ und die anderen werden vielleicht denken: „schon wieder geht ein Stück Geschichte verloren.“ So sehen wir das auch. Zwar kann man darüber streiten, ob ein alter Grubbenlüfter und drei unscheinbare Gebäude überhaupt der Rede wert sind, über diese zu berichten. Aber das wäre u.E.n. zu kurz gedacht.

Denn mit jedem Rückbau von historischen Industriebauten geht die Erinnerung verloren und damit auch das Gedenken an die Menschen, die dort einst unter schweren Bedingungen für uns alle gearbeitet haben. Denn der Bergbau ist und war ja nicht irgendeine Branche, sondern er war für uns alle wichtig. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass auch heute noch ohne Kohle kein wirt-schaftliches Wachstum und keine gesicherte Stromversorgung rund um die Uhr möglich ist. Klimalarm hin oder her.

Daher gehört es sich für uns, auch über diesen Verlust zu berichten, auch wenn die Übertageanlagen nicht denkmalwürdig sind bzw.  waren.  

DIE HISTORIE

der Theodorschacht im Bau um 1889 - Foto: RAG

Quellenhinweise:

IGfau GmbH vom 26.0.2021; RAG AG; Allgemeine Bauzeitung vom 17.01.2020 sowie RK-Redaktion vom 12.04.2021

Der Schacht Theodor in Laggenbeck, 2,5 km von der ehem. Hauptschachtanlage in Ibb-enbüren entfernt, wurde im Bereich des sog. Schafberges 1888 geteuft. 1890 erfolgte dann der Bau der Tagesanlagen. Zu diesen gehörte ein Kesselhaus, ein Förder-maschinenhaus und eine Kaue. 1892 wurde die erste Seilfahrt durchgeführt und der Grubenlüfter in Betrieb genommen. 1955 wurde der Schacht von 260 m auf 571 m tiefer geteuft. 1979 baute man neben dem 2,6 MW-Grubenlüfter noch einen weiteren Grubenlüter mit einer Leistung von 3,5 MW in das Masch-Haus ein.

Mit dem Auslauf des Deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 endete auch die Daseinsberechtigung für den ausziehenden Wetterschacht. 

Im Januar 2021 begannen die Rück-bauarbeiten der Schachtanlage Theodor. Unter Beachtung eines Rückbau-, Entsorgungs- und eines Flächenherricht-ungskonzeptes wird der Standort wieder zur unscheinbaren Wiese zurückverwandelt. 

Nichts wird mehr an den Bergbau an diesem Ort erinnern.

der Theodorschacht im idyllisch-ländlichen Raum 1982 - Foto: RAG
das ehem. Fördermaschinenhaus - Foto: RAG
das brutale Ende des Theodorschachtes: Verfüllung mit 20.000 Kubikmeter Beton 2019- Foto: RAG
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