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Adani-Mining: neue Bergwerke für Australiens schwarzes Gold geplant

Australien verbittet sich die Einmischung der EU

Wappen von Australien, Illustration: wikimedia commons

Während man in Deutschland aus der sicheren Kohleverstrom-ung aussteigen will, um eine sog. Klimaneutralität zu erreichen, plant Australien mit seinen reichlich vorhandenen fossilen Roh-stoffen den Bau von 6 neuen Bergwerken sowie die Erweit-erung der Seehäfen zum Export dieser Rohstoffe.

Offensichtlich glaubt die australische Regierung weder an die Möglichkeit einer Klimarettung noch geht sie von einer bevor-stehenden Klimakatastrophe aus. Mit dieser realistischen Haltung steht Australien nicht alleine da. In den meisten Ländern der Erde wird nach wie vor auf Stein-und Braunkohle gesetzt. China und Indien planen in den nächsten Jahren den Bau von rd. 1000 neuen Kraftwerken.

Für Australien ist die wertvolle Kohle der wichtigste Rohstoff. Das Land fördert rd. 30 % der Kohle und mehr als 20 % werden auf den Weltmärkten gehandelt. 2018 stiegen die Exportein-nahmen aus der Produktion von Kohle und Gas auf über 117 Mrd. australische Dollar. 

Diese Erfolgsstorie zahlt sich für Australien durch die wachs-ende Nachfrage in barer Münze aus. Innnerhalb von 6 Monaten stieg der Preis für Kraftwerkskohle von 50 auf 180 Dollar pro Tonne.

Es ist daher verständlich, das der australische Minister für Bodenschätze, Keith Pitt, vor der Presse erklärte, dass die Kohle vor einer langen Zukunft stehen würde, die weit über das Jahr 2030 hinaus reichen würde.

Wir finden, dass ist eine mutige und ehrliche Haltung, die deutlich macht, was der Minister von regenerativen Energie-trägern hält. Mutig deshalb, weil viele Menschen in Australien den Bau von weiteren Bergwerken ablehnen. Unter dem Motto „Stop Adani“ sind auch in Australien Aktivisten von Frideday for Future und Greenpace auf die Strassen gegangen. Energie-minister Angus Taylor warnte daher vor steigenden Strom-und Gaspreisen und vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.    

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Gautan Adani, Vorstandsvorsitzender der Adani Group Ltd. mit dem Hauptsitz in Ahmedabad, Indien, Foto: Gautan Adani, CC-BY-3.0, wikimedia commons

Siemens-Partner ADANI GROUP

multinationaler Mischkonzern für Rohstoffe, Logistik, Landwirtschaft und Energie

Die Adani Enterprises Ltd. wurde 1988 von dem Inder Gautan Adani als Rohstoffhandelsunternehmen gegründet. Zu den  Geschäftsfeldern zählen Rohstoffe, Logistik, der Agrarbereich und die Energieversorgung. Die Gruppe ist der größte Hafenbetreiber Indiens und besitzt unter anderem den größten kommerziellen Hafen des Landes in Mundra. Zum Besitz gehört auch „Fortune“, Indiens größte Speiseöl-Marke.

Seit 2014 verfolgt der Konzern das Carmichael-Coalmine-Projekt, welches den Bau eines der größten Bergwerke der Welt vorsieht.

Durch die Vorlage eines alle Umweltauflagen erfüllenden Grundwasser-Managementplans erteilte die australische Regierung 2019 das GO für den Bau  des neuen Bergwerk, welches auf den Namen Carmichael getauft wurde, wie es nach dem internationalen Bergrecht üblich ist. Für die Verschiffung der Kohle wird der Hafen Abbot Point und der Hafen Gladstone an der Nordostküste Australiens im Bundesstaat Queensland weiter ausgebaut.

Insgesamt werden 6 bestehende Häfen für den verstärkten Export von Kohle ausgebaut. Mit einer geplanten Umschlagskapazität aller Häfen von rd. 944 Mio. T SKE pro Jahr steht Australien eine große Industriealisierungswelle mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen bevor.

Quellennachweise:

labournet.de vom 19.05.2021; Klimareporter.de vom 14.06.2019; Die Welt vom 13.06.2014 und 14.01.2020; Dülmener Zeitung vom 06.06.2017; Deutschlandfunkkultur.de vom 25.02.2020 ( Australi-sche Kohle für Indien von Andreas Stummer); Hintergrund 2014, Tim Packeisen (Hrsg.) in: wwf.de o.J.; FAZ vom 07.09.2021; Wirtschaftswoche vom 15.01.2020 sowie RK-Redaktion vom 04.10. 2021

Fotonachweise:

Header: Kino: Laura Geldart; Känguruh: Sanlid; links darunter: Kohlehafen Gladstone: Vieki Nunn; ; links darunter: Gautan Adani; links darunter: Canberra-Hauptstadt: Design Print

alle Fotos by pixabay.com

Das im Bau befindliche neue Bergwerk Carmichael im Galilee-Becken von Australien gelegen, ist nicht irgendein Bergwerk. Sondern ein Bergwerk der Superlative. Mit einem bereits genehmigten Abbauvolumen von 60 Mio. T Kohle pro Jahr wäre es eines der größten Bergwerke der Welt. Kein deutsches Bergwerk hat jemals so viel Kohle in einem einzigen Jahr produziert.

Das Abbaugebiet in Queensland umfasst 26.000 Hektar mit einem unverritzten Kohlevorkommen von geschätzten 7,8 bis 8,3 Mrd. T Kohle. Das reicht für den Abbau von 90 Jahren. 

Der Grubenbau wird 5 Untertage-Betriebe mit einer Kapazität von 20 Mio. T SKE sowie 6 Tagebaubetriebe mit einer Kapa-zität von 40 Mio. T SKE umfassen. In der vorgesehenen Betriebszeit von 60 Jahren sollen rd. 2,3 Mrd. T Kohle abge-baut werden. Für die rd. 5.000 benötigten Mitarbeiter wird ein neues Dorf, ein Flughafen sowie die Infrastruktur für die Wasserversorgung gebaut. Das sind beeindruckende Größen-ordnungen. Da das Hochleistungsberg-werk allerdings im automatischen Schreitausbau betrieben wird, reduziert sich später die Anzahl der benötigten Mitarbeiter auf 200 für den Grubenbahnbetrieb und auf rd. 1500 MA für den Bergwerks-betrieb. 

Um die Kohle zu den Kohlehäfen Abbot Point und Gladstone zu bringen, wird eine 200 km lange Bahnstrecke gebaut. Die Fa. Siemens liefert die Signaltechnik. Dafür wurde Siemens von Klimaaktivisten heftig kritisiert, weil der Hafen mit seinen zukünftig rd. 7000 Kohleschiffen nur 20 km vom Great Barrier Reef entfernt liegen würde. Dadurch würde die Gefahr be-stehen, dass sich das Meerwasser durch Suspenion des Sediments trüben würde. Das würde die Immunabwehr von Meereslebewesen verringern.

Beim Great Barrier Reef handelt es sich um 2.900 zusamm-enhängende Korallenriffe, die als Welterbe unter Naturschutz stehen.

Die Genehmigung für den Bau dieses großen Bergwerks war daher an wasserrechtliche Auflagen sowie mit 190 weiteren Bedingungen verknüpft worden. Für die Investitionen rechnet der Adani-Konzern mit rd. 26,5 Mrd. Dollar über die gesamte Laufzeit.     

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