Verkauf von General Blumenthal 7 unter Dach und Fach

Schacht 7 wird restauriert und wiederbelebt

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Fährt man auf der Autobahn Richtung Reck-linghausen-Münster, dann lugt eine augen- fällige Landmarke hinter einem Baum hervor. Dieser gibt die Sicht frei auf das Strebengerüst von Schacht 7 der 2001  stillgelegten Schacht anlage General Blumenthal in Recklinghausen.

Regelrecht verträumt döst die Anlage am Westercharweg seit gut zwanzig Jahren vor sich hin. Die Stille auf dem Gelände wird nur unterbrochen von den leise vor sich hin brummenden Maschinen der Grubengasab-sauganlage der Firma Minegas, die sich auf dem Gelände befindet. Rund um die Anlage schmiegen sich ansonsten nur Ackerflächen an die Übertageanlagen an.  Und das war auch schon zu Beginn der Teufarbeiten im Jahre 1940 so. 

Doch nun soll wieder Leben in das unter Denkmalschutz stehende Gemäuer kommen. Der Eigentümer, die RAG-Montanimmobilien GmbH, hat das 24.000 Quadratmeter große Grundstück nebst allen Übertageanlagen an den Verein „Blumenthal 7 e.V.“ verkauft. Der Verein habe einen überzeugenden Wirtschafts plan und ein schlüssiges Gesamtkonzept vor gelegt, so RAG-Montan-Immobilien-Chef Ulrich Wessel.

Bis zur Übergabe des Areals hat die RAG-Tochter rd. 50 Kubikmeter kontaminierten Boden, rd. 1,4 Tonnen Asbestmaterial sowie Öl verschmutzungen fachgerecht entsorgen lass-en. Außerdem wurden Vandalismusschäden beseitigt und die Sanierung überfluteter Keller räume durchgeführt. Am 19.12. 2019 wurde die Anlage General Blumenthal 7 endgültig aus der Bergaufsicht entlassen. 

Schacht 7 General Blumenthal

ehrgeizige Ziele

Die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Stephan Widera haben sich viel vorgenommen. So soll die Anlage zu einer offenen Bürgerwerkstatt umgebaut werden und viel Raum für Kunst, Kultur, Musik und sonstige Veranstaltungen bieten. Herzstück ist und bleibt die ehemalige Kaue. Das 2.200 Quadratmeter große Gebäude soll zu einer Mehrzweckhalle um-gebaut werden. Aus dem ehemaligen Verwaltungstrakt und den ehe-maligen Steigerbädern werden neue Büroräume.  Dort sollen sich dann auch die Experten für die Digitalisierung in Recklinghausen treffen.

Doch bevor neuer Glanz in die alte Anlage einzieht, müssen die Ärmel aufgekrempelt werden, so Vereinschef Widera. Das wird zwar harte Arbeit werden, aber in Anbetracht der engagierten Mitglieder und befreundeten Knappenvereine dürfte auch viel Spaß garantiert sein. Wir wünschen dem Verein viel Glückauf !

ehemalige Kaue der Zeche General Blumenthal 7 in Recklingausen - Foto und Layout: Revierkohle

Zur Geschichte von General Blumenthal 7

General Blumenthal 7 wurde am 6.6.1940 geteuft und ging 1944 in Förderung. Die Anlage wurde notwendig, weil sich der Bergbau nach Norden ausdehnte und die Anfahrtswege unter Tage zu lang wurden. Schacht 7 gehörte als Außenanlage zur Hauptschachtanlage 1/2/6, die rd. 3,5 km nördlich von Recklinghausen stand. Alle Anlagen wurden bis auf ein Trafogebäude abgerissen. Schacht 7 misst rd. 6 Meter im Durchmesser und hat eine Teufe von 665 m. Das unge-wöhnlich kleine Turmfördergerüst mit einer Koepeförderung hat nicht nur ein unverwechselbares Erscheinungsbild, sondern ist auch dem Umstand geschuldet, dass im 2. Weltkrieg Materialknappheit herrschte. Die Ausstattung der gesamten Anlage ist daher sehr schlicht. Bis zur Stillegung im Jahre 2001 fungierte Schacht 7 als Wetterschacht. Seit 2006 steht die Anlage unter Denkmalschutz.

Fotonachweise:

links und rechts oben: RAG Montan-Immobilien, Retusche: Revierkohle (rechts) Mitte: RAG (Kaue), Eingangsbereich und Fördermaschine: Gilde der  Stadtführer Recklinghausen, künst-lerische Veränderung: Revierkohle

Quellennachweis: RAG-Montan-Immobilien-Mitteilung vom 02.03. 2020 sowie RK-Redaktion vom 12.06.2020

Blumenthal 1-2 Recklinghausen
Blumenthal 1-2 Recklinghausen

General Blumenthal 1/2/6 an der Herner Strasse in Recklinghausen. 2006 vollständig abgerissen. Foto: RK

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