Uniper: neues Gaskraftwerk auf der Halde Scholven geplant

KOHLEKRAFTWERK BLEIBT ABER BESTEHEN

Bergehalde Oberscholven in Gelsenkirchen-Buer

Selbst eingefleischte Bueraner Heimatfreunde kennen die Bergehalde Scholven der ehemaligen Zechen Scholv-en, Bergmannsglück und Emscher-Lippe mit dem gleichnamigen Uniper-Stein-kohlekraftwerk in Gelsenkirchen-Buer kaum. Das liegt daran, dass die Halde und das Kraftwerk immer noch mit einem Ries-enzaun umschlossen ist, um den uner-laubten Zutritt zu verwehren. Zum einen dient diese Sicherheitsmaßnahme dem Kraftwerksbetreiber und zum anderen der Firma Gelsenwasser. Diese unterhält in der Bergehalde eine Trinkwasserbehälteran-lage mit 36.000 Kubikmeter Wasser-volumen.  Das Wasser kommt aus dem Wasserwerk Haltern. Die 201 Meter hohe Halde wird von der RAG Montan Immo-bilien GmbH, einer 100 % Tochter der RAG, unterhalten. Die Aufschüttung erfolgte von 1966 bis 1987. Mittlerweile wurden auf der Bergehalde rd. 212.000 Bäume und  Sträucher angepflanzt. Dreimal im Jahr zur Sommerzeit öffnen sich die Werkstore für die Bevölkerung, die dann auf die Halde strömen kann, um den traumhaften Blick über Gelsenkirchen-Buer zu genießen. Die Wasserbevorratungsanlage erfreut sich ebenfalls immmer eines großen Interesses. Auf dem Gipfel der Halde befindet sich ein Gipfelkreuz, eine alte Seilscheibe der Zeche Scholven und ein Mobilfunkmast.    

Das Steinkohle-Kraftwerk Scholven wurde 1968 erbaut und hat eine Leistung von 70 MW. Pro Tag werden rd. 20.000 Tonnen Kohle verfeuert. Sie werden in über 300 Eisenbahnwaggons angeliefert. Bis Ende 2018 kommt die Kohle auch noch vom Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Ab 2019 kommt die Kohle ausschließlich aus Südafrika und Südamerika. Neben Strom wird im Kraftwerk Scholven auch Wärme für rd. 16.000 Haushalte in der näheren Umgebung erzeugt.

Gaskraftwerk Irsching bei München, Foto: Peter Maszien, fotolia-Kauf

Nunmehr will Uniper auf dem ehem. Zechengelände zusätzlich ein neues Gaskraftwerk für die Abdeckung von Spitzenlastzeiten errichten. Obschon das alte Krafftwerk Scholven nur noch eine kurze Zeit am Netz bleiben wird, soll es zunächst nicht ersetzt werden, da die Planungen für das neue Gaskraftwerk noch lange nicht abgeschlossen sind. So muß zunächst ein Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung in Münster eingereicht werden und das bestehende Erdgasfernleitungsnetz der Fa. Open Grid Europe (OGE) an den Kraftwerksstandort Scholven angeschlossen werden.

Das Kraftwerk Scholven versorgt gemeinsam mit seinen Nebenbetrieben in Gladbeck-Zweckel, Marl, Recklinghausen und Westerholt die Region zuverlässig mit Strom, Fernwärme und Prozessdampf. Die drei Blöcke B, C und FWK erzeugen insgesamt 762 MW (netto) Strom, die Blöcke D, E und F wurden am Jahresende 2014 stillgelegt.

Zusätzlich werden bis zu 250 MW als Dampf für die Industrie und Fernwärme für über 100.000 Wohnungen in der Region erzeugt. Für die Industrie im nördlichen Ruhrgebiet ist das Kraftwerk Scholven ein zuverlässiger Partner bei der Versorgung mit Prozessdampf, Strom und Druckluft. Damit trägt es gemeinsam mit seinen Kunden erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Region bei.

Quellenhinweise:

Uniper SE; WAZ vom 28.10.2012 und 09.08.2018 sowie RK-Redaktion vom 08.09.2018

Feldhauser Str. - 45894 Gelsenkirchen-Buer-Scholven