Tschechischer Staatskonzern legt Angebot für Vattenfall vor

Der tschechische Energiekonzern CEZ a.s. hat am 17.2.2016 dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall ein Übernahmeangebot für alle Braunkohletagebaue und Kraftwerke unterbreitet

Wenn der Deal klappt, dann ist die Zukunft des ost- deutschen Braunkohletagbaus bis 2055 gesichert. Hierbei geht es insbesondere um die Tagebaue Jänsch walde, Nochten, Reichwalde, Welzow-Süd und Cott- bus-Nord sowie um die Braunkohlekraftwerke Box- berg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Block B des Kraftwerks Lippendorf. Darüber hinaus will Vattenfall auch seine 10 Wasserkraftwerke verkaufen. CEZ ge- hört zu fast 70 % dem tschechischen Staat mit Sitz in Prag und zählt zu den 10 größten Energieunternehm- en Europas. In 2014 erwirtschaftete der Konzern mit 26.255 Mitarbeitern einen Umsatz von 200,65 Mrd. tsch. Kronen (1 EUR = 27 Kronen). Neben Kohle- und Kernkraftwerken betreibt das Unternehmen in Tsche- chien auch Wasser-, Wind-und Solarkraftwerke, die von über 119 Einzelunternehmen geführt werden. Bereits in 2009 erwarb das Unternehmen 50 % der An teile der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH. Und in 2015 erhielt der Konzern eine Abbauge- nehmigung für weitere sechs Quadratkilometer Fläche im nordböhmischen Braunkohletagebaugebiet Bilina. Dort stehen 120 Mio. Tonnen bester Braunkohle Mitt- eleuropas zum Abbau an. Und das Schöne daran: es muß kein einziges Haus abgerissen werden. CEZ mischt daneben auch im Telekommunikationsmarkt, in der Planung und im Aufbau von Energieanlagen und in der Bearbeitung von Energienebenprodukten kräftig mit. Soweit die Faktenlage.

Hintergrund dieses Angebotes bildet die Zwangslage von Vattenfall als schwedischem Staatskonzern. Die schwedische Regierung will unter allen Umständen die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels aus 2015 umsetzen, weil sie offensichtlich den Unsinn, dass der Co2-Ausstoß zur Klimaerwärmung maßgeblich bei- trägt und das die globale Erwärmung (von deren Existenz gar keine Rede sein kann) auf 2 Grad daher begrenzt werden muß, selbst glaubt. Daher hat sie Vattenfall angewiesen, sich von allen Kohleaktivitäten zu trennen. Dies betrifft merkwürdiger Weise jedoch nicht die von Vattenfall unterhaltenen Steinkohlekraft- werke. Das hochmoderne und umweltfreundliche Steinkohlenkraft Moorburg in Hamburg bleibt z.B. weiterhin in der Hand von Vattenfall.

Ein Gutes hat die mögliche Übernahme aber auf jeden Fall: CEZ-Chef Daniel Benes betonte vor Journalisten, das im Falle einer Übernahme kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird.

 

vgl.hz.a. Die Welt Kompakt vom 15.2.2016, CEZ-Presse mitteilung vom 17.2.2016 sowie Revierkohle-Redaktion vom 25.2.2016

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