RAG: Prosper-Haniel-Rückbau

die Raubarbeiten gehen schneller voran als geplant

SCHACHT 9

WIRD VERFÜLLT

Anfang Juli 2019 begannen die Vorarbeiten für die Verfüllung von Schacht 9 des im Dez. 2018 stillgelegten Bergwerks Prosper-Haniel,  in Bottrop-Grafenwald.

Rechts: die leegeräumte Kaue am Vossundern. Foto: RAG; links : Schacht 9 mit dem Grubenlüftergebäude; rechts: die ehem. Verwaltung und Kaue: Fotos: Revierkohle; darunter: Schacht 10 am alten Postweg in Bottrop, Foto: Revierkohle ; alle anderen Fotos darunter: Revierkohle
BW Prosper-Haniel i.A., Schacht 9, Bottrop-Grafenwald- Foto: Revierkohle Juli 2019

Schacht 9 wird verfüllt

Anfang Juli 2019 begannen mit dem Erstellen eines Bauzaunes um den ehe-maligen Mitarbeiterparkplatz am Schacht 9 des im Dez. 2018 stillgelegten Berg-werks Prosper-Haniel in Bottrop-Grafen-wald die Vorarbeiten zur Verfüllung des 1.013 Meter tiefen Schachtes. Auf dem Parkplatz wird in den nächsten Wochen jede Menge Sand verkippt, der als Zu-schlagsstoff für das Beton/ Zementge-misch notwendig ist, um den Schacht standfest zu verfüllen. 

Als wir den Wetterschacht Anfang Juli 2019 besuchten, lag die Anlage bereits seit 7 Monaten im friedlichen Dornröschen-schlaf. Nur der Pförtner war noch da und die Grubenlüfter brummten. Ansonsten war bereits in 2016 die Ausbildungsab-teilung und die Kantine geräumt worden. Das Verwaltungs-und Kauengebäude steht ebenfalls leer. Der letzte Bergwerksleiter von PH, Thomas Telsemeyer, informierte am 10.7.2019 die Anwohner in der Kaue von der bevorstehenden Schachtverfüllung und den damit einhergehenden LKW-Ver-kehr. Seit Anfang August rollt alle 11 Minut-en ein LKW durch die Strasse Vossundern, der Sand aus der Kirchheller Heide zum Schacht karrt. Das sind 50 LKW´s pro Tag. Die Vorarbeiten gehen noch bis Ende No-vember, so Telsemeyer. Die Verfüllung des 1958 geteuften Schachtes wird dann in wenigen Wochen in Tag- und Nacht-schichten rund um die Uhr erfolgen. Rd. 35.000 Kubikmeter eines Beton/ Zement-gemischs werden den Schacht dann auf Ewigkeit verschliessen.

...dann folgt Schacht 10

Rückbaufortschritt
Raubarbeiten unter Tage 85%

Auch am Seilfahrtstandort Alter Postweg, Schacht 10 in Bottrop-Kirchhellen, laufen die Rückzugsarbeiten bereits seit 15. Aug. 2018. auf Hochtouren. An diesem Tag wurde durch das Abstellen des Hobels in der Bauhöhe 373, Flöz H die Kohleproduktion für immer eingestellt. Für die Medien war das offizielle Ende allerdings erst am 21.12.2018 zele-briert worden. Tatsächlich drehen sich die Seilscheiben am Schacht 10 allerdings auch 8 Monate nach der Fördereinstellung immer noch. Alles, was an Förderbändern, EHB-Einschienen-Hängebahnen, Loks, Maschinen, Hydraulikstempeln und Aggregaten in den noch rd. 40 km Strecken ( von rd. 140 km) steht, muß leergeräumt werden. 48.000 Transportkisten wurden von den verblieben-en rd. 400 Kumpels bereits über den Schacht nach oben geholt. Über Tage geht der Aus-verkauf weiter. Die brauchbare Technik wird ins Ausland verkauft. Einige Gerätschaften landen als Erinnerungsstücke in der Mitte von Kreisverkehren oder auf dem Spielplatz. Der Rest wandert in den Schrott. 78 von 96 Dämmen wurden bereits verbaut, um die alten Strecken zu verschließen. (siehe Foto rechts oben) Sodann muß unter Tage die sog. Wasserewigkeit hergestellt werden, damit das Grubenwasser zukünftig über die zentrale Grubewasserhaltungszeche Loh-berg in Dinslaken mittels Hängepumpen abgepumpt werden kann. Ab Herbst 2019 soll dann der 1.200 Meter tiefe Schacht eb-enfalls verfüllt werden. Die Verwaltung wird noch bis Ende 2019 geöffnet bleiben. An-schließend werden die  Übertageanlagen ab-gerissen. Dann wird in der Kirchheller Heide nichts mehr an die glorreiche Zeit des Berg-baus erinnern.    

nachher
vorher

...und dann folgt Schacht Franz-Haniel

Der Rückbau geht schneller voran als geplant

die verbliebene Mannschaft hievt einen Gurt des Endlosgurtförderers vom Schrägschacht auf einen Tieflader auf Prosper-Haniel 2, Foto: RAG

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PH, Schacht Franz an der Fernewaldstr. in Bottrop

Prosper-Haniel 2 mit Malakowturm an der Knappenstr. in Bottrop

Rückzugsarbeiten auch an den anderen Standorten

Auch am Schacht Franz an der Fernewaldstr. in Bottrop gehen die Rückzugsarbeiten schneller voran als geplant. Zuletzt wurde über diesen Schacht das taube Gestein zur nahe gelegenen Halde Schötteheide mit riesengroßen Muldenkippern gekarrt und aufgeschüttet. Über diesen Schacht sollte nach den Vorstellungen der RAG und der Uni Duisburg ein Unterflurpumpspeicherkraftwerk eingebaut werden. Das Wasser sollte durch Rohre im Schacht von der Bergehalde Prosper aus einem künstlich angelegten See kommen. ( wir berichteten in unserem Jahrbuch 2016 und 2017 ausführlich über dieses Projekt) Daraus wird nun aus Kostengründen leider nichts. Nach Aufbringung von Mutterboden und Pflanzen geht die Schöttelheide wieder zurück zum Regionalverband Ruhr. Die verbliebene Halde Prosper soll ebenfalls an den RVR gehen.

Ebenfalls auf Hochtouren laufen die Rückzugsarbeiten am ehem. Hauptförderstandort an der Knappenstr. in Bottrop. Über den 750 Meter tiefen Schrägschacht wird zur Zeit mit Hilfe eines Spezialtiefladers Material zu Tage gefördert und für den Abtransport versandfähig gemacht. Gurtförderer mit einem Gesamtgewicht von mehr als 800 Tonnen und 6 Kilometern Länge müssen   zerteilt und zu Tage gefördert werden. Mittlerweile wurde auch das Rohkohlenlager, der Rundeindicker und die Kohle-und Bergeverladung geräumt. Unter Tage ist mittlerweile fast alles ölfrei. Hochspannungsnetze und Rohrleitungen sind unter Tage ebenfalls weitestgehendst bereits abgebaut worden.  Von 105 Büroräumen wurden bereits 99 besenrein geräumt. Nach Abschluss aller Restarbeiten wird das Gelände an die RAG-Tochter RAG Montan-Immobilien übergeben. Diese wird sich dann um die Vermarktung und die Neuansiedlung von Firmen kümmern. 

Der Wetterschacht Hünxe in Dinslaken soll vorerst als Grubenwasserstandort erhalten bleiben. Dieser Schacht soll das Grubenwasser von Prosper-Haniel und den ehem. Zechen  Möller/Rheinbaben und  Zollverein XII aufnehmen. das

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PH-Wetterschacht Hünxe an der Hünxer Str. in Dinslaken- Foto: Revierkohle

Quellenhinweise:

WDR vom 22.6.2019,  WAZ vom 9.6.2019 und 17.7.2019; Lokalkompass.de vom 29.3.2019; RAG-Werkszeitschrift Stein-kohle 4/2019, S. 26 sowie RK-Redaktion vom 06.08.2019

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