EXTINCTION REBELLION

esoterisch schlicht - alarmistische Sprache- klimapolitisch ausweglos

wie ER sich selbst darstellt
Vorläufer von ER : die Maske der OCCUPY-Bewegung, Grafik: Revierkohle

Friday for Future gibt es jetzt auch für Er-wachsene. Jedoch ohne Fernbleiben von der Schule.. pardon: von der Arbeit. Dafür aber etwas rebellischer. Und so heißt sie auch, die neue Bewegung: Extinction Rebellion. (XR)

Ein Flugblatt, welches die Umweltaktivisten auf ihren zahlreichen Sitzblockaden in Berlin und anderswo verteilten, macht deutlich, was die Teilnehmer umtreibt: sie fürchten sich vor dem Aussterben und wollen gegen die Zerstörung der Erde rebellieren. Die Ge-fahr des Aussterbens sehen sie in der Erd-erwärmung. Diese wird nach ihrer Überzeu-gung von Menschen durch C02-Emissionen verursacht. Soweit besteht Einigkeit mit der Schuljugend.

Die Klimapolitik sei ungerecht und deshalb sei es legitim, die Gesellschaft zu veränd-ern. Und zwar mit massenhaft praktiziertem zivilem Ungehorsam. 

Es gibt viele Ungerechtigkeiten in der Welt. Aber das eine metereologische Vergangen-heitsbetrachtung, nämlich das Klima, unge-reicht sein soll, war uns bisher noch nicht bekannt. Und wie daraus eine ungerechte Politik entstehen soll, erschließt sich auch nicht auf den ersten Blick. Also haben wir uns gefragt, wer oder was ansonsten hinter XR steckt und welche Ziele sonst noch verfolgt werden.  Dabei haben wir Erstaun-liches herausgefunden.     

protestierende Schulkinder bei Friday for Future- Foto: Cubicroot, pixabay.com

sind die Klimarebellen gefährlich ?

Um diese Frage zu beantworten, muß man zunächst definieren, was man unter „gefährlich“verstehen will. Im Hinblick auf das von den Klimaapokalyptikern selbst gesteckte Ziel, die Klimakata-strophe abwenden zu wollen, würden wir sagen: eher lästig, aber ungefährlich, da wir weder vor einer Klimakatastrophe stehen noch sonst irgendwie der Weltuntergang droht. Das Klima verändert sich nicht in besorgniserregender Weise. Ein evidenzbasierter signifi-kanter Zusammenhang zwischen der von Menschen verursachten zusätzlichen C02-Emissionen in der Atmosphäre und einer Temp-eraturerhöhung konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Hierzu hatten wir bereits mehrfach ausführlich berichtet. Was aber nicht heißen soll, dass es keine klimatischen Veränderungen gibt, die nicht auch katastrophale Auswirkungen mitunter nach sich ziehen können. Diese sind unserer Auffassung nach Folge eines natür-lichen Wandels und können durch den Menschen nur bedingt beein-flusst werden. Selbstverständlich haben die zusätzlichen C02-Emissionen, die von Menschen verursacht werden, auch einen Ein-fluss auf das Klima. Wie stark dieser Einfluss ist, ist unter Klima-wissenschaftlern jedoch umstritten. Einen eindeutigen Zusamm-enhang sehen daher auch nicht 97 % aller Klimawissenschaftler, wie gerne behauptet wird, sondern nur 64 von 11.944 Studienab-stracts, die Jahn Cook et.al. 2013 in fragwürdiger Weise aus-werteten. 7930 der ausgewerteten Studienabstracts weisen keine eindeutigen Referenzen zum immer wieder behaupteten mensch-engemachten Klimawandel auf. Über 300 Kimawissenschaftler kritisierten 2019 in einem offenen Brief an die Präsidenten der Europäischen Kommission, Charles Michel und Ursula von der Ley-en explizit die These von der menschengemachten Klimaer-wärmung durch zusätzliche C02-Emissionen. Und das ist auch  nachvollziehbar, da C02 als wichtiges und lebenserhaltendes Spurengas nur ein Einflussfaktor ist, der auf das Klima einwirkt.

Soweit wir unseren Wohlstand behalten und eine Industrienation bleiben wollen, werden wir auch weiterhin reichlich fossile Energie-träger benötigen. Und das wird mit Null C02-Emissionen kaum ge-lingen, da für die Herstellung von Windkraftanlagen und alle anderen Produkte weiterhin Öl und Kohle benötigt wird. Und be-stimmt wollen es Greta Thunberg und ihre Follower im Winter auch weiterhin rund um die Uhr  warm haben. Ohne fossile Kraftwerke wird das vorerst aber  kaum anders gehen.   

 

Wenn man dagegen die Frage stellt, ob Extinction Rebellion für die derzeitige Gesellschaft gefährlich ist bzw. werden könnte, sieht die Sache ein wenig anders aus. ER glaubt an den Erfolg durch zivilen Ungehorsam und bezieht sich dabei auf sozialpsychologische Studien. Danach genügt es,  wenn rd. 35 % aller Menschen zivilen Ungehorsam praktizieren, um die Mächtigen zu Fall zu bringen, damit die schöne neue C02-freie Gesellschaft bis 2025 entstehen kann. Und so praktiziert man zivilen Ungehorsam, der auch Inhaft-ierungen in Kauf nimmt, um möglichst viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzeugen. 

Dabei geht es den Akteuren von XR aber keineswegs nur um das Klima. Das ist eher ein Vehikel, das wie eine Monstranz für die klimagläubige Gemeinde ständig herumgezeigt wird. Wenn schon eine Öko-Linke wie Jutta Ditfurth Jugendliche davor warnt, sich XR anzuschließen, weil diese durch Hyperemotionalisierung den Ver-stand vernebeln würde, eine esoterische Weltuntergangssekte sei und kein kritisches, rationales Potential habe, dann sollte man schon mal genauer hinschauen. Und genau das haben wir auch ge-tan.

Bereits in 2015 fürchteten sich  Gail Bradbrook und George Barda vor dem Aussterben und gründeten daher die „Compassionate Re-volution Ltd.“ in London. Die Gesellschaft gründete und finanzierte die Kampagne Rising UP!, die auch vom Royal Institute of Inter-national Affairs, die außenpolitische Denkfabrik seiner Majestät, Prinz Charles, unterstützt wurde. Aus dieser Kampagne ging 2018 die Extinction Rebellion-Bewegung hervorging, die sich zu 54 % über Crowdfundig-Aktivitäten und zu 46 % von privaten Geldgebern, darunter Greenpace, Open Society Foundations und Guerilla Found-ation  finanziert. Guerilla Foundation wiederum ist Mitglied von ED GE Funders Alliance, einem Zusammenschluss von 300 weiteren Geldgebern. In England gibt es rd. 238 und in Deutschland 38 lokale Gruppen. Erklärtes Ziel von Compassionate Revolution und ER ist es, eine „andere“ Demokratie zu schaffen, so dass am Ende alle gleich sind und es keine Armut mehr gibt. 

AUFGEMERKT !

Das klingt verdächtig nach grün angehauchtem Sozialismus. Und so ist es offensichtlich auch gemeint, wenn XR-Mitbegründer Roger Hallam davon spricht, dass das Problem des Klimawandels größer sei als die Demokratie. Während es an der Basis anscheinend nur um die  Verhinderung der Klimaerwärmung und um Liebe geht, be-zeichnen die Macher von XR das gesamte politische System als Unrecht, welches beseitigt werden müsse, da dieses das Vertrauen verspielt hätte. (Handbuch XR 2019) Ob „Transformation der Gesellschaft“ , wie von den Grünen gefordert, oder eine „andere Demokratie“ ist letztendlich egal. Beides sind totalitäre Vorstell-ungen, die die Mehrheit der Gesellschaft ganz bestimmt nicht teilt. Und deshalb ist die agressiv-fromme Haltung von XR durchaus eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische  Gesellschaftsordnung sowie für die soziale Marktwirtschaft. Denn würden die Ideen von XR tatsächlich umgesetzt werden, dann würde das u.a. bedeuten, dass umgehend alle Verbrennungsmotoren verboten, alle Kraft-werke abgeschaltet, die Luftfahrtindustrie bis 2025 eingestellt und der Fleischkonsum staatlich rationiert werden würde. Der Rest der energieintensiven Industrie würde ebenfalls den Bach runter gehen, da die C02-Emissionen bis 2025 auf Null reduziert werden sollen. So jedenfalls äußerte sich die ER-Sprecherin von XR England, Zion Lights, in einem BBC2-Interview am 09.10.2019 gegenüber dem Journalisten Andrew Neil. 

Die XR-Zustandsbeschreibung, das die Welt aufgrund des Klimawandels vor dem Aus-sterben stehen würde, ist reine Panikmache und sachlich unzutreffend. Die durch-schnittliche Globaltemperatur hat sich seit 1850 bis heute um rd. 1 Grad erhöht. Bis Ende des 17. Jhrdt. hatten wir eine kleine Eiszeit. Eine Zunahme von Extremwetterer-eignissen kann z.B. der ehemalige Leiter der Wetterämter in Essen und Leipzig, Dipl.-Met. Klaus-Eckard Puls, nicht bestätigen. Dabei ist Puls in guter Übereinstimmung mit dem Weltklimarat IPCC. Dieser hatte bereits 2013 festgestellt, das es nur begrenzte An-haltspunkte zu Änderungen bei Extremwett-erereignissen, die mit anderen Klimavariabl-en verbunden sind, gibt.  Wenn Strom, Licht und Wärme rund um die Uhr ohne Unter-brechung und zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehen soll, dann werden wir auch weiterhin auf fossile Energieträger nicht verzichten können.

Die Forderung nach Null C0-Emissionen bis 2025 würde die gesamte derzeitige wirt-schaftliche und energietechnische Infra-struktur auf den Kopf stellen. Wir glauben daher nicht, dass die Energiewende ge-lingen kann, da sie auf falschen Annahmen und auf Panikmache beruht.

 

Quellenhinweise:
 
zur 97 %-These vgl. Cook, Jahn et.al.: Quantifying the Consensus on antrophopogenic global warming in the scientific Literature, in: Enviromental Research Letters, Nr. 8, 2013; zum Problem des Bevölkerungswachstums: Ehrlich, Paul und Anne, Holdren, John P.: Ecoscience: Population, Resource, Environment, New York 1970, S. 426 ff. Zur Bevölkerungsentwicklung: Bayrischer Rund-funk 24 vom 11.7.2019 sowie Wikipedia; AR5- Climate Chance 2013: The Physical Science Basis, Intergovern-mental Panel on Climate Chance, (IPCC, Hrsg.), Kap.2, Schweiz 2014; Zeit-Online.de vom 08.10.2019; Tages-spiegel vom 01.10. 2019; Achgut.com vom 14.10. 2019; Klein, Michael: ER: Teil eines Aktivistensumpfes mit ge-sellschaftlichem Umsturz als Ziel, in: Europäisches In-stitut für Klima und Energie (Eike.de) vom 10.10.2019 und Teil II vom 18.10. 2019; Auszug Handbuch ER 2019; Hamburger Abendblatt vom 26.10.2019; Netzpolitik.org vom 02.10. 2019; Puls, Klaus-Eckard, Vortrag auf der 11. Intern. Klima-und Energiekonferenz v. 09.-10.11.2017 in Düsseldorf, in: Jahrbuch für Energiepolitik und Montan-kultur, Revierkohle (Hrsg.) Hamburg 2018, S. 84 ff; Kühl, Eike: Sekte oder Segen: wie gefährlich sind die Klima-rebellen von Extinction Rebellion?, in: Vice.com vom 09.10.2019; Der Spiegel vom 07.10.2019; der offene Brief von 300 Klimawissenschaftler aus 2019 trägt die Überschrift: There is no climate emergency sowie RK-Redaktion vom 03.11.2019
 
Fotonachweise: ganz oben rechts (Brillenmotiv mit Schwert): Kalhh, pixabay, künstlerische Veränderung: Revierkohle; ganz unten, kleine Fotos Mitte: pixabay.com, rechts C02-Baum:  Ricochet64, fotolia-Kauf

FAZIT

kein Grund zur Panik

Diese Ansicht vertritt z.B. auch der ehem. Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum, Prof. Dr. Hans von Storch. Er hält es für schwer vorstellbar, dass die C02-Emissionen binnen 30 Jahren (2050 !) auf Null reduziert werden können. Und Verzicht würde seiner Ansicht nach kaum etwas bringen.

Denn Deutschland emittiert jedes Jahr nur 0,9 Gigatonnen C02, während der weltweite C02-Ausstoß rd. 38 Gigatonnen beträgt. Selbst wenn wir alle C02-Emissionen auf Null reduzieren würden, hätte das auf das Klima keinen messbaren Einfluss. Und wie schon gesagt: die Klimaerwärmung hat auch ihre guten Seiten. Denn mehr C02 be-deutet auch mehr Pflanzenwachstum. Teile der Sahara sind durch mehr C02 in der Atmosphäre daher auch wieder ergrünt. Andere Teile der Erde wie die Tropen werd-en dagegen unerträglicher. Das kann man nicht leugnen. Und selbstverständlich hat das auch etwas mit dem Raubbau in den Regenwäldern zu tun, der menschenge-macht ist. 

 

Und was man auch nicht verschweigen darf: die Weltbevölkerung ist von rd. 2 Mrd. Men-schen in 1922  auf 7,7 Mrd. Menschen in 2019 gestiegen. Sie alle emittieren eben-falls reichlich C02 und verbrauchen jede Menge Energien. (Rohstoffe, Holz, Nahr-ungsmittel, Strom, Wasser etc.)

Das wird u.E.n. ein zentrales Problem der Zukunft sein und wurde schon 1970 von dem Biologen Ehrlich und dem Physiker Holdren als solches beschrieben. Einst-weilen sollten wir uns nicht von Endzeit-stimmungen einholen lassen, sondern ver-nünftig bleiben. Vernünftig ist es, in Ruhe darüber nachzudenken, wie wir global unsere Umwelt verbessern, die Wirtschaft demokratischer gestalten und die Lebens-mittel-sowie Produktherstellung nachhaltig-er und mit weniger Energieaufwand  her-stellen  können. Und da unsere Ressourcen in der Tat endlich sind, brauchen wir in Zu-kunft natürlich auch neue Technologien, die Energie z.B. langfristig speichern kann.

Soweit ist es aber noch lange nicht. Im Gegenteil: wenn die E- Mobilität tatsächlich flächendeckend eingeführt werden sollte, dann wird das zu mehr C02-Emissionen und zu erheblich mehr Stromverbrauch führen. Und der wird auch  kaum von Windkraftan-lagen erzeugt werden, da regenerativer Strom nur gelegentlich zur Verfügung steht, sondern von Gas-, Kohle-und Atomkraft-werken aus dem Ausland.   

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