Energie: Hydrothermale Carbonisierung

KOHLE AUS KOT

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Über ein sensibles thema

Israelische Forscher der Ben-Gurion Universität in Israel haben in einem Labor menschlichen Kot in Kohle verwandelt. Die Studie veröffentlichten Amit Gross und Reut Yahav-Spitzer im Journal of Cleaner Produtction. In einem Druckgefäßt haben die Wissenschaftler die Excremente unter starker Hitze zu Kohle gepresst. Die sog. hydrothermale Carbonisierung stinkt dabei keineswegs „zum Himmel“, sondern riecht nach Verbranntem und ist leicht scharf. Nur die Farbe der zu Briketts gepressten Fäkalien erinnert noch daran, was diese C02-freien Kohlestücke einmal waren. In weiteren Experimenten soll getestet werden, inwieweit sich diese andersartige Kohle auch zum grillen eignet. Und dann will man noch herausfinden, ob die entweichenden Gase bei der Herstellung für die Umwelt ein Problem darstellen könnte. Das zum erhitzen eingesetzte Wasser ist nährstoffreich und eignet sich u. U. auch als Düngemittel. Die Idee, mit einer Toilette Energie zu gewinnen, ist dann der nächste Schritt, von denen die Forscher träumen. Ein eingebautes Druckgefäß unter der Toilette könnte den Kot direkt in Bio-Kohle umwandeln. Bei den Versuchen konnten die Fäkalien-Fachleute 24 % mehr Energie gewinnen, als dies mit herkömmlicher Biokohle möglich wäre. Allerdings, so gibt der Agrarwissenschaftler Ludwig Leible vom Karlsruher Institut für Technologie zu bedenken, würde die in dieser Kohleart steckenden Energie, die in elektrischen Strom oder Wärme umgewandelt werden müsste, eine deutlich schlechtere Energiebilanz als die richtige (fossile) Kohle abgeben. Die sog. HTC-Kohle braucht ca. 2 Stunden für die Herstellung und kostet z.Zt. noch rd. 600 bis 800 EUR pro Tonne. Bevor der Weg von der Toilette zum Klärwerk entfallen kann, wird es aber noch lange dauern, da die Technologie nicht ganz einfach ist, zehnmal teurer als normale Kohle und in Entwicklungsländern wahrscheinlich schwer umzusetzen sein wird.