Blackouts mühselig abgewehrt

Der Kampf gegen Stromausfälle aufgrund der Zunahme von volativem Öko-Strom wird immer teurer

Aufgrund der Zunahme von Windkraftanlagen besteht an windreichen Tagen ein Überangebot an Strom, so dass dieser immer wieder von den Netzbetreibern abgeregelt werden muss, um einen Zusammenbruch der Stromnetze zu verhindern. Die Anspannung im Netz steigt schneller als erwartet, so Urban Keussen von der Firma Tennet. Netzbetreiber Tennet mußte für diesen Abwehrkampf in 2015 rd. 700 Mio. EUR an Kosten aufbringen, darunter 225 Mio. EUR für das Hoch-und Herunterfahren von Kraftwerken, 152 Mio.

EUR für den Abruf von Netzreserven und 329 Mio. EUR für die Notabschaltung von Windkraftanlagen. Dem zweiten großen Netzbetreiber in der Bundesrepublik geht es nicht besser. 50 Hertz hatte in 2015 rd. 300 Mio. EUR an Ausgaben um die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Da die bestehenden Leitungsnetze für den zu- nehmenden Ausbau von Ökostrom nicht ausreichen, kommt es zusätzlich auch noch oft zu Transportengpäss- en. Daran dürfte sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern, da der unterirdische Ausbau von weiteren Strom-trassen von Nord- nach Süddeutschland erst in einigen Jahren fertig gestellt sein wird, um das Netz zu entlast- en .

Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren in 2015 von den geplanten 1.876 Kilometern neuer Leitungen gerade einmal 558 Kilometer verlegt worden. Die Bundesregierung geht davon aus, das der weitere Ausbau die Kosten zwischen 3 und 8 Mrd. EUR in die Höhe treiben wird. Die unterirdische Verlegung hatte die bayerische Landesregung durchgesetzt. Sie glaubt, das sich das am Ende günstiger auf den Haushalt auswirkt als lang- wierige Prozesse mit Anwohnern und Bürgerinitiativen durchbuchstabieren zu müssen. Die Kostenentwicklung werden Sie, liebe Bürgerin, lieber Bürger, im laufenden Jahr deutlich zu spüren bekommen, denn die Netz- kosten machen rd. ein fünftel des Strompreises aus. Hinzu kommen die diversen EEG-Umlagen.  Für den typischen Privathaushalt rechnet die Bundesnetzagentur daher mit einer Kostensteigerung von rd. 6 %. Regional teilweise deutlich höher.

vgl.hz.a. FAZ vom 17.1.2016 sowie RK-Redaktion vom 25.02.2016

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