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früher Holz für den Stempelausbau - heute Wald des Jahres

Der Betriebsleiter des Landesbetriebs Saar-Forst, Thomas Steinmetz, konnte die  Auszeichnung „Wald des Jahres 2026″vom Bund Deutscher Forstleute im März 2026 entgegennehmen. Steinmetz nahm die Auszeichnung für rd. 200 Waldarbeiter, Förster und den Mitarbeitern in der Forstverwaltung entgegen. Er betonte vor der Presse, das die Auszeichnung auch den vorherigen Förstergenerationen gelte, die hart dafür gearbeitet haben, das der Wald heute als Naherholungswald so gut und gesund dasteht. Der Saarkohlendwald schützt vor Bodenerosionen, sorgt für Artenschutz und Luftreinhaltung und wäre auch weiterhin Holzlieferant.   

Es gibt Wälder, die rauschen im Wind. Und es gibt Wälder, die erzählen Geschichten. Der Saarkohlenwald nördlich von Saarbrücken gehört zur zweiten Art. Wer heute durch die stillen Wege zwischen Sulzbach- und Fischbachtal wandert, ahnt kaum, dass hier einst das Herz der saarländischen Industrialisierung schlug. Der Wald war Lieferant, Schutzraum, Lebensgrundlage – und oft auch stiller Zeuge harter Bergmannsarbeit.

Nun wurde dieser außergewöhnliche Naturraum zum „Waldgebiet des Jahres 2026“ gekürt – eine Auszeichnung des Bundes Deutscher Forstleute, die weit mehr würdigt als nur schöne Landschaften. Sie ehrt einen Wald, der Natur und Industriegeschichte auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

Der Saarkohlenwald erstreckt sich über rund 61 Quadratkilometer im Sulzbach- und Fischbachtal. Er ist ein „Zwei-Etagen-Wald“: Unter dem heutigen Blätterdach lagern die Steinkohleflöze eines uralten Karbonwaldes, entstanden vor etwa 300 Millionen Jahren. Über Tage wachsen Buchen und Eichen, unter Tage lag einst der schwarze Reichtum, der das Saarland prägte.

Doch die Geschichte des Saarkohlenwaldes ist nicht nur die Geschichte der Kohle. Es ist auch die Geschichte des Holzes.

Bevor Stahl den Bergbau dominierte, wurden die Stollen der Saargruben mit mächtigen Holzstempeln gesichert. Tausende Balken mussten Jahr für Jahr geschlagen werden, damit unter Tage gearbeitet werden konnte. Besonders wertvoll war die Eiche: widerstandsfähig, tragfähig und langlebig. Deshalb wurden viele ursprüngliche Buchenbestände gezielt in Eichenwälder umgewandelt. Der Wald wurde zur Lebensader des Bergbaus.

Vor allem die Gruben  Göttelborn, Reden,  Itzenplitz, Camphausen und die Grube Von der Heydt profitierten von der Nähe dieses riesigen Waldgebietes. Die Transportwege waren kurz, das Holz schnell verfügbar. In einer Zeit ohne moderne Logistik bedeutete das einen enormen wirtschaftlichen Vorteil. Der Saarkohlenwald lieferte nicht nur Energie in Form von Kohle – er lieferte zugleich das Material, mit dem diese Kohle überhaupt gefördert werden konnte.

So entstand über Jahrzehnte eine enge Schicksalsgemeinschaft zwischen Wald und Bergbau. Die Förster arbeiteten indirekt für die Gruben, und viele Bergleute kannten den Wald ebenso gut wie die Schächte unter der Erde. Wege, Halden, Stollenreste und alte Bergmannspfade erinnern bis heute daran.

Und doch hat der Wald überlebt

Wo einst schwer gearbeitet wurde, finden heute Menschen Ruhe. Der Saarkohlenwald ist Naherholungsgebiet, Naturraum und Erinnerungs-landschaft zugleich. Besonders der „Urwald vor den Toren der Stadt“ zeigt, wie sich Natur ehemalige Industrieflächen zurückerobern kann. Moose überwachsen alte Mauern, junge Bäume wachsen zwischen Relikten des Bergbaus – als würde die Natur die Geschichte nicht auslöschen, sondern sanft weitererzählen.

Die Auszeichnung zum Öko- beziehungsweise Waldgebiet des Jahres 2026 ist deshalb mehr als ein Titel. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Wandel möglich ist. Der Saarkohlenwald steht heute für Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und Erinnerungskultur. Er zeigt, dass ein Wald zugleich Mahnmal, Lebensraum und Hoffnungsträger sein kann.

Vielleicht liegt genau darin seine eigentliche Größe:
Dass er nie vergessen hat, woher er kommt – und trotzdem längst in die Zukunft weist.

Quellenhinweise: 

RAG-Pressemitteilung vom 23.03.2026; SaarForst Landesbetrieb (saarland.de/saarforst) vom 12.03.2026; Die Zeit vom 12.03.2026; bergwaldprojekt.de vom 12.03.2026 sowie RK-Redaktion vom 15.05.2026

Fotonachweise: 

Header: stockdreams.ai; Bergmann mit Helm: pixabay.com; Hintergrund: pixabaa.com; links darunter: RAG; Grafik darunter: pixabaycom 

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