"je schneller wir uns unabhängiger machen und unsere Energien aus heimischen Energiequellen beziehen, desto besser"

Carsten Schneider (SPD), Bundesumweltminister, Malbild: Acryl-deckend: Revierkohle

Diesen stimmigen Satz von Bundesumweltminister Carsten Schneider können wir uneingeschränkt bejahen. Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie hat diesen Satz schon Jahrzehnte vor dem politisch gewollten Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus in 2018 immer wieder vorgetragen. Vergeblich. Und nun sagt unser Bundesschneider im Angesicht der Rohstoffknappheit bei Kohle und Öl genau das Gleiche. Allerdings bezieht sich sein Zitat auf einen Energieträger, der keineswegs geeignet ist, unsere Unabhängigkeit von ausländischen Energien zu stärken. Er bejubelte mit dem Zitat den neu eingeweihten  Offshore-Windpark He Dreiht nordwestlich von Borkum. Dort rotieren nun 64 EnBW-Windkrafträder und sollen zuverlässig Strom produzieren, wenn nicht mal wieder gerade  Flaute herrscht.   

neue Gaskraftwerke mit einer Leistung von 11 GW bis 2031 gegen Dunkelflauten und Strukturbruch im Osten

Der Bundestag stimmte jüngst dem von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche und der Bundesregierung getragenen Entwurfs zur Sicherung der Versorgungssicherheit und der Arbeitsplätze in den ostdeutschen Braunkohlerevieren, ersatzweise neue Gaskraftwerke zu bauen, zu. Das neue „Strom-Versorgungssicherheits-und Kapapzitätsgesetz (StromVKG) sieht die Ausschreibung von zunächst 9 und später von 11 Gigawatt-starken neuen Gaskraftwerken vor. Mit dem Bau soll schon in 2026 begonnen werden. Der Bau der neuen Gaskraftwerke soll alte Kohlekraftwerke ersetzen und die Versorgungssicherheit bei Flaute stabilisieren und Schwankungen ausgleichen.   

Folge des Iran-USA -Kriegs sowie Putins Angriffskrieg

Die derzeit hohen Öl-und Gaspreise sind das Ergebnis von künstlicher Verknappung durch die Schließung der Strasse von Hormus durch den Iran als Antwort auf die Bombardierungen der USA auf den Iran sowie der Landeinnahmen durch die Huthi-Rebellen an der Meerenge von Bab al Mandab am roten Meer. Hinzu kommt die obskure Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Diese Entwicklung hat zur Folge, das die Füllstände in den deutschen Gasspeichern mittlerweile auf unter 40 % gesunken ist. Wenn jetzt ein harter Winter kommen sollte, muß die Wärmeversorgung wahrscheinlich gedrosselt werden. Auch wenn das derzeit noch von der Bundesnetzagentur dementiert wird.  

LEAG reagiert erleichtert

Nach harten Kämpfen der Braunkohlebelegschaften bei der LEAG spracht das Braunkohleunternehmen LEAG als auch die IG BCE nun vorsichtig von Optimusmus. Der Bau neuer Gaskraftwerke bietet für die Bergleute eine berufliche Perspektive und ermöglicht einen sanften Strukturwandel. Darüber hinaus soll das letzte Braunkohlekraftwerk erst in 12 Jahren vom Netz gehen. Dank sprudelnder Subventionen sattelt auch die LEAG wie andere westdeutschen Energieunternehmen auf das tote Pferd Wind-und Solarparkbau. Dieses zusätzliche Standbein wird spätestens dann abbrechen, wenn die Subventionen für Erneuerbare gestrichen werden. (müssen) Eigentlich sollten diese schon heute komplett gestrichen werden, da sie den Steuerzahler mit rd. 55 Mrd. Euro pro Jahr schwer belasten, die Versorgungssicherheit nicht garantieren und die Kohle-und Gaskraftwerke wegen fehlender Speicherkapazitäten über einen längeren Zeitraum nicht ersetzen können. Diese Gefahr hat Bundeswirtschaftsministerin Reiche klar erkannt. Auch wenn diese „Erkenntnis“ ein „Geschmäckle“ hat. Reiche war als ehem. EON-Managerin tätig. Und ganz nebenbei bemerkt: der Rückbau von Kohelkraftwerken hat nicht dazu beigetragen, das die C02-Emissionen weniger geworden wären.    

Neue Gaskraftwerks-Standorte

Das ostdeutsche Braunkohlenunternehmen LEAG unterhält in der Lausitz und in Lippendorf bei Leipzig vier Braunkohlekraftwerke. Nun soll ein neues Gaskraftwerk am Industriestandort schwarze Pumpe bei Spremberg in Brandenburg und ein neues Gaskraftwerk am Standort Lippendorf in Sachsen gebaut werden.  Die Kraftwerke sollen jeweils mit einer Leistung von 850 Megawatt ausgestattet werden. Bei Vollauslastung können so rd. 2 Mio. Menschen zuverlässig mit Strom versorgt werden. Bei einer Auslastung von 50 % können 1,06 Mio Menschen versorgt werden. 

Zum Vergleich: würde man ein 850 Megawatt-Gaskraftwerk durch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 5 MW ersetzten, so würde man dafür 170 Windkraftanlagen benötigen. Und da diese naturbedingt schwankend Strom erzeugen und daher (unterstellt) nur zu 40 % ausgelastet sind, dann bräuchte man 426 neue Anlagen, um 2,1 Mio. Menschen unsicher mit Strom zu versorgen. Von dem notwendigen Flächenverbrauch, den Unmengen an Beton und nicht recylcefähigen Rotorblättern und dem massenhaft Vogeltod wollen wir gar nicht erst reden. Aber dieser Vergleich macht deutlich, wie unwirtschafttlich und ineffektiv Erneuerbare Energien sind. 

Quellenhinweise: 

Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2026; Hamburger Abendblatt vom 09.07.2026; Tagesschau.de vom 10.09.2026; Frankfurter Rundschau vom 20.09.2026; ndr.de. vom 17.09.2026; rbb.de vom 10.07.2026; Lausitzer Rundschauf (lr.online.de) ; leag.de (wasserstofffähiges Gaskraftwerk der Zukunft) o.J.; mdr.de vom 09.05.2026 sowie RK-Redaktion vom 21.09.2026   

Fotonachweise: 

Header: Hintergrund: pixabay.de; Vordergrund: Steag-Gaskraftwerk Herne 6: Youtube-Screenshot; Gestaltung: Revierkohle; ganz unten links: KI-gestaltet; Mitte: Katharina Reiche, Youtube-Screenshot; rechts: pixabay.com

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