WIEDER EIN BEWEIS, DAS ES OHNE SUBVENTIONEN NICHT GEHT
Am 15. Januar 2026 erklärte der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg, dass er die beiden britischen Wolkenkukseier „Offshore-Windprojekte „Mona“ und „Morgan“ mit einer Gesamtkapazität von 3 Gigawatt nicht weiter verfolgen wird. In der Bilanz für 2025 schreibt das Unternehmen deshalb eine außerordentliche Wertberichtigung von 1,2 Milliarden Euro ab.
Nun könnte man das Debakel unter der Aktenüberschrift „unternehmerisches Risiko“ einsortieren und abhaken. Aber in diesem Fall werden 30 Kreissparkassen, zahlreiche Stadtwerke und einige kommunale Landkreise den enormen Verlust schultern. Und die wiederum werden den Verlust dem Steuerzahler aufbürden. Wie gehabt. Im Folgenden fragen wir uns, wie es zu dieser Pleite kommen konnte und was wir daraus lernen können:
Renditegier und Staatsvertrauen
das Debakel war kein Betriebsunfall
Die Projekte hatten Entwicklungsgenehmigungen, lagen in der Irischen See und waren gemeinsam mit dem Partner JERA Nex BP (ein Joint Venture, dem einst auch BP angehörte) geplant. Doch entscheidend war: Sie erhielten keinen Zuschlag im britischen Vergabeverfahren der „Contracts for Difference“ (CfD) – also keine verlässliche staatliche Förderung.
Warum das Scheitern kein Betriebsunfall ist
EnBW selbst erklärt, dass neben dem fehlenden CfD-Zuschlag auch gestiegene Kosten in der Lieferkette, niedrigere Großhandelspreise für Strom, höhere Zinsen und Projektumsetzungsrisiken dazu geführt hätten, dass das Vorhaben nicht mehr wirtschaftlich sei.
Kurz gesagt: ohne dauerhafte, staatlich garantierte Abnahmepreise lohnen sich Offshore-Windparks in vielen Fällen nicht mehr – trotz der riesigen installierten Leistung. Hohe Vorlaufkosten, lange Bauzeiten und volatile Strommärkte setzen Investoren unter Druck. Effiziente Rendite ohne staatliche Absicherung ist kaum möglich.
Beteiligungen
EnBW ist überwiegend in öffentlich-kommunaler Hand:
Rund 47 % gehört einem Zweckverband kommunaler Energieversorger (z. B. aus Baden-Württemberg),
Rund 47 % hält die Baden-Württembergische Landesgesellschaft,
der Rest ist im Streubesitz regionaler Stadtwerke und kleiner Anteilseigner.
Parallel dazu ist EnBW durch Beteiligungsmodelle mit Sparkassen, Kommunen und anderen institutionellen Anlegern eng verflochten – etwa über das „Südwest-Konsortium“, in dem über 30 Sparkassen, Versicherungen und Körperschaften vertreten sind und strategisch in Projekte im Energiebereich investieren, um das Klima zu retten (!)
Kirchliches Engagement
Auch kirchliche Einrichtungen wie zum Beispiel die Evangelische Landeskirche engagieren sich über Fonds und Beteiligungen indirekt in Infrastrukturprojekten (allerdings nicht direkt im Offshore-Projekt selbst; ihr generelles Engagement war hier in öffentlichen Quellen nicht eindeutig belegbar). Das sich aber sowohl die Evangelische als auch die Kath. Kirche nicht nur mit frommen Sprüchen bei der Klimarettung beteiligen, sondern auch mit viel Geld, dürfte nicht weiter verwundern. Schließlich können so auch Klimagläubige recht unproblematisch in Kirchengläubige umgewandelt werden. Und mit Gottes Hilfe läßt sich bekannter Maßen auch viel besser für die Bewahrung von Gottes Schöpfung streiten und zahlen.
Warum Offshore-Wind ohne Subventionen nicht funktioniert
Offshore-Wind war über Jahre eines der Leuchtturm-Investitionsfelder der Energiewende – man glaubte an hohe Volllaststunden, große Kapazitäten , bessere Windverhältnisse. Leider war die Realität eine andere. Und auch wirtschaftlich rechnet sich der Offshore-Betrieb oft nicht. Die naheliegenden Gründe sind:
Offshore-Windparks sind sehr kapitalintensiv. Die Baukosten liegen bei mehreren Milliarden pro Projekt.
Die Erträge hängen stark von staatlich garantierten Preisen ab. Ohne CfD-Zuschläge oder andere staatliche Abnahmemechanismen bleiben Betreiber dem volatilen Strommarkt ausgesetzt.
Das Kostenrisiko ist hoch. Stahl, Transport, Spezialschiffe und Installationstechnik sind teuer; Verzögerungen und Lieferkettenprobleme belasten Projekte zusätzlich.
Risiko Zinsumfeld. Höhere Finanzierungskosten durch Zinssteigerungen schwächen die Projektfinanzierung nachhaltig.
Ohne staatliche Dauersubventionen oder garantierte Preisstrukturen werden viele Offshore-Windinvestitionen schlicht nicht «bankfinanzierbar» respektive investorenattraktiv – wie das EnBW-Debakel jetzt offen zeigt.
wer trägt die Verluste ?
Die 1,2 Mrd. Euro Abschreibung wirkt sich bilanztechnisch bei EnBW aus, vermindert das Eigenkapital und schmälert den buchhalterischen Gewinn.
Direkte Cash-Verluste in dieser Höhe entstehen nicht sofort – sie spiegeln vor allem kapitalkostenwirksame Vorlaufkosten und faire Marktwerte wider.
Indirekt aber tragen alle Eigentümer mit: das Land Baden-Württemberg (über seine Holdinggesellschaft), kommunale Zweckverbände, Stadtwerke und ihre Haushalte, institutionelle Anleger wie Sparkassen-Versicherungen und andere Beteiligungspartner – weil der Unternehmenswert und potenzielle Ausschüttungen für Jahre belastet werden.
- Wir hoffen, das EnBW aus dem Debakel lernt, die Finger von Windkraftanlagen zu lassen, zumal weder Offshore-und Oneshore-Anlagen Strom zuverlässig und sekundengenau liefern können. Dann könnte auch der Strompreis für den Verbraucher wieder sinken.
Quellenhinweise:
Eike.de vom 03.02.2026; spiegel-online.de vom 15.01.2026; Handelsblatt.com vom 15.01.2026; Stuttgarter-Zeitung .de vom 21.01.2026; Esslinger-Zeitung.de vom 21.01.2026; tychyseinblick.de vom 02.02.2026 sowie RK-Redaktion vom 14.02.2026
Fotonachweise:
Header: brennendes Geld und Offshore-Windpark: appstockdreams.ai; links unten: Youtube-Video (EnBW-Eigenwerbung); darunter Kuckuseier, Freepick.com; rechts darunter: Revierkohle; Strommast: pixabay.com