Zum Inhalt springen

neue GKW sollen auf Wasserstoff umgerüstet werden können

Gaskraftwerk in Griechenland. Foto: Dimitris Vetsikas, pixabay.com

Um die politisch festgelegten Klimaziele zu erreichen, will Deutschland bekanntermaßen bis 2045 C02-neutral werden. Daher werden seit Jahren zuverlässig und preiswert arbeitende Kohlekraftwerke nach und nach abgestellt. Da Windstrom aber volativ und damit unzuverlässig ist, benötigt man für Flautezeiten und für die Aufrechterhaltung der 50 Hertz-Frequenz im Stromnetz trotzdem Grundlastkraftwerke. 

Daher will die Bundesregierung die Kohle-durch Gaskraftwerke sukkzessive bis 2031 ersetzen und will dafür rd. 16 Mrd. Euro zur Verfügung stellen.  Die Rede ist von Gaskraftwerken  mit einem Wirkungsgrad von 50 % und einer  Kapazität von 10 Gigawatt an Leistung.

Für uns stellt sich da die Frage: wie lange können 10 GW-Gaskraftwerke die Bevölkerung zuverlässig mit Fernwärme und Strom versorgen und wieviel teurer wäre das im Verhältnis zu Kohlekraftwerken ?

Wir haben das für Sie mal durchgerechnet. 

10 neue Gaskraftwerke

als GuD-Kraftwerke sollen bis 2031 in Betrieb gehen

Um einen Leistung von 10 GW zu erbringen, werden 10 neue Gaskraftwerke mit einer Einzelleistung von rd. 1.5 bis 1,8 GW benötigt. Bei einem Wirkungsgrad von 50 % werden rd. 316 Mrd. Kubikmeter an Erdgas pro Jahr benötigt. Der Durchschnittsverbrauch pro Kraftwerk liegt bei rd. 2 Mio. Kubikmetern Erdgas pro Stunde. Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Haushalt liegt in Deutschland bei 3.500 kWh pro Jahr. (= 0,4 KW) 

Wenn man 10.000 MW (=10 GW) durch 0,4 KW teilt, dann kommt man auf 25 Mio. Haushalte, die Strom und Fernwärme gleichzeitig empfangen können. Die Gaskraftwerke mit 10 GW an Leistung könnten so ununterbrochen für 100 Tage Strom und Gas liefern. 

Allerdings ist die geplante Umstellung wesentlich teurer als unsere Kohlekraftwerke. Der Gestehungspreis pro Mwh liegt gerade einmal bei 50,00 bis 70,00 Euro (Braun und Steinkohle). Und selbst bei Preisspitzen steigt der Preis moderat auf nur 60,00 bis 80,00 Euro pro Mwh. Im Gegensatz zum Erdgas. 

Der Gestehungspreis liegt bei 80,00 bis 100,00 Euro pro Mwh und kann, je nach Krisensituation, auf 250,00 Euro pro Mwh steigen. Darüber hinaus besteht eine hohe Abhängigkeit aus Saudi-Arabien und anderen Ländern. Hinzu kommt der teure Bau von Speicherkapazitäten für Versorgungsengpässe in Kavernen und überdirdischen Behältern. Diese können leicht zum Ziel von Drohnen werden.   

Bau eines Kraftwerks. Foto: Igor Ovsyannykor, pixabay.com

Hinzu kommt noch die mentale Eingeschränktheit von Klimaalarmisten und anderen Weltenrettern, die den Neubau von Gaskraftwerken als Todsünde ansehen, weil sie glauben, das mit dem Bau die Klimaziele verfehlt werden und deshalb Sturm laufen gegen die Planungen. Die Wirtschaftsministerin Katharina Reiche wurde deshalb oft schon als „Gas-Kati“ bezeichnet. 

Um diese Klientel zu beruhigen, hat die Bundesregierung verkündet, das die neuen Gaskraftwerke spätestens bis 2045 mit grünem Wasserstoff betrieben werden sollen, um klimaneutral zu werden. Angesichts der fortlaufenden De-Industriealisierung Deutschlands kann man das nur als Realsatire bezeichnen. 

Die derzeitige Faktenlage spricht eindeutig gegen eine Umrüstung auf Wasserstoff. Denn um ein Gaskraftwerk mit Wasserstoff zu versorgen, werden rd. 14.400 Tonnen an Wasserstoff pro Tag und 432.000 Tonnen pro Monat benötigt. Und da der derzeitige Preis für Wasserstoff pro kWh bei 0,60 bis 1,00 Euro liegt, rechnet sich das ganze nicht. 

Hinzu kommen gewaltige Umrüstkosten. Pro 400 bis 500 MW rechnen Fachleute mit 100 bis 300 Mio. Euro an Kosten. Bei 10 GW wären das bereits 2,5 bis 3 Mrd. Euro. 

Und sie können sicher sein, das es kaum einen Investor geben wird, der die Umrüstung ohne Subventionen wuppen wird. 

Und was auch noch erwähnenswert ist: Bei der Umwandlung von Wasser in Sauerstoff   und Wasserstoff per Elektrolyse gehen rund 70 % des eingebrachten grünen Stroms wieder verloren. Außerdem müßte grüner Windstrom ständig in großen Mengen gespeichert werden, um Schwankungen bei Flaute zu verhindern.  Das kostet zusätzlich richtig viel Geld. 

Aber was bedeutet schon Geld, wenn es um die Rettung des ganzen Planeten geht, nicht wahr ? Das die halbe Welt uns wegen des Klimaglaubens für verrückt hält, wird unsere Klimaaktivisten wahrscheinlich nicht überzeugen. Da wollen wir von einer weiteren Alternative, die von den Klimaaktivisten ebenfalls erbittert bekämpft wird, lieber gar nicht erst weiter reden. Es geht um die Möglichkeit, Schiefergas mit Hilfe der Fracking-Methode zu gewinnen. Ausreichende Schiefergasmengen wären in Deutschland vorhanden. Aber daraus wird wohl auch nichts. 

China dankt recht schön für dieses Brett vor dem Kopf. 

Glückauf !  

 

Quellenhinweise: 

WAZ vom 28.02.2026; Eike.de vom 18.01.2026;  mega-monheim.de vom 14.11.2025; Deutschlandfunk.de vom 21.01.2026; Bundeswirtschaftsministerium.de vom 15.01.2026; Spiegel.de vom 09.01.2026; pv-magazine.de vom 16.01.2026, IFK.de vom 12.03.2026, n-tiv.de vom 14.11.2025 sowie RK-Redaktion vom 14.04.2026

Hinweis: die o.g. Berechnungen erfolgten mit Hilfe der KI und den Leistungsdaten folgender GuD-Gasdampfkraftwerke: 

GuD-Dampfturbinenkraftwerk Herdecke = 417 MW; GuD-Dampfturbinenkraftwerk Knapsach bei Köln = 1.310 MW; GuD-Dampfturbinenkraftwerk Fortuna bei Düsseldorf: 595 MW.

Fotonachweise:

Header: Hintergrund: pixabay.com; Vordergund: Harald Landsrath, pixabay.com; Montage: Revierkohle , links darunter: Dimitris Vetsikas, pixabay .com; rechts darunter: IMSI-Vektorgrafik-Clips; links darunter: Igor Ovsyannykov, pixabay.com 

Diesen Beitrag teilen
Summary
Neue Gaskraftwerke
Article Name
Neue Gaskraftwerke
Publisher Name
Berufsverband Revierkohle e.V.
Publisher Logo
Translate »