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Dennoch können Sie keine Kraftwerke ersetzen

In Deutschland entstehen derzeit zahlreiche Großbatteriespeicher – darunter ein RWE-Projekt mit 400 Megawatt Leistung und rund 700 Megawattstunden Speicherkapazität in Gundremmingen. Die Anlage kostet nach Unternehmensangaben etwa 230 Millionen Euro und soll 2028 in Betrieb gehen.

 Was kosten Großbatteriespeicher wirklich?

Die Investitionskosten für große Batteriespeicher liegen aktuell in der Größenordnung von rund 200 Euro pro gespeicherter Kilowattstunde. Für einen 700 MWh-Speicher also etwa 140 Millionen Euro allein für die Batterien, zuzüglich die Kosten für die Technik, das Grundstück, die Anschlüsse und den laufenden Betrieb.

In der Realität ergeben sich daher Gesamtinvestitionen von 200–250 Millionen Euro pro Speicher dieser Größenordnung.

immer mehr Ökostrom das Geschäft mit den Batterien boomt

Die wirtschaftliche Attraktivität hängt stark von der Nutzung des Strommarktes ab. Batteriespeicher verdienen Geld vor allem durch:

  • Preis-Arbitrage (billig einkaufen, teuer verkaufen),

  • Regelenergie (Netzstabilität leisten gegen Zahlung),

  • Intraday- und Day-Ahead-Handel.

Analysen zeigen, dass ein Speicherprofi mit einer jeden gespeicherten MWh mehr als 100 Euro Erlös p.a. erwirtschaften kann – was bei idealer Nutzung eine relativ kurze Amortisation nahelegt.

Aber: realistische Wirtschaftlichkeitsberechnungen für großvolumige Speicher rechnen in vielen Szenarien mit jährlichen Einnahmen von 80–120 Euro pro gespeicherter MWh, was sich auf einen Umsatz von etwa 56 Mio.–84 Mio. Euro pro Jahr für einen 700 MWh-Speicher summieren kann.

Je nach Strompreisen, Marktbedingungen und Operationalisierung ergibt sich daraus ein interner Zinsfuß (IRR) zwischen ca. 4 % und über 12 % auf das investierte Kapital – also durchaus Renditepotenziale im zweistelligen Bereich, wenn Marktdaten und Nutzung extrem günstig sind. Allerdings gelten diese Zahlen eher für optimale Rahmenbedingungen – nicht für einen sicheren, risikoarmen Gewinn.

Für die Dunkelflauten können Batteriespeicher auch bei einem starken Zubau keine nennenswerte Energie bereitstellen

Einer der größten Punkte in der Debatte ist physikalisch simpel, aber politisch schwer zu ignorieren:

Ein Speicher mit 700 MWh Kapazität und 400 MW Leistung kann bei voller Leistung nur rund 1,5–2 Stunden lang Energie liefern. Das bedeutet:

  • Bei einer tage- oder wochenlangen Dunkelflaute – also wenn Sonne und Wind über mehrere Tage ausfallen – sind diese Speicher praktisch leer, bevor der Bedarf gedeckt ist.

  • Für längere Versorgungslücken müssen weiterhin Grundlastkraftwerke (Kohle, Gas,  Biomasse) oder Importkapazitäten einspringen.

Das ist kein Geheimnis – es ist schlicht eine physikalische Grenze der Technologie. Battery-Storage mit solch kurzen Speicherzeiten kann Schwankungen über Stunden, nicht aber über Tage oder Wochen ausgleichen.

WARUM UNTSTÜTZT DER STAAT DANN ÜBERHAUPT DEN BAU VON BATTERIESPEICHERN ?

Die Bundesregierung fördert seit 2000 die sog. Energiewende. Darunter versteht sie den Umbau der Energieversorgung durch Rückbau aller fossilen Kraftwerke, den Umbau der Wärmeversorgung in den Haushalten und  die Elektrifizierung des Verkehrs. Das Ziel: bis 2045 soll die gesamte Strom-und Energieerzeugung C02-neutral erfolgen.

Der dahinterstehende Grund ist die nicht bewiesene Annahme, das der Mensch schuld sei an der Erderwärmung. Diese würde durch Verbrennung fossiler Rohstoffe immer schneller voranschreiten. Daher hatte man 2015 in Paris festgelegt, das die Durchschnittstemperatur nicht mehr als 1,5 Grad steigen darf. Ansonsten würde bei Überschreitung ein (ebenfalls nicht bewiesener) Kipppunkt eine irrepable Klimaerwärmung die Folge sein.

Und seither verstehen es die Medien meisterhaft, Angst und Schuldgefühle zu schüren, wo auch immer es geht. Mittlerweile mischen auch die Kirchen in diesem Geschäftsmodell kräftig mit. Schließlich gehört das Thema Schuld und Vergebung zu den Kernkompetenzen der Kirche.

Das Ganze nennt man Ideologie und Propaganda. Mit wissenschaftlicher Erkenntnis hat das allerdings nichts zu tun. Das haben wir immer wieder dargelegt. (Verweis: Archiv) Auch fehlen bis heute signifikante Belege für die These, das das Spurengas C02 ein Haupttreiber bei der Erderwärmung spielen würde.

Daher geht es der Bundesregierung beim Thema Öko-Strom-und Speicherung auch nicht um eine sinnvolle,  preiswerte und nachhaltige Energieversorgung, sondern um eine Glaubenshaltung. Ansonsten spreche ja kaum etwas gegen die Verwendung fossile Energieträger, wie die weltweite Entwicklung zeigt.  

Innerhalb dieses ideologischen Denkmusters haben Batteriespeicher aus Sicht der Bundesregierung und aller Klimaretter dann doch einen Sinn.

Sie müssen einräumen, das  Großbatterien sich nicht primär als Hauptenergiequelle eignen,  sondern nur als Flexibilitäts- und Stabilitätspuffer.

  • Sie helfen, kurzfristige Schwankungen von Solar- und Windenergie auszugleichen.

  • Sie reduzieren teure Eingriffe durch Netzbetreiber (z. B. Überproduktion abregeln).

  • Sie stabilisieren Frequenz und Spannung im Netz.

Trotz ihrer begrenzten Kapazität können sie so systemische Kosten senken und Netzausfälle vermeiden helfen – auch wenn sie selbst nur zwei Stunden überbrücken können. Wenn überhaupt. 

Glückauf ! 

 

Quellenhinweise: 

Eike.de vom 10.12.2025; Handelsblatt.com vom 09.01.2024; BR.de vom 10.02.2025; mpg.de vom 15.07.2025; kettner-edelmetalle.de vom 11.09.2025; next-kraftwerke.de (Werbung) pv-magazine.de vom 23.01.2026 sowie RK-Redaktion vom 14.02.2026

Fotonachweise: 

Header: Hintergrund: pixabay.com; BatteriespeicherrauM: app.stockdreams.ai; Figur: Freepik.com, links darunter: Batteriecontainer: pixabay.com ; links darunter: Freepik.com; darunter: Stellschrank: app.stockdreams.ai  

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