WARUM DIE BILD-ZEITUNG LEIDER NUR TEILWEISE RECHT HAT

Ausnahmsweise hätten wir der Bild-Zeitung gerne zugestimmt, als diese am 16.5.2026 berichtete, dass das World-Climate Research-Programme (WCRP) , welches die globale Klimafoschung koordiniert, sein eigenes Extremwetter-Szenario, welches unter dem Kürzel „RCP8.5“ in Fachkreisen umhergeistert, jüngst für ungültig erklärt hat. Darauf folgerte dann Gunnar Schupelius von der Bild-Zeitung, das damit auch der sog. „Green New-Deal“ von Frau Ursula von der Leyen ebenfalls in eine Sackgasse geraten wäre. Schön wäre es ja, aber  die Klimaforschung ist damit nicht am Ende.

Denn sie bleibt auch weiterhin notwendig.  Wenn gleich auch hoffentlich in seriöserer Form als bisher, da sie seit 26 Jahren (Einführung EEG) stark von der Klimapolitik beeinflusst wird, um auf biegen und brechen den angeblich von Menschen verursachten Klimawandel wissenschaftlich zu belegen.

Das das natürlich Bullshit ist und hoffentlich auch dem letzten Hinterbänkler dieser Republik klar sein sollte, macht den WCRP -Forschungsstand nicht automatisch zu Nichte. Denn das WCRP hat keineswegs den gesamten RCP8.5-Bericht für ungültig erklärt.  Aber der Reihe nach:    

Green New Deal

Erwärmungs-trends  werden  überschätzt

Wolken und Wasserdampf sind die größten Unsicherheitsquellen

In den letzten Jahren ist das Emissionsszenario RCP8.5 zunehmend in die öffentliche Debatte geraten – oft unter dem Schlagwort „Worst Case Szenario“. Es wurde in tausenden wissenschaftlichen Studien genutzt, um mögliche Auswirkungen eines ungebremsten fossilen Energiepfads zu untersuchen.

Aktuelle Diskussionen im Umfeld des World Climate Research Programme (WCRP) und verwandter Modellierungsinitiativen drehen sich weniger um ein „Verwerfen der Klimaforschung“, sondern um eine Neubewertung der Wahrscheinlichkeit sehr extremer Emissionspfade. Hintergrund ist die Beobachtung, dass sich Energiepreise, Technologieentwicklung (insbesondere erneuerbare Energien) und klimapolitische Maßnahmen schneller entwickeln als in frühen Szenarien angenommen.

Was RCP8.5 tatsächlich ist – und was nicht

RCP8.5 wurde ursprünglich als hohes Emissionsszenario konstruiert, nicht als Prognose. Es beschreibt eine Welt mit sehr hohem Kohleverbrauch, hoher Bevölkerungsentwicklung und geringer Klimapolitik.

Wichtige Einordnung aus der Klimaforschung:

  • Es ist kein „Business-as-usual“ im Sinne einer Vorhersage
  • Es ist ein Stress- und Extremfall für Modellierung
  • Es wurde bewusst als „High-end“-Szenario entwickelt, um physikalische Risiken sichtbar zu machen

Neuere Arbeiten argumentieren, dass genau dieser Extrempfad heute weniger plausibel erscheint, weil reale Emissionen und Energiepfade unter diesem Szenario liegen und weil keineswegs sicher ist, das der Mensch schuld ist an der Klimaerwärmung. Außerdem wäre der Blick sehr stark focussiert auf das Spurengas C02. Wichtige andere Klimatreiber wie Wasserdampf und Wolkenbildungen sowie Strahlungsaktivitäten der Sonne würden als weniger bedeutsam interpretiert und daher auch nur ungenügend in den Modell- und Prgonoseberechnungen berücksichtigt werden. Das führt zu einseitigen Verlaufszenarien. 

Neue Forschungsergebnisse  die in „Nature“ veröffentlicht wurden, zeigen anhand von 3 Mio. Jahre alten Eisbohrkernen aus den  Allan Hills in der Ostantarktis, das das Spurengas CO2 nicht allein schuld sein kann an der Erderwärmung. Im Labor hat man die Luft, die im Eis eingeschlossen war, untersucht und dabei festgestellt, das der CO2-Gehalt vor 2,7 Mio. Jahren bei 250 bis 300 ppm lag. (0,03 %). Heute liegt der CO2-Anteil in der Atmosphäre bei 400 ppm (= 0,04 %).  Diese Werte erweitern die Klimadaten deutlich weiter zurück, als es bisher möglich war, so Ed Brook, Paläoklimatologe an der Oregan State University u.nd Direktor des Forschungszentrums Coldex.   

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FocusQuellenhinweise: 

Bild-Zeitung vom 16.05.2026; Focus-Online.de vom 23.03.2026; ZDF.de vom 28.03.2026; forschung-und-wissen.de vom 29.03.2026; Frankfurter Rundschau.de vom 30.04.2026; Eike.de vom 01.05.2026 und 05.05.2026  sowie RK-Redaktion vom 14.06.2026 

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