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FREIGABE VON ERDÖLRESERVEN GEPLANT

Angesichts der Bombardierung durch das US-Militär auf den Iran hat die neue iranische Staatsführung die Sperrung der Wasserstrasse von Hormus verfügt. Damit sitzen nunmehr seit Anfang März 2026 hunderte von Öltankern fest. Das hat Folgen für den weltweit gehandelten Ölpreis. Der Preis kletterte bis Mitte März auf über 50 Prozent. US-Präsident forderte eine bedingungslose Kapitulation Irans. Der neue Hardliner Mojtaba Khamenei will dem aber offensichtlich nicht nachkommen. Statt dessen beschießt die iranische Armee und die Terrororganisation Hisbolla Israel, Saudi Arabien, Jordan, Bahrain und Quatar mit Raketen und Drohnen. Ein Ende ist nicht in Sicht.  

Die führenden Industriestaaten wollen daher Erdölreserven einsetzen, um vor allem den Preisanstieg an den Tankstellen zu bremsen.  Eine Koordination der sog. G7-Staaten mit der internationalen Energieagentur (IEA) fand Mitte März 2026 statt. Deutschland will seine nationalen Reserven zum Teil freigeben, um den Preisanstieg zu bremsen. Die nationale Rohstoffreserve wurde an verschiedenen Standorten in Deutschland eingerichtet, um im Krisenfall einen Energieengpass von 90 Tagen überbrücken zu können. 

Wichtige Lager-Standorte dieser Reserven befinden sich unter anderem in Niedersachsen – zum Beispiel bei Wilhelmshaven. Dort gibt es einen unterirdischen Speicher in einem Salzstock, eine sogenannte Kaverne. Andere Reserven lagern in Sottorf in der Nähe von Hamburg und im schleswig-holsteinischen Heide. Der größte Teil des Rohöls wird unterirdisch in großen Kavernen vorgehalten, einige Vorräte befinden sich aber auch oberirdisch in Tanklagern.

Verwaltet wird die gesamte deutsche Ölreserve hauptsächlich vom in Hamburg ansässigen Erdöl-Bevorratungsverband (EBV). Der ist zuständig für eine verlässliche Verfügbarkeit, wenn Importe kurzfristig ausfallen sollten.

Sicherheit und Frieden

hat seinen Preis

So jedenfalls verteidigte US-Präsident Donal Trump den Angriff auf den Iran. Ziel war die Ausschaltung des religiösen Führers des Irans samt seiner Entourage sowie die Ausschaltung von Raketenstützpunkten und die unterirdischen Aufbereitungsanlagen für den Bau von Atombomben. Trump rechtfertigte den Angriff wegen einer unterstellten unmittelbaren Einsatzreife von Atomwaffen im Iran, welche nicht nur die USA, sondern den gesamten nahen Osten einschließlich Israels bedrohen würde. Den Ölpreisanstieg bezeichnete Trump als notwendiges Übel, der aber nach Beseitigung der nuklearen Bedrohung wieder rapide sinken werde. Sein Wort in Gottes Ohr.   

Auch der Preis für europäisches Erdgas ist wegen des Krieges im Nahen Osten weiter gestiegen. An der Energiebörse in Amsterdam sprang die Notierung für eine TFT-Lieferung auf Terminkontraktbasis um rd. 30 % auf 69,50 Euro je Megawattstunde nach oben. Damit hat sich der Erdgaspreis seit dem Angriff auf den Iran binnen einer Woche mehr als verdoppelt. 

 

lag der Ölpreis der Sorte Brent für ein Fass (=159 Liter) 2022 noch bei 50 Dollar pro Barrel, so kletterte dieser am 12.03.2026 bereits auf 101,00 US-Dollar pro Barrel. 

Strategische Ölreserven sollen vor allem Versorgungsausfälle überbrücken, nicht dauerhaft den Marktpreis drücken. In Deutschland und Europa werden diese Vorräte von Organisationen wie der International Energy Agency koordiniert.

Mehr Öl aus den Notfallreserven bedeutet zwar kurzfristig mehr Angebot. Doch der Effekt bleibt begrenzt:

  • Mengenproblem: Die Reserven können den Weltmarkt nur wenige Wochen zusätzlich versorgen. Der globale Ölhandel umfasst rund 100 Millionen Barrel pro Tag – dagegen wirken Reservefreigaben oft relativ klein.

  • Erwartungseffekte: Wenn Händler davon ausgehen, dass eine Krise länger dauert, preisen sie künftige Knappheit trotzdem ein.

  • Spekulation: Finanzinvestoren reagieren eher auf geopolitische Risiken als auf kurzfristige zusätzliche Liefermengen.

Das Ergebnis: Der Ölpreis reagiert oft nur kurzfristig oder kaum.

Die Idee, Tankstellen dürften Preise nur einmal täglich erhöhen, soll den sogenannten „Raketen-und-Federn-Effekt“ begrenzen: Preise steigen schnell wie eine Rakete, sinken aber langsam wie eine Feder.

In der Praxis kann eine solche Regel jedoch Nebenwirkungen haben:

  • Preise steigen vorsorglich stärker. Wenn Betreiber wissen, dass sie später nicht mehr erhöhen dürfen, setzen sie morgens gleich einen höheren Preis an.

  • Weniger Wettbewerb im Tagesverlauf. Normalerweise unterbieten sich Tankstellen mehrfach täglich. Wenn Anpassungen seltener werden, kann dieser Wettbewerb schwächer werden.

  • Orientierung an Marktführern. Große Ketten setzen dann den Tagespreis – kleinere Anbieter folgen.

Das kann paradoxerweise zu stabil höheren Preisen führen.

Entscheidend ist daher weniger Preisregulierung als funktionierender Wettbewerb. Hier kommt das Bundeskartellamt ins Spiel.

Das Amt müsste vor allem drei Dinge stärker durchsetzen:

1. Markttransparenz und Datenanalyse
Die bestehende Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sammelt bereits Echtzeitdaten von Tankstellen. Diese Daten sollten konsequent genutzt werden, um ungewöhnliche Preismuster zu erkennen.

2. Untersuchung möglicher Preisabsprachen
Der deutsche Tankstellenmarkt wird von wenigen großen Mineralölkonzernen dominiert. Wenn Preise auffällig parallel steigen oder sinken, muss das Kartellamt prüfen, ob koordinierte Strategien oder informelle Absprachen vorliegen. Und das ist alles andere als einfach. 

Also wird vorläufig nichts passieren. Wir können uns daher nur glücklich schätzen, das der Winter so mild ist.

Glückauf ! 

Quellenhinweise: 

Der Spiegel vom 10.03.2026; NDR.de vom 11.03.2026; WDR.de vom 11.03.2026; Deutschlandfunk.de vom 11.03.2026; Handelsblatt.com vom 11.03.2026; Wirtschaftsrat.de (CDU) vom 11.03.2026; n-tv.de vom 11.03.2026 sowie RK-Redaktion vom 14.04.2026  

Fotonachweise: 

Header: Hintergrund: IMSI-Masterclips, Paris; Vordergrund: IMSI-Masterclips, Gestaltung: Revierkohle; rechts darunter: pixabay.com (USA und Iran); links darunter: pixabay.com (beide Grafiken, Freistellung: RK); links darunter: Ölstrahl: pixabay.com   

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