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Totgesagte leben länger – das gilt offenbar auch für Kohlekraftwerke. Aber das haben wir schon immer gesagt. Und daher überrascht uns auch nicht die neueste Studie der amerikanischen Energieberatungsfirma Energy Venture Analysis vom Dezember 2025.  In der Studie „Understanding the True Cost of Replacing Existing Coal Plants with New Renewables“ von Energy Ventures Analysis (Dezember 2025), vorgestellt von Chris Dickerson im Center Square, wird genau das behauptet: Der Ersatz bestehender Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien sei erheblich teurer als ihr Weiterbetrieb.

Die zentrale Kostenbotschaft der Studie

Die Autoren kommen zu einem klaren Ergebnis:
Wer bestehende Kohlekraftwerke abschaltet, zahlt drauf. Je nach Szenario würden die jährlichen Mehrkosten für den Ersatz durch Wind-, Solar- und Speicherlösungen im Milliardenbereich liegen. Insgesamt beziffert die Studie das mögliche Einsparpotenzial durch den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke auf mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Der Grund dafür liegt weniger im Brennstoff selbst als in der Infrastrukturfrage.

Warum Kohlekraftwerke laut Studie so günstig sind

Die Argumentation ist simpel – und politisch brisant:

  1. Die Kraftwerke sind bereits bezahlt
    Viele Kohlekraftwerke sind seit Jahrzehnten am Netz. Baukosten, Genehmigungen und Netzanbindung sind längst abgeschrieben. Für die Studie zählt deshalb vor allem:
    👉 Was kostet der Weiterbetrieb – nicht der Neubau.

  2. Erneuerbare brauchen mehr als nur Windräder und Solarpanels
    Die Studie rechnet nicht nur mit neuen Wind- und Solaranlagen, sondern auch mit:

    • Batteriespeichern

    • Reservekraftwerken (meist Gas)

    • zusätzlichem Netzausbau

    Diese Zusatzkosten treiben die Gesamtausgaben laut Analyse deutlich nach oben.

  3. Grundlastfähigkeit spart Geld
    Kohlekraftwerke liefern rund um die Uhr Strom. Erneuerbare Energien sind wetterabhängig – und genau diese Schwankungen gelten in der Studie als Kostentreiber. Je mehr Versorgungssicherheit gefordert wird, desto teurer wird der Ersatz.

  4. Kurzfristig günstiger als ein kompletter Umbau
    Besonders betont wird der Zeitfaktor: Während neue erneuerbare Kapazitäten erst geplant, genehmigt und gebaut werden müssen, stehen Kohlekraftwerke sofort zur Verfügung – ohne große Anfangsinvestitionen.

Da können auch Batteriespeicher nicht mithalten

Schluß mit der Stilllegung von Kohlekraftwerken

Da die Studie in den USA veröffentlicht wurde, ging diese auch viral umher und erreichte auch die West Virginia Publik Service Commission (US-Behörde). Prompt meldete sich daraufhin die Präsidentin der Behörde, Charlotte Lane, zu Wort und verkündete, das ihre Behörde nicht vorhabe, für die Schließung weiterer Kraftwerke in West Virginia zu stimmen. Kein Wunder , denn die Studie kommt zu dem Ergebnis, das die Weiterführung von Kohlekraftwerken anstelle des Baus neuer Windkraft-und Solaranlagen bis zu 54 Mrd. Dollar pro Jahr eingespart werden können. Das nennen wir eine echte Hausnummer.

Dennoch verkaufen auch in den USA die Klimalarmisten die Fantasievorstellung einer dekarbonisierten Welt auf allen socialen Medienkanälen ungerührt weiter. Und wie in Deutschland werden auch dort abweichende Meinungen unterdrückt und schlechtgeredet. Dem neuen Präsidenten Donald Trump muß man allerdings zu Gute halten, das er sich vorgenommen hat, das Mantra von den Netto-Null-Emissionen zu beenden. 

Die neuesten Energieinformationen der internationalen Energieagentur (IEA) geben ihm anscheinend Recht. Laut der IEA ist die Nachfrage nach Kohle und Öl nicht nur stabil, sondern sie ist seit 2024 sogar um 13 % gestiegen. Die Prognosen der IAE gehen von einem prognostizierten Erdgasnachfrageanstieg in Höhe von 546 Mrd. Kubikmetern aus. 

Ferner werden immer mehr Rechenzentren gebaut und die KI ausgebaut. Beide benötigen  unglaublich viel Strom zu bezahlbaren Preisen.  Ein weiterer Grund für den Erhalt bestehender Kraftwerke.    

Regenerative Energieträger wie Wind-und Solarkraftanlagen sind nicht nur sehr viel teurer ( das merkt man deshalb nicht sofort, weil sie subventioniert werden und nur der Börsenstrompreis genannt wird, d.h. ohne Kosten für neue Netze, Speicher, Umwandler und Subventionen), sondern deren Ausbau ist auch in anderer Hinsicht katastrophal, denn die Anlagen fressen wertvolle Landflächen, tragen zum Artensterben massiv bei, sind ressourcenintensiv (gerade bei der Herstellung von WKA) und stehen nicht zur Verfügung, wenn man sie dringend braucht. Wirtschaftlich ist das also nicht. 

Glückauf ! 

Quellenhinweise:

N.N: Understanding the True Cost of Replacing Eisting Coal Plants with New Renewables, in: Amerika´s Power, Energy Ventures Analysis (Hrsg.) (americaspower.de)  Vienna, Dez. 2025; Eike.de vom 29.12.2025 und 30.12.2025; bdi.eu vom 22.01.2019; Kai van de Loo: Warum eigentlich noch Kohleausstieg ?, Forschungszentrum Nachbergau, techn. FH Georg Agricola, Bochum, in: Mining-Report Nr. 2, 2024; FAZ.de vom 22.11.2023; Welt.de vom 29.12.2023; Wirtschaftswoche.de vom 02.12.2023 sowie RK-Redaktion vom 16.01.2025

Fotonachweise: 

Header: Vorder-und Hintergrund: pixabay.com, rechts darunter (Batterie): pixabay.com 

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Kohle bleibt bedeutungsvoll
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Kohle bleibt bedeutungsvoll
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