Grubenwehrmänner der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen im Einsatz

Grubenwehr auf Prosper-Haniel beendete die Arbeit

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen auf Pluto besteht weiter

Grubenwehrmänner der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen im Einsatz
Geschichte der Grubenwehr

prüfe stets zur rechten Zeit, Sauerstoffmenge und Dichtigkeit, Kalipatrone und Luftumlauf, dann in den Schacht. Glückauf !

 

Brand auf PH 9 2005
Brand auf PH 9 in 2005 - bitte klicken
Apr09_01_PerfectlyClear

Grubenbrand PH 9

Grubenbrand auf Prosper-Haniel, Schacht 9 in Bottrop-Grafenwald 2005, Foto: RAG; künstl. Veränderung 1.Foto: Revierkohle

Im Dez. 2018 stellten die beiden letzten Bergwerke der RAG die Förderung ein. Mit dem Ende der Kohleförderung endeten aber noch nicht die unter- und übertägigen Arbeiten auf Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren in Ibbenbüren. Und auch nicht die Arbeit der Grubenwehr. Bis Anfang 2020 liefen auf beiden Anlagen die Rückzugsarbeiten über und unter Tage weiter.

Lüfter. Getriebe. Bandanlagen.  Hobel- und Walzenstrebanlagen. Elektrische Versorg-ungsleitungen u.a. Einrichtungen mußten außer Betrieb genommen und  geraubt werden. Dann wurden einige Teile ins Ausland verkauft. So z.B. in die Türkei und nach Polen. 

Nachdem alle Dämme gesetzt und das Grubengebäude besenrein der Bergaufsicht übergeben werden konnte, begannen im Nov. die Vorbereitungen  zur Verfüllung der Schächte 9 und 10 von Prosper-Haniel. Beide Schächte sind bis auf Schacht Franz-Haniel an der Fernewaldstr. in Bottrop mitt-lerweile standfest verfüllt.

Und auch während dieser Rückzugsphase standen die Männer der Grubenwehr ihren Kameraden bis zum Schluß stets zur Seite. Nun verliessen die letzten Grubenwehr-männer auf PH, Schacht Franz, das Berg-werk in Bottrop. Die Grubenwehr hat die Räume leergezogen.  

Grubenwehr mit Seil2

Adieu !

ein stiller Abschied vom Pütt

Für den Fotografen halten die Gruben-wehrmänner Michael Graynert, Axel Kwiatkowski und Ralf Schmidt am Schacht Franz-Haniel vor der herunter-gelassenen Schranke des Bergwerks-geländes Anfang April 2020 ein Plakat mit der Aufschrift

Time to Day- Rente 2020-Glückauf!

in die Höhe, klönen noch ein wenig und gehen dann zum Betriebsparkplatz und fahren nach Hause.  Für die Grubenwehr-männer endete damit das Kapitel Gruben-wehr endgültig. Sie gingen, wie viele Berg-leute schon vor ihnen, in die Anpassung.   

Die Grubenwehr im Bergbau hat eine lange Tradition. Bei Unglücken und Bränden unter Tage aber auch bei der Höhenrettung kamen sie zum Einsatz.

Immer wieder erschütterten Unglücke mit Dutzenden oder gar Hunderten Toten Deutschland. Jedes Bergwerk hatte seine eigene Grubenwehr. Die Wehrmänner arbeiteten neben der freiwilligen Tätigkeit als ganz normale Bergleute.

Noch Anfang 2018 zählte die Grubenwehr 535 Mitglieder. Der Job ist hart, heiß, anspruchsvoll und man muß belastbar sein. Rund fünf Jahre dauert die Ausbildung. Und es muß ständig geübt werden. Das hat sich in der Vergangenheit immer wieder be-währt, weil Leben gerettet werden konnte.

In die Annalen der Bergbaugeschichte ist z.B. die Rettung von verschütteten Bergleuten auf der Zeche Dahlbusch 1955 mit der Dahlbuschbombe (ein torpedoartiges Rettungsgerät) einge-gangen.

Vielen Fernsehzuschauern dürfte auch noch der Film „Das Wunder von Lengede“ auf Schacht Mathilde des Eisenbergwerks Lengede-Broistedt in Erinnerung geblieben sein. Die Grub-enwehr rettete 1963 nach 2 Wochen 11 Bergleuten aus 62 Meter Tiefe das Leben.

Glückauf

Auch in 2005 wartete auf die Grubenwehr die Vorhölle, weil auf Prosper-Haniel S 9 am 12.3.2005 in 1000 Meter Teufe an einem Förderband die Rollen heißliefen. Die Flammen verbrannten alles, was ver-brennen konnte. Aus dem Grubenlüfter über S 9 zogen meterhohe Wolken in den Himmel. Auch das Wasser, das zum löschen in den Berg gepumpt wurde, war kochend heiß. Bis das Feuer und alle Glutnester unter Tage gelöscht werden konnten, vergingen drei Monate. Die Mannschaft schob dabei nicht nur jede Menge Überstunden vor sich her, sondern arbeitete auch bis an den Rand der Erschöpfung und riskierte dabei ihr eigenes Leben.

Angesichts solcher Belastungen ist wohl jedem kar, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft nicht nur notwendig, sondern auch etwas ganz Besonderes ist. Vor allem die Brandbekämpfung unter Tage gehört dazu. Daher werden verdiente Grubenwehrmänner bis heute auch für Ihre Leistungen vom Bundespräsidenten per-sönlich geehrt. Im Gegensatz zu allen an-deren Auszeichnungen ist das Gruben-wehr – Ehrenzeichen die einzige Auszeich-nung, die nur Grubenwehrmänner erhalten. Das staatlich verliehene Ehrenzeichen wurde 1934 vom preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit erstmals gestiftet. Diese besonderen Jungs dürfen daher nie vergessen werden.

noch da

Hauptstelle für das Gruben-
rettungs-wesen auf Pluto

Mit dem Weggang der Grubenwehr auf Prosper-Haniel ist die Geschichte der Grubenwehr aber noch nicht zu Ende, denn sie besteht weiter.

In Gestalt der Hauptstelle für das Grubenrettunsgwesen am ehem. Zechenstandort Pluto an der Wihelmstrasse in Herne trainieren immer noch rd. 130 Grubenwehrmänner regelmäßig den Ernstfall unter Tage. Zusätzlich auch im Trainingsbergwerk am ehem. Zechenstandort Reck-linghausen II in Recklinghausen-Hochlarmark. Dort jedoch nur noch bis Ende 2021. Warum ?

Weil die RAG immer noch offene Grubenbaue und Schächte unterhält. So z.B. noch 10 Grubenwasserzechen. Dort müssen die untertägigen Kreiselpumpen von Bergleuten gewartet werd-en. Für diese Mannschaft ist die Grubenwehr weiterhin da. Die untertägige Grubenwasserhaltung wird bis 2030 sukzessive auf übertägigen Hängepumpenbetrieb umgestellt. Dann wird die Grubenwehr nicht mehr benötigt. Aber sie ist auch noch für andere Bergwerke zuständig. So. z.B. für die Kali-Bergwerke in Deutschland. 

Auch führt die Hauptstelle im Auftrag der Berufsgenossen-schaft Rohstoffe und chemische Industrie weiterhin Fortbild-ungsmaßnahmen durch. So z.B. Fortbildungen als Gerätewart, Trupp-und Oberführer von Grubenwehren, Atemschutzgeräte-training, Belastungsübungen, Auf-und Abseiltechniken sowie theoretische und praktische Unterweisungen im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. 

Die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen hat ihren Sitz in Clausthal-Zellerfeld, Niedersachen. Die BG RCI hat ihren Sitz in Heidelberg.

Verleihungsurkunde Grubenwehr des Bundespräsidenten
verdiente Grubenwehrmänner wurden und werden durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet. Hier eine Verleihungsurkunde für 15 Dienstjahre. Ab 20 Dienstjahre wird das Ehrenzeichen in Gold verliehen.
Prosper-Haniel, Schacht Franz

PH, Schacht Franz-Haniel 2 in Bottrop kurz vor der Verfüllung März 2020, Foto: RAG

Quellenhinweise:

Rückzugskonzept RAG, in: Abschlußbericht zum Verbundvorhaben untertägiges Pump-speicherwerk am Bergwerk Prosper-Haniel in der Bergbaufolge, Universität Duisburg-Essen (Hrsg.), Essen 2018; Leistungs-verzeichnis der Berufsgenossenschaft BG RCI vom 1.1.2020, Heidelberg 2020; RP-Online vom 16.08.2018; WAZ vom 02.04. 2020; Böse, Christian, Farrenkopf, Michael, Weindl, Andrea: Kohle – Koks – Öl – Die Ge-schichte des Bergwerks Prosper-Haniel, RAG (Hrsg.), Münster 2018, S. 303 sowie RK-Redaktion vom 10.04.2020

Headerentwurf: Revierkohle; Flammen löschender Grubenwehrmann: RAG 

Nach dem die Schächte 9 und 10 des Berg-werks Prosper-Haniel in Bottrop  nunmehr verfüllt sind, steht die Verfüllung von Schacht Franz-Haniel sowie die Verfüllung des 1.250 m langen Förderbergs auf PH 2 an.  

Nachdem im Förd-erberg alle Enbaut-en bereits geraubt wurden, werden nun rd. 25.500 Ku-bikmeter zement-gebundene Bau-stoffe in die Förd-erstrecke setzungs-und sackungsfrei eingebracht. Der Schrägschacht soll te für das ur-sprünglich ge-plante Untertage-Pumpspeicher-Kraftwerk geöffnet bleiben. Leider war die Finanzierung nicht gesichert.

Silo und Zementmischanlage zur Schachtverfüllung
Beispiel Schachtverfüllungsanlage, Foto: RAG

Schacht Franz-Haniel hat eine Teufe von 1.077,5 m und einen Schachtdurchmesser von 6,5 m. Teufbeginn war 1922. Der Schacht soll teilverfüllt werden.

Im Bereich der 3. Sohle wird eine Schal-ungsbühne errichtet. Oberhalb der mit Wid-erlagern gehaltenen Bühne wird auf 360 m Länge eine kohäsive (zusammenhaltende) Teilsäule in die Schachtröhre eingebaut. Mit 12.000 Kubikmetern hydraulisch abbind-endem Zement wird der Schacht darum her-um standfest verfüllt. Der Schacht soll auf diese Weise verwahrt werden.  

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Extinction Rebellion: Corona ist die Heilung

Die Erde heilt - Menschen sind die Krankheit

Corona ist die Heilung sagt Extinction Rebellion

Als wir uns im Okt. 2019 mit der Frage befassten, ob die Klimarebellen von Extinction Rebellion (XR) gefährlich für die Gesellschaft werden könnten, da sie zivilen Unge-horsam zwecks Rettung der Menschheit vor dem Untergang wegen der drohenden Klimakatastrophe propagieren, kamen wir zu dem Schluß, dass dies nicht der Fall sei. 

Gleichzeitig wiesen wir aber darauf hin, dass die von Extinction Rebellion befürchtete Angst vor dem Aus-sterben wie eine Monstranz vor der ehrfürchtigen Klimagemeinde hergetragen wird. Die Öko-Linke Jutta Ditfurth be-zeichnete XR daher auch als eso-terische Welt-untergangssekte, der es an einem kritischrationalem Potential fehlen würde. 

In Wahrheit, so unsere damalige Vermutung,  würde die vorgeschobene Klimarettung nur als Vehikel dienen, um ein anderes politisches Ziel zu verwirklichen. Nämlich eine „andere“ Demo-kratie aufzubauen, in der alle Menschen gleich sind und es keine Armut mehr gibt ( Extinction-Rebellion-Hand-buch 2019). Wenn nur 35 % aller Menschen zivilen Ungehorsam praktizieren würden, so die Hoffnung von XR, dann wäre man in der Lage, die Gesellschaft grund-legend zu trans-formieren. DDR 2.0 läßt grüßen.      

Uhrzeiger fünf vor Zwölf
Wohlstand ohne Wachstum ist nicht möglich

Die Geschichte zeigt, dass eine revolutionäre und totalitäre Zwangsbe-glückung des Volkes i.d.R. einen hohen Preis hat. Nämlich den Verlust der Freiheit und des Wohlstandes.

Wohlstand ist ohne Wirt-schaftswachstum aber nicht machbar. Und um  Wohlstand zu halten bzw. zu mehren, braucht man preiswerte und jederzeit verfügbare Energie.

Das wiederum ist mit Wind und Sonne nicht möglich, weil diese nicht jederzeit zur Verfügung steht und auch nicht in größerem Umfang ge-speichert werden kann.

Und von preiswerter Er-stellung kann schon gar nicht die Rede sein, wie es die rd. 40 Mrd. EUR an Subventionen pro Jahr aus Steuergeldern ein-drucksvoll belegen.  

 

Für Extinction Rebellion scheint im Hinblick auf das irrige Ziel, die Klima-erwärmung durch Null C02-Emissionen stoppen zu wollen, zwischenzeit-lich jedes Mittel recht zu sein.

Um Mutter Erde und das Klima zu retten, geht der Kreuzzug nicht mehr nur gegen fossile Brenn-stoffe, Kapitalismus und böse C02-Emissionen, sondern nun auch gegen die Menschheit selbst.

Da diese aufgrund der Vielzahl selbst die Krank-heit wäre, würde die Erde sich wehren. Der Corona-Virus ist daher die Heilung.       

Corona-Virus Illustration
Corona-Virus Illustration
Friday for Future Demonstration
XR Eieruhr- Illustration von Revierkohle

Grafik der Umwelt zuliebe oder ?

Corona ist die Heilung

nur hysterische Spinnerei ?

Nicht nur ! Denn der Corona-Virus ist für XR eine gute PR-Vorlage, wieder die Auf-merksamkeit der Medien zurückzuge-winnen, denn um das Thema Klima ist es seit dem Ausbruch von SARS-Cov 19 merkwürdig still geworden. Plötzlich haben viele Menschen begriffen, dass die lebensbedrohliche Gefahr, die von dem neuen Virus ausgeht, real ist, während der von Menschen gemachte Kimawandel das ist, was er u.E. immer schon war: eine Fiktion.

                      Ein Eigentor

Anstatt das einzusehen, bedient sich XR eines Winkelzuges. Durch den Corona-Virus würde die Wirtschaft und die Menschheit  schrumpfen und das wäre gut für das Klima, weil dadurch auch die Luftverschmutzung und die C02-Emissio-nen zurückgehen würden. Das ist glatt ein Eigentor, da XR mit dem Ziel angetreten ist, die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren. Nun werden also die Men-schen und der Virus gleichgesetzt, wel-che den Planeten zerstören.

Mit dieser haarsträubenden These steht XR Übrigens nicht alleine da. Der Ökologe Eric Pianka von der University of Texas erklärte, dass 90 % aller Menschen sterb-en sollten, um den Planeten zu retten.

Krankheiten wären der effizienteste und schnellste Weg, um die Bevölkerungs-krise zu meistern. AIDS ist seiner Ansicht nach kein effizienter Killer, da er zu lang-sam wirke. Das non plus ultra wäre statt-dessen der Ebola-Virus, da er schon nach wenigen Tagen tödlich wirke. Pianka wurde von der Texas Academy of Science 2006 zum Wissenschaftler des Jahres gekürt. Kein Wunder, warum 62 % aller Berliner die XR-Klimasekte spektisch sehen.  

   

unser Appell

leuchtend-rote Katzenaugen - Don´t Panik

Quellenhinweise: Klein, Michael: XR: Menschen seien eine Krankheit und Corona-SARS die Heilung, in: Eike.de. vom 30.03.2020; Taylor, James: Klima-Aktivisten feiern die Auswirkung-en des Corona-Virus auf die Wirtschaft und auf Emissionen, in: Eike.de vom 29.03.2020, N.N.: Notwendiger Klimaprotest oder Öko-terrorismus ?, in: ZDF vom 20.01.202; Focus-Online vom 16.03. 2020 (Protestabsage); RND.de vom 21.10.2019; RBB24.de vom 08.10.2019; *) Blach, Bernhard: 10 Mrd. Menschen – es wird eng in Zukunft, in: Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, Revier-kohle (Hrsg.), Hamburg 2019, S. 78 ff sowie RK-Redaktion vom 04.04.2020

Fotonachweise:

ganz oben: Mann mit Mundschutz: Orna Wachman, pixabay.com: künstl. Veränderung: Revierkohle; XREast Mindlands-Quelle: Twitter vom 24.03.2020, in: Eike.de vom 30.3.2020; darunter: schul-streikende FFF-Jugendliche: Dominic Wunderlich, pixabay. com; Corona-Virus-Grafik: Alexandra Koch; ganz unten links: pixabay.com

an die Vernunft

Wenn wir zynisch wären, müßten wir nun von den XR-Radikalinskis fordern, bitte schön mit gutem Beispiel voranzugehen und die Pro-testkundgebung in Berlin am 4.5.2020 stattfinden zu lassen, anstatt sie aus Angst vor dem Virus abzusagen. ( haben Sie den Wider-spruch bemerkt ?) 

Stattdessen appellieren wir an die Vernunft.  Denn es ist nicht ver-nünftig, einen Zusammenhang zwischen den antrophogen erzeugt-en C02-Emissionen und dem Ausbruch des Corona-Virus herzu-stellen, weil es einen solchen Zusammenhang nicht gibt.

Er ist konstruiert, weil XR u.a. davon ausgehen, dass der Zusamm-enhang von menschengemachten C02-Emissionen durch Verbrenn-ung fossiler Energien und stattfindender Klimaerwärmung wissen-schaftlich eindeutig belegt wäre. Genau das ist aber nicht der Fall, wie wir an dieser Stelle schon mehrfach ausführlich dargelegt hab-en. Und SARS Cov 19 und C02 haben miteinander rein gar nichts zu tun.

Allerdings ist die Forderung nach Reduzierung der Menschheit nicht ganz unvernünftig, wie wir ebenfalls bereits ausführten*), da die Erde nur begrenzte Ressourcen und bewohnbare Flächen be-sitzt. Und wenn man die Armut ernsthaft bekämpfen möchte, dann stellt sich natürlich auch die Verteilungs-und Systemfrage.  

                                      Zur Veranschaulichung:

Bevölkerten in 1922 rd. 2 Mrd. Menschen den Erdball, so waren es nach UN-Angaben 2019 bereits 7,7 Mrd. Menschen. Sie alle benöti-gen Luft, Wasser, Rohstoffe, Lebensmittel, Platz sowie ein Dach über dem Kopf. Das erfordert einen immer größeren Energiebedarf. Die Umstellung auf Öko-Strom erst recht. Es ist daher nicht ganz verkehrt, über die Reduzierung der Weltbevölkerung nachzudenken.

Eine Pandemie ist etwas Schreckliches und keine Heilung. Eine frei-willige Geburtenkontrolle, kostenfreie Verhütungsmittel, eine effi-zientere Energiewirtschaft, eine nachhaltige Recyclingwirtschaft sowie mehr Bildung wären humanitäre Maßnahmen, die u.E. schon eher geeignet sind, eine heilsame Wirkung zu entfalten.   

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Zeche Zollern 2/4 farbig

Zollern II/IV: Montanium wurde eröffnet

erstes Teilstück wurde freigegeben

Landschaftsverband Westfalen Lippe-Logo

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der neben acht an-deren Indsutriemuseen auch das Industriedenkmal Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen unterhält, hat bereits im Febr. d.J. mit Unterstützung der RAG-Stiftung die neue Untertagewelt „Mon-tanium“ eröffnet.  Wie sehr sich ein Besuch lohnt, skizzieren wir im folgenden Beitrag.

Musterzeche des 18. Jahrhunderts

Barocke Schloßanlage mit Backsteingotik

Als der Gelsenkirchener Architekt Paul Knobbe. die ersten Zechengebäude auf Zollern 1898 entwarf, da ging es ihm darum, vom Image der schmutzigen Zechenhöfe.wegzukommen. Er schuf einen schloßähnlichen Innenhof, verzierte die Giebel und Häuser reichhaltig im Stile des Historismus.. Er  begrünte den Ehrenhof, versah den Eingangsbereich der Zeche mit einem gotischen Hauptportal. Schuf einen wunderschönen. zinnengekrönten Treppengiebel. Versah die Maschinenhalle mit  riesigen.fünfbahnigen Fassadenfenstern. Entwarf eine prächtigen Maschinenhalle mit ornamentaler Jugendstilmalerei, repräsentativen Torhäusern, Walmdächern mit Zwiebeltürmen und reichlich Ziegelmosaik.

Im Jugenstil wurden aber auch die Beamtenhäuser in der Bergarbeiterkolonie Landwehr konzipiert, weil auch sie die Zeche repräsentieren sollten.  Die 90 erhaltenen Wohneinheiten bilden eine einmalige städtebauliche Situation. Der besondere Reiz liegt darin, dass Kolonie und Zeche die gleichen Stilelemente besitzen und daher eine Einheit bilden. So zeugten schon damals die Zwei und Vierfamilienhäuser vom fortschrittlichen und sozialen Wohnungsbau der Zeche.  Obwohl nach der Schließung der Zeche im Jahre 1955 von ehemals 43 Übertagegebäuden nur 17 übrig geblieden sind und diese bis 1990 mehr oder weniger verwahrlosten, ist dieser Glanz einer vergangenen Industrieepoche seit der Restaurierung durch den LWL erhalten geblieben.

Das gilt insbesondere für die von 2009 bis 2016 aufwendig restaurierte Maschinenhalle, aber auch für die beiden Fördertürme. Allerdings.handelt es sich nicht um die Originalfördertürme, weil diese nach der Stilllegung dem Abriss ebenfalls zum Opfer fielen. Über Schacht 2 erhebt sich daher heute. der Förderturm der ehem. Zeche Wilhelmine Victoria aus Gelsenkirchen und über Schacht 4 der Förderturm der ehem. Zeche Friedrich der Große aus Herne.     

Hydraulikstempel unter dem Hangenden

Achtung !

es drückt und kracht am Hangenden

Kinder am Kohleleseband auf Zollern

Ihr könnt auch anpacken

und nicht nur am Kohleleseband

Kohlenförderband in der Strecke auf Zollern 2/4

es poltert

auf der Förderbandstrecke

Schlaegel und Eisen Revierkohle-Logo
Zeche Zollern-Eingang, Schacht 2 und 4 mit Verwaltungsgebäude
Schacht 2
Lohnhalle
Lohnhalle
Schacht 4

Industriemuseum Zeche Zollern II/IV

Grubenweg 5

44388 Dortmund

Industriemuseum Zeche Zollern II/IV                                   Grubenweg 5

44388 Dortmund

Öffnungszeiten:

Dienstags bis Sonntags von 10.00 bis 18.00 h

Eintrittspreise:

Erwachsene: 5,00 EUR

Kinder: frei

geführte Gruppen (max. 15 Personen) für den Besuch des Montaniums: 45,00 EUR (2 Begleitpersonen frei!)

Dauer: 2 Stunden

Neues Angebot

Obschon die Schächte seit 1966/67 verfüllt sind, hat sich der LWL bemüht, den Besucherinnen und Besuchern trotzdem das Gefühl zu vermitteln, wie es unter Tage einmal gewesen ist. Dazu wurde auf dem Zechenplatz ein Streckenabschnitt mit Rundbogenausbau und reichlich Technik aufgefahren und hergerichtet.

Experimentierstationen, Untertage-Soundakustik, audiovisuelle Projektionen, Dunkelheit und Geruchsbedüsung sollen einen mög-lichst authentischen Eindruck.von der Arbeitswelt der Bergleute unter Tage vermitteln.

Mit diesem neuen Angebot will das Museum deutlich machen, dass es mehr kann, als nur Objekte, Maschinen und Vitrinen auszu-stellen. Man will alle Sinne ansprechen. Und das wäre mit dem Montanium nunmehr gelungen. Gleichzeitig soll das Montanium auch ein Bildungsort sein, dass das vorhandene erlebnispäda-gogische Konzept für Kinder und Jugendliche sinnvoll ergänzt. Die RAG-Stiftung hat das Projekt unterstützt, weil es Jugendlichen hilft, einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen und Technik spielerisch zu finden. Gerade an den Experimentier-Stationen geht es um physikalische Phänomene und Kräfte, die unter Tage wirken.

Gezehe. Maschinen. Hydraulikschilde.  u.a. Einrichtungsgegen-stände stammen Übrigens aus dem ehem. Lehrstollen der 2008 stillgelegten Zeche Westerholt (BW Lippe) in Herten, weil diese z.Zt. zu einem Wohn-und Gewerbequartier umgebaut wird.

Bis 2022 soll das Montanium um einen Werkstattbereich und einem weiteren Streckenausbau erweitert werden. Dann können Besucher selbst Hand anlegen und Reparaturen ausführen und eine Fahrt mit einer Grubenbahn nacherleben. Und wer es noch authen-tischer mag, der sollte auch einmal das Trainingsbergwerk in Reck-linghausen-Hochlarmark besuchen. Dort kann man dann auch mit einer Einschienenhängebahn durch das Grubengebäude „wie in echt“ sausen. Aber vorsicht: Bergluft kann süchtig machen !  

Quellennachweise:

LWL-Pressemitteilung; Steinkohle-Online.de vom 17.2.2020; Her-mann, Wilhelm und Gertrude: Die alten Zechen an der Ruhr, 6. Auflg., Königstein/Taunus 2008, S. 112 f u. 120 f sowie RK-Re-daktion vom 05.04.2020

Fotonachweise:

ganz oben: Revierkohle. künstl. Gestaltung: Revierkohle; LWL-Logoentwurf: Revierkohle; darunter v.l.n.r.: LWL , links darunter: Revierkohle

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redox-rlussbatterie- revierkohle-grafikentwurf

Redox-Batterien: nun sollen organische Elektrolyte das Speicherproblem lösen

das Zauberwort heißt Lignin

redox-rlussbatterie- revierkohle-grafikentwurf
Grafik Medizinkolbenflaschen in drei Größen

Forscher der Harvard University in Cambridge (UK) hatten Anfang 2000 eine Redox-Flussbatterie entwickelt, die Energie in organische Moleküle speichert, die in Wasser mit neutralem pH-Wert gelöst sind. Durch Modifikation der Molekülstruktur in den Lösungen für positive und negative Elektrolyte werden diese wasserlöslich. Dadurch verlieren die Elektrolyte nach 1.000 Zyklen nur rd. 1 % ihrer Kapazität. So sollen diese 20 Jahre halten. Aber stimmt das ?

Die Speicherkapazität der Redox-Fluss-batterie wird durch die Größe des Speicher-tanks bestimmt. Darüber hinaus soll sie äußerst wartungsarm sein. Aus diesem Grunde ist die Fluss – oder auch Nassbatt-erie genannt – ein vielversprechender Ener-giespeicher für erneuerbare Energien, behaupten die Experten der Harvard Uni-versity.   

harvard universitätslogo- revierkohle-oelbild

Aber ist dem tatsächlich auch so ist, wie einige Fachleute meinen? Wir  wollen das  im Folgenden prüfen.

Bisher ist es so, dass die Kapazität von Nassbatterien mit zunehmender Zykluszahl abnimmt und regelmäßig gewartet werden muß. Die Redox-Nassbatterie ähnelt in ihrem Aufbau der klassischen Starter-batterie, die sich vor allem in Autos befindet.  Redox-Nassbatterien taugen  für mäßige Belastungen, weshalb sie auch  in Wohnmobilen verbaut werden. Die Dicke der Bleiplatten ist hoch, weil der Akku auch weniger leistungsfähig ist. Mit der Zeit bildet sich an den Platten Bleisulfat. Und wenn die Batterie nicht regelmäßig geladen wird, bröckeln die Platten. So  verschlamm-en diese und das Ende der Nassbatterie ist in Sicht. Vorteilhaft ist der niedrige Preis. 

neues Nasszellenmanagement

Energiewende dank Lignin ?

the vision of Schaeffler and CMBlu

REDOX-FLOW

dicke baumringe mit grünem eichenblatt
Lignum (Holz) bewirkt die Verholzung der pflanzlichen Zellwand, Foto: pixabay.com

Seit 2018 tüfteln nun die Batterie-Experten der Firmen CMBlue und Schaeffler an großtech-nischen Speichern für regenerative Energieträger mit Hilfe von Redox-Flow-Batterien auf der Basis von organischen Elektrolyten. Die Redox-Fluss-Batterie ist ein Akkumulator, der ele-ktrische Energie in chemi-schen Verbindungen speichert, wobei die Reaktionspartner in einem gelösten Lösungsmittel, hier Lignin, vorliegen. Zwei energiespeichernde Elek-trolyte zirkulieren dabei in zwei getrennten Kreisläuf-en, zwischen denen in der galvanischen (Umwand-lungs) Zelle mit Hilfe einer Membrane der Ionenaus-tausch erfolgt. In der Zelle werden die gelösten Stoffe chemisch reduziert, wobei elektrische Energie frei wird.  Soweit die Ausführ-ungen einschlägiger Lexikas. 

was genau geht ab ?

Lignin als Abfallprodukt der Papier-und Zellstoffindustrie

redox-flussbatterie- ablaufdiagramm

Der Anspruch ist hoch. Schaeffler und CMBlue wollen eine organische Fluss-batterie als stationären Energiespeicher bauen, der in der Lage sein soll, volativ bedingte Schwankungen auszugleich-en. Ferner soll die Batterie auch Last-spitzen in Industriebetrieben glätten. Die Batterien sollen darüber hinaus auch als Pufferspeicher zur Entlastung von Mittelspannungsnetzen dienen.

Diese Zielvorstellungen darf man durch-aus als ambitioniert bezeichnen, weil die Geschichte der Redox-Flussbatterien bereits bis in die  Mitte des 20.Jahrhund-erts zurückreicht.

So ist  es bis heute nicht möglich, die Langzeitstabillität sowie die Energie-dichte wesentlich zu erhöhen. Außer-  

Ist das die Lösung ?

dem ist die Herstellung bis heute äußerst umweltschädlich und teuer. Und es ist egal, ob die Batteriezellen Vanadium-Bromid, Blei, Zink, Kobald oder Silizium-basiert her-gestellt werden.

Einzige Ausnahme scheint der Naturstoff Lignin zu sein. Lignin ist ein phenolisches Makromolekül, das sich aus verschiedenen Monomerbausteinen zusammensetzt.

Die festen Biopolymere bewirken eine Ver-holzung der pflanzlichen Zellwand und geben dem Pflanzenkörper Stabilität. Aber auch die Stabilität von Baumästen wird durch das Lignin gewährleistet. Es bietet der Pflanze auch Schutz gegen das Ein-dringen von Wasser.

Lignocellulose ist ein Rohstoff, der sich leicht land-und forstwirtschaftlich anbauen und nutzen läßt.

Da aber die chemische Industrie zwingend auf Kohlenstoffverbindungen und damit auf Kohle, Erdgas und Erdöl angewiesen ist, um z. B. Farben, Lacke, Klebstoffe, Kunstfasern, Dünge-und Pflanz-enschutzmittel herstell-en zu können, stellt sich die Frage, ob Ligno-cellulose eine echte Alternative zu den fossil-en Energieträgern darstellt. Wir glauben das einstweilen nicht.   

laborgeraete beispiel einer versuchsanordnung
technisches Prüflabor - Foto: RAEng Publications

Prototypenreife erreicht

sicher und nachhaltig ?

Lignin als Ausgangsstoff für die neuen Redox-Flow-Batterien gilt zwar als umweltfreundlich, weil hoch verfügbar und kostet wenig.

Aber als Energiespeicher der Zukunft, der in der Lage sein soll, volative Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, taugt die Batterie u.E.n. herzlich wenig.

Wir reden hier immerhin von einem jährlichen Strombedarf von rd. 650 Mrd. kWh. Wenn auch nur eine Woche Flaute herrscht, weil kein Lüftchen weht, wird keine Batterie in der Lage sein, die fehlende Energie auszugleichen.

Und was die Lastspitzen anbe-langt, da sollte man sich die monatlich veröffentlichten Lastgänge einmal genauer anschauen.

Die sog. Residuallast schwankt im Monatsdurchschnitt bei rd. 70 Gigawatt Leistung und wird bis-her ausschließlich durch fossil betriebene Kraftwerke ausge-glichen. Das ist die Differenz zwischen Bedarf und Nachfrage.

Diese wird sich in den nächsten Jahren aufgrund des weiteren Ausbaus regenerativer Energie-träger wie Wind-und Sonnen-kraftwerke erhöhen. Und damit steigt gleichzeitig die Gefahr eines Netzzusammenbruchs aufgrund zunehmender Schwankungen.

varta-nassbatterieaufbau als grafik
Foto: Varta - Retusche: Revierkohle

Eine Redox-Fluss-Batterie kann – je nach Baugröße und Typ – eine Leistung von einigen 100 Watt bis mehrere Megawatt bereitstellen. Das klingt viel, ist aber im Verhältnis zum flächendeckenden Bedarf fast nichts.

Zudem hat die Batterie die unangenehme Eigenschaft, dass sie nur eine geringe Energie-dichte besitzt.  Dieselkraftstoff weist z.B. mit 10 kWh pro Liter eine rd.400 fache Energiedichte  auf. Vorteilhaft dagegen ist ihre extrem lange Laufzeit von bis zu 20 Jahren, ihre Feuerfestig-keit  und ihre geringe Selbstentladung. Darüber hinaus ist sie weniger giftig als die traditionell hergestellten Batterien.

Im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien wiegen Redox-Flow-Batterien wesentlich mehr und benötigen viel Platz. Zu Versuchszwecken wurde auf dem Platz der Ostfalia-Fachhoch-schule in Wolfsburg z.B. eine 5 Tonnen schwere Redox-Flow-Batterie installiert. Die weltgrößte Redox-Fluss-Batterie steht in einer japanisch-en Windkraftanlage und soll in der Lage sein, 4 Megwatt Leistung zu speichern.

Für den Einbau in E-Autos dürfte die Redox-Batterie daher wohl eher nicht in Betracht kommen. Das Redox-Flow-Projekt der Firmen Schaefler und CMBlue wird von der europäi-schen Union seit Jan. 2020 gefördert und hat eine Laufzeit von 4 Jahren. Die Firma Jena-Batteries will in 2021 den Schritt in die Serien-fertigung wagen.

Ob die flüssigen Elektrolyte auf der Basis des Abfallproduktes Lignin in Flussbatterien die energiepolitisch gewollte Wende beschleunig-en werden, bleibt abzuwarten. 

Quellenhinweise:

Handelsblatt vom 27.03.2020; Ingenieur.de vom 06.03.2020; Internationales Verkehrswesen.de vom 17.01.2020; Energie-Experten.de/ erneuerbare-energien/photovoltaik; Schaeffler-Pressemitteilung vom 30.11.2018; Promobil.de vom 21.02.2020; Elektromagazin vom 14.02.2017 sowie RK-Redaktion vom 06.04.2020

Fotonachweise:

Header-Entwurf: Revierkohle

Harvard-Logo-Retusche: Revierkohle; links darunter: pixabay.com; 

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