Die Kokerei Zollverein in Essen-Stoppenberg entstand in den Jahren 1957 bis 1961 in räumlich-funktionaler und ästhetischer Orientierung an den Hauptschacht XII der Zeche Zollverein. 1964 erreichte sie erstmals ihre Höchstkapazität und produzierte 5000 Tonnen Koks pro Tag. Anfang der 1970er Jahre wurde die Kokerei Zollverein zu einer der weltweit größten Anlagen ausgebaut. Rund 1000 Menschen arbeiteten hier, viele davon im Schichtbetrieb. 1986 wurde die Zeche und 1993 die Kokerei stillgelegt.

zur Geschichte der Kokerei …

Die alte Gas-und Kompressorenhalle auf der Kokerei Zollverein wird seit 2014 zum Event-Veranstaltungsort umgebaut und verliert damit seinen historisch-anschaulichen Charakter. Dafür wird künftig gefeiert bis zum frühen Morgen.  Zwar werden einige Kompressoren als Anschauungsobjekte stehen bleiben, mit angemessener Würdigung der Bergbaukultur hat das Ganze aber wenig zu tun, da die rd. 2.400 Stehplätze umfassende Halle hautpsächlich das Partyvolk anlocken soll. Und die haben nach unserer Erfahrung mit der Bergbaukultur herzlich wenig am Hut. Andererseits kann man den privaten Investor, die Grand Hall Zollverein GmbH, aber auch verstehen, denn diese hat 10 Mio. EUR in die Hand genommen, um den Umbau finanzieren zu können. Der bisherige Investor, Claus Dürscheidt, ist in 2015 verstorben. Es macht aber trotzdem einen Unterschied, ob man Bergbaukultur im Sinne der Bewahrung betreibt oder ob man mit Hilfe der Bergbaukultur Geld verdienen möchte. Kurzum: in der zukünftig „Grand-Hall“ genannten Kompressoren-halle werden neben Musikveranstaltungen, Empfängen, Messen, Galas auch jede Menge Partys das denkmalgeschütze Gebäude erschüttern und – das ist das Gute an der Sache – das Gebäude auch neu beleben. Denn dieses ist seit 1990 stillgelegt. 75 Veranstaltungen werden  in der ehem. Gassauger-und Kompressorenhalle pro Jahr angeboten. 950 Gäste können dann auch mit Essen bewirtet werden.

mit Schlittschuhen in der Kokerei

Kein Bergmann und kein Koker hätte sich bis 1993 je träumen lassen, das im Schatten der riesigen Koksöfen einmal eine Eisbahn stehen würde. Eine faszinierende Idee ist seit einigen Jahren für Jung und Alt Wirklichlichkeit geworden. Die Eisbahn Kokerei Zollverein Essen ist wohl die spektakulärste Eisbahn im Ruhrgebiet! Wintersportlich geht es auch in dieser Saison wieder vor der grandiosen Kulisse der Koksöfen zu: Die Eisbahn auf dem Gelände der Kokerei Zollverein ist die spektakulärste Location für Schlittschuhläufer im Ruhrgebiet – mehr Revier geht nicht! Ab Anfang Dezember bis 6 Jan. können Sie die Kuven auf der 1800 Quadratmeter großen und 150 Meter langen Kunsteisbahn krachen lassen. Rund 30.000 Schlittschuhläufer werden auf Zollverein  pro Saison gezählt. Neben Eisdisco und Firmenevents kann man sich auch im Eisstockschießen üben und besondere Musikwünsche ordern. Am Abend wird die Eisbahn in rot-blaues Licht eingetaucht, was das Eisvergnügen auf faszinierende Weise steigert. Und zum Vergnügen gehört natürlich auch Pommes Schranke und Currywurst. Durchgekühlte Schlittschuhläufer können sich bei einem Heißgetränk wieder aufwärmen.

Eintritt: Erwachsene 7,00 EUR; Kinder 5.00 EUR

Saison: 09.12.2017 bis 07.01.2018

Öffnungzeiten:

Mo-Fr 15.00-20.00 h ; Sa 10-22.00 h, So bis 20.00 h am 24.12., 26.12., 25. und 31.12.2017 geschlossen. 1.1.2018: 13.00 h bis 20.00 h.

so haben wir malocht

Begleiten Sie Kokerei-Mitarbeiter durch ihre ehemalige Wirkungsstätte und erfahren Sie hautnah, was es heißt, eine Koksofenbatterie zu löschen, am Steuerstand auf der Brücke bei rd. 40-50 Grad Hitze im Sommer zu stehen und was es mit der schwarzen und der weißen Seite einer Kokerei auf sich hat. 11.000 Tonnen Kohle wurden in der Kokerei Zollverein pro Tag zu Koks verarbeitet. Der Koks ist auch heute noch wichtigster Bestandteil bei der Herstellung von Stahl. Für chemisch interessierte Besucher dürfte es interessant sein zu erfahren, das bei der Vekokung rd. 450 Nebenprodukte anfallen, die die Kokerei gewinnbringend verkauft hat. Ihre letzte Kokerei in Bottrop hat die RAG im Jahre 2010 an die Firma Arcelor Metall schweren Herzens verkauft, da diese sonst ebenfalls 2018 im Zuge des politisch beschlossenen Auslaufbergbaus trotz guter Auslastung hätte geschlossen werden müssen.

ich will mehr wissen…

Das Werksschwimmbad ruft auch in 2018 wieder alle Werktätigen

und die, die es mal werden oder wieder werden wollen, zum baden. Direkt vor der ehem. Koksofenbatterie der Kokerei Zollverein, die 1993 endgültig stillgelegt wurde, hat die Stiftung Zollverein 2001  von den Künstlern Dirk Paschke und Daniel Milohnic ein 12 x 5 m kleines, aber feines sog. „Werksschwimmbad“ anfertigen lassen. Dieses Becken gehört in den Sommermonaten zu den bekanntesten Bade-Locations im Revier. Es handelt sich dabei um zwei aneinander  geschweißte Überseecontainer. Die Koker hätten zu ihrer Zeit sicherlich die hellste Freude an so einem Planschbecken gehabt, zumal die Container direkt neben der, damals  rd. 1000 Grad heißen Koksofenbatterie,  aufgebaut wurden. Das 2,40 Meter tiefe Becken ist nur für Schwimmer geeignet. Und damit nichts passiert, ist auch ein Schwimmmeister immer vor Ort.  Der Badespaß wird jeden Donnerstag ergänzt durch ein Open-Air-Kino am Werksschwimmbad. Bei schlechtem Wetter ist das Werksschwimmbad allerdings geschlossen.

Termine: 14.07. bis 02.09.2018, täglch von 12.00 – 20.00 Uhr

Kostenloser Eintritt !

Ort: Arendahls Wiese, Kokerei Zollverein, Areal C 75, Essen-Katernberg

Fotos: oben links: Felix Montino , unten links: Revierkohle, Kompressorenhalle: Ralph Lueger, Mark1 Verlag

Foto links: Rainer Halama, Lizenznr. CC-BY-SA.3.0, wikimedia commons