Sonderveranstaltungen

Neue Reihe

Erinnerungen an den henkelmann

In Zusammen mit der Evangelischen  Erwachsenenbildung Bochum stellt das DBM eine Reihe von Biografien aus dem Bergbau-umfeld vor, um den Zugang zu den eigenen Wurzeln zu stärken. Dabei wird auf unterhalt-same Weise viel Wissenswertes über die Kultur und die Geschichte des Bergbaus vermittelt. 

Zur Begriffsklärung:

Der Henkelmann wurde von Bergleuten erfunden und entwickelte sich zum Aufbewahrungsbehälter für das Essen schlechthin. In den 50er und 60er Jahren war er im Ruhrrevier weit verbreitet. Einfache Mahlzeiten wie Suppe mit Kartoffeln und Gemüse mit Sosse waren der Inhalt. Da früher der Weg von der Bergarbeiter-Kolonie bis zur Zeche nicht weit war, wurde das Essen meistens von den Frauen der Bergleute zubereitet, so dass es zur Mittagspause auf den Pütt mitgenommen werden konnte. Für die Isolierung umwickelte man den Henkelmann mit Tüchern oder Zeitungspapier.  

Henkelmänner, Foto: Claus Ableiter, GNU, CC-BY-SA-3-0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Henkelm%C3%A4nner.jpg

und was sonst noch läuft

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Heiraten unter Tage

Heiraten unter Tage

Für viele Menschen ist der Hochzeitstag immer noch der schönste Tag in ihrem Leben. Und den sollte man gebührend feiern. Und wenn man dann noch das Glück hat, „auf Kohle geboren“ zu sein, dann liegt es nahe, sich das Ja-Wort auch unter Tage zu geben. In der Steigerstube im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum haben Sie dazu die außergewöhnliche Gelegenheit. Sie fahren mit Ihren Gästen rd. 17 m in die Tiefe ein, durchlaufen dann das Anschauungsbergwerk und werden von Mitarbeitern des DBM zur Steigerstube begleitet. Dort ist alles für Sie festlich eingerichtet. 

Im Anschluss an die Zeremonie haben Sie dann die Möglichkeit, auf den Förderturm hinaufzufahren und während eines Sektempfangs das Ruhrrevier von oben genießen zu können.

Trautermine im DBM sind jeweils Dienstags, Mittwochs und Freitags um 13.30 h

Kosten: 261,80 EUR (ohne Gebühren für das Standesamt)

Für ein Gespräch steht Ihnen Frau Sandra Rehkamp vom DBM unter der Tel.-Nr. 0234-5877-195/109 gerne zur Verfügung.

Foto: DBM bei Nacht, Rüdiger Hirsemann, fotolia-Kauf

da schon mein Vater und mein Urgroßvater Bergleute waren, war es für mich eine besondere Ehre, meinem Schatz unter Tage das Ja-Wort zu geben.
Janette L.
Bochum
5/5

im Streb und in der Strecke

Im Streb und in der Strecke

In rd. 17 m Tiefe unterhält das Deutsche Bergbau-Museum (DBM) ein Anschauungs-Bergwerk mit einem Streckennetz von 2,5 km. Ein Seilfahrtsimulator vermittelt ihnen eine realitätsnahe Grubenfahrt in 1.200 m Teufe. Damit Sie das Gefühl einer schnellen Fahrt im Förderkorb so wirklichkeitsnah wie möglich erfahren können, wurde der Simulator mit Hydraulik-und Druckluftzylindern ausgestattet. Horizontale Bewegungskomponenten erzeugen ein zusätzliches rütteln, welches von einer   authentischen  Geräuschkulisse begleitet wird. Unten angekommen, gehen Sie durch eine Wetterschleuse und betreten im Nordfeld dann das Anschauungs-Bergwerk. Dort können Sie  im Rahmen eines Rundgangs die imposanten Fördermaschinen, die Bandstrecken und Schilde bestaunen und sich in den harten Arbeitsalltag des Bergmanns hineinversetzen. In den künstlich aufgefahrenen Strecken wird dabei sowohl die Technik aus den 50er und 60er Jahren als auch aus den letzten Jahren des Bergbaus um 2018 gezeigt. Beim betrachten des Flottmann-Bohrhammers aus den 60er Jahren und einem modernen Walzenschrämlader aus den 2000er Jahren wird schnell deutlich, wie rasant sich der technische Fortschritt bis zum automatischen Schreitausbau unter Tage vollzog. 

Und anders als die damalige Wirklichkeit unter Tage können Sie gefahrlos in die Strebe hineinkriechen, ohne sich schmutzig zu machen.    

Das Anschauungsbergwerk ist täglich von 10.00 h bis 17.00 h geöffnet

Montags geschlossen !

 

Foto: Revierkohle

der Förderturm

technische Daten

technische Daten

Bauart: Doppelstrebengerüst

Baujahr: 1943/44

Bauherr: Dipl.-Ing. Martin Kremmer und Dipl.-Ing.Fritz Schupp

Gewicht: 650 Tonnen

Höhe: 71,4 m

Seilscheiben: 8 m Durchmesser

Gewicht: 2 x 30 Tonnen

Höhe bis zur Seilscheibenbühne: 50 Meter

 

Geschichte von Förderturm und DBM

Geschichte des DBM und der Zeche Germania

Der Förderturm über dem DBM in Bochum ragt 71,4 Meter in die Höhe und ist damit als prägende Stadtsilhouette von weitem sichtbar. Gleichzeitig ist der Förderturm das Wahrzeichen der Stadt Bochum.

Die Geschichte des DBM lässt sich bis 1860 zurück verfolgen. Die Sammlungen dienten damals als Anschauungsobjekte für angehende Bergleute. Bis 1930 befand sich auf dem heutigen Gelände des Bergbau-Museums ein Schlachthof. Nachdem dieser abgerissen wurde, entstand 1935/36 das Bergbau-Museum. Im 2. Weltkrieg wurde das Museum durch Luftangriffe fast vollständig zerstört. Das Anschauungsbergwerk wurde als Luftschutzbunker genutzt. Nach Ende des Krieges 1945 konnte die erste Ausstellung 1946 wieder besucht werden. 1960 wurde die untertägige Strecke auf 2510 Metern erweitert. 

1973 wurde das Fördergerüst über dem Hauptportal des DBM errichtet. Ursprünglich stand das gewaltige Doppelstrebengerüst über dem Zentralförderschacht 5 der Zeche Germania in Dortmund-Marten.

Im Jahre 2016 begann man mit dem Umbau und der Modernisierung des Bergbau-Museums, um es fit für die Zukunft zu machen. Unter Beteiligung der RAG-Stiftung und des Landes NRW wurden 50 Mio. EUR in den Umbau des Museums investiert. Das Ergebnis: vier neue Rundgänge und ein erneuerter Südflügel.

Die Zeche Germania

Die Anfänge dieser Zeche reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. 1846 erfolgten Mutungsbohrungen auf den Grubenfeldern Gewalt, Theodor und Siebenstern. Diese Grubenfelder sind 1850 zur Vereinigten Germania konsolidiert worden.  Das Abteufen von Schacht 1 begann 1855. Aufgrund des großen Wasserzuflusses aus dem Steinkohlengebirge brauchte man sieben Jahre, bevor die Zeche 1862 in Förderung gehen konnte. 400 Bergleute förderten 1865  70.000 Tonnen Kohle. 1875 bschäftigte die Zeche bereits 812 Bergleute. Die Förderung konnte auf 158.000 T Kohle gesteigert werden. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass es damals noch keinen Hobel, keine Bandstrecken, keine Einschienenhängebahn und auch keinen Druckluft-Bohrhammer gab. Nur mit Muskel-und Pferdekraft sowie mit einfachem Gezehe wurde die Kohle im Gedinge losgemacht.

1883 ging Schacht 2 in Förderung. 1884 wurde  Wetterschacht 3 in Betrieb genommen. 1910 begann man mit dem Abteufen von Schacht 4. 1929 standen im Grubenfeld die Förderschächte 1/4 und 2/3. Germania 1/4 wurde 1930 stillgelegt.

Mit den Arbeiten für eine neue Großschachtanlage begann man 1939. Neben der Schachtanlage 2/3 wurde der Zentralschacht 5 niedergebracht. Das Fördergerüst wurde 1944 errichtet. Die Förderkapazität konnte 1953 auf 8.000 T Kohle täglich gesteigert werden. 1955 ist die Förderung auf den Anlagen 1/3 und 2/4 eingestellt worden. Die höchste Förderung hat die Zentralschachtanlage 5 1964 mit 1,8 Mio. T Kohle erbracht. Dafür arbeiteten auf der Zeche 4.427 Bergleute. Dann ging es im Rahmen des großen Zechensterbens aufgrund des preiswerten Ölimports auch der Zeche Germania an den Kragen. 1971 wurden alle Schächte verfüllt und die Übertageanlagen niedergelegt.

Das Fördergerüst über Schacht 5 wurde in seine Einzelteile zerlegt und dann mit Spezialtransportern nach Bochum zum DBM gebracht, wo es 1973 wieder aufgebaut wurde. Nur wenige Fördertürme der einst 140 Zechen im Ruhr-, Aachener, Ibbbenürener  und im saarländischen Revier   konnten auf diese Weise vor der Verschrottung gerettet werden.  

Foto u. Quellenhinweis: Hermann, Wilhelm und Gertrude; die alten Zechen an der Ruhr, 6. Auflg., Königstein/Taunus 2008, S. 186 ff; Bergmannskalender 2012 , RAG Saarland (Hrsg.)

Fotonachweise:

Header: Revierkohle            unten: v.l.n.r.: pixabay.com; Revierkohle; pixabay.com