DBM1: Bergbau

von der Steinzeit bis zur Gegenwart

RUNDGANG 1

Rundgang 1

Bergbau. Steinzeit mit Zukunft

Foto: DBM

 

Rundgang 1

von der Steinzeit bis zum Tiefseebergbau

Rohstoffe aller Art begleiten den Menschen seit jeher. Die Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung wurde im Laufe der Jahrhunderte immer effizienter. Vor 400.000 Jahren lernten die Steinzeitmenschen Feuer zu machen. Vor 10.000 Jahren erhitzten die Menschen Kalkstein und gossen dann kaltes Wasser darüber. Die Steine zersprangen und der im Kalkstein enthaltene Feuerstein wurde freigelegt. Aus dem Feuerstein sind dann Waffen und Werkzeuge hergestellt worden. Obschon sich die Kohle vor rd. 300 Mio. Jahren aus Resten von Pflanzen gebildet hat, entdeckten die Menschen den Rohstoff erst in der Jungsteinzeit. 400 v.Chr. wurde von den Kelten Eisenerz und Kalkstein abgebaut. In Deutschland wurde ab dem 7. Jahrhundert v.Chr. im heutigen Landkreis Neunkirchen Kohle abgebaut. Ab 1370 wurde die Kohle auch im westlichen Teil des heutigen Ruhrgebietes abgebaut. Überliefert ist die sog. Kohlengräberei in Dortmund.

warm und feucht

Das Klima vor 350 Mio. Jahren

Vor 350 Mio. Jahren lag Deutschland am Äquator. Die Kontinente haben seitdem ihre Form und Lage stetig verändert. Und sie wandern immer noch: vier bis zehn Zentimeter im Jahr. Daher ist es nicht erstaunlich, dass das Klima damal subtropisch war.

Die tropischen Sumpfwälder am Äquator wurden immer wieder von großen Wassermassen überflutet. Die Wurzeln verfaulten, die Bäume stürzten um und starben ab. Meer und Flüsse brachten dann Sand und Ton, der die abgestorbenen Pflanzen nach und nach überdeckte. Da mit der Zeit keine Luft mehr an die  Pflanzen herankam, verfaulten diese nicht, sondern wandelten sich zu Torf um. Da Ton und Sand-schichten sich mehrere hundert Mal über die Erde legten, wurden die pflanzlichen Überreste immer stärker zusamm-engedrückt und das Wasser wurde dabei herausgepresst. Die Torfschicht wurde fester und je tiefer diese abglitt, um so wärmer wurde es.

Aus dem Torf wurde so über Jahrmillionen Braunkohle und in den noch tiefer gelegenen Schichten Steinkohle. Kräfte in der Erde haben diese Schichten zusammen geschoben, gefaltet, gebrochen und schief gestellt. So entstand in Mitteleuropa am Ende der Karbonzeit das Steinkohlengebirge. 

Im Münsterland lagerten sich in der Kreidezeit ( vor 65 Mio. Jahren) bis zu 1000 m dicke Schichten aus Kalk, Sand und Ton ab. Da diese wie eine Decke über den alten Gebirgsresten aus der Karbonzeit liegen, nennt man diese Schicht auch Deckgebirge. Darunter lagen die Kohlenflöze.

Daher mußte zuerst immer ein Schacht niedergebracht werden, um an die Kohle heranzukommen. An der Ruhr im Süden des Reviers strichen die Kohlenschichten dagegen zu Tage. Die Kohle konnte daher leicht abgebaut werden. Es war die Zeit der Köhler und Kohlengräber und des oberflächen-nahen Stollenbergbaus.   

Blick in die Geschichte

von der Antike zum Tiefseebergbau

Wissenschaftler des Leibnitz-Forschungszentrums am DBM aus den Disziplinen Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Material-kunde und Montanarchäologie haben diesen Rundgang konzipiert und beleuchten die Geschichte des Bergbaus in unterschiedlichen Epochen. Von der Steinzeit, über  die Antike bis zur Industrieali-sierung der Neuzeit. Aber auch die Zukunft des Bergbaus Unter-wasser und im Weltraum ist Gegenstand des Rundgangs.  Anschaulich wird die Geschichte anhand von 1.150 Objekten, Bildern und Texten dargeboten. 

Bergbau im antiken Griechenland, geschildert auf bemalten Tontafeln aus Korinth, 6 Jhrd. v.Chr.- Foto: RAG

Beginn der Industriealisierung um 1850

das Eisenwerk Stumm in Neunkirchen, Saarland um 1850

Foto: RAG

Metallurgie

Geschichte , Nutzung von Metallen und Stand des Hüttenwesens zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Foto: Kepinator, pixabay.com

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Tiefseebergbau

Manganknollen, Eisen, Kobalt, Massivsulfide und Erzschlämme warten in rd. 4000 Metern Tiefe in den Ozeanen auf ihren Abbau. Eine Aufgabe für den Tiefseebergbau der Zukunft.

Foto: Marine Metal; künstl. Veränderung: Revierkohle

 

Weltraumbergbau

Asteroiden-Mining als Rohstoffquelle der Zukunft

Foto: Piro4D, pixabay.com

Quellenhinweise:

Tieseebergbau, BM für Bildung und Forschung (BMBF.de); Scinexx.de vom 04.12.2015 und ARD-Tagesschau vom 10.05.2019; Pohmer, Karl-Heinz: Bergmannskalender 2012, RAG (Hrsg.), S. 109 ff; Lüftner, Herbert: Unsere Steinkohle und das Revier, Gesamtverband Steinkohle (Hrsg.), 2. Auflg.,Essen 2008, S. 8 ff , Bergbaumuseum.de sowie RK-Redaktion