Neuer Rekord für Ökostrom-Ausgaben

Die Ausgaben für Öko-Strom erreichten in 2015 dank EEG ein neues Rekordniveau

Nach Angaben der Netzbetreiber wurden den Nutz- nießern der EEG-Umlage, Wind-,Photovoltaik-und Bio- gasanlagenbetreibern, in 2015 satte 24,1 Mrd. EUR an Subventionsbeihilfen gezahlt, obschon deren Gesamt-anteil am Primärenergieverbrauch zusammenge-nommen gerade einmal bei 12,6 % liegt. (siehe Grafik) Das sind 2,6 Mrd. EUR mehr als noch in 2014 gezahlt wurde. Obschon der Börsenstrompreis immer weiter in den Keller gefallen ist, steigt der Strompreis dank EEG-Umlage für den Verbraucher weiter nach oben, da immer mehr Windkraft-und Photovoltaik-Anlagen zu ungunsten der Verbraucher errichtet werden. Damit der Wahnsinn nicht unbegrenzt weiter voran- schreitet, hat jetzt sogar Bundeswirtschaftsminister Siechmar Gabriel (SDP) Sofortmaßnahmen zur Be- grenzung des Ausbaus erneuerbarer Energien ge- fordert. Komisch ist allerdings, das die gleiche Re- gierung, der Herr Gabriel angehört, den Ausbau auf dem flachen Land parallel gerade erst beschlossen hat. Von 2010 bis 2016 ist die EEG-Umlage pro Kilo- wattstunde von 2,05 Ct auf mittlerweile 6,35 Ct für den Verbraucher gestiegen. Der CDU-Fraktionsvorsitz- ende im Deutschen Bundestag, Michael Fuchs, be- fürchtet bei unbegrenzter Förderung bis 2018 eine Kostensteigerung auf 30 Mrd. EUR. Seiner Ansicht nach ist die Energiewende auf dem besten Wege, ein finanzielles Desaster zu werden, da die Fördersätze viel zu hoch seien. Das hoffen wir ebenfalls, damit die Vernunft wieder eine Chance erhält.

Mehr noch: wir fordern seit Jahren die Abschaffung des EEG, da Windkraft-und Photovoltaikanlagen nicht grundlastfähig und zu teuer sind. Außerdem ver- schandeln sie das Landschaftsbild nachhaltig, töten jede Menge Vögel und gefährden die Gesundheit durch Infraschall. Das die nunmehr vorgetragene Forderung nach einer Kostenbegrenzung für den Aus- bau von Öko-Stromanlagen eher eine Farce ist und den Verbraucher nur beruhigen soll, zeigt die von der Regierung geplante Reform der Ökostromförderung. Und da ist von einer Kostenbegrenzung so gut wie gar keine Rede. Im Gegenteil: durch den geplanten Aus- bau von Windkraftanlagen auch auf dem flachen Land kann nach Ansicht der FAZ mit einer weiteren Kost- ensteigerung von mehr als 10 % gerechnet werden. Das würde zwar dem Koalitionsvertrag widersprech- en, so der CDU-Vorsitzende in Schleswig-Holstein, Ing- bert Liebing, da der Windkraftanlagenausbau auf dem flachen Land auf 2.500 Megawatt pro Jahr begrenzt werden soll, aber die Energiewende steht nun mal bei Frau Merkel auf der obersten Agenda. Schließlich will man die Pariser Klimagipfelbeschlüsse in die Tat um jeden Preis umsetzen.

Und so werden in Zukunft Schwachwindanlagen ge- fördert, die nur gelegentlich Strom produzieren, weil die Knülleridee, die Höchstförderung durch einen Referenzstandort zu ermitteln, an dem die maximale Beihilfeförderung ausgerichtet werden soll, in Praxi dazu führt, das windarme Standorte mit einem Zu- schlag belohnt werden. Der Wahnsinn hat also Methode.

vgl.hz.a. FAZ vom 13.01.2016, 25.01.2016, Die Welt vom 07.10.2015, Business-Panorama.de vom 14.01.2016, NWZ vom 25.2.2016 und Revierkohle-Redaktion vom 25.02.2016

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Museumsbergwerk Ramsbeck bricht Besucherrekord

Erstmals seit 2007 haben in 2015 wieder deutlich über 50.000 Menschen das sauerländische Besucherberg- werk Ramsbeck in Bestwig besucht. Für Revierkohle Grund genug, uns einmal mit dem 1974 geschlossen- en Erzbergwerk näher zu beschäftigen.

Ein Grund , warum so viele Menschen in den relativ unbekannten Ort kommen, ist sicherlich die Tatsache, dass eine Grubenfahrt in 300 M Teufe sowie eine 1,5 km lange Grubenbahnfahrt in das Innere des Bergs heute noch möglich ist. Das gesamte Grubengebäude ist für Besucher erhalten geblieben und wird ständig saniert. Die Befahrung unter Tage wird von erfahren- en und z.T. ehemaligen Bergleuten vorgenommen. Das museumseigene Restaurant „zur Lore“ gestaltet für Besucher regelmäßig ein Gruben-Light-Dinner, was natürlich eine besondere Attraktion ist. 42 % aller Besucher kommen übrigens aus NRW. Bergbauflair vermittelt auch die Kaue und das ehem. Verwaltungs-gebäude aus den 50er Jahren. Am 22.Mai 2016 richtet Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers einen Mu- seumstag ein. Gemeinsam mit dem Förderverein werden Führungen im Bergwerksmuseum und auf dem nahe gelegenen Bergbauwanderweg angeboten.

Bereits 1518 wurde um Bestwig im Sauerland erstma- lig Blei und Zink abgebaut. 1843 konnten auf Rams- beck bereits 851 Tonnen  Erz von 40 Bergleuten her- eingewonnen werden. Im Zuge der Industriealisie- rung und Mechanisierung konnte in den folgenden Jahrzehnten die Förderung kontinuierlich gesteigert werden. 1955 wurden bereits 350.000 Tonnen Roherz von rd. 600 Bergleuten gefördert. Dank moderner Bohrwagen und einer Umstellung auf gleislose Lade- fahrzeuge konnte die Förderung 1974 auf 500.000 Tonnen Roherz mit nur 450 Bergleuten gesteigert werden. Eine enorme Leistung.

Obschon die Grube Ramsbeck immer noch über reichliche Eisenerzpotentiale verfügt, mußte die Grube aufgrund der DM-Aufwertung Anfang der 70er Jahre sowie des gleichzeitigen Verfalls des englischen Pfundes am 31.1.1974 geschlossen werden. Hinzu kam die Tatsache, das der Metallgehalt im Roherz nach Ansicht der Käufer zu gering war.

Das sich das Bergwerk nach 42 Jahren der Stilllegung immer noch größter Beliebtheit bei so vielen Mensch- en erfreut, können wir uns eigentlich nur dichterisch erklären: “ alles Verschwundene scheint Anwesender als das Anwesende.“ Und so sind auch die Bergleute im Geiste der Besucher immer noch anwesend und verrichten ihr hartes Werk. Und immer noch feiert man am 4. Dez. traditionsgemäß das Fest der Hl. Barbara unter Tage. Übrigens auch ein High-Light.

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Kernfusion – unbegrenzte Energie der Zukunft ?

Forschungsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald erzeugte für eine Sekunde 100 Millionen Grad heißes Plasma

Seit den 50er Jahren träumen Wissenschaftler von der Kernfusion, die eine nahezu unbegrenzte Energie aus einer sauberen Quelle verspricht. Mit dem Forschungs reaktor Wendelstein 7-X, einem sog. Stellarator-Typ, ging am 3.2.2016 ein milliardenteurer Bau in Greifs- wald in Betrieb, der experimentell in ein paar Jahren den Nachweis erbringen soll, das einhundert Grad heißes Wasserstoff-Plasma mit Hilfe von Mikrowellen- strahlung  erzeugt und bis zu 30 Minuten gehalten werden kann. Dabei wird das Plasma (eine Suppe aus Elektronen und Atomkernen) mit Hilfe komplexer supraleitender Magnetfelder in der Schwebe gehalten. Im Plasma lösen sich Elektronen aus den Wasser- stoffatomen, so können Fusionsreaktionen der Kerne einsetzen, die die begehrte extreme Energie freisetz- en. Bevor wir auf die Vor-und Nachteile eingehen, wollen wir zunächst aber etwas genauer klären, was eine Kernfusion ist.

              Was ist eigentlich eine Kernfusion ?

Die Kernfusion ist der umgekehrte Prozess einer Kern- spaltung, wie Sie in Kernkraftwerken erzeugt wird und wie sie auf der Sonne natürlich abläuft. Bei Tempera- turen um die 15 Millionen Grad Celsius verschmelz- en im Innern der Sonne unter rd. 100 Millionen bar Druck Wasserstoffatome miteinander unter Abgabe von Helium. Anders als bei der Kernspaltung erzeugt die Kernfusion weniger radioaktiven Abfall und soll weniger gefährlich sein. Energie soll also in Form von Wärme erzeugt werden. Um das Helium auch auf der Erde hervorzubringen, hat der US-Wissenschaftler Omar Hurricane und sein Team vom Lawrence Liver- more National Laboratory zwei Wasserstoff-Isotopen (Deuterium und Tritium) miteinander verschmolzen. Die Reaktion war ebenfalls Helium. Um die Kernfusion als künstliche Sonne auf der Erde  zwecks Stromer-zeugung einsetzen zu können, muß die gewonnene Energie nicht nur gehalten, sondern auch kontrolliert ablaufen. Denn unkontrollierte Plasmaausbrüche führ en zu Explosionen, die nicht nur den Reaktor zer- stören. Und damit wären wir beim Kernproblem der Kernfusion.

Es wird mehr Energie verbraucht als gewonnen

Zwar konnte Omar Hurricane und sein US-Team experimentell am National Ignition Facility nachweis- en, das mehr Energie erzeugt werden konnte als auf- gewendet wurde, jedoch war die überschüssige Ener- gie extrem gering und der Energieverlust extrem hoch. Dennoch könnte nach Ansicht von Forschen des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik in Garching ein Gramm Brennstoff aus einem Kernfusionskraft- werk in Zukunft ausreichen, um 90.000 Kilowattstund- en Energie zu erzeugen. Das entspricht einem Durch- schnittsstromverbrauch von 30 Haushalten mit 4 Per- sonen. Wie gesagt: wir reden von der Zukunft und meinen damit nicht die nächsten Jahre. Hier wird nach wie vor der Schwerpunkt der Energiegewinnung bei den fossilen Energieträgen liegen. Und ungefährlich ist die Kernfusion keineswegs. Denn um aus wenigen Gramm Wasserstoff-Plasma gewaltige Mengen an Energie zu erzeugen, muß die Energieausbeute um das Hundertfache höher liegen als der Energieauf- wand, damit die Atomreaktion sich auf Dauer selbst trägt, so der US-Wissenschaftler Hurricane. Das aber bedeutet, das dauernd extrem hohe Temperaturen von mindestens 100 Millionen Grad Celsius sowie ein extrem hoher Druck von außen künstlich erzeugt werden muß.

Der Kernfusionsversuchsreaktor des Typs Stellarator in Greifswald hat übrigens über eine Mrd. EUR gekostet, ist nur 16 Meter groß und verbraucht 10 Megwatt an Leistung. Unter diesen Umständen hält sogar die mecklen- burgische Landtagsfraktion der Grünen den Mittelein- satz für unangemessen hoch.

vgl.hz.a.: Der Spiegel vom 3.2.2016; Manager-Magazin vom 4.2.2016, Zeit-Online vom 13.2.2016, Wikipedia sowie Revierkohle-Redaktion vom 24.2.2016

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Tschechischer Staatskonzern legt Angebot für Vattenfall vor

Der tschechische Energiekonzern CEZ a.s. hat am 17.2.2016 dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall ein Übernahmeangebot für alle Braunkohletagebaue und Kraftwerke unterbreitet

Wenn der Deal klappt, dann ist die Zukunft des ost- deutschen Braunkohletagbaus bis 2055 gesichert. Hierbei geht es insbesondere um die Tagebaue Jänsch walde, Nochten, Reichwalde, Welzow-Süd und Cott- bus-Nord sowie um die Braunkohlekraftwerke Box- berg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Block B des Kraftwerks Lippendorf. Darüber hinaus will Vattenfall auch seine 10 Wasserkraftwerke verkaufen. CEZ ge- hört zu fast 70 % dem tschechischen Staat mit Sitz in Prag und zählt zu den 10 größten Energieunternehm- en Europas. In 2014 erwirtschaftete der Konzern mit 26.255 Mitarbeitern einen Umsatz von 200,65 Mrd. tsch. Kronen (1 EUR = 27 Kronen). Neben Kohle- und Kernkraftwerken betreibt das Unternehmen in Tsche- chien auch Wasser-, Wind-und Solarkraftwerke, die von über 119 Einzelunternehmen geführt werden. Bereits in 2009 erwarb das Unternehmen 50 % der An teile der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH. Und in 2015 erhielt der Konzern eine Abbauge- nehmigung für weitere sechs Quadratkilometer Fläche im nordböhmischen Braunkohletagebaugebiet Bilina. Dort stehen 120 Mio. Tonnen bester Braunkohle Mitt- eleuropas zum Abbau an. Und das Schöne daran: es muß kein einziges Haus abgerissen werden. CEZ mischt daneben auch im Telekommunikationsmarkt, in der Planung und im Aufbau von Energieanlagen und in der Bearbeitung von Energienebenprodukten kräftig mit. Soweit die Faktenlage.

Hintergrund dieses Angebotes bildet die Zwangslage von Vattenfall als schwedischem Staatskonzern. Die schwedische Regierung will unter allen Umständen die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels aus 2015 umsetzen, weil sie offensichtlich den Unsinn, dass der Co2-Ausstoß zur Klimaerwärmung maßgeblich bei- trägt und das die globale Erwärmung (von deren Existenz gar keine Rede sein kann) auf 2 Grad daher begrenzt werden muß, selbst glaubt. Daher hat sie Vattenfall angewiesen, sich von allen Kohleaktivitäten zu trennen. Dies betrifft merkwürdiger Weise jedoch nicht die von Vattenfall unterhaltenen Steinkohlekraft- werke. Das hochmoderne und umweltfreundliche Steinkohlenkraft Moorburg in Hamburg bleibt z.B. weiterhin in der Hand von Vattenfall.

Ein Gutes hat die mögliche Übernahme aber auf jeden Fall: CEZ-Chef Daniel Benes betonte vor Journalisten, das im Falle einer Übernahme kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird.

 

vgl.hz.a. Die Welt Kompakt vom 15.2.2016, CEZ-Presse mitteilung vom 17.2.2016 sowie Revierkohle-Redaktion vom 25.2.2016

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