greift der russische Geheimdienst deutsche Kraftwerke an ?

Internetattacken des russischen Geheimdienstes FSB auf deutsche Firmen sollen bevorstehen

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat die deutsche Energiewirtschaft in einem Brief vor drohen- den Hackerangriffen gewarnt. Der russische Geheim- dienst FSB soll in Zusammenarbeit mit der Hacker-Gruppe Sofacy Angriffe auf deutsche Kraftwerke und Leitungsnetze vorbereiten. Sofacy soll auch den Hack- erangriff auf den Bundestag in 2015 verantwortet haben. Das Ziel der möglichen Angriffe ist nach Er- kenntnissen deutscher Sicherheitskreise eine Schwäch ung der EU herbeizuführen. Aufgrund der Flücht- lingskrise hält der Kreml Deutschland derzeit für besonders verwundbar. Hintergrund bildet möglicher- weise eine Rachaktion wegen der erlassenen EU- Sanktionen infolge des Ukraine-Konfliktes.

        Präsident Wladimir Putin

In einem vom Verfassungsschutz herausgegebenen Cyber-Brief werden 32 Internetadressen aufgeführt, die auf Firmenrechnern Schadsoftware von Sofacy (Deckname: APT28) einschleusen sollen. Das Bundes-kanzleramt hat inzwischen das BfV und den Bundes-nachrichtendienst (BND) beauftragt, sich die Hacker-gruppe und ihre Kampagnen einmal genauer anzu- schauen. Der dahinter stehende russische Geheim-dienst FSB steckt Milliardenbeträge in die Wühlarbeit, um erfolgreich Cyberattacken zu reiten. Allein die Cyberattacke auf die Rechner des deutschen Bundes- tages in 2015 führte zum Raub von 16 Gigabyte an Datenvolumen. Das ist eine sehr große Menge. Über den tatsächlichen Schaden schweigt sich die Bundes-regierung bis heute aus.

Der SPD-Politiker Burkhard Lischka befürchtet eine Destabilisierung der Bundesrepubulik, sollte es der Hackergruppe gelingen, Kraftwerke oder Stromnetze  lahm zu legen. Die Abkürzung APT steht übrigens für Advanced Persistent Threat (fortgeschrittene an- dauernde Bedrohung). Neben Russland gilt auch China im Westen als Ausgangspunkt vieler solcher Attacken, bei denen die Angreifer über verseuchte e-Mails in Computernetze eindringen und Informat- ionen abschöpfen. Die Warnung des BfV soll mit den Warnungen der US-Geheimdienste übereinstimmen.

vgl.hz.a. BfV-Cyber-Brief  Nr. / 2016 ; FAZ vom 12.03.2016; Tagesspiegel vom 12.03.2016; Tiroler Tageszeitung vom 12.03.2016, Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 13.03. 2016 und RK-Redaktion vom 16.03.2016

 

 

 

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Stahlkrise: steht der Zusammenbruch bevor ?

 7 Wirtschaftsminister schlagen Alarm

Das die Lage der europäischen Stahlindustrie auf- grund der Billigkonkurrenz aus China und Russland an gespannt ist, wissen wir nicht erst seit Gestern. In letzter Zeit aber scheint sich das Tempo zu forcieren, mit dem die Billiganbieter Druck auf die europäische Stahlindustrie machen. In einer gemeinsamen Aktion warnten jetzt 7 Wirtschaftsminister aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und fünf weiteren Länd- ern vor einem möglichen Untergang der gesamten Stahlindustrie mit ihren verheerenden Folgen für die Wirtschaft und für die Arbeitsplätze. Die Minister warn en in einem Brandbrief die EU-Kommission, nicht weiter abzuwarten, sondern Schutzregeln einzuführ- en. Aufgesetzt hat den Brief der französische Wirt- schaftsminister Emanuel Macron. Unterzeichnet hab- en diesen auch die Ministerkollegen aus Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Alles Länder mit bedrohten Stahlstandorten.

In dem Brief werden vor allem unlautere Handels-praktiken der chinesischen und russischen Stahlpro-duzenten aufgeführt. Dazu gehören vor allem Dump- ingpreise. EU-Handelskommissarin Cecilia Malström hat daher noch für den Monat März drei neue Anti- Dumping-Verfahren gegen chinesische Stahlimporte angekündigt. Den Ministern geht das aber nicht weit genug. Sie verlangen u.a. die Einführung von Straf-zöllen, weil sonst der Schaden für die europäische Stahlindustrie irreversibel wird.

Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den vor Jahren geführten Kampf gegen Dumpingpreise beim Schiffsbau. Zahlreiche Werften mußten in den 90er Jahren das Handtuch werfen (u.a. die traditionsreiche Vulkan-Werft in Bremen), weil die Politik verspätet reagierte. Allerdings muß man auch einräumen, das es weltweit Überkapazitäten gibt, was dazu führt, das die Stahlpreise fallen. Nach Ansicht europäischer Stahl kocher kommen erschwerend noch die hohen Ener- giepreise (in Deutschland dank dem EEG) und die hoh- en Umweltsteuern hinzu. Seit 2008 wurden daher schon rd. 85.000 Arbeitsplätze abgebaut. Das sind mehr als 20 % aller Stahlkocher. ThyssenKrupp in Duisburg und Salzgitter erwarten für 2016 einen Rückgang in der Stahlproduktion um 3 % auf 41,5 Mio. T.  2007 waren es noch 48,3 Mio. T. Stahl. Wie ernst die Lage bereits 2013 war, belegt ein Zitat des Salzgitter-Chefs Jörg Fuhrmann:

„Die Krise in der Stahlbranche könne “wenn wir Glück haben, vier Jahre, wenn wir Pech haben, zehn Jahre“ dauern.“ Anders als bei Flachstahlprodukten rechne er bei den Trägern nicht damit, dass sich der euro- päische Markt in absehbarer Zeit erhole. Das Unter-nehmen kämpfte um den Erhalt des Standortes Peine, der in den vergangenen Jahren eine halbe Mrd. € gekostet habe. Es müssten schon im Frühjahr 2014 sichtbare Fortschritte geben. Die Auslastung in Peine liege aktuell bei 85 bis 90 %. Allerdings seien die Preise nicht auskömmlich.

 

 

vgl.hz.a.:Braunschweiger Zeitung vom 05.09.13, FAZ vom 7.2.2016 und RK-Redaktion vom 26.2.2016; Foto: fotolia; Video: Salzgitter AG

 

 

 

 

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Blackouts mühselig abgewehrt

Der Kampf gegen Stromausfälle aufgrund der Zunahme von volativem Öko-Strom wird immer teurer

Aufgrund der Zunahme von Windkraftanlagen besteht an windreichen Tagen ein Überangebot an Strom, so dass dieser immer wieder von den Netzbetreibern abgeregelt werden muss, um einen Zusammenbruch der Stromnetze zu verhindern. Die Anspannung im Netz steigt schneller als erwartet, so Urban Keussen von der Firma Tennet. Netzbetreiber Tennet mußte für diesen Abwehrkampf in 2015 rd. 700 Mio. EUR an Kosten aufbringen, darunter 225 Mio. EUR für das Hoch-und Herunterfahren von Kraftwerken, 152 Mio.

EUR für den Abruf von Netzreserven und 329 Mio. EUR für die Notabschaltung von Windkraftanlagen. Dem zweiten großen Netzbetreiber in der Bundesrepublik geht es nicht besser. 50 Hertz hatte in 2015 rd. 300 Mio. EUR an Ausgaben um die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Da die bestehenden Leitungsnetze für den zu- nehmenden Ausbau von Ökostrom nicht ausreichen, kommt es zusätzlich auch noch oft zu Transportengpäss- en. Daran dürfte sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern, da der unterirdische Ausbau von weiteren Strom-trassen von Nord- nach Süddeutschland erst in einigen Jahren fertig gestellt sein wird, um das Netz zu entlast- en .

Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren in 2015 von den geplanten 1.876 Kilometern neuer Leitungen gerade einmal 558 Kilometer verlegt worden. Die Bundesregierung geht davon aus, das der weitere Ausbau die Kosten zwischen 3 und 8 Mrd. EUR in die Höhe treiben wird. Die unterirdische Verlegung hatte die bayerische Landesregung durchgesetzt. Sie glaubt, das sich das am Ende günstiger auf den Haushalt auswirkt als lang- wierige Prozesse mit Anwohnern und Bürgerinitiativen durchbuchstabieren zu müssen. Die Kostenentwicklung werden Sie, liebe Bürgerin, lieber Bürger, im laufenden Jahr deutlich zu spüren bekommen, denn die Netz- kosten machen rd. ein fünftel des Strompreises aus. Hinzu kommen die diversen EEG-Umlagen.  Für den typischen Privathaushalt rechnet die Bundesnetzagentur daher mit einer Kostensteigerung von rd. 6 %. Regional teilweise deutlich höher.

vgl.hz.a. FAZ vom 17.1.2016 sowie RK-Redaktion vom 25.02.2016

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Supreme Court stoppt Obamas abenteuerliche Klimapläne

Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika hat den C02-Begrenzungsplänen von Präsident Barack Obama einen Riegel vorgeschoben. 

US-Präsident Barack Obama

Da schaute US-Präsident Obama wohl etwas betrübt aus der feinen Wäsche, als der oberste Gerichtshof in Washington Anfang Febr. 2016 die sog. Klimaschutz-offensive des Präsidenten vorerst stoppte, nach dem 30 Bundesstaaten den Supreme Court anriefen, um den Clean-Power-Plan gerichtlich außer Kraft setzen zu lassen. Die Kläger werfen der Obama-Regierung vor, mit den vorgegebenen verbindlichen Emissions- vorgaben ihre Kompetenz überschritten zu haben und das die Entscheidung des Präsidenten einen Macht-missbrauch darstelle. Der Mehrheitsführer der Repu- blikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, rechtfertigte die Klage mit dem Hinweis, das der Clean-Power-Plan sowohl jede Menge Arbeitsplätze sowie die Energieversorgungssicherheit des Landes gefährden würde. Im Vergleich zum Jahre 2005 soll der Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken in den USA bis 2030 um 32 % gesenkt werden. Obschon aus wiss- enschaftlicher Sicht dazu gar keine Veranlassung be- steht, wie wir bereits mehrmals ausführlich dargelegt haben.

  Leitstand eines Kohlekraftwerkes

 

 

vgl.hz.a.FAZ vom 10.02.2016 und RK-Redaktion vom 25.2.2016

Das Thema Klimwandel ist auch in Amerika ein poli- tisch hoch umstrittenes Thema. Bereits 2009 hatte sich der Präsident zum quasi-religiösen Kampf gegen die Erderwärmung aufgrund von Co2-Emissionen ent- schlossen, obschon es nicht einen einzigen Beweis für diese steile These gibt. Nach seiner Wiederwahl in 2012 setzte Obama seinen Kampf gegen Windmühlen unbeirrt weiter fort und setzte dabei auf seine ver- meintliche Exikutivvollmacht. Das Gericht wird nun prüfen, ob Obama diese Exikutivvollmacht in Sachen Co2-Begrenzung tatsächlich hat. Obamas Amtszeit endet im Januar 2017 und bis dahin wird das un- sinnige Pariser-Klimaschutzabkommen von 2015 hoffentlich auf der Kippe stehen, denn das Klima kann keine Regierung schützen.

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Neuer Rekord für Ökostrom-Ausgaben

Die Ausgaben für Öko-Strom erreichten in 2015 dank EEG ein neues Rekordniveau

Nach Angaben der Netzbetreiber wurden den Nutz- nießern der EEG-Umlage, Wind-,Photovoltaik-und Bio- gasanlagenbetreibern, in 2015 satte 24,1 Mrd. EUR an Subventionsbeihilfen gezahlt, obschon deren Gesamt-anteil am Primärenergieverbrauch zusammenge-nommen gerade einmal bei 12,6 % liegt. (siehe Grafik) Das sind 2,6 Mrd. EUR mehr als noch in 2014 gezahlt wurde. Obschon der Börsenstrompreis immer weiter in den Keller gefallen ist, steigt der Strompreis dank EEG-Umlage für den Verbraucher weiter nach oben, da immer mehr Windkraft-und Photovoltaik-Anlagen zu ungunsten der Verbraucher errichtet werden. Damit der Wahnsinn nicht unbegrenzt weiter voran- schreitet, hat jetzt sogar Bundeswirtschaftsminister Siechmar Gabriel (SDP) Sofortmaßnahmen zur Be- grenzung des Ausbaus erneuerbarer Energien ge- fordert. Komisch ist allerdings, das die gleiche Re- gierung, der Herr Gabriel angehört, den Ausbau auf dem flachen Land parallel gerade erst beschlossen hat. Von 2010 bis 2016 ist die EEG-Umlage pro Kilo- wattstunde von 2,05 Ct auf mittlerweile 6,35 Ct für den Verbraucher gestiegen. Der CDU-Fraktionsvorsitz- ende im Deutschen Bundestag, Michael Fuchs, be- fürchtet bei unbegrenzter Förderung bis 2018 eine Kostensteigerung auf 30 Mrd. EUR. Seiner Ansicht nach ist die Energiewende auf dem besten Wege, ein finanzielles Desaster zu werden, da die Fördersätze viel zu hoch seien. Das hoffen wir ebenfalls, damit die Vernunft wieder eine Chance erhält.

Mehr noch: wir fordern seit Jahren die Abschaffung des EEG, da Windkraft-und Photovoltaikanlagen nicht grundlastfähig und zu teuer sind. Außerdem ver- schandeln sie das Landschaftsbild nachhaltig, töten jede Menge Vögel und gefährden die Gesundheit durch Infraschall. Das die nunmehr vorgetragene Forderung nach einer Kostenbegrenzung für den Aus- bau von Öko-Stromanlagen eher eine Farce ist und den Verbraucher nur beruhigen soll, zeigt die von der Regierung geplante Reform der Ökostromförderung. Und da ist von einer Kostenbegrenzung so gut wie gar keine Rede. Im Gegenteil: durch den geplanten Aus- bau von Windkraftanlagen auch auf dem flachen Land kann nach Ansicht der FAZ mit einer weiteren Kost- ensteigerung von mehr als 10 % gerechnet werden. Das würde zwar dem Koalitionsvertrag widersprech- en, so der CDU-Vorsitzende in Schleswig-Holstein, Ing- bert Liebing, da der Windkraftanlagenausbau auf dem flachen Land auf 2.500 Megawatt pro Jahr begrenzt werden soll, aber die Energiewende steht nun mal bei Frau Merkel auf der obersten Agenda. Schließlich will man die Pariser Klimagipfelbeschlüsse in die Tat um jeden Preis umsetzen.

Und so werden in Zukunft Schwachwindanlagen ge- fördert, die nur gelegentlich Strom produzieren, weil die Knülleridee, die Höchstförderung durch einen Referenzstandort zu ermitteln, an dem die maximale Beihilfeförderung ausgerichtet werden soll, in Praxi dazu führt, das windarme Standorte mit einem Zu- schlag belohnt werden. Der Wahnsinn hat also Methode.

vgl.hz.a. FAZ vom 13.01.2016, 25.01.2016, Die Welt vom 07.10.2015, Business-Panorama.de vom 14.01.2016, NWZ vom 25.2.2016 und Revierkohle-Redaktion vom 25.02.2016

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Museumsbergwerk Ramsbeck bricht Besucherrekord

Erstmals seit 2007 haben in 2015 wieder deutlich über 50.000 Menschen das sauerländische Besucherberg- werk Ramsbeck in Bestwig besucht. Für Revierkohle Grund genug, uns einmal mit dem 1974 geschlossen- en Erzbergwerk näher zu beschäftigen.

Ein Grund , warum so viele Menschen in den relativ unbekannten Ort kommen, ist sicherlich die Tatsache, dass eine Grubenfahrt in 300 M Teufe sowie eine 1,5 km lange Grubenbahnfahrt in das Innere des Bergs heute noch möglich ist. Das gesamte Grubengebäude ist für Besucher erhalten geblieben und wird ständig saniert. Die Befahrung unter Tage wird von erfahren- en und z.T. ehemaligen Bergleuten vorgenommen. Das museumseigene Restaurant „zur Lore“ gestaltet für Besucher regelmäßig ein Gruben-Light-Dinner, was natürlich eine besondere Attraktion ist. 42 % aller Besucher kommen übrigens aus NRW. Bergbauflair vermittelt auch die Kaue und das ehem. Verwaltungs-gebäude aus den 50er Jahren. Am 22.Mai 2016 richtet Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers einen Mu- seumstag ein. Gemeinsam mit dem Förderverein werden Führungen im Bergwerksmuseum und auf dem nahe gelegenen Bergbauwanderweg angeboten.

Bereits 1518 wurde um Bestwig im Sauerland erstma- lig Blei und Zink abgebaut. 1843 konnten auf Rams- beck bereits 851 Tonnen  Erz von 40 Bergleuten her- eingewonnen werden. Im Zuge der Industriealisie- rung und Mechanisierung konnte in den folgenden Jahrzehnten die Förderung kontinuierlich gesteigert werden. 1955 wurden bereits 350.000 Tonnen Roherz von rd. 600 Bergleuten gefördert. Dank moderner Bohrwagen und einer Umstellung auf gleislose Lade- fahrzeuge konnte die Förderung 1974 auf 500.000 Tonnen Roherz mit nur 450 Bergleuten gesteigert werden. Eine enorme Leistung.

Obschon die Grube Ramsbeck immer noch über reichliche Eisenerzpotentiale verfügt, mußte die Grube aufgrund der DM-Aufwertung Anfang der 70er Jahre sowie des gleichzeitigen Verfalls des englischen Pfundes am 31.1.1974 geschlossen werden. Hinzu kam die Tatsache, das der Metallgehalt im Roherz nach Ansicht der Käufer zu gering war.

Das sich das Bergwerk nach 42 Jahren der Stilllegung immer noch größter Beliebtheit bei so vielen Mensch- en erfreut, können wir uns eigentlich nur dichterisch erklären: “ alles Verschwundene scheint Anwesender als das Anwesende.“ Und so sind auch die Bergleute im Geiste der Besucher immer noch anwesend und verrichten ihr hartes Werk. Und immer noch feiert man am 4. Dez. traditionsgemäß das Fest der Hl. Barbara unter Tage. Übrigens auch ein High-Light.

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Kernfusion – unbegrenzte Energie der Zukunft ?

Forschungsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald erzeugte für eine Sekunde 100 Millionen Grad heißes Plasma

Seit den 50er Jahren träumen Wissenschaftler von der Kernfusion, die eine nahezu unbegrenzte Energie aus einer sauberen Quelle verspricht. Mit dem Forschungs reaktor Wendelstein 7-X, einem sog. Stellarator-Typ, ging am 3.2.2016 ein milliardenteurer Bau in Greifs- wald in Betrieb, der experimentell in ein paar Jahren den Nachweis erbringen soll, das einhundert Grad heißes Wasserstoff-Plasma mit Hilfe von Mikrowellen- strahlung  erzeugt und bis zu 30 Minuten gehalten werden kann. Dabei wird das Plasma (eine Suppe aus Elektronen und Atomkernen) mit Hilfe komplexer supraleitender Magnetfelder in der Schwebe gehalten. Im Plasma lösen sich Elektronen aus den Wasser- stoffatomen, so können Fusionsreaktionen der Kerne einsetzen, die die begehrte extreme Energie freisetz- en. Bevor wir auf die Vor-und Nachteile eingehen, wollen wir zunächst aber etwas genauer klären, was eine Kernfusion ist.

              Was ist eigentlich eine Kernfusion ?

Die Kernfusion ist der umgekehrte Prozess einer Kern- spaltung, wie Sie in Kernkraftwerken erzeugt wird und wie sie auf der Sonne natürlich abläuft. Bei Tempera- turen um die 15 Millionen Grad Celsius verschmelz- en im Innern der Sonne unter rd. 100 Millionen bar Druck Wasserstoffatome miteinander unter Abgabe von Helium. Anders als bei der Kernspaltung erzeugt die Kernfusion weniger radioaktiven Abfall und soll weniger gefährlich sein. Energie soll also in Form von Wärme erzeugt werden. Um das Helium auch auf der Erde hervorzubringen, hat der US-Wissenschaftler Omar Hurricane und sein Team vom Lawrence Liver- more National Laboratory zwei Wasserstoff-Isotopen (Deuterium und Tritium) miteinander verschmolzen. Die Reaktion war ebenfalls Helium. Um die Kernfusion als künstliche Sonne auf der Erde  zwecks Stromer-zeugung einsetzen zu können, muß die gewonnene Energie nicht nur gehalten, sondern auch kontrolliert ablaufen. Denn unkontrollierte Plasmaausbrüche führ en zu Explosionen, die nicht nur den Reaktor zer- stören. Und damit wären wir beim Kernproblem der Kernfusion.

Es wird mehr Energie verbraucht als gewonnen

Zwar konnte Omar Hurricane und sein US-Team experimentell am National Ignition Facility nachweis- en, das mehr Energie erzeugt werden konnte als auf- gewendet wurde, jedoch war die überschüssige Ener- gie extrem gering und der Energieverlust extrem hoch. Dennoch könnte nach Ansicht von Forschen des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik in Garching ein Gramm Brennstoff aus einem Kernfusionskraft- werk in Zukunft ausreichen, um 90.000 Kilowattstund- en Energie zu erzeugen. Das entspricht einem Durch- schnittsstromverbrauch von 30 Haushalten mit 4 Per- sonen. Wie gesagt: wir reden von der Zukunft und meinen damit nicht die nächsten Jahre. Hier wird nach wie vor der Schwerpunkt der Energiegewinnung bei den fossilen Energieträgen liegen. Und ungefährlich ist die Kernfusion keineswegs. Denn um aus wenigen Gramm Wasserstoff-Plasma gewaltige Mengen an Energie zu erzeugen, muß die Energieausbeute um das Hundertfache höher liegen als der Energieauf- wand, damit die Atomreaktion sich auf Dauer selbst trägt, so der US-Wissenschaftler Hurricane. Das aber bedeutet, das dauernd extrem hohe Temperaturen von mindestens 100 Millionen Grad Celsius sowie ein extrem hoher Druck von außen künstlich erzeugt werden muß.

Der Kernfusionsversuchsreaktor des Typs Stellarator in Greifswald hat übrigens über eine Mrd. EUR gekostet, ist nur 16 Meter groß und verbraucht 10 Megwatt an Leistung. Unter diesen Umständen hält sogar die mecklen- burgische Landtagsfraktion der Grünen den Mittelein- satz für unangemessen hoch.

vgl.hz.a.: Der Spiegel vom 3.2.2016; Manager-Magazin vom 4.2.2016, Zeit-Online vom 13.2.2016, Wikipedia sowie Revierkohle-Redaktion vom 24.2.2016

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Tschechischer Staatskonzern legt Angebot für Vattenfall vor

Der tschechische Energiekonzern CEZ a.s. hat am 17.2.2016 dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall ein Übernahmeangebot für alle Braunkohletagebaue und Kraftwerke unterbreitet

Wenn der Deal klappt, dann ist die Zukunft des ost- deutschen Braunkohletagbaus bis 2055 gesichert. Hierbei geht es insbesondere um die Tagebaue Jänsch walde, Nochten, Reichwalde, Welzow-Süd und Cott- bus-Nord sowie um die Braunkohlekraftwerke Box- berg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Block B des Kraftwerks Lippendorf. Darüber hinaus will Vattenfall auch seine 10 Wasserkraftwerke verkaufen. CEZ ge- hört zu fast 70 % dem tschechischen Staat mit Sitz in Prag und zählt zu den 10 größten Energieunternehm- en Europas. In 2014 erwirtschaftete der Konzern mit 26.255 Mitarbeitern einen Umsatz von 200,65 Mrd. tsch. Kronen (1 EUR = 27 Kronen). Neben Kohle- und Kernkraftwerken betreibt das Unternehmen in Tsche- chien auch Wasser-, Wind-und Solarkraftwerke, die von über 119 Einzelunternehmen geführt werden. Bereits in 2009 erwarb das Unternehmen 50 % der An teile der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH. Und in 2015 erhielt der Konzern eine Abbauge- nehmigung für weitere sechs Quadratkilometer Fläche im nordböhmischen Braunkohletagebaugebiet Bilina. Dort stehen 120 Mio. Tonnen bester Braunkohle Mitt- eleuropas zum Abbau an. Und das Schöne daran: es muß kein einziges Haus abgerissen werden. CEZ mischt daneben auch im Telekommunikationsmarkt, in der Planung und im Aufbau von Energieanlagen und in der Bearbeitung von Energienebenprodukten kräftig mit. Soweit die Faktenlage.

Hintergrund dieses Angebotes bildet die Zwangslage von Vattenfall als schwedischem Staatskonzern. Die schwedische Regierung will unter allen Umständen die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels aus 2015 umsetzen, weil sie offensichtlich den Unsinn, dass der Co2-Ausstoß zur Klimaerwärmung maßgeblich bei- trägt und das die globale Erwärmung (von deren Existenz gar keine Rede sein kann) auf 2 Grad daher begrenzt werden muß, selbst glaubt. Daher hat sie Vattenfall angewiesen, sich von allen Kohleaktivitäten zu trennen. Dies betrifft merkwürdiger Weise jedoch nicht die von Vattenfall unterhaltenen Steinkohlekraft- werke. Das hochmoderne und umweltfreundliche Steinkohlenkraft Moorburg in Hamburg bleibt z.B. weiterhin in der Hand von Vattenfall.

Ein Gutes hat die mögliche Übernahme aber auf jeden Fall: CEZ-Chef Daniel Benes betonte vor Journalisten, das im Falle einer Übernahme kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird.

 

vgl.hz.a. Die Welt Kompakt vom 15.2.2016, CEZ-Presse mitteilung vom 17.2.2016 sowie Revierkohle-Redaktion vom 25.2.2016

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Katalyse auf dem Kahlenberg

100 Jahre Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim

oben: MP-Institut für Kohlenforschung in Mülheim am Kaiser-Wilhelm-Platz 1

Obschon der Steinkohlenbergbau Ende 2018 in Deutschland politisch bedingt auslaufen wird, ist das Interesse am Rohstoff Kohle und seinen Verwertungs-möglichkeiten ungebrochen. Seit über 100 Jahren forscht man nun schon in Mülheim nach den chemi- schen Verbindungen der Kohle und seiner Eigen- schaften. Das Institut wurde 1912 unter dem Namen „Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung“ ge- gründet, 1949 auf den heutigen Namen umbenannt und gehört seitdem zu den ältesten Instituten der Max-Planck-Forschungsgesellschaft. Bereits 2014 feier te das Institut sein 100jähriges Bestehen. Revier- kohle gratuliert im Nachgang nochmals ganz herzlich.

Freude und Dankbarkeit empfinden wir gegenüber dem Institut insoweit, weil die Herren Fischer und Tropsch dort gearbeitet haben und das berühmte Fischer-Dropsch-Verfahren entwickelt haben, aus der 1926 die Fischer-Dropsch-Synthese entstand. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Gewinnung mehrgliedriger Paraffinkohlenwasserstoffe aus Kohl- enoxyden und Wasserstoff auf katalytischem Weg. Für alle Nichtchemiker: die Kohleverflüssigung mittels Umwandlung des Synthesegases in ein breites Spekt- rum gasförmiger und flüssiger Kohlenwasserstoffe trat ihren Siegeszug an. Damit konnte erstmalig im Industriemaßstab aus verschiedenen Arten von Kohlen flüssige, schwefelarme synthetische Kraft-stoffe (die später auch bei der deutschen Wehrmacht als Benzinersatz zum Einsatz kamen), synthetische Motorenöle und Kohlenwasserstoffe  als Rohstoff- basis für die chemische Grundstoffindustrie herge-stellt werden. Das Verfahren ermöglichte auch die Herstellung von Speisefett. Das Fett wurde nicht ranzig, hielt sich lange und schmeckte fast wie Butter. Als Nebenprodukte dieses patentierten Verfahrens gewann man Ethanol, Acethon und Ethen, Propen und höhere Olefine. Als Katalysatoren dienen Kontakte auf Basis von Cobalt und Eisen. Heute betreibt das Institut Grundlagenforschung auf allen Gebieten der Katalyse  um die Effizienz natürlicher Ressourcen zu maximier- en.  Und das dient letztendlich uns allen.

Zum 100jährigen Bestehen hat das MP-Institut für Kohlenforschung eine Festschrift herausgebracht, die sich mit der bewegten Geschichte des Forschungs-institutes beschäftigt. Verfolgen Sie den Weg von der ersten wissenschaftlichen Einrichtung des Ruhrreviers bis zum renommierten Zentrum der Grundlagen-forschung im Bereich der chemischen Katalyse. Heute arbeiten am Kohle-Institut mehr als 300 Mitarbeiter.

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Gabriel rudert zurück

Nach der unsäglichen Forderung nach Einführung einer Strafsteuer folgt nun die Rolle rückwärts

Das politische Spielchen „Bäumchen wechsle Dich“ beherrschaft Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel außerordentlich gut. Jedenfalls hat er das in der Vergangenheit bei verschiedenen Themen immer wieder unter Beweis gestellt. Als die Braunkohle-kumpels zusammen mit der IGBCE in 2015 vor seiner Tür standen und ihre Enttäuschung über den unfairen Vorschlag zur Einführung einer Strafsteuer für Kohle-kraftwerke zum Ausdruck brachten und ihn nicht mehr als Vertrauensperson akzeptieren wollten, hat er seine Forderung flugs wieder fallen gelassen. Im Schatten der CSU- Kritik zur Energiewende (siehe uns- er Beitrag zu der Forderung von Stanislav Tillich) und im vorauseilenden Gehorsam zum Wahlvolk vollzieht Gabriel in diesen Tagen abermals eine Rolle rückwärts und wird wieder zum Kohlebefürtworter. Wir als un- abhängige Kohlebefürworter können uns daraus poli- tisch zwar einen Reim machen, Ausdruck der Verläss- lichkeit ist das aber nicht. Das Gabriel nunmehr den Braunkohleausstieg ablehnt, ist nicht nur richtig, sondern auch bitter notwendig, weil Versorungssich- erheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit im Gleichgewicht stehen müssen. Ansonsten entstehen Schieflagen, die dem Bürger teuer zu stehen komm- en.

Foto: Fernwärmeversorgung Kraftwerk Dürnrohr

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a. Handelsblatt vom 18.1.2016, Die Welt vom 19.1.2016, FAZ vom 12.1.2016 u. Revierkohle vom 21.1.2016

 

Grund für ein insistieren Gabriels stellt ein Konzept des Thinktank Stiftung Agora Energiewende dar, die vom ehem. Grünen-Abgeordneten Rainer Baake und heutigem Staatssekretär in Gabriels Ministerium be- trieben wird und der damit eine hervorragende Ein- flugschneise gefunden hat, die SPD mit der Grünen- politik zu infiltrieren und zu unterwandern. Ins Leben gerufen wurde die Inititative von der finanzkräftigen Mercator Stiftung und dem Eurpean Climate Founda- tion.  Im Auftrag dieser Institute mischt sich die Initia- tive mit Sitz in Berlin und zahlreichen Vertretern aus der Wind-und Solarstrombranche regelmäßig in die Politik ein. In 2014 passierte etwas Unglaubliches: die Denkfabrik kritisierte ausnahmsweise die  Energie- wende der Bundesregierung, um in 2016 allerdings wieder in gewohnte grüne Denkmuster zurückzufallen

 Jüngster Vorstoß stellt ein Konzept zum kompletten Kohleausstieg bis 2040 dar. Die Regierung möge bitte noch in diesem Jahr einen runden Tisch „nationaler Kohlekonsens“ einberufen und die stufenweise Rück- führung beschliessen. Aus guten Gründen hat Gabriel diesen Wahnsinnsvorschlag abgelehnt, weil er weiß, das das den Blackout und den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen sowie Stimmen für die SPD kosten würde. Und auf das Klima hätte eine solche Entscheid ung so gut wie keinen Einfluss. Der Anteil der Braun- kohle am Energiemix belief sich übrigens in 2015 auf 42 %. Diesen Anteil durch regenerative Energieträger ausgleichen zu wollen, ist bis auf weiteres ausge-schlossen. Und weil Herr Gabriel auch grüne Wähler künftig für die SPD mobilisieren möchte, hat er vor- sorglich die Vertreter der Energiewirtschaft im Berliner Hotel Interconti  wissen lassen, das er einen Kohleausstieg vor 2050  für denkbar hält. Wir fragen: was gilt denn jetzt? Einerseits ist ein Ausstieg weder sinnvoll noch stromtechnisch machbar und anderseits soll das bis 2050 alles anders aussehen?

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