Anschauungs-Bergwerk

Für viele Menschen ist der Hochzeitstag immer noch der schönste Tag in ihrem Leben. Und den sollte man gebührend feiern. Und wenn man schon auf Kohle geboren wurde, was liegt da näher, sich das Ja-Wort auch unter Tage zu geben. In der Steigerstube im Deutschen Bergbau-Museum haben Sie dazu die Gelegenheit. Sie fahren gemeinsam mit Ihren Gästen 17 m in die Tiefe, durchlaufen das Anschauungsbergwerk und werden von Mitarbeitern des DBM zur Steigerstube begleitet. Dort ist alles für Sie festlich eingerichtet. Im Anschluss an die Zeremonie haben Sie die Möglichkeit, auf den Förderturm hinauf zu fahren und während eines Sektempfangs das Ruhrrevier von oben zu genießen.

Trautermine im DBM sind jeweils Dienstags, Mittwochs und Freitags um 13.30 h.

Kosten: 261, 80 EUR incl. 19 % MwSt (ohne Gebühren für das Standesamt)

Für ein Gespräch steht Ihnen Frau Sandra Rehkamp unter der Tel.-Nr. 0234-5877-195/109 gerne zur Verfügung.

Foto links: DBM bei Nacht – Rüdiger Hirsemann, fotolia-Kauf

Sie wollten schon immer einmal wissen, wie es sich anfühlt, wenn man in einem richtigen Förderkorb auf einem Bergwerk in über 1000 m Tiefe hinab-rauscht? Leider können wir Ihnen dieses Erlebnis aufgrund der Stilllegung des gesamten deutschen Steinkohlenbergbaus in 2018 nicht mehr vermitteln. Aber eine adäquate Alternative bietet der Seilfahrtsimulator im DBM an. Seit 2014 können Besucher eine realitätsnahe Grubenfahrt in 1.200 m Teufe erleben. Damit man das Erlebnis auch mit allen Sinnen erfahren kann, wird der Simulator von Hydraulik-und Druckluftzylindern so bewegt, das er das Gefühl einer schnellen Fahrt in die Tiefe mit Zwischenstopps  auf einigen Sohlen vermittelt. Horizontale Bewegungskomponenten erzeugen ein zusätzliches Rütteln, das von einer authentischen Geräuschkulisse unterstützt wird. Unten angekommen, geht man durch eine Wetterschleuse. Dort ist es genau so heißt und stickig wie „in echt.“ Auf der Abstiegsseite betreten die Besucher dann das ertüchtigte Nordfeld des Anschauungs-Bergwerks und können ihren Rundgang durch das Museum fortsetzen. Finanziert wurde der Simulatur aus Fördermitteln der EU sowie von der Bezirksregierung Arnsberg, Abtl. 6 Bergbau und Energie.

In rd. 20 m Tiefe unterhält das DBM ein Anschauungs-Bergwerk mit einem Streckennetz von 2,5 km. Dort können die Besucher im Rahmen eines Rundgangs die imposanten Abbaumaschinen bestaunen und  sich in den harten Arbeitsalltag des Bergmanns hineinversetzen. Wobei der Besucher in dem in den 50er Jahren aufgefahrenen Stollen die damals eingesetzte Technik wie z.B. den Flottmann-Bohrhammer in Augenschein nehmen und ausprobieren kann als auch die hochmoderne Abbautechnik dieser Tage im hydraulischen Schreitausbau mit Hobel und Walzenschrämlader in einem anderen 400 m-Streb in gebückter Haltung durchlaufen kann. Eben fast wie in echt. Aber nur fast, denn die Besucher machen sich nicht schmutzig. Um sowohl die Unter-und Übertagewelt als auch die Fahrt im Förderkorb auf die 68 m hohe Plattform des Fördergerüstes der ehemaligen Zeche Germania genießen zu können, sollten Sie unbedingt einige Stunden mitbringen. Wir von Revierkohle können nur sagen: es lohnt sich ! Bis zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus wird das Museum generalüberholt und mit Hilfe der RAG-Stiftung modernisiert.

täglich von 10.00 bis 17.00 h, außer Montags

Das Ende des letzten Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop

Am 21.12.2018 endete das letzte Kapitel des Deutschen Steinkohlenbergbaus. An diesem denkwürdigen Tag überreichte die letzte Fördermannschaft des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop Herrn Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeyer das letzte Stück Steinkohle. Als Erinnerung an rd. 200 Jahre aktiver Kohleproduktion und 160 Jahre Förderung auf dem Bergwerk Prosper-Haniel hat die RAG ein wundervolles 335 Seiten starkes Lesebuch über die Geschichte des Bergwerks herausgegeben. Dieser einzigartige Band kann über den Aschendorff Verlag unter der

ISBN-Nr. 978-3-402-13392-7 zum Preis von nur 24,90 EUR

erworben werden. Im Dez. 2018 wurde auch die zweitletzte Zeche im Tecklenburger Land, Anthrazit-Ibbenbüren in Ibbenbüren ebenfalls stillgelegt.

oben: die letzte Bergwerksdirektion von Prosper-Haniel. v.l.n.r.: Bernd Beier ( ehem. Personalchef ), Jürgen Kroker (ehem. BW-Direktor ) und Thomas Telsemeyer ( ehem. Betriebsdirektor Produktionb ); Foto: RAG

Das Ende der Zeche Auguste-Victoria in Marl

Jürgen Kroker

Der letzte Bergwerks-Direktor der Schachtanlage Auguste-Victoria in Marl, Jürgen Kroker (Bild), hatet mit der Belegschaft am 18.12.2015 die letzte Förderschicht gefeiert. Das Bergwerk wurde zum 31.12.2015 stillgelegt. Bis Mitte 2017 wurden alle Schächte verfüllt. Der Bergbau in Marl ist dann Geschichte. Damit die 116 jährige Geschichte von Auguste-Victoria (AV) der Nachwelt nicht verloren geht, hat Gunnar Gawehn das Buch „Kohle -Erz – Chemie“ herausgegeben. Es dokumentiert die Leistungsfähigkeit einer der modernsten Förderanlagen im Revier, geht auf die noch unerschlossenen Lagerstätten ein, hebt die Übernahme der Zeche im Jahre 1907 durch die BASF, Bayer und Agfa hervor und beschreit die Entwicklung als Erzzeche, Koks und Silberge-winnunbgszeche in den Jahren 1936 bis 1962. 1955 geht die Zeche in den Besitz der damaligen Ruhrkohle AG über. Bis zum Ende 2015 wurden auf AV  im Durchschnitt rd. 2 Mio T. hochwertige Kohlen gefördert. Und immer stand auf AV der Mensch im Mittelpunkt. Die Bergleute lebten und leben deshalb auch eine besondere Form des Miteinanders und der Solidarität, die in NRW kulturprägend war und in kaum einem anderen Betrieb wieder zu finden ist.

zu beziehen im DBM, Schriften des Bergbaus, Nr. 30, 409 Seiten, farbig

Fotos: RAG