was passiert, wenn die (Gruben) Pumpen ausfallen ?

Pumpenausfall - was dann ?

Elf Wasserwirtschaftverbände be-treiben in NRW zusammen 1.115 Pumpen in  über 200 Pumpwerken.   Allein auf den noch 11 Grubenwass-erzechen der RAG im Revier werden rd. 80 Mio. Kubikmeter Grubenwass-er pro Jahr gehoben. Ein Klacks im Verhältnis zu den Pumpleistungen der Emschergenossenschaft. Diese  und der Lippeverband fördern rd. 608 Mio. Kubikmeter und die links-rheinische Wassergesellschaft LINEG fördert rd. 380 Mio. Kubik-meter Wasser pro Jahr. Aufgrund des Jahrzente langen Kohleabbaus an Rhein und Ruhr i.H.v. rd. 9 Mrd. T Kohle hat sich das Deckgebirge teilweise bis zu 20 m abgesenkt. Daduch befinden sich viele Ruhrge-bietsstädte in sog. Muldensätteln. Daher muß links und rechts des Rheins das gesamte Niederschlags- als auch das Haushaltswasser ständig abgepumpt werden. Das gleiche gilt für den Bergbau. An-sonsten würde das Grubenwasser immer weiter steigen, was dazu führt, das das Grubenwasser mit dem Trinkwasser, welches über einer dicken Mergelschicht liegt, in Berührung kommt. Das Trinkwasser wäre dann nicht mehr genießbar, weil Grubenwasser duch Chlorid, Sulfate und Kalzium eine salzhaltige Pyrit-Oxidation bildet, das sich durch Eisen-und Maganverbindungen rostrot färbt. Wenn es die Pumpen nicht geben würde, so Ilias Abawi, Pressesprecher der Emscher-Ge-nossenschaft, dann würde innerhalb weniger Wochen das gesamte Ruhr-gebiet absaufen. Und das gleiche würde passieren, wenn die Gruben-wasserpumpen ausfallen würden. Zum Beispiel duch einen Blackout. Die untere Grafik zeigt, welche Städte im Revier vollständig bei einem Pumpausfall unter Wasser stehen würden. 

Grubenwasser-Sicherungsstandort BW Friedrich-Heinrich, Schacht Rossenray, Foto: RAG Foto oben: Blackout: K.C. fotolia-Kauf, Design: Revierkohle , Zeche Carolinenglück: RAG

Guido Heinz von der RAG plant die Optimierung der Grubenwasserzechen

Der Bereichsleiter Gruben-wasserhaltung-Rückzugs-projekte bei der RAG ist zu-ständig für die Optimierung der Grubenwasserhaltung im Revier. Seine Mannschaft hat die Aufgabe, die 11 noch be-stehenden Grubenwasser-zechen auf 6 zu reduzieren und vom unter-Tage-Pump-betrieb auf den übertägigen Hängepumpenbetrieb umzu-stellen. Das Großprojekt wird noch bis 2021 fortgeführt. Danach sind alle Nebenflüsse und die Emscher vom Grub-enwasser befreit. Dieses wird dann von den verbliebenen Grubenwasserzechen direkt in den Rhein gepumpt.

 
Foto: Jochen Balke, RAG

Ohne Strom kein Pump-betrieb

Der dauerhafte Betrieb der Abwass-er-und Grubenpumpen im Revier und im Saarland kostet viel Energie und viel Geld. Daher werden die Wasserprovinzen zusammengelegt, so das möglichst wenige Pump-stationen auf ewig benötigt werden. Und in dem man das Grubenwasser auf 500 m steigen lässt, braucht  man nach Abwurf der letzten aktiv-en Zechen nur noch Hängepumpen, die keinen zweiten Schacht zur Be-lüftung mehr benötigen. Ein Ausfall der Grubenwasserpumpen hätte allerdings nicht so schnell solch grafierenden Folgen für das Ruhr-revier wie der Ausfall der Emscher-pumpen, da das Grubenwasser nur sehr träge steigt. Wenn aber in einer ganzen Region der Strom für längere Zeit ausfällt, dann wird es kritisch. Menschen könnten in Panik geraten, wie Frank Roselieb, Direktor des Kieler Institus für Krisenforsch-ung, erklärte. Großflächige Strom-ausfälle wären derzeit noch selten, so Roselieb, das könnte sich in Deutschland aber schnell ändern, wenn die zentrale Nord-Süd-Strom-trasse fertiggestellt wird, da diese für Blitzeis und Stürme anfällig wäre. Dann würde nicht nur das Wasser im Ruhrgebiet steigen, dann würden auch die Heizungen, die Kraftwerke und die Telekommuni-kation ausfallen. Polizei und Feuer-wehr könnten nicht mehr alarmiert werden. Durch den Ausfall der Pumpen drohen Deichbrüche und   Überschwemmungen, weil auch die Polder voll Wasser laufen würden.

Rd. 5 Mio. Menschen im Ruhrgebiet wären durch einen Blackout mehr oder weniger stark betroffen. Und wie man so viele Menschen inn-erhalb weniger Wochen evakuieren soll, wissen auch die Experten von DRK, THW und der Katastrophen-schutzstäbe der Bundeswehr , des Bundes und der Länder nicht wirklich.

 

Foto: WDR

Quellenhinweise:

Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten vom 12.11.2013; Tagblatt vom 17.9.2014; ARD vom 28.2.2010; Schulz, Dietmar: Ruhrbergbau und Wasser, Bergematerial und Grundwasser, Aufsatz., Coesfeld 2001; N.N.: Der ergänzende Bericht zum Umweltbericht 2003 der DSK, Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener Rheinberg e.V., Rheinberg 2003, Steinkohle-Werkszeitschrift, RAG (Hrsg.), Herne, 7/2017, S. 33