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Bergbau: RAG will alle Bergehalden verkaufen

Das Schicksal des Rückzugs vollzieht sich weiter

Halde Duhamel des ehem. Bergwerks Saar in Ensdorf, Foto: RAG-Montan-Immobilien
Halde Brinkfortsheide der ehem. Zeche Auguste-Victoria in Marl- Foto: RAG Monant Immobilien
Halde Gotthelf der ehem. Zeche Glückauf Tiefbau in Dortmund-Hombruch - Foto: Gerda Sökeland, RK

unsere Heimat

Sie gehören zum Stimmungsbild des Reviers: unsere Bergehalden. Viele von Ihnen sind nach der Stilllegung der Zechen renaturiert und als Landschaftsbauwerke hergerichtet worden, die heute zum wandern einladen und auf denen man einen herrlichen Blick auf die Revierstädte hat. Nun will die RAG die letzten 23 Halden loswerden. 

 

 

 

 

 

 

Die Halden erinnern an eine Zeit, wo im Revier 1000 Feuer glühten, die Indu-striealsierung und die Zechen den Wohlstand brachten, Generationen von Bergleuten gelebt haben und die Menschen eine stabile Zukunft hatt-en. Die Halden er-innern aber auch an die zahlreichen Zechen, die es Re-vier einmal gab. Graf Moltke in Glad-beck, Halde Brass-ert in Gelsenk.-Buer, Halde Pattberg in Moers, Halde Ewald in Herten, Rheinelbe in Gelsenkirchen, Halde Blumenthal in Oer-Erkenschwick und die noch aktive Haldenbewirtschaft-ung auf Prosper in Bottrop. Sie und viele weitere Hald-en  sind Zeugen einer wundervollen Epoche.  

In diesem Jahr sollen nun 23 Halden mit 2100 Hektar verkauft werden. Die RAG-Tochter RAG Montan-Immobilien GmbH verfügt derzeit noch über 8750 Hektar ehem. Bergbauflächen. Darunter viele Wälder. Für die Sanierung der Flächen hat RAG Montan-Immobilien allein in 2018 rd. 120 Mio. EUR ausgegeben. Um die Halden fit für eine Folgenutzung zu machen, müssen Entwässerungs-systeme angelegt und bindige Böden auf-getragen werden, damit weniger Sau-erstoff durch die Halden aufgenommen wird, da diese im Inneren immer noch über hohe Kohleanteile verfügen, die im Sommer leicht kokeln können. Damit steigt die Brandgefahr. Darüber hinaus müssen die  Flanken der Halden  stabi-lisiert und Fußwege kreisartig neu an-gelegt werden. Das alles hat allein in 2018 rd. 120 Mio. EUR an Kosten ver-ursacht. Von diesen Belastungen will man sich offensichtlich nun trennen. 

Solange allerdings die Bergehalden noch  unter Bergaufsicht stehen, muss die RAG-Tochter diese bewachen und hat die Verkehrssicherungs-und Ordnungspflicht en zu erfüllen. 

In den letzten 30 Jahren hat der Regionalverband Ruhr (RVR) 35 Wasch-berge ( bergm. Begriff für taubes Ge-stein) von der RAG übernommen und zu naturnahen Erholungsräumen umge-staltet.

Bergehalde Oberscholven der ehem. Zeche Bergmannsglück in Gelsenk.-Buer- Hassel -Foto: Lupo Curtius, GFDL-Lizenz creative commons

Quellenhinweise:

Pressemitteilung der RAG-Montan-Immo-bilien GmbH zum Geschäftsjahr vom 09.04.2019; Saarbrücker-Zeitung vom 28.03.2018; Radio Emscher-Lippe vom 10.04.2019; Wallstreet-Journal vom 09.04.2019; WAZ vom 09.04.2019; Lokalkompass.de vom 07.03.2018 sowie RK-Redaktion vom 28.04.2019

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