Stromsperre: wann darf der Lieferant abschalten ?

331.000 Sperren und 6 Mio. Sperrandrohungen in 2017

Immer mehr Haushalte in Deutschland können ihre Strom-und Gasrechnung nicht mehr bezahlen. Allein in 2017 rückten die Mitarbeiter der Stadtwerke 331.000 mal raus, um den Stromzähler zu sperren. 6 Mio. Stromkunden erhielten eine Sperrandrohung, weil sie ihre Rechnung trotz Mahnung nicht rechtzeitig begleichen konnten. In Hamburg allein waren davon rd. 8000 Haus-halte betroffen. Das paradoxe dabei ist, das ausgerechnet die Grünen bezahlbare Strompreise im Bundestag fordern, obschon sie mass-geblich durch ihre einseitige Förderung der erneuerbaren Energien zum enormen Anstieg der Strompreise beigetragen haben. Die Energiewende hat seit Einführung des Erneurbaren Energien-Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 bis heute den Steuerzahler und damit auch dem Stromkunden über 200 Mrd. EUR  gekostet, ohne das die Mehrheit der Strom-und Gaskunden irgendeinen spürbaren Nutzen davon gehabt hätten.      

Während sich die energieintensiven Branchen über Vergünstigungen und niedrige Preise nicht beklagen können, die Ihnen die Bundesregierung auf dem Erlaßweg bisher einräumte, kämpfen die Privathaushalte seit der Energiewende mit immer höheren Strompreisen.  Kostete die Kilowattstunde Strom in 2002 noch 16,1 Ct / kWh, so ver-doppelte sich der Preis in 2018 auf fast 30,0 Ct/kWh. Preistreiber sind die steigenden Netzentgelte sowie die Zunahme regenerativer Energien. Viele Menschen sparen schon seit Jahren Energiekosten ein und nicht jeder Haushalt kann sich mal eben einen neuen Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine leisten. 21,3 Mio. Menschen haben nach Angaben des statistischen Bundesamtes monatlich nicht einmal 1000,00 EUR zur Verfügung. Sabine Zimmermann von der Linken Bundestagsfraktion kommt daher auch zum Schluß, das Armut kein Randphänomen in der Bundesrepublik mehr sei und fordert ein umfassendes Konzept zur Armutsbekämpfung. Denn die Menschen, die Strom einsparen müssen, um über die Runden zu kommen, müssen i.d.R. auch am Essen, an der Bildung, am Urlaub oder an der Kleidung sparen. Und sollte die Energiewende nicht endlich beendet werden, was wir nicht annehmen, wird der Strompreis weiter nur eine Richtung kennen: nach oben. 

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Strompreis mit Stand vom Mai 2018:  29,2 Ct /kWh

Usache von

Expertenmeinungen

Strompreiszusammensetzung in % 2015, Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin

Das Zentum für Europäische Wirtschaftsforschung aus Mann-heim hat in 2017 die Ursachen von Stromsperren in Pivathaus-halten eine wissenschaftlichen Überpüfung unterzogen und kommt zu dem Ergebnis, das Stromsperren dann vorgenomm-en werden, wenn ein Haushalt bereits Schulden hat, über ein geringes Bildungsniveau verfügt oder es sich um einen Ein-Per-sonen-Haushalt handelt. Daher wäre die Schuldenberatung ein adäquates Mittel, um aus der Abwärtsspirale wieder heraus zu kommen.   

Umspann-und Trafostation-
Foto: maxmann, pixabay.de

 

Wer gut infomiert ist, weiß jedoch, das Stromsperren nicht ohne Ankündigung vorgenomm-en werden dürfen. Der Gesetz-geber sieht hierfür eine Frist von 4 Wochen ab einem Verzug von 100,00 EUR vor. Danach erhält der säumige Stromkunde noch-mals eine Frist von 3 Tagen ein-geräumt. Wird auch die über-schritten, steht der Kunde im Dunklen. Eine Entsperrung kann dann nochmals zwischen 32 und 200 EUR kosten. Geld, was die meisten gar nicht haben. Die Verbraucherzentralen raten da-her zum Abschluss eines Raten-zahlungsvertrages. Besondere Verhältnisse wie z.B. zu pflegende Angehörige, Babys oder Kleinkinder sind dabei von Seiten des Energieversorgers zu berücksichtigen. Experten ford-ern schon seit Jahren ein Verbot von Stromsperren für einkomm-ensschwache Haushalte. Daher müsse der Staat regulierend ein-greifen. 

 

 

 

 

„Seien Sie versichert: die Energwende wird letztlich für jeden einzelnen Verbraucher nicht mehr als eine Kugel Eis pro Monat kosten.“

 

Jürgen Trittin, ehem. BM für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 1998

 

vgl.hz.a. Frankfurter Allgemeine vom 21.04.2018; n-tv.de vom 2.11.2012, Claro-Magazin vom 25.4.2016; toptarif.de > Strompreisentwicklung 2018, Caritas.de vom 22.01.2018; Heindl, Peter, Liessem, Verena: Ursachen von Stromsperren in Privathaushalten: Empirische Ergebnisse aus der Allgemeinen Sozialberatung, in: Zentrum für Europäische Wirt-schaftsforschung, (Hrsg.), Mannheim 2017; Verivox.de vom 24.04.2018 und RK-Redaktion vom 02.05.2018

Fotos: oben: arme Frau: juefraphoto, fotolia-Kauf, daneben: Bernd Leitner, fotolia-Kauf;

 

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wir sind der Berufsverband Revierkohle, der sich für bezahlbare Strompreise und für die Berg-baukultur in NRW seit über 25 Jahren einsetzt.

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