Solarworld ist pleite

und die Bürgerinnen und Bürger zahlen wieder einmal die Zeche für eine höchst umstrittene Technologie


sOLARWORLD ag; FOTO TAG24


Das war´s dann endlich: nach Solon, Q-Cells, Cong-ergy, SolarCity, Sovello, Suntech, Solar AG Gehr-lich, Solar-Millenium u.a.  verschwindet nunmehr ein weiterer „Globalplayer“ auf dem Solarmarkt. Die Firma Solarworld ist pleite. Und mit ihr ist auch der „Sonnenkönig“ Frank Asbeck als GF ge-fallen. Trotz EEG-Subventionen in Milliardenhöhe folgte seit 2010 bis heute Pleite auf Pleite. Das Pikante im Fall Solarworld: GF Asbeck hat einen Börsenwert von 5 Mrd. EUR verspielt.

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oben: der bisherige GF der Fa. Solarworld: Dipl.-Ing. Frank Asbeck

Jürgen Fälchle, fotolia 2

als der Rubel noch kräftig rollte, da freute sich jeder Solarpanelbauer und Häuslebesitzer über die uner-wartete staatliche Unterstützung.

Damit wir aber nicht missverstanden werden, sei be-tont, das die Entlassung von Mitarbeitern immer eine belastende Situation darstellt. Den Verlust von Arbeits plätzen hinzunehmen, ist daher  selbstverständlich eine traurige Angelegenheit und wird hoffentlich durch eine bessere Zukunft ausgeglichen. Fakt bleibt aber, dass die Firma Solarworld Mißmanagement betrieben hat, die Bundesregierung den Import von Billigsolarzellen aus China durch Subventionen der Technologie direkt vor Ort subventioniert hat und damit das Sterben der deutschen Solarbranche mit zu verantworten hat. Im Ergebnis ist aus Sicht der Firma als auch aus Sicht der Bundesregierung sowie aller „Klimaretter“ die Pleite zwar bedauerlich, aber aus Sicht einer vernünftigen Energiepolitik mehr als richtig Und daher gibt es auch Keinen Grund zur Traurigkeit. Denn Solarstrom in einem sonnenarmen Land wie Deutschland flächendeckend anzubieten, ist kein Wohlfahrtsgewinn, sondern eher eine Geisterfahrt mit gewollten „Ausfallerschreckungsmomenten.“

Es gruselt uns, wenn wir uns die Zahlen des Bundes-ministeriums für Wirtschaft vom 28.7.2016 anschau-en. Da flossen an die ehrenwerten PV-Gesellschaften von 2000 bis 2012 sage und schreibe 31 Mrd. EUR an Subventionen. Und in 2014 waren es immer noch 10,5 Mrd. EUR, bei einem Umsatz an der EEX-Börse von 1 Mrd. EUR. Obschon die Solarbranche am Primärener-gieverbrauch lt. Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in 2016 gerade einmal mit nur 1,0 % beteiligt war. Die Branche hatte von 2011 bis 2014 einen Umsatzein-bruch von 74,2 % hinzunehmen. Und das Dolle:

Der PV-Strom für Privathaushalte liegt mit 60 Ct pro kWh am höchsten von allen regenerativen Energie-trägern. Am preiswertesten ist und bleibt die Kohle mit rd. 3,6 Ct kWh bei Braun-und 6,2 Ct. bei Steinkohle pro kWh. Hinzu kommen die EEG-Umlagen, die den Strompreis unnötig verteuern. Der Energieexperte Helmut Kuntz hat einmal ausgerechnet, was die von der Fa. innogy angebotene Basis-PV-Station mit einer Mercedes-Speicherbatterie bezogen auf einen 4-Per-sonenhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kostet. Hier sein Rechenbeispiel: (ohne Gewähr)

PV-Kalkulation innogy 2

Sein Fazit: die Anlage hat sich nach rd. 20 Jahren Laufzeit gerade einmal zu 50 % amortisiert.

Und noch ein Klopfer: die innogy-PV-Anlage leistet nach eigenen Angaben zwischen 1.664 und 2.048 kWh p.A.  Das liegt zwar deutlich über der Leistung der meisten PV-Hausanlagen, die zwischen 800 und 1000 kWh-Leistung an Strom pro Jahr erzeugen können, aber zwischen dem angenommenen Durchschnittsbedarf von 3.500 kWh/p.A. liegt eine Deckungslücke von 1452 kWh/Jahr. (3.500 – 2.048 kWh) . Diese wird über die fossilen Grundlastkraftwerke zugeschaltet. Selbstverständlich auch an allen Tagen, wo nicht genügend Wind und Strom zur Verfügung steht. Und das ist meistens ganzjährig der Fall, wie wir an anderer Stelle schon mehrmals belegt haben. Wir möchten an dieser Stelle auch ausdrücklich auf die Lastgang-Statistiken von Prof. Dr. Ing. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen verweisen, um die Glaubwürdigkeit unserer Argumentation zu unterstreichen.

Wer sich seine PV-Anlage in den letzten Jahren aufs Dach gesetzt hat, der profitierte jedoch zumindestens bei den Anschaffungskosten dank EEG-Förderung. Die Sonnenfinsternis auf dem PV-Markt konnte das jedoch nicht aufhalten. So sank die Zahl der Beschäftigten von 2012 bis 2014 von 100.300 auf ganze 38.300 Mitarbeiter. Von Jobwunder kann also keine Rede sein. Den asiatischen Billigheimern alles in die Schuhe schieben zu wollen, ist allerdings auch nicht ganz fair. Sonnenkönig Frank Asbeck trifft eine gehörige Mitschuld. Daher ermittelt nach Eröffnung der Insolvenz auch die BaFin, denn das Unternehmen hatte immerhin einen Börsenwert von rd. 5 Mrd. EUR.  Die unterhaltsamen Schoweinlagen des bisherigen Geschäftsführers, Grünen-Mitbegründers, Maseratifahrer, Schlossbesitzer und Multimillionär werden die Damen und Herren auf der bereits im Mai stattgefundenen Welt-Solarmesse „Intersolar Europe 2017“ in München sicherlich vermisst haben.  Wir jedenfalls werden weder Herrn Asbeck noch die Solarwirtschaft vermissen, wenn sie sich denn alsbald vollends von der deutschen Bühne verabschieden wird.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Kuntz, Helmut: Rechnerisch lohnt sich die solare Energieversorgung nicht (…), in: Europäisches Institut für Klima und Energie, eike.de vom 18.05.2017; elektroniknet.de vom 28.7.2016, in: eike.de vom 4.8.2016;  (Zahlen des BM der Wirtschaft) ; Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.05.2017 und 12.5.2017; Tag24.de vom 11.05.2017; Handelsblatt vom 11.05.2017 sowie RK-Redaktion vom 01.06.2017

Fotos: oben: Solarworld Standort Freiberg, Tag24.de; darunter: GF Frank Asbeck: Rudolf Simon, wikimedia commons; Statistik: Helmut Kuntz, ebda. eike.de; Solarplatten mit Frau und Helm: Jürgen Fälchle, fotolia-Kauf