Standort Pluto Wird AUSGEBAUT

Die neue RAG-Grubenwasser-Leitwarte geht 2019 in Betrieb

Ewigkeitsaufgabe wird optimiert

Am Standort der ehem. Zeche Pluto in Herne baut die RAG derzeit eine neue Leitwarte zur Überwachung der Grubenwasserzechen an Rhein und Ruhr , dem Saarland und Ibben-büren. Das Gebäude soll 2019 bezugsfertig sein und wird die alte Steuerleitwarte am Haupteingang der ehem. Zeche ablösen. Zu den Aufgaben der neuen Leitwarte  wird nicht nur die Überwachung der rd. 110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr gehören, sondern auch die Überwachung von Polder-maßnahmen und Grundwassersanierungen an sensiblen Standorten ehem. Zechen.

Neue Kabeltrassen auf Pluto - Foto: Revierkohle
Rohbau der neuen Grubenwasser-Leitwarte auf Pluto- Foto: Revierkohle

Überwachung der Wasserprovinzen

Unter der Tel.-Nr. 02325-593666 ist die Grubenwasserleitwarte in Herne rund um die Uhr zu erreichen. Dort kann man sich z.B. auch beschweren, wenn das Gruben-wasser  etwas mehr nach Schwefel riecht. Dann setzen Mitarbeiter der Betriebs-direktion Grubenwasserhaltung Wass-erstoffperoxid dem Grubenwasser zu. An jeder Grubenwassereinleitstelle stehen entsprechende Hinweisschilder. Die Grub-enwasser-Leitwarte überwacht den ge-planten Anstieg der Grubenwässer bis 2035 auf rd. -500 m NN, damit diese nicht mit dem Grundwasser in Berührung kommen. Denn Grubenwasser ist stark salzhaltig und würde das Grundwasser unbrauchbar machen. Die Leitwarte wird auch für die Instandhaltungs -und Personaleinsatz-planung zuständig sein. Die RAG unterhält für Untersuchungszwecke auf dem ehem. Zechengelände auch ein eigenes Labor. 

 

110 Mio. Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr

Eingang zur Grubenwehr und zur bisherigen Grubenwasser-Leitwarte (re.)auf dem Gelände der ehem. Zeche Pluto in Herne. Foto: Revierkohle

Wenn der Deutsche Steinkohlenbergbau Ende 2018 eingestellt wird, ist die RAG-Stiftung auf Zollverein für die Finanzierung der sog. Ewigkeitsaufgaben zuständig. Sie hat daher eine Rücklage von rd. 16 Mrd. EUR aufgebaut, um die Kosten der Gruben-wasserhaltung zu finanzieren . Die RAG rechnet mit jährlichen Kosten von rd. 220 Mio. EUR.  Mit diesem Geld wird nicht nur die Grubenwasserhaltung und der Polderbau finanziert, sondern auch die noch rd. 300 verbleibenden Bergleute, die für die Wartung der künftigen Hängepumpen auf den dann nur noch 6 zentralen Grubenwasserzechen im Revier, einer in Ibbenbüren (Schacht von Oyenhausen) und einer im Saarland ( Schacht Duhamel) zustöndig sein werd-en.  Wußten Sie übrigens, dass alle derzeit noch in Betrieb befindlichen Kreiselpumpen unter Tage soviel Strom verbrrauchen, wie 17.000 Haushalte in einem Jahr ? Auch ein Grund, waum die Gruben-wasserzechen opitmiert werden. Der Hängepump-enbetrieb ( wie z.B. auf Walsum in Duisburg oder Carolinenglück in Bochum) er-möglicht es, das Grubengebäude zu schließen. Und  damit fallen die Kosten für die Bewetterung, den Maschinisten und den Schachthauer weg. Die Schächte auf Carolin-englück, Zollverein XII, Fürst Leopold u.a. werden verfüllt und zum Sicherungsstandort umgebaut. Sollte wieder Erwarten das Grubenwasser steigen, dann kann der Sicherungsstdandort wieder eröffnet werden und die dort befindlichen Hängepumpen wieder in Betrieb gehen.    

alte Grubenleitwarte auf Pluto - Foto: RAG

Rückzugsprojekt Grubenwasserhaltung

Bis 2035 soll das Grubenwasser ansteigen und die Grubenwasserzechen von 11 auf 6 Standorte in NRW reduziert werden. Zur Vertiefung lesen Sie bitte unser Jahrbuch „Energiepolitik und Montankultur, Rückblick 2017, Ausgabe 2018

Dr. Michael Drobniewski

Dr. Michael Drobniewski

Betriebsdiektor Grubenwasserhaltung, Foto: RAG

Der Schutz des Grundwassers hat 

oberste Priorität bei der Grubenwasserhaltung

Grubenwasserzeche Duhamel Saarland, Skizzze: RAG
brunnen8

Wasser Marsch

Grubenwasserzechen in NRW, Skizze: RAG
Grubenwasserzeche von Oyenhausen 1/2/3 Ibbenbüren, Skizze: RAG

Quellenhinweise:

WAZ vom 1.1.2017; RAG-Presseinformation vom 17.11.2017; Roth, Markus: Das Grubenwasserkonzept der RAG, Vortrag im LWL-Industrie-Museum Zeche Nachtigall, Witten, vom 12.9.2017; WDR 1 vom 17.11.2017; WAZ vom 18.11.2016; Thyssen-Mining-Report 2014/15, S. 69 f sowie RK-Redaktion vom 2.2.2018

Header-Foto: Revierkohle