Prosper-Haniel: Die Zeit drängt

PUMPSPEICHER-KRAFTWERK UNTER TAGE BALD NICHT MEHR MÖGLICH

Ende 2018 ist Schluß

Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop soll zum Pumpspeicher-Kraftwerk unter Tage umgebaut werden

Sagen Sie uns Ihre Meinung, was Sie von dem Projekt halten.

Prof.Dr. Andre´Niemann, Uni Duisburg-Essen:

Die Zeit drängt, da am 21.12.2018 die letzte Kohle auf Prosper-Haniel gefördert wird und dann droht die Schachtver-füllung

Ein Unterflur-Pump-speicherkraftwerk auf Prosper-Haniel könnte den Spitzenlaststrom für Bottrop liefern

Der Schacht Franz an der Fernewaldstr. in Bottrop wird seit einigen Jahren von Wissenschaft-lern der Universität Duisburg-Essen untersucht, um herauszu-finden, ob dieser sich für den Einbau eines sog. Unterflur-Pump-speicher-Kraftwerkes unter Tage eignet. Es handelt sich um ein Projekt, welches es in Deutsch-land bisher noch nicht gibt. Die Forscher sind mittlerweilen zu der Erkenntnis gekommen, dass man den Schacht dafür nutzen kann.  

In drei Jahren ist alles zurückgebaut

Was ist eigentlich ein Pump-speicherkraftwerk unter Tage? Wir hatten diese Frage bereits in unserem Jahrbuch 2017 beant-wortet. Für diejenigen Leser/ innen, die nicht Mitglied unseres Verbandes  sind, erläutern wir das Prinzip daher nochmals in aller Kürze: aus einer Fallhöhe von 600 Metern ergießt sich Wasser von der Bergehalde Prosper über Rohre in den 1.200 Meter tiefen Schacht. Aufgefangen wird das Wasser unter Tage in riesigen Auffangbecken. Pumpen, die im Schacht hängen, pumpen das Wasser Nachts wieder in die Höhe, weil der Strom dann günsti-ger ist. Das Bergwerk bietet in Bezug auf die Fallhöhe ideale Bedingungen.

Niederflur-Pumpspeicherkraftwerk Prosper-Haniel, Illustration: thingamajiggs, fotolia-Kauf

Gerade in Zeiten starker Energieschwankungen dank des Öko-Zappelstroms kann ein Pumpspeicherkraftwerk blitzschnell solche Schwankungen kurzfristig ausgleichen. 80.000 Haus-halte könnten in Bottrop für vier Stunden anständig mit Strom versorgt werden. Und einige Wartungsmannschaften des Bergwerks könnten auch noch ihre Jobs behalten. Aber wie immer fehlt es bisher am Geld. Die Rede ist von rd. 250 bis 300 Mio. EUR. Das ist aber in Bezug auf die jährlich gezahlten Subventionen für Öko-Strom in Höhe von rd. 24 Mrd. EUR eigentlich nicht zu hoch. Wenn man den Ausbau der Windkraftanlagen zurückfahren würde, wäre genügend Geld vorhanden, dass die Bundesregierung bereitstellen könnte. Und es würde sich ausnahmsweise einmal um die Erzeugung eines regenerativen Energieträgers handeln, der auch tatsächlich zuverlässig und ohne  Schwankungen Strom produzieren würde. Einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Nebeneffekt hätte der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks in einem Berg-werk auch noch: der Zugang zu den unverritzten Kohle-lagerstätten wäre immer noch möglich. Prof. Dr. Andre´ Niemann  kündigte an, die verbleibende Zeit nutzen zu wollen, um intensiv mit der RAG, der Landesregierung und weiteren Akteuren zu verhandeln. Es wäre jammerschade, wenn diese einmalige Chance ungenutzt bleiben würde.      

Quellenhinweise:

Niemann, Andre`: Pumpspeicher- eine bekannte Technologie in neuen Um-gebungen, Vortrag 2014, Universität-Duisburg-Essen; WAZ vom 16.8.2018, Bergbau-Information vom 20.08.2018 sowie RK-Redaktion vom 09.09.2018