Ölpreise steigen

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Wachsende Spekulationen auf ein sinkendes Rohöl-Angebot sowie die in den Medien verbreitetem Preis-vorstellungen der OPEC-Förderländer haben das Öl weiter verteuert. Auch Russland trat auf die Förderbremse. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich vom 19.4.2018 bis 12.5.2018 von 74,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter) auf 77,18 US-Dollar. Damit hat der Ölpreis das höchste Ni-veau seit 2014 erreicht.

Nach Ansicht von Analysten wie z.B. Greg McKenna vom Brokerhaus AxiTrader, benötigen die arabischen Förderländer dringend höhere Ölpreise, um ihre teuren Reformprogramme finanzieren zu können. Hierzu gehört u.a. auch eine stärker Ab-wendung vom Öl. Die Saudis möchten nicht noch einmal so eine Entwicklung wie 2014 miterleben, als aufgrund des US-amerikanischen Fracking-Booms der Öl-preis zeitweise bis unter 30 Dollar je Barrel fiel. Nach Ansicht der OPEC zeigt die Förderkürzung ihre Wirkung. Lag im Jan. 2017 die Ölreserve in den Industrieländ-ern noch bei 340 Mio. Fässern, so sank diese Reserve im Febr. 2018 auf nur noch 43 Mio. Barrel Fässer. Unterstützt wurde der Preisanstieg auch aufgrund von Spe-kulationen auf neue US-Sanktionen gegen den Iran, die US-Präsident Trump am 7.5. 2018 dann auch in Kraft treten ließ.

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Falls Sie jetzt denken sollten: was habe ich damit zu tun ?…. dann irren Sie sich leider,  denn als  Mieter einer Wohnung müssen Sie sich auf hohe Nachzahlungen ge-fasst machen und als Autofahrer müssen Sie mit einem höheren Benzinpreis rechnen. Der Deutsche Mieterbund geht davon aus, das beispielsweise für eine 70 qm große Wohnung Nachzahlungen von 93 EUR auf 758 EUR pro Jahr für Ölheizkosten fällig werden. Mieter mit einer Gas-heizung oder die am Fernwärmenetz angeschlossen sind, können dagegen auf Rückzahlungen hoffen. Laut stati-stischem Bundesamt waren die Preise für Heizöl in 2017 gegenüber dem Vorjahr um 16 % geklettert, für Gas da- gegen um 2,8 % gesunken. Übrigens: der Preis für Kohle liegt mit 56 Dollar je Tonne weit unter den Ölkosten. Der saudische Öl-Minister Al-Falih äußerte sich gegenüber den Medien, dass man die künstliche Verknappung zusammen mit Russland bis zum Jahresende beibe-halten wolle. Die Analysten der Wallstreet gehen aber davon aus, das die Opec und Russland die Förder-kürzungen auch über das Jahr 2018 fortsetzen werden, da sie die höheren Öl-Einnahmen zum Umbau Ihrer Länder und zur Finanzierung des Staatsapparetes dring-end benötigen. Die Fracking Krise aus 2014 hat nämlich riesige Löcher in die jeweiligen Staatshaushalte gerissen, die man nun ausgleichen möchte. Die USA dürfte diese Ankündigung freuen. Die Kosten für Fracking-Öl liegen bei 50 US-Dollar je Barrel. Damit sind sie profitabel. Bei weiter steigendem Ölpreis explodieren ihre Gewinne. Ob Trump aus den sprudelnden Gewinnen nunmehr die ameri-kanische Kohleindustrie, wie versprochen, unter-stützen wird, wissen wir leider nicht. Zu wünschen wäre es aber, da die Lagerstättenreichweiten für gefracktes Öl begrenzt sind, während Kohle auch in Amerika für Jahr-hunderte noch zur Verfügung steht.

Ölplattform auf dem Meer, Foto: wasy, pixabay.com

Quellenhinweise:

Manager-Magzin vom 19.04.2018; Finanzmarkt-welt.de vom 19.02. 2018; Berliner Zeitung vom 12.03. 2018; Handelsblatt vom 21.04.2018; Wallstreet on-line vom 26.03.2018 und 12.05.2018, Kohlenhandel 24.com vom 30.4. 2018 und RK-Redaktion vom 14.05.2018