Energiewende: Kohleausstieg wird den Strompreis verteuern

hinzu kommen weitere Kosten für den Netzausbau, EEG-Abgaben und Stromsteuer

älterer Strommast, der demnächst durch moderne HGÜ-Masten ersetzt wird

Finger weg von unseren Kraftwerken

warnt sogar die Bundesnetzagentur

Die Warnung der Bundesnetzagentur ist eindeutig:“weitere Stilllegungen kon-ventioneller Kraftwerke sind derzeit in Deutschland nicht vertretbar. Bundestag und Bundesregierung müssten ent-sprechende Vorschriften verabschieden, um Kraftwerksstilllegungen durch die Betreiber zu unterbinden.“ Schöner hätten wir es auch nicht fordern können. Denn die Anzahl der Kraftwerke, die zur Stilllegung angemeldet wurden, darunter auch zahl-reiche Gaskraftwerke, ist beängstigend. Mit Stand vom 1.4.2019 sind 98 Kraftwerke bei der Bundesnetzagentur gemeldet worden.

EEG-Umlagensteigerung seit 2000 um 67 %- Quelle: Bundesverband der Dt. Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) 2017
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STROM WIRD IMMER TEURER, WEIL ER IMMER BILLIGER WIRD

Klingt verrückt, nicht wahr ? Ist es auch. Aber es entspricht trotzdem den Tatsachen. Nach einer Mc-Kinsey-Studie werden die Strompreise bis 2020 um 20 % steigen. Ähnlich sieht es das RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Bundes-verband der Dt. Energie-und Wasserwirtschaft. So-gar das Öko-Institut rechnet mit einer kontinuier-lichen Preissteigerung bis 2022. Lt. dem Ver-gleichsportal Verivox liegt aktuell der Preis für eine Kilwattstunde Strom bei 29,42 Ct. Damit ist der Strompreis den siebten Monat in Folge gestiegen. Zahlte eine vierköpfige Familie mit einem durch-schnittlichen Jahresstromverbrauch von 4000 kWh im Jan. 2004 noch 708 EUR, waren es lt. Verivox im Mai 2013 bereits 1120 EUR. Das entspricht einem Anstieg von krassen 58 %.  Mieter müßten heute nach Angaben des Dt. Mieterschutzbundes rd. ein Drittel ihres Haushaltseinkommens für Miete und Energie aufbringen. Jedes Jahr wird rd. 600.000 Menschen der Strom gesperrt, weil sie ihre Rech-nung nicht mehr bezahlen können.  Auch der Gas-preis ist auf den höchsten Stand seit drei Jahren um 10 % gestiegen, obschon  die Kosten für Kohle und Gas um 20 % gesunken sind. Wie ist das möglich? Ganz einfach:

es liegt am Einspeisevorrang für erneuerbare Energien.

Sie sind der Kostentreiber Nr. 1.  Die Netzbetreiber sind nämlich gesetzlich verpflichtet, regenerativ er-zeugten Strom abzunehmen und zu einem festen Preis 20 Jahre lang zu vergüten. Auch dann, wenn dieser Strom gar nicht benötigt wird. Und es kommt noch dicker: sie müssen den Öko-Strom am EPEX -Spotmarkt zu 0 Ct anbieten. Wenn nunmehr immer mehr Windkraftanlagen aufgebaut werden, produ-zieren diese entweder gar keinen oder zu wenig Strom ( das ist an 8 Monaten im Jahr der Fall), oder viel zu viel Strom. Dann wird der Markt mit Öko-Strom überflutet und die notwendigen Grundlast-kraftwerke rechnen sich  nicht mehr. Das nennt man in der Fachsprache den sog. Merit-Order-Effekt. 

Die Rolle des Staates

Durch Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz-es (EEG) hatte der Gesetzgeber in 2000 die Voraus-setzungen für die Energiewende geschaffen. Der Grund für die Notwendigkeit einer Umgestaltung der Energieversorgung sah der Gesetzgeber darin be-gründet, dass das bei der Verbrennung fossiler Energien entstehende Kohnlenstoffdioxid (C02) massgeblich zur Klimaerwärmung beitragen würde. Bis heute liegt jedoch kein einziger wissenschaft-licher Beweis vor, der belegt, dass die von Menschen verursachten C02-Emissionen massgeblich an der Klimaerwärmung schuld wären. Es kann zwar nicht geleugnet werden, dass C02 einen Einfluss auf die Klimaerwärmung hat, aber das der Mensch der Hauptverursacher sein soll, ist in der wissenschaft-lichen Publikation umstritten. Wir hatten das an anderer Stelle bereits ausführlich dargelegt. Der Staat hält dennoch unbeirrt an einer Energiewende fest, die auch aus technisch-physikalischen Gründen nicht gelingen kann. Die Gründe hierfür hatten wir sowohl in unserem Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur als auch in mehreren Newsletter-Bei-trägen ebenfalls dargelegt. Warum der Staat nicht auf Experten wie den ehem. Umweltschutzsenator von Hamburg, Prof.Dr. Fritz Vahrenholt, Prof. Dr. Nir Shaviv von der Uni Tel Aviv, Prof. Dr. Horst Lüdecke (die beide die von Menschen gemachte C02-Hypo-these vor dem Umweltausschuß des Deutschen Bundestages Anfang Febr. 2019 in Frage stellten) oder den bekannten Energiewende-Kritiker des Europ. Instituts für Klima und Energie, Dipl.-Ing. Michael Limburg, hört, ist ziemlich klar. Es geht um Geld. Viel Geld ! An jeder erzeugten Kilowattstunde Strom verdient der Staat 2,05 Ct plus 19 % MwSt. Hinzu kommen die zahlreichen EEG-Umlagen, die zusammen genommen über 70 % des Strompreises ausmachen.

Die Rolle der Netzbetreiber

Die Netzbetreiber müssen den nicht benötigten Öko-Strom vergüten und gleichzeitig durch Abregelung-en wieder entsorgen. Das kostet viel Geld. Daher sind die Netzkosten mit 7,27 Ct/kWh der zweite dicke Kostentreiber. Wenn der Öko-Strom dann doch einmal zufällig benötigt wird, müssten Sie den Diff-erenzbetrag zwischen niedrigerem Börsenstrom-preis und höherer Einspeisevergütung an den Ver-braucher auszahlen. Tun sie aber nicht. Das liegt u.a. daran, dass sie anstatt die Anlagenbetreiber das unternehmerische Risiko tragen. Sie zeichnen auch für den kostenineniven Netzausbau, der ohne Öko-Strom gar nicht notwendig wäre, verantwortlich. Übrigens: erst ein Achtel von 7.700 geplanten Trassenkilometern für den Ausbau des Stromnetzes ist bisher realisiert worden. Da die meisten Verlaufs-strecken aufgrund von Bürgerprotesten unteridisch verlegt werden sollen, wird das weitere erhebliche Kostensteigerungen zur Folge haben. Egal, ob man z.B. die Stromsteuer absenkt oder nicht.

Die Rolle unserer Gegner

Unsere Gegner behaupten gerne, dass der Öko-Strom viel billiger werden wird, wenn erst einmal alle Atom-; Braun-und Steinkohlekraftwerke vom Markt verschwinden, da diese eine "Verstopfung" verur-sachen würden. Diese wiederholt vorgetragene These ist allerdings nicht haltbar, da Öko-Strom weder bedarfsgerecht erzeugt werden kann, noch kann EE-Strom den sog. Sekundenstrom erzeugen, bei bei großen Lastgängen wie z.B. durch Einschalt-ung von Flutlichtanlagen oder dem Hochfahren eines ICE-Zuges augenblicklich benötigt wird. Hier sind auschließlich die Grundlastkraftwerke der Takt-geber. Zwar können Gaskraftwerke schneller rea-gieren als Grundlastkraftwerke, der so erzeugte Strom ist aber wesentlich teuerer und deckt daher nur die Spitzenlast ab. Würde man nun alle fossilen Kraftwerke ( Kohle, Öl, Gas) abstellen und nur auf regenerative Energieträger setzen, dann wäre eine sichere Vollversorgung rund um die Uhr nicht mehr gewährleistet, da es auch mittelfristig gesehen keine großen Speicher geben wird, die den Öko-Strom aus erneuerbaren Energien vorhalten könnten. Wir reden hier nicht von stundenweiser Speicherungsmöglich-keit, sondern von Dunkelflautenperioden von 2 Wochen und mehr, die die Regel sind. Und dann muss dieser EE-Strom auch noch kostenintensiv umgewandelt werden. Zum Beispiel durch das Pow-er-to-Gas-Verfahren. Der entstehende Energiever-lust beträgt dabei rd. 70 %. Die Strompreise können daher nicht sinken. Und von einer bedeutsamen Ab-senkung der CO2-Emissionen um 40 %, wie von der Bundesregierung gewünscht, kann auch keine Rede sein. Wenn alle fossilen Kraftwerke abgeschaltet werden sollten, sinkt der C02-Ausstoß gerade ein-mal um 0,05 %. Im Angesicht der Tatsache, dass in Japan, China und Polen in den nächsten Jahren rd. 2000 neue Kraftwerke gebaut werden sollen und der Rest der Welt sich um die deutsche Energiepolitik nicht weiter kümmert, ist der betriebene Aufwand völlig unverhältnismäßig. Die Rolle unserer Gegner beschränkt sich daher auf die Funktion als Panik-macher/Panikmacherin.

Die Nutznießer

Durch die vollständige Subventionierung des ge-samten Öko-Stroms ist mittlerweile eine ganze In-dustrie mit zahlreichen Nutzern entstanden, die üb-erwiegend vom Steuerzahler ausgehalten werden. Also von Ihnen. Und das sind nicht nur die Anlagen-unterhalter, die eine risikofreie Planungssicherheit genießen, sondern auch die zahlreichen Unter-nehmensberater, Enerieversorger, Stadtwerke, Banken, Versicherungen, Zuliefererindustrie, Politi-ker und sogar die Kirchen. Das schafft doch aber auch viele neue Arbeitsplätze werden Sie einwänd-en. Leider falsch vermutet. Die Photovoltaik-Indu-strie steckt aufgrund konkurrenzlos billiger Photo-voltaik-Platten aus China kurz vor dem Zusammen-bruch und in der Windkraftherstellungsindustrie arbeiten mittlerweile gerade noch rd. 8000 Mitar-beiter. Zum Vergleich: die RAG beschäftigte noch Anfang der 90er Jahre rd. 12.000 Bergleute. In Hoch zeiten waren es fast 500.000 Menschen. Hinzu kam-en die Beschäftigten in den zahlreichen Zulieferer-firmen. Der Beitrag zur Hebung des Bruttosozial-produkts war auch aufgrund anständiger Löhne ganz erheblich und ist mit dem Beitrag der regene-rativen Energieträger überhaupt nicht vergleichbar. Und umweltfreundlicher sind Windkraftanlagen auch nicht. Das haben mittlerweile über 700 Bürgerini-tiativen begriffen, die sich im Land gegen die Auf-stellung weiterer Windkraftanlagen wehren. Zu recht, wie wir finden. Denn WKA benötigen viel Fläche im grünen Raum, verursachen den Tod von rd. 100.000 Fledermäusen im Jahr, kosten zahl-reichen Greifvögeln das Leben, benötigen jede Menge Beton für die Standfestigkeit des 200 m hohen Mastes und sollen gesundheitliche Schäden durch Infralschall verursachen. Um die Rotorblätter und den Generator herzustellen, benötigt man eben-falls jede Menge Energie aus fossilen Energieträg-ern. Und dann beträgt die "gesicherte Leistung" auch noch 0 %. Im Jahresdurchschnitt stehen die Wind-kraftanlagen nur 1.800 Stunden unter Volllast. Das Jahr hat aber 8760 Volllaststunden. Und jetzt raten Sie einmal, wer die Differenz ausgleicht ?

Anderer Meinung ?

vorstand@revierkohle.de

schreiben Sie uns, wir antworten Ihnen gerne !

Quellenhinweise:

RP-Online vom 29.01.2019; Chip.de vom 01.04.2019; Der Tagesspiegel vom 26.04.2019; Spiegel-Online vom 08.10.2018; Wirtschaftswoche vom 29.5.2012; FAZ vom 1.4.2019; Kraftwerksstillegungsanzeige der Bundesnetzagentur vom 1.4.2019 und RK-Redaktion vom 28.04.2019.

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